Schulabschluss nachholen - Vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur

Du kannst deinen Schulabschluss immer nachholen oder einen höheren Schulabschluss anstreben! Vielleicht hast du im letzten Schuljahr aufgrund deiner Noten nicht den Abschluss erreicht, den du dir anfangs vorgenommen hattest, oder dein jetziger reicht nicht für die Ausbildung aus, die du anstrebst? Es kann aber auch sein, dass du nach deiner abgeschlossenen Ausbildung studieren möchtest und dafür einen höheren Schulabschluss benötigst. Du hast die Möglichkeit, deinen Abschluss durch das Wiederholen des Schuljahres zu erreichen oder ihn durch den zweiten Bildungsweg zu erwerben. Wir haben dir im Folgenden alle Abschlüsse aufgelistet, die Voraussetzungen zu diesen erklärt und aufgeführt, wie und wo du diese nachholen kannst.

Es ist nie zu spät um einen Schulabschluss nachzuholen
Es ist nie zu spät um einen Schulabschluss nachzuholen ©janeb13 | Pixabay Public Domain

Hole deinen Hauptschulabschluss nach

Los geht es mit dem Hauptschulabschluss. Bei diesem handelt es sich um den ersten Abschluss, den du während der Schulzeit erreichen kannst. Schlechte Leistungen können dazu führen, dass du keinen Abschluss in der Tasche hast. Du musst aber nicht verzweifeln! Auch nach der „normalen“ Schule bieten dir andere Bildungseinrichtungen Kurse zum Nachholen des Hauptschulabschlusses an.

Wann hast du deinen Hauptschulabschluss?

Deinen Hauptschulabschluss hast du, wenn du die 9. Klasse erfolgreich beendet hast. In den Bundesländern Thüringen, Hessen, Bayern, Bremen, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt gibt es den sogenannten qualifizierenden Hauptschulabschluss. Diesen hast du mit einem Notendurchschnitt von 2,33 oder besser. Anschließend kannst du den Realschulabschluss, auch Mittlere Reife genannt, erreichen. Der erweiterte Hauptschulabschluss gilt in den Bundesländern Berlin, Brandenburg und Bremen zur besonderen Leistungsfeststellung und dient als Voraussetzung für eine weiterführende Schule.

Hier kannst du deinen Hauptschulabschluss nachholen

Über den zweiten Bildungsweg stehen dir zahlreiche Möglichkeiten offen, deinen Hauptschulabschluss nachzuholen. Je nach Bundesland variieren die Bildungseinrichtungen, da nicht jede von den unten aufgeführten in jedem Bundesland existieren.

Voraussetzungen: Du darfst nur dann auf dem zweiten Bildungsweg deinen Hauptschulabschluss nachholen, wenn du die Vollzeitschulpflicht erfüllt hast.

Ausbildung: Du hast die Hauptschule ohne Schulabschluss verlassen und es geschafft, eine Ausbildung zu beginnen? Das ist ein großer Vorteil! Denn du besuchst neben der Ausbildung im Betrieb die Berufsschule und kannst nach erfolgreichem Beenden den Hauptschabschluss erreichen.

Berufsvorbereitungsjahr: Die Auswahl des Berufsvorbereitungsjahres ist dann möglich, wenn du nach der Schule keine Ausbildung gefunden hast und Erfahrungen sammeln möchtest. Dein theoretisches Wissen aus der Schule, aber auch die praktischen Fähigkeiten werden aufgebessert.

Berufskolleg: Am Berufskolleg findet der Unterricht in Vollzeit statt und enthält, wie an der weiterführenden Schule auch, Präsenzunterricht. Auch hier kannst du den Hauptschulabschluss nach einem Jahr erreichen.

Abendschule: Wenn du neben der Schule einem Nebenjob nachgehen möchtest, ist die Abendschule die passende für dich. Der Unterricht findet, wie der Name bereits verrät, abends statt. Auch an Wochenenden können Kurse sein. Du musst die Schulpflicht erfüllt haben, um in einem Jahr an der Abendschule deinen Hauptschulabschluss machen zu können.

