Regelungen zum Ausbildungsvertrag

Du hast eine Zusage von einem Ausbildungsbetrieb erhalten? Herzlichen Glückwunsch! Dann folgt jetzt der „Papierkram“, denn vor Beginn deiner Ausbildung müssen dein Ausbildungsbetrieb und du noch den Ausbildungsvertrag abschließen. Dieser Vertrag ist eines der wichtigsten Dokumente, bevor du in deine Ausbildung startest. Nach § 10 und 11 des Berufsbildungsgesetzes muss der Vertrag schriftlich geschlossen werden.

Solltest du vor Antritt deiner Ausbildung noch keine 18 Jahre alt sein, ist es notwendig, dass dich ein Erziehungsberechtigter begleitet und ebenfalls unterschreibt. Doch vor der Unterschrift sind noch einige Punkte zu beachten. Wir erklären dir, welche Angaben in deinen Ausbildungsvertrag gehören.

Was wird im Ausbildungsvertrag festgehalten?

Je nach zuständiger Stelle (Handwerks-, Industrie- oder Handelskammer) kann der Ausbildungsvertrag etwas anders aufgebaut sein. Hier findest du ein Beispiel der IHK Ostwestfalen zu Bielefeld. Grundsätzlich enthält ein Ausbildungsvertrag folgende Angaben:

  • Name und Anschrift der Vertragspartner,
  • Berufsbezeichnung, Gliederung und Ziel der Berufsausbildung,
  • Beginn und Dauer der Ausbildung,
  • Ausbildungsort,
  • tägliche Arbeitszeit,
  • Probezeit,
  • Höhe der Ausbildungsvergütung,
  • Urlaub,
  • Kündigungsvoraussetzungen sowie
  • ein allgemeiner Hinweis auf Tarifverträge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen

Was darf nicht im Ausbildungsvertrag stehen?

Auch das kann vorkommen: Der Ausbildungsbetrieb möchte Inhalte im Ausbildungsvertrag verankern, die rechtlich nicht erlaubt sind. Hier einige Beispiele:

  • Du darfst in deinem Ausbildungsvertrag nicht verpflichtet werden, nach deiner Ausbildung im Unternehmen bleiben zu müssen. Ausnahme wäre hier, dass es sich 6 Monate vor dem Ende deiner Ausbildung um deine Übernahme nach der Ausbildung handelt.
  • Auch darf der Ausbildungsvertrag kein Verbot festhalten, deinen erlernten Beruf nach Abschluss der Ausbildung (ganz oder eingeschränkt) auszuüben – also z.B. bei der Konkurrenz.
  • Während der Ausbildung entstehen dem Ausbildungsbetrieb Kosten, das ist klar! Die Kosten der Berufsausbildung dürfen aber nicht an dich weitergegeben werden. Du bist nicht verpflichtet, eine Entschädigung zu zahlen - auch nicht für Kurse, die du auf Verlangen des Ausbildungsbetriebs belegst.
  • Die Zahlung von Vertragsstrafen (z.B. wenn du dein Ausbildungsverhältnis kündigen möchtest) darf ebenfalls kein Bestandteil des Ausbildungsvertrags sein.
  • Beschränkungen, Pauschalen oder gar Ausschlüsse von Schadensersatzansprüchen sind nicht rechtens. Hast du Anspruch auf einen Schadensersatz, entscheidet nicht der Ausbildungsbetrieb über die Höhe.

Die Unterschrift

Damit das Ausbildungsverhältnis rechtmäßig wird, muss der Ausbildungsvertrag von dir und deinem Ausbildungsbetrieb unterschrieben werden. Für den Fall, dass du noch keine 18 Jahre alt bist, müssen auch deine Erziehungsberechtigten den Ausbildungsvertrag unterschreiben. Anschließend erhalten beide Vertragsparteien eine Niederschrift des Ausbildungsvertrags.

Hast du Fragen zu deinem Ausbildungsvertrag?

Lass dir auf jeden Fall Zeit, deinen Ausbildungsvertrag vor dem Unterschreiben genau zu studieren. Bei Fragen wende dich einfach an deinen Ausbildungsbetrieb, auch er möchte, dass keine Fragen zum Ausbildungsvertrag offen bleiben. Freunde oder Bekannte, die bereits im Berufsleben stehen, können dir sicher ebenfalls ein paar Tipps geben und dir bei Fragen weiterhelfen.

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