Rund um die Ausbildung:
Arten, Ablauf und deine Rechte

Was ist eine Ausbildung?

Eine Ausbildung ist ein Bildungsweg nach der Schulzeit, in der du theoretische und praktische Inhalte für einen ausgewählten Beruf lernst. In den meisten Fällen besuchst du dabei einen Ausbildungsbetrieb und eine Berufsschule. Nach der Ausbildung bist du bestens vorbereitet, um in deinem Beruf als Fachkraft zu arbeiten.

In Deutschland gibt es 324 anerkannte Ausbildungsberufe (BIBB-Verzeichnis 2026, Stand 01.10.2025), diese richten sich mit Aufbau und Inhalt nach dem Berufsbildungsgesetz (BBIG) und der Handwerksordnung (HwO). Je nach Beruf dauert eine Ausbildung zwischen 2 und 3,5 Jahren. Um deinen Abschluss zu erhalten, legst du am Ende eine Prüfung vor der zuständigen Kammer ab (meist Industrie- und Handelskammer (IHK) oder Handwerkskammer (HWK)).

Hinweis: Ausbildung und Lehre beschreiben den gleichen Bildungsweg und werden als Synonym verwendet. Während in Deutschland der Begriff Ausbildung häufiger genutzt wird, ist in Österreich, Südtirol und der Schweiz die Lehre gebräuchlicher.

Welche Ausbildungsarten gibt es?

Die duale Ausbildung ist neben der schulischen Ausbildung die bekannteste Ausbildungsform. Du hast aber noch andere Möglichkeiten, je nach deiner individuellen Situation:

Duale Ausbildung

Schulische Ausbildung

Über­betriebliche Ausbildung

Teilzeit­ausbildung

Assistierte Ausbildung

Welche Voraussetzungen brauchst du für eine Ausbildung?

Für eine Ausbildung gibt es keinen gesetzlich vorgeschriebenen Schulabschluss. In der Regel legen die Betriebe ihre Anforderungen selbst fest. Ein paar Punkte gibt es dennoch zu beachten:

  • häufig mindestens Hauptschulabschluss
  • für schulische Ausbildung meist mittlerer Schulabschluss
  • je nach Beruf Mindestalter oder gesundheitliche Nachweise
  • Jugendarbeitsschutzgesetz: ärztliche Erstuntersuchung für Azubis unter 18 Jahren

Hinweise:

Wie läuft eine Ausbildung ab?

Hast du den richtigen Ausbildungsberuf gefunden, solltest du dich schon bis zu einem Jahr vorher bewerben.
Mit Beginn deiner Ausbildungszeit startest du in deine Probezeit (1-4 Monate) beim Ausbildungsbetrieb. Neben der Arbeit besuchst du an einzelnen Tagen oder im Blockmodell mehrere Wochen die Berufsschule. Dort schreibst du ähnlich wie in der Schule Klausuren und absolvierst die Zwischen- und Abschlussprüfung. Je nach Beruf handelt es sich dabei um die gestreckte Abschlussprüfung Teil I und Teil II.

Vor der Ausbildung

Berufs­orientierung

Bewerbungs­fristen und Termine

Ausbildungs­beginn

Prüfungen während der Ausbildung

Prüfungs­vorbereitung

Zwischen­prüfung

Abschluss­prüfung

Freistellung

Was verdienst du in der Ausbildung?

Was du in deiner Ausbildung verdienst, hängt stark von der Ausbildungsart und der Branche ab. Für duale Ausbildungen legt das Berufsbildungsgesetzt jedes Jahr eine neue Mindestausbildungsvergütung fest. Die meisten Azubis erhalten jedoch häufig eine höhere Vergütung.

Ausbildungsjahr Mindestausbildungsvergütung*
1. Jahr 724 €
2. Jahr 854 €
3. Jahr 977 €
4. Jahr 1.014 €

* 2026 (brutto/Monat)

Welche Rechte und Pflichten hast du als Azubi?

Als Azubi musst du dich in deiner Berufsausbildung an bestimmte Regeln halten. Genauso muss dein Ausbildungsbetrieb Pflichten erfüllen, die gleichzeitig deine Rechte sind. Alle Vorgaben zu Rechten und Pflichten in der Ausbildung stehen in den Paragrafen 13 bis 16 im Berufsbildungsgesetzes (BBiG).

Rechte

Probezeit

Urlaub

Überstunden und Minusstunden

Krankheit in der Ausbildung

Kündigung

Schwangerschaft in der Ausbildung

Verkürzung der Ausbildung

Verlängerung der Ausbildung

Pflichten

Ausbildungsvertrag

Arbeitszeiten in der Ausbildung

Berichtsheft

Berufsschule

Ausbildungszeugnis

Was tun, wenn es in der Ausbildung nicht läuft?

