Praktika – alles Wichtige rund ums Praktikum

Wie die Bezeichnung schon sagt, hat ein Praktikum etwas mit Praxis zu tun: Während eines Praktikums sammelst du praktische Erfahrungen, bekommst einen Einblick in einen oder mehrere Berufe und lernst den Arbeitsalltag im Unternehmen kennen. Gelegenheiten, als Schüler, Azubi oder Student ein Praktikum zu absolvieren, gibt es viele. Gut zu wissen: Einige dieser Praktika sind Pflicht, andere wiederum freiwillig.

Beispiele für Pflichtpraktika Beispiele für freiwillige Praktika
Pflichtpraktikum im Studium: Pflichtpraktika während der Studienzeit dauern in der Regel zwischen einem und drei Monaten und sind ein fester Bestandteil der Studienordnung. Studentenpraktikum während eines Urlaubssemesters: Viele Unternehmen schreiben ihre Praktikumsplätze für Studenten für drei Monate oder länger aus – wenn die Semesterferien dies nicht hergeben, können Studenten ein Urlaubssemester einreichen, um ein längeres Praktikum machen zu können.
Praxissemester während des Studiums: Praxissemester dauern – wie der Name vermuten lässt - bis zu sechs Monate und finden meist in der zweiten Hälfte des Studiums statt. Mit ein wenig Glück kann man das Praxissemester auch im Ausland absolvieren. Auslandspraktikum: Wer ein Praktikum im Ausland machen möchte, sollte dafür mindestens drei Monate Zeit mitbringen, denn für kürzere Zeiträume stellen Unternehmen nur selten Praktikanten ein. Günstige Zeitpunkte für ein Auslandspraktikum sind nach Beendigung der Schule, bevor du eine Ausbildung oder ein Studium beginnst, oder während eines Urlaubssemesters.

Gute Gründe für ein Praktikum nach der Schule: Diese 5 Argumente solltest du kennen

Orientierung nach dem Schulabschluss: Wenn du deinen Schulabschluss schon gemacht hast bzw. kurz vor dem Schulabschluss stehst, aber noch gar nicht weißt, was du nach der Schule machen sollst, ist ein Praktikum eine gute Möglichkeit, dir Orientierung zu verschaffen. Hierbei hast du ausreichend Zeit, um einen Beruf von allen Seiten zu entdecken. Du lernst das Unternehmen und seine Abläufe kennen, kannst den Mitarbeitern und Azubis alle möglichen Fragen zu ihrer Arbeit stellen und bekommst einen Eindruck vom Betriebsklima. Gerade, wenn du dir nicht sicher bist, ob ein bestimmter Job passend für dich ist, ist ein Praktikum eine gute Alternative zum direkten Ausbildungsstart.

Wartezeit überbrücken: Wenn du bereits weißt, wie es für dich nach der Schule weitergehen soll, du jedoch bis zum Beginn deiner Ausbildung oder deines Studiums eine gewisse Zeit überbrücken musst, ist ein Praktikum ebenfalls eine wertvolle Erfahrung, denn du sammelst interessante neue Eindrücke und vermeidest gleichzeitig eine unschöne Lücke in deinem Lebenslauf.

Ausbildung verkürzen: Wenn du keinen Studien- oder Ausbildungsplatz bekommen hast, bietet sich das Jahrespraktikum als Einstiegsqualifizierung (EQ) an. Dabei handelt es sich um eine besondere Praktikumsart, mit der du die Zeit bis zum nächsten Ausbildungsstart optimal überbrücken kannst. Während der Einstiegsqualifizierung besuchst du auch die Berufsschule. So erlernst du neben den praktischen Tätigkeiten im Betrieb gleich die passenden theoretischen Inhalte. Wenn sich an dein Praktikum dann eine Ausbildung in einem ähnlichen Beruf anschließt, kannst du die Dauer deiner Einstiegsqualifizierung auf deine Ausbildungsdauer anrechnen lassen und deine Ausbildung verkürzen.

Dauer und Vergütung: Wie lange dein Praktikum genau dauert, vereinbarst du vorab mit deinem Praktikumsbetrieb. Ein Langzeitpraktikum dauert in der Regel zwischen sechs und zwölf Monaten. Bei zwölf Monaten spricht man – wie der Name schon sagt – von einem Jahrespraktikum. Gut zu wissen: Voraussetzungen für eine Vergütung deines Praktikums sind, dass es freiwillig ist und länger als drei Monate geht. Dauer, Vergütung und weitere Rahmendaten werden dann in deinem Praktikumsvertrag festgehalten.