Volkshochschule (VHS): Diese Schule darfst du ab dem 16. Lebensjahr besuchen. Die Dauer beträgt ca. 1,5 Jahre, da du anders als auf den anderen Schulen viel selbstständiger lernst. Die Volkshochschule bietet Kurse nur zur Unterstützung an. Mit der Wahl einer Volkshochschule musst du hohe Materialkosten auf dich nehmen, da du dir viel Lernmaterial anschaffen musst.

Fernkurs: Für den nachträglichen Erwerb des Hauptschulabschlusses kommen neben staatlichen Bildungseinrichtungen auch private in Frage. Das Absolvieren eines Fernkurses ist auch eine Option. Es gibt eine große Anzahl an Anbietern. Ein großer Vorteil ist, dass eine Fernschule den Lernern höchste Flexibilität bietet. Denn du kannst, weil du zuhause lernst und nicht zur Schule gehen musst, immer noch einen Job ausüben oder sonstigen Aufgaben nachgehen. Die Dauer beträgt auch hier ca. 1,5 Jahre und es kommen Kosten auf dich zu, bei denen dir leider keine Fördermöglichkeiten zustehen.

Hilfe bei der Auswahl: Falls du nicht weißt, bei welcher Bildungseinrichtung du deinen Abschluss nachholen solltest, kannst du die Berufsberatung der Agentur für Arbeit nutzen. Die Mitarbeiter klären dich genaustens auf und empfehlen dir eine der Einrichtungen, passend zu deiner Lebenssituation.

Die Prüfung: Deine Prüfungen finden in den Hauptfächern Deutsch, Englisch, Mathe und einem Nebenfach statt. Sie finden sowohl schriftlich als auch mündlich statt. Je nach Schulform wirst du direkt in der jeweiligen Bildungseinrichtung geprüft oder legst eine Externenprüfung an einer anderen Schule ab.

Deine Möglichkeiten mit einem Hauptschulabschluss

Deinem Einstieg ins Berufsleben steht nun nichts mehr im Weg! Schulabschlüsse sind wichtig, um einen Ausbildungsplatz zu bekommen! Der Hauptschulabschluss stellt die Mindestanforderung in diesem Bereich dar. Wenn du deinen Abschluss nachträglich machst, verbessert er die Chancen deiner beruflichen Zukunft. Du brauchst ihn also unbedingt, um eine Ausbildung beginnen zu können. Es gibt eine Auswahl an Berufen, in denen du eine schulische oder duale Ausbildung mit diesem Abschluss beginnen kannst. Falls du zunächst Erfahrungen sammeln möchtest, ist ein Praktikum genau das richtige für dich. Der Freiwilligendienst kann ebenfalls aufgenommen werden. Den Realschulabschluss, den wir im nächsten Teil vorstellen, kannst du nur mit dem Hauptschulabschluss nachholen.

Überlegst du einen Schritt weiterzugehen?
Überlegst du einen Schritt weiterzugehen? ©TeroVesalainen | Pixabay Public Domain

Den Realschulabschluss nachholen – du hast viele Möglichkeiten

Nach deinem Hauptschulabschluss möchtest du eine Stufe höher gehen und den Realschulabschluss (Mittlere Reife) erreichen, um deine Traumausbildung zu beginnen? Dir steht die Möglichkeit offen, auch diesen Schulabschluss in verschiedenen Bildungseinrichtungen zu erreichen.

Wann hast du den Realschulabschluss erreicht?

Den Realschulabschluss erreichst du, nachdem du die 10. Klasse erfolgreich beendet hast. Überdurchschnittliche Leistungen in der 10. Klasse ermöglichen dir den sogenannten Qualifikationsvermerk, mit dem du dich für die gymnasiale Oberstufe anmelden kannst, um die Fachhochschulreife oder das Abitur zu machen. Der zusätzliche Qualifikationsvermerk wird dann erreicht, wenn du in allen Fächern mindestens befriedigende Leistungen hast. Wenn du dir eine ausreichende Leistung in einem deiner Hauptfächer erlaubst, kannst du diese mit einer guten Leistung in einem anderen Hauptfach ausgleichen.

Hier kannst du den Realschulabschluss nachholen

Voraussetzungen: Um die Mittlere Reife nachzuholen, ist der Hauptschulabschluss erforderlich. Es spielt dabei keine Rolle, ob du diesen auf direktem Wege, also auf deiner alten Schule, oder durch den zweiten Bildungsweg erworben hast. Die Wahl des Bildungsinstitutes hängt von deinem Alter, deinen persönlichen Präferenzen und deiner finanziellen Situation ab.