Je nach Situation (z. B. Lernschwierigkeiten, Konflikte im Betrieb oder falscher Beruf) gibt es passende Anlaufstellen. Du kannst Ausbilder, Jugend- und Auszubildendenvertretungen, IHK oder HWK sowie die Agentur für Arbeit ansprechen und um Hilfe bitten. Das sind deine Möglichkeiten:

Hilfe in der Ausbildung

Ausbildungsplatz­wechsel

Ausbildung abbrechen

Schulabschluss nacholen

Nach der Schule: Welche Alternativen gibt es zur Ausbildung?

Du bist bald mit der Schule fertig, möchtest aber nicht direkt mit einer Ausbildung starten? Dann sind Praktika zur Orientierung oder ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) eine gute Möglichkeit, in verschiedene Berufe reinzuschnuppern.

Oder möchtest du ins Ausland reisen? Auch das ist vor und während deiner Ausbildung möglich. Ein Auslandsaufenthalt bringt nicht nur jede Menge Vorteile mit sich, sondern wird sogar von verschiedenen Institutionen gefördert.

Wegweiser

Praktikum

Freiwilliges Soziales Jahr

Freiwilliges Ökologisches Jahr

Bundes­freiwilligendienst

Berufs­vorbereitende Maßnahmen

Ausland

Auslandsaufenthalt

Ausbildung im Ausland

Au-Pair

Freiwilligendienst im Ausland

Work and Travel

Was solltest du über Finanzen, Steuern und Versicherungen wissen?

Dein Ausbildungsbeginn ist ein neuer Lebensabschnitt. Dazu gehören auch finanzielle Fragen und die Themen Steuern und Versicherungen. Mit einer Steuererklärung oder allgemeinen Spartipps kannst du dein Taschengeld aufbessern. Außerdem gibt es Versicherungen wie eine Berufsunfähigkeits- oder Haftpflichtversicherung, die du unbedingt abschließen solltest.

Finanzielles

Ausbildungs­vergütung

Zusatzleistungen

Finanzielle Unterstützung

Nebenjob in der Ausbildung

Spartipps

Steuern und Versicherungen

Infos zu Versicherungen

Berufsunfähigkeits­versicherung

Haftpflicht­versicherung

Steuererklärung als Azubi

WhatsApp Beratung

WhatsApp Beratung

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Doch lieber ein Studium?

Mit dem (Fach-) Abitur hast du auch die Möglichkeit, ein Studium an einer Hochschule zu beginnen. Ein duales Studium bietet ähnlich wie die duale Ausbildung eine Kombination aus Theorie und Praxis.

FAQ - Häufige Fragen zur Ausbildung

Je nach Ausbildungsart und Beruf dauert eine Ausbildung zwischen 2 und 3,5 Jahren. Hast du bereits relevante Vorbildung, kannst du deine Ausbildungszeit verkürzen. Auch die Verlängerung deiner Ausbildung ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Ja, eine Ausbildung ist auch ohne Schulschulabschluss möglich. Am besten sammelst du durch Praktika schon erste Berufserfahrung oder nimmst an berufsvorbereitenden Maßnahmen teil. Außerdem solltest du dich auf Branchen konzentrieren, in denen dringend Azubis gesucht werden, wie auf dem Bau oder in der Pflege. Auch bei Ausbildungen mit einer Dauer von 2 Jahren hast du ohne Schulabschluss bessere Chancen.

Deine Ausbildungsvergütung ist abhängig von Ausbildungsart und Branche. Das Berufsbildungsgesetz regelt die Mindestausbildungsvergütung für duale Ausbildungen. Im ersten Ausbildungsjahr verdienst du mindestens 724 Euro, im 3. Jahr liegt die Untergrenze bei 977 Euro pro Monat.

Du kannst dich meist bis zu einem Jahr vor Ausbildungsbeginn bewerben. Dann hast du die größte Auswahl und die besten Chancen, einen Platz bei deinem favorisierten Ausbildungsbetrieb zu ergattern. Aber auch kurz vor Beginn kannst du noch einen Ausbildungsplatz bekommen, besonders in Branchen, in denen dringend Azubis gesucht werden.

Ja, mit beruflicher Vorbildung, einem höheren Schulabschluss oder besonders guten Leistungen während der Ausbildung kannst du einen Antrag auf Verkürzung stellen.

Bestehst du die Abschlussprüfung nicht beim ersten Versuch, ist das kein Drama. Dein Ausbildungsbetrieb muss dich bis zum nächsten Prüfungstermin (in der Regel 1 Jahr später) weiter anstellen. Die Abschlussprüfung kannst du nach dem ersten Versuch zweimal wiederholen.

Gefällt dir deine Ausbildung nicht, solltest du dich fragen, ob es am Ausbildungsbetrieb oder an der Berufswahl liegt. Wenn du Probleme mit deinem Ausbilder oder dem Betrieb hast, ist es möglich, diesen während deiner Ausbildung zu wechseln. Bist du unzufrieden mit deinem Beruf, kannst du die Ausbildung abbrechen und eine andere beginnen.