Arten von Schülerpraktika

Das Betriebspraktikum

Das Betriebspraktikum oder auch Berufsorientierungspraktikum gehört wohl zu den bekanntesten Praktikumsarten, denn es ist in den meisten Schulen im Rahmenlehrplan verankert und somit für alle Schüler Pflicht. Aber als reine Pflichtsache solltest du das Betriebspraktikum nicht ansehen, denn es bietet dir tolle Möglichkeiten spannende Jobs kennenzulernen und bei der Berufsorientierung voranzukommen. Beim berufsorientierten Schülerpraktikum geht es hauptsächlich darum, dass du zum ersten Mal ein wenig Arbeitsluft schnupperst und natürlich auch die Möglichkeit hast, dich frühzeitig über Ausbildungen oder andere Berufswege zu informieren. Im Rahmen dieses Schülerpraktikums wirst du nicht nur einen Einblick in den Arbeitsalltag eines bestimmten Berufsbilds bekommen, sondern auch erste kleinere Aufgaben selbst bearbeiten dürfen. In der Regel dauert das Betriebspraktikum zwei bis drei Wochen (je nach Bundesland und Schule). Du bist von Anfang an in der Arbeit mittendrin, kannst verschiedene Abteilungen und typische Aufgaben kennenlernen sowie dich mit den Mitarbeitern und Azubis unterhalten, um Antworten auf deine offenen Fragen zu bekommen. Auf diesem Weg kannst du herausfinden, ob es sich um einen Job handelt, der zu dir passen könnte.

In einem Praktikumsbericht hältst du dann für deinen Lehrer fest, welche Bereiche du erkunden konntest, was du gelernt hast und was du für die Zukunft mitnimmst.

Tipps für deinen Praktikumsbericht

Mit diesen Tipps ist das Schreiben eines Praktikumsberichts kein Problem mehr für dich.

Der Schnuppertag

Sicherlich hast du schon einmal etwas vom Girls' Day oder Boys' Day gehört. Dabei handelt es sich um einen Aktionstag, an dem Mädchen die Möglichkeit haben, für einen Tag in einen typischen Männerberuf und Jungs in einen typischen Frauenberuf reinzuschnuppern. Dieses Prinzip des Praxistags gibt es nicht nur am Girls' oder Boys' Day, sondern durchgängig. Viele Betriebe bieten Schülern an, für einen Tag in einen bestimmten Ausbildungsberuf hineinzuschnuppern und so das Unternehmen, aber auch das Berufsbild näher zu erkunden.

Den Schnuppertag gibt es aber nicht nur in Ausbildungsbetrieben, sondern auch an vielen Hochschulen. So hast du schon als Schüler die Möglichkeit, einen Tag lang in die Universität und den Unialltag hineinzuschnuppern.

Das freiwillige Schülerpraktikum

Wusstest du schon, dass Praktika für deinen Lebenslauf super wichtig sind? Mit ihnen kannst du zeigen, dass du bereits erste Einblicke in einen bestimmten Beruf erhalten und schon ein wenig praktisch arbeiten konntest. Gegenüber einem Bewerber, der noch kein Praktikum im relevanten Bereich gemacht hat, wirst du also Vorteile haben! Zusätzlich zeigst du durch die freiwilligen Schülerpraktika, dass du engagiert bist und dir nicht zu schade zum Arbeiten bist. Auch das sind wichtige Eigenschaften, die Ausbildungsbetriebe in Schülern suchen. Gerade in den Sommerferien bietet es sich deshalb an, in deinem Wunschberuf oder auch in verschiedenen Bereichen Praktika zu absolvieren. So kannst du entweder erste praktische Erfahrungen für die Ausbildung oder das duale Studium sammeln oder aber du lernst verschiedene Berufe kennen und kannst hinterher sagen, welchen Job du nach der Schule gerne ausüben würdest. Dabei muss das Praktikum natürlich nicht direkt die gesamten Ferien lang dauern. Es reicht schon aus, wenn du ein oder zwei Wochen lang in die Arbeitswelt reinschnuppern und dir selbst einen Eindruck machen kannst. Ein freiwilliges Schülerpraktikum kannst du in allen Bereichen machen: Egal, ob kaufmännisch, technisch oder gewerblich - die meisten Unternehmen bieten Schülern die Option, im Rahmen eines freiwilligen Praktikums den Betrieb kennenzulernen.

Diese Option kannst du auch nutzen, wenn du deinen Abschluss schon gemacht hast, jedoch beispielsweise ein Jahr bis zum Beginn der Ausbildung oder des Studiums überbrücken musst oder aber noch gar nicht weißt, was du nach dem Schulabschluss machen willst. Durch verschiedene Praktika sammelst du wertvolle Erfahrungen sowie neue Eindrücke und vermeidest gleichzeitig eine unschöne Lücke in deinem Lebenslauf. Und wer weiß, vielleicht findest du dadurch ja sogar deinen zukünftigen Arbeitgeber!