Dir fällt die Entscheidung schwer? Hier sind alle wichtigen Informationen auf einen Blick.

Die Fächer: Je nach Bildungseinrichtung ändert sich das Angebot der Schulfächer. Für den Realschulabschluss bilden Deutsch, Mathematik und eine Fremdsprache, meist Englisch, immer die Hauptfächer. Außerdem hast du noch weitere Nebenfächer, welche wie bereits erwähnt, durch das Angebot der Schulen variieren.

Berufskolleg: Anders als in der Abendschule, findet der Unterricht an einem Berufskolleg zu gewöhnlichen Schulzeiten an den Wochentagen statt. Auch hier gibt es Klassen und es herrscht Anwesenheitspflicht. Dein Abschluss auf dem Berufskolleg dauert je nach Qualifikationen 12 bis 36 Monate. Du musst mindestens 19 Jahre alt sein und eine abgeschlossene Berufsausbildung vorweisen können oder mindestens 3 Jahre berufstätig gewesen sein. Du hast während der Zeit auf dem Berufskolleg Anrecht auf Schüler-BAföG. Durch intensiven Unterricht, der sich nicht zu sehr von dem deiner alten Schule unterscheidet, kannst du die Mittlere Reife erwerben. Der Besuch des Unterrichts ist kostenlos.

Abendrealschule: Das Nachholen der Mittleren Reife an einer Abendrealschule richtet sich hauptsächlich an diejenigen, die beispielsweise einen Job haben. Der Unterricht erfolgt daher am Abend, sodass Schüler mit einem Job keine Doppelbelastung haben. Wenn du nicht berufstätig sein solltest, kannst du Schüler-BAföG beantragen. Die Kurse beginnen in den frühen Abendstunden. Nach einem Jahr erfolgt die staatliche Prüfung. Wenn du aber vorher gar keinen Schulabschluss vorweisen kannst, dauert es 2 bis 3 Jahre, bis du zur Prüfung zugelassen wirst, da du viele Inhalte noch nachholen musst. Das Mindestalter beträgt im Regelfall 16 Jahre. Des Weiteren musst du bereits deine Schulpflicht erfüllt haben. Die öffentlichen Abendschulen sind kostenlos.

Volkshochschule (VHS): Die Mittlere Reife auf der Volkshochschule (VHS) hast du nach ca. 2 Jahren. Auch hier lernst du selbständig mit Unterlagen und bereitest dich auf eine Externenprüfung vor. Diese Prüfung wird an Abendrealschulen oder Realschulen abgelegt. Präsenzkurse werden nur als Unterstützung angeboten, nicht als intensive Unterrichtskurse. Es gibt also keine richtige schulische Vorbereitung. Nach Bestehen der staatlichen Prüfung hast du deine Mittlere Reife.

Fernschule: Der Abschluss an einer Fernschule kann je nach Lehrgang ein Jahr oder auch länger dauern. Der große Vorteil ist, dass du mit Unterrichtsmaterialien von Zuhause aus lernen kannst. Die Abschlussprüfung wird an einer Realschule oder auch an einer Abendschule stattfinden. Diese Art eignet sich für sehr selbständige Lerner, welche sich alleine auf die Prüfung vorbereiten können. Du musst in der Lage sein, dir alle Inhalte zu erarbeiten. Es gibt Seminare, an denen du teilnehmen kannst, in denen der Unterrichtsstoff besprochen wird. Einen klassischen Unterricht gibt es nicht. Eine Fernschule bringt hohe Kosten mit sich, die du selbst zahlen musst. Die Dauer deiner Schulzeit hängt somit davon ab, wie du dir den Lerninhalt einteilst und aneignest.

Deine Möglichkeiten mit dem Realschulabschluss

Wirst du schulisch weiter anknüpfen oder eine Ausbildung beginnen? Dir stehen mit deinem Abschluss nun mehr Türen offen als mit dem Hauptschulabschluss. Die Mittlere Reife ist eine Zugangsvoraussetzung für viele Ausbildungen. Je nach Betrieb und Beruf ist ein bestimmter Schulabschluss ein Muss. Unser Tipp: Strebe einen höheren Abschluss an, wenn du Schwierigkeiten dabei hast eine Ausbildung zu finden. Wenn du diesen erreichst, verbessern sich deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt und deine Gehaltsaussichten. Falls du aber schulisch weiter machen willst, steht als nächstes die Fachhochschulreife an, es muss nicht immer direkt das Abitur sein.

