Azubi und schwanger? Diese Rechte und Hilfen stehen dir zu

Während der Schwangerschaft und auch der Zeit danach fällst du unter das Mutterschutzgesetz (MuSchG). Mit diesem Gesetz treten besondere Schutzrechte in Kraft.

  • Schutz von Leben und Gesundheit: Um dich und dein ungeborenes Baby zu schützen, darfst du keine schweren körperlichen Tätigkeiten ausüben. Tätigkeiten, bei denen du gesundheitsgefährdenden Stoffen oder Strahlen, Staub, Gasen oder Dämpfen, Hitze, Kälte oder Nässe, Erschütterungen oder Lärm ausgesetzt bist, sind ebenfalls tabu! Auch Fließband- oder Akkordarbeit sind verboten. Arbeitest du hauptsächlich im Gehen oder Stehen, muss dein Arbeitgeber eine Sitzgelegenheit für dich bereithalten. Und wenn du bei der Arbeit hauptsächlich sitzt, müssen dir kurze Unterbrechungen gewährt werden, damit du dir z.B. die Beine vertreten kannst.
  • Beschäftigungsverbot: Der Mutterschutz beginnt 6 Wochen vor dem errechneten Termin. Ab diesem Zeitpunkt kannst du zu Hause bleiben und dich schonen. Nach eigenem Wunsch kannst du aber weiter arbeiten. Diese Entscheidung kannst du jederzeit wieder aufheben, wenn die Arbeit zu anstrengend wird. Nach der Geburt darfst du 8 Wochen bzw. 12 Wochen bei Mehrlingsgeburten und Frühchen nicht arbeiten. Hier gilt ein absolutes Beschäftigungsverbot!
  • Kündigungsschutz: Während der Schwangerschaft und 4 Monate nach der Entbindung darf dir nicht gekündigt werden.

Achtung: Der Mutterschutz verlängert nicht automatisch deine Ausbildungszeit. Du kannst aber einen Antrag auf Verlängerung bei der zuständigen Stelle, z.B. der IHK, stellen. So hast du gute Chancen, auch mit Baby dein Ausbildungsziel zu erreichen und deine Ausbildung abzuschließen. Natürlich muss auch dein Ausbildungsbetrieb mit der Verlängerung einverstanden sein. Bevor die zuständige Stelle über die Verlängerung entscheidet, wird deshalb dein Ausbildungsbetrieb angehört.

Finanzielle Unterstützung

Ganz klar: Ein Kind zu versorgen kostet Geld! Es ist daher nur verständlich, dass du dir Sorgen machst, wie du und dein Baby bei deiner knappen Ausbildungsvergütung über die Runden kommen sollt. Die gute Nachricht: Es gibt finanzielle Unterstützung, die du in der Schwangerschaft und in der Zeit danach in Anspruch nehmen kannst.

  • Mutterschaftsgeld: Dein Mutterschutz beginnt 6 Wochen vor dem Entbindungstermin und endet 8 Wochen danach (bei Mehrlings- und Frühgeburten 12 Wochen). In dieser Zeit bekommst du von deiner Krankenkasse Mutterschaftsgeld.
  • Zuschuss zum Mutterschaftsgeld: Zu diesem Mutterschaftsgeld zahlt dein Ausbildungsbetrieb einen Zuschuss.
  • Elterngeld: Wenn du deine Ausbildung unterbrichst, damit du dein Baby versorgen kannst, bekommst du Elterngeld – mindestens 300 € für die Dauer von 12 Monaten. Achtung: Das Mutterschaftsgeld wird auf das Elterngeld angerechnet, d.h. eigentlich sind es dann nur 10 Monate Elterngeld.
  • Kindergeld: Für dein Baby bekommst du Kindergeld. Dieses beträgt seit dem 01.01.2016 190 € im Monat.

Tipp: Am besten besorgst du die Anträge schon im Vorfeld und bereitest diese vor. Wenn der Nachwuchs dann auf der Welt ist, musst du nur noch die Geburtsurkunde beilegen und kannst die Dokumente wegschicken. So kannst du dich voll und ganz deinem Baby widmen statt deine Zeit mit lästigem Papierkran zu verbringen.

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