Das Langzeit- und Jahrespraktikum

Du hast die Schule gerade frisch absolviert, weißt aber noch gar nicht, was du nun machen möchtest? Eine Ausbildung oder ein Studium kommen für dich noch nicht in Frage und nach dem Abschluss ins Ausland gehen möchtest du auch nicht? Dann ist vielleicht ein Jahrespraktikum das Richtige für dich. Das Jahrespraktikum kannst du auch nach dem Schulabschluss als Orientierung nutzen. Gerade, wenn du dir nicht sicher bist, ob ein bestimmter Job passend für dich ist, ist das Jahrespraktikum eine gute Alternative zum direkten Ausbildungsstart. Hierbei hast du ausreichend Zeit, um den Beruf von allen Seiten zu entdecken. Auch, wenn du keinen Studien- oder Ausbildungsplatz mehr bekommen hast, bietet sich das Jahrespraktikum für dich als Einstiegsqualifizierung an. So kannst du optimal die Zeit bis zum nächsten Ausbildungsstart überbrücken. Wenn dir der Beruf, in dem du das Schülerpraktikum durchführst, gut gefällt und auch der Praktikumsbetrieb zufrieden mit dir ist, kann es sogar sein, dass dir direkt im Anschluss an das Praktikum ein Ausbildungsplatz angeboten wird. Aber auch falls dies nicht der Fall sein sollte, bringt dir so ein Praktikum sehr viel, denn ein gutes Praktikumszeugnis und eine Empfehlung von deinem Vorgesetzten wirken auch bei der Ausbildungssuche Wunder. Dadurch, dass du während des Jahrespraktikums auch die Berufsschule besuchst, werden dir zudem bereits viele praktische und theoretische Inhalte vermittelt, die du ggf. sogar auf deine spätere Ausbildung anrechnen lassen kannst. So kann es sogar sein, dass sich die Ausbildungsdauer für dich verkürzt!

Es muss aber natürlich nicht direkt ein ganzes Jahrespraktikum sein. Langzeitpraktika gibt es in unterschiedlicher Dauer. Auch sechs oder zehn Monate sind deshalb denkbar.

Übrigens bekommst du bereits während des Praktikums - egal, ob Langzeit- oder Jahrespraktikum - eine feste Praktikumsvergütung, die in deinem Arbeitsvertrag festgehalten wird - finanziell musst du dir also keine Sorgen machen.

Tipps für deine Bewerbung um ein Schülerpraktikum

Wenn es daran geht, sich auf ein Praktikum zu bewerben, bist du wahrscheinlich erst einmal ratlos, wenn du noch nie zuvor eine Bewerbung geschrieben hast. Aber keine Sorge, so schwer ist das eigentlich gar nicht. Es gibt zwei Optionen sich zu bewerben.

  1. Du rufst beim Praktikumsbetrieb an oder schaust direkt persönlich vorbei und fragst nach, ob Praktikanten gesucht werden. Gerade bei kleineren Unternehmen kann es sein, dass du direkt zu einem kurzen Gespräch gebeten wirst und danach ggf. sofort eine Zusage erhältst.
  2. Du findest mit der Suchmaschine von AUBI-plus oder auf der Homepage eines Unternehmens ein Schülerpraktikum, das dich interessiert und musst deine Bewerbungsunterlagen an das Unternehmen senden.

Meistens wird wahrscheinlich der letzte Fall zutreffen. Zu den Bewerbungsunterlagen für ein Schülerpraktikum gehören selbstverständlich dein Anschreiben, dein Lebenslauf und deine letzten zwei Zeugnisse. Generell ist die Bewerbung also genauso aufgebaut, wie wenn du dich um einen Ausbildungsberuf bewirbst. In unseren Bewerbungstipps findest du alle Informationen, die du benötigst, um eine gute Schülerpraktikumsbewerbung zu schreiben.

Der einzige Unterschied liegt im Praktikumsanschreiben. Wenn du bisher noch keine praktischen Erfahrungen durch Nebenjobs, andere Schulpraktika oder ähnliches erhalten konntest, kannst du dich im Text natürlich nicht darauf beziehen. Stattdessen musst du deutlich machen, wieso dich der Beruf interessiert, warum du gerne das Schülerpraktikum machen möchtest und welche persönlichen Eigenschaften du dabei einbringen kannst. Gib auch unbedingt den Zeitraum an, in dem du es absolvieren willst!

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