Wie und wo du die Fachhochschulreife nachholen kannst

Zunächst einmal ist es wichtig, dass du weißt, dass sich die Fachhochschulreife aus einem schulischen und einem praktischen Teil zusammensetzt. Wenn du in beiden Teilen bestimmte Ziele erreichst, erlangst du die Fachhochschulreife.

Schulischer Teil: Hast du das G8-System an deiner Schule? Wenn ja, hast du nach erfolgreichem Beenden der 11. Klasse den schulischen Teil der Fachhochschule erreicht. Bei der G9-Regelung dagegen, welche in Zukunft wieder eingeführt wird, hast du den schulischen Teil nach der 12. Klasse erreicht. Wichtig ist, dass die Halbjahre aufeinander folgen müssen, es darf also keine zwischenzeitliche Pause, zum Beispiel durch eine andere Tätigkeit geben.

Fächer: Es müssen zwei Schulhalbjahre lang die Fächer Deutsch, Mathematik, eine Fremdsprache, ein Fach aus dem gesellschaftlichen und ein weiteres aus dem naturwissenschaftlichen Bereich belegt werden. Je nach Schule und Lehrangebot kannst du, bis auf die Hauptfächer, deine anderen Unterrichtsfächer wählen. Aus weiteren Fächern werden höchstens zwei Schulhalbjahre angerechnet. Mit deinem Zeugnis kannst du die erreichte schulische Fachhochschulreife nachweisen. Um den kompletten Abschluss in der Tasche zu haben, musst du dich an den nächsten Teil heranwagen - den praxisbezogenen Teil.

Praktischer Teil: Um den praktischen Teil der Fachhochschulreife zu erreichen, musst du entweder eine abgeschlossene Berufsausbildung (mindestens zweijährig) oder ein mindestens einjähriges Praktikum absolvieren. Das Praktikum kann nicht aus mehreren bestehen. Dies muss außerdem innerhalb von acht Jahren nach dem Erwerb des schulischen Teils vollzogen werden. Es besteht die Möglichkeit, den schulischen und praktischen Teil gleichzeitig zu erwerben. Wenn du bereits einen solchen praktischen Teil hinter dir hast, kann dieser vielleicht angerechnet werden, so zum Beispiel bei einem Freiwilligen Sozialen Jahr.

Hier kannst du deine Fachhochschulreife nachholen

Wie bei dem Nachholen der anderen Abschlüsse über den zweiten Bildungsweg, gibt es auch bei der Fachhochschulreife verschiedene Möglichkeiten. Wir zeigen dir, wo du diesen Abschluss nachholen kannst, was du dafür erreichen musst und was deine anschließenden Möglichkeiten sind.

Berufskolleg: Auf dieser Schule kann der Abschluss einzeln (zweijährige Dauer) sowie in Verbindung mit einem Berufsabschluss erlangt werden (dreijährige Dauer). Auf dem Berufskolleg sind Schulabsolventen, welche ihren Abschluss in Vollzeit, und Berufstätige, die den Abschluss in Teilzeit nachholen. Die Voraussetzung für das Berufskolleg ist mindestens ein Realschulabschluss (Mittlere Reife). Die Schule bereitete dich auf die staatliche Prüfung vor. Die Auswahl einer Fachrichtung, beispielweise die Fachrichtung Wirtschaft, kann insbesondere auf einem Berufskolleg aufgenommen werden. Wenn du die Fachhochschulreife auf einem Berufskolleg nachholst, hast du unter bestimmten Voraussetzungen auch Anspruch auf Schüler-BAföG.

Abendschule: Die Abendschule strukturiert den Unterricht wie folgt: Am Anfang besuchst du einen Vorkurs, anschließend gibt es eine sogenannte Einführungsphase, worauf die Qualifikationsphase folgt. Dieses Angebot wird meistens auch neben einer beruflichen Tätigkeit gewählt, da wie der Name der Schule schon verrät, die Kurse abends stattfinden. Die Voraussetzung ist, dass man einen Haupt- oder Realschulabschluss hat. Der Abschluss beeinflusst demnach auch die Dauer. Das Mindestalter für die Abendschule beträgt 19 Jahre. Bei dieser Form der Schule handelt es sich um eine staatliche Bildungseinrichtung. Aus diesem Grund fallen keine weiteren Gebühren an, zusätzlich gibt es Fördermöglichkeiten wie Schüler-BAföG.

Volkshochschule (VHS): Der Ablauf an einer Volkshochschule (VHS) ist ähnlich wie auf einer Abendschule in drei Phasen eingeteilt. Der schulische Teil kann an einer Volkshochschule nur durch eine Prüfung erlangt werden. Es werden Prüfungen in den Fächern Deutsch, Mathematik und einer Fremdsprache vollzogen. Auf einer VHS zu lernen bedeutet, dass du im Selbststudium lernst oder in speziellen Vorbereitungslehrgängen. Die Schulzeit (eineinhalb bis zwei Jahre) kann verkürzt werden, wenn besondere Vorkenntnisse in Fächern wie Englisch vorhanden sind. Zugangsvoraussetzungen sind ein Alter von mindestens 19 Jahren und die Zugangsberechtigung zur gymnasialen Oberstufe, kurz gesagt die Mittlere Reife. Der Besuch ist, bis auf das Lernmaterial, an den meisten Volkshochschulen kostenlos.

Fernschule: Dieses Angebot richtet sich eher an erwachsene Lerner, welche bereits einen Beruf ausüben. Die Voraussetzung dafür ist eine abgeschlossene Berufsausbildung und/oder Berufserfahrung. Da diese Gruppe oft schon Vorkenntnisse in bestimmten Bereichen wie zum Beispiel Wirtschaft oder Gesundheit hat, können sie diese als Schwerpunkte wählen. Das Nachholen der Fachhochschulreife über eine Fernschule ist kostenpflichtig. Die Dauer hängt davon ab, ob du mehr oder weniger Zeit in das Lernen investierst.

Deine Möglichkeiten mit der Fachhochschulreife

Nachdem du die Fachhochschulreife erreichst hast, bietet sich die Möglichkeit eine Ausbildung zu machen, bei der dieser Abschluss die Zugangsvoraussetzung ist. Der Erwerb der Fachhochschulreife trägt zu einer großen Erweiterung des Allgemeinwissens bei und stärkt das Selbstbewusstsein sowie die Persönlichkeit. Das Nachholen der Fachhochschulreife stellt Motivation, Willen und Leistungsbereitschaft heraus. Durch einen hohen Schulabschluss sicherst du dir zudem gute Chancen bezüglich deines zukünftigen Gehaltes.

Wenn du ein Studium aufnehmen willst, kannst du dies an deutschen Fachhochschulen und ausgewählten Universitäten machen. Der höchste Abschluss, den du nach der Fachhochschulreife anstreben kannst, ist die allgemeine Hochschulreife (Abitur).

Du stehst kurz vor dem höchsten Schulabschluss
Du stehst kurz vor dem höchsten Schulabschluss ©cocosa007 | Pixabay Public Domain

Das Abitur – hole den höchsten Schulabschluss nach

Bist du mit deinem jetzigen Schulabschluss oder deinen Qualifikationen nicht zufrieden und willst einen höheren Abschluss? Würdest du gerne über den zweiten Bildungsweg das Abitur nachholen, weißt aber nicht genau, welche Möglichkeiten es gibt? Wir zeigen dir, was genau das Abitur ist, welche Voraussetzungen du erfüllen musst, welche Einrichtungen Kurse anbieten und inwieweit dir das Abitur Perspektiven und Vorteile auf dem Weg in deine berufliche Zukunft bietet.

Wann hast du das Abitur?

Wenn du dein Abitur, auch allgemeine Hochschulreife genannt, nachgeholt hast, verfügst du über den höchsten Schulabschluss in Deutschland. Dieser beinhaltet jedoch nur einen schulischen Teil. Hierbei musst du wissen, dass die Qualität und der Inhalt der Abiturprüfungen im Hinblick auf die Bundesländer in den letzten Jahren kaum noch untereinander variiert. Die benötigte Zeit bis zum Abitur kann verkürzt werden, wenn du vorherige Qualifikationen, wie beispielsweise eine abgeschlossene Berufsausbildung, vorweisen kannst. Zusätzlich ist entscheidend, welche Bildungseinrichtung du besuchen möchtest.