Chancen auf dem Arbeitsmarkt: Durch ein Praktikum haben schon viele Jugendliche ihren zukünftigen Arbeitgeber gefunden, denn wenn du mit Spaß und Engagement bei der Sache bist, wird das auch dein Chef merken und dir im Anschluss an dein Praktikum einen Ausbildungsvertrag anbieten. Aber auch falls dies nicht der Fall sein sollte, bringt dir ein Praktikum sehr viel, denn ein gutes Praktikumszeugnis und eine Empfehlung von deinem Vorgesetzten wirken bei der Ausbildungssuche Wunder.

Daher solltest du zum Ende deines Praktikums um ein Praktikumszeugnis bitten, welches du deinen Bewerbungsunterlagen hinzufügen kannst. Unser Tipp: Frag deinen Chef unbedingt nach einem qualifizierten Praktikumszeugnis! Neben der Beschreibung deiner Tätigkeiten als Praktikant enthält dieses auch eine Leistungsbewertung und hat daher mehr Aussagekraft als ein einfaches Zeugnis.

Praktikum ist nicht gleich Praktikum: Diese Praktikumsarten gibt es

An vielen Schulen steht irgendwann ein Berufsorientierungspraktikum auf dem Stundenplan. Bei einem Betriebspraktikum kannst du das Unternehmen frei wählen, für ein Sozialpraktikum musst du dich bei einem Kindergarten, einer Sonderschule, einem Krankenhaus, Altenheim oder einer anderen sozialen Einrichtung bewerben.

Nach dem Abi erst mal weg von zu Hause und etwas von der Welt sehen? Diesen Wunsch kannst du dir mit einem Auslandspraktikum erfüllen!

Du sammelst praktische Erfahrungen, lernst Land und Leute kennen und verbesserst ganz nebenbei noch deine Fremdsprachenkenntnisse. Weiterhin trägt ein Auslandspraktikum auch zu deiner Persönlichkeitsentwicklung bei und stärkt dich für deinen weiteren Lebensweg.

Wenn du studieren möchtest, brauchst du als Voraussetzung Abitur oder Fachhochschulreife. Für viele Studienfächer, insbesondere an Fachhochschulen, musst du bei der Einschreibung außerdem ein fachspezifisches Vorpraktikum nachweisen.

Fachspezifisch bedeutet, dass du während deines Vorpraktikums bereits das Beschäftigungsfeld kennenlernst, in dem du nach deinem Studienabschluss arbeitest. So kannst du dir sicher sein, dass du den richtigen Studiengang gewählt hast.

In vielen Studienordnungen sind Pflichtpraktika oder Praxissemester vorgesehen. Der Unterschied zum Vorpraktikum: Du absolvierst das Pflichtpraktikum nicht vor, sondern während des Studiums.

Wenn deine Studienordnung kein Pflichtpraktikum vorsieht, du aber trotzdem deinen zukünftigen Beruf kennenlernen möchtest, kannst du während der Semesterferien oder eines Urlaubssemesters ein freiwilliges Praktikum machen.

Betriebspraktika und Sozialpraktika zur Berufsorientierung während der Schulzeit, freiwillige Praktika, z. B. in den Schulferien oder in Form eines Langzeitpraktikums oder Jahrespraktikums nach dem Schulabschluss, Fachpraktika bzw. Berufspraktika während der Ausbildung bzw. im letzten Ausbildungsjahr, Vorpraktikum bzw. Grundpraktikum als Zulassungsvoraussetzung zum Studium, Pflichtpraktika, Praxissemester und freiwillige Praktika während des Studiums - egal an welchem Punkt du dich in deiner schulischen oder beruflichen Laufbahn befindest: Jedes Praktikum ist eine wertvolle Erfahrung, mit der du später in deiner Bewerbung punkten kannst. Ein weiterer Vorteil: Gerade bei Top-Unternehmen, in die man als Absolvent nur schwer hineinkommt, ist ein Praktikum eine gute Möglichkeit, einen Fuß in die Tür zu bekommen. Diese Strategie gilt übrigens auch für Abschlussarbeiten oder Tätigkeiten als Werksstudent. Ich werd euch nie versteh, mit falschen Augen sehen