Hier kannst du das Abitur nachholen

Eine große Auswahl an Schulen oder Kollegs bietet das Nachholen des Abiturs an. Welche Besonderheiten für dich auftreten können, welche Eigenschaften staatliche sowie private Schulen haben und was damit in Verbindung steht, erläutern wir dir gerne.

Berufskolleg: Da das Abitur in Vollzeit nachgeholt wird, kommt ein Kolleg meist für jüngere Menschen infrage. Der Ablauf erstreckt sich über eine dreijährige Schulzeit, in der du schon nach einem Jahr die Fachhochschulreife erlangst. Nach zwei weiteren Jahren hast du dein Ziel erreicht. Die Voraussetzungen, um das Abitur nachholen zu können, sind für dich mindestens der Realschulabschluss sowie die Vollendung des 19. Lebensjahres. Eine Zugangsberechtigung erlangst du außerdem, wenn du eine berufliche Ausbildung abgeschlossen oder eine nicht weniger als zweijährige berufliche Tätigkeit ausgeübt hast. Berufskollegs gibt es nicht in allen Bundesländern. Sie stehen unter staatlicher Leitung, sodass keine weiteren privaten Kosten für dich anfallen und du sogar Schüler-BAföG beantragen kannst.

Abendschule: Eine sehr verbreitete Alternative ist der Unterricht an einer sogenannten Abendschule. Wie der Name schon erahnen lässt, findet dein Unterricht zumeist abends oder an Wochenenden statt. Trotz der relativ großen Stundenzahl wird selbstständiges Lernen auf dem Weg zum Abitur von dir erwartet, was natürlich durch Tipps der Lehrenden ergänzt werden kann. Außerdem musst du als künftiger Schüler einiges beachten. Mindestvoraussetzung ist die Mittlere Reife. Dir wird außerdem nahegelegt, in mindestens einer zweiten Fremdsprache Grundkenntnisse zu besitzen. Das soll dich jedoch nicht abschrecken, da vor allem in größeren Städten ausreichend Angebote zum Nachholen einer Fremdsprache angeboten werden. Hinsichtlich der Finanzierung ist für dich wieder entscheidend, welche Abendschule infrage kommt. Private Schulen musst du in der Regel selber zahlen, an einem staatlichen Abendgymnasium fallen hingegen lediglich Beschaffungskosten für Lernmaterial an.

Volkshochschule (VHS): Die Volkshochschule, auch VHS genannt, bietet dir neben dem Abitur viele Weiterbildungsmöglichkeiten. Da der Unterricht meist abends und an Wochenenden stattfindet, kann die Vorbereitung parallel zur Berufstätigkeit erfolgen. Je nach Volkshochschule variieren die Zugangsvoraussetzungen sowie die Ausgestaltung des Unterrichts. Die Betreuung gestaltet sich für dich wie eine Mischung aus Fernschule und Abendschule, da der betreute Unterricht durch einen hohen Anteil an Selbststudium ergänzt wird. Volkshochschulen werden ausschließlich staatlich geleitet, sodass bis auf die Lehrmittelbeschaffung keine weiteren privaten Kosten für dich anfallen.

Fernschule: Wenn du das Abitur über den zweiten Bildungsweg nachholen möchtest, ist das Fernabitur über eine Fernschule genau das richtige für dich. Zudem ist es für diejenigen der richtige Weg, die einen Beruf ausüben. Für Berufstätige wird es zeitlich knapp, einen regelmäßigen Unterricht zu besuchen und dem Abi so einen Schritt näher zu kommen. Zugangsvoraussetzung ist mindestens ein erfolgreicher Abschluss an einer Hauptschule. Die eigene Voraussetzung ist jedoch vor allem eines: Selbstständiges Lernen! An einer Fernhochschule steht dir nicht, wie an anderen Schulen, regelmäßig ein Ansprechpartner zur Verfügung. Die Vorbereitung auf die Prüfungen gestaltest du mithilfe von Onlinekursen, an manchen Fernschulen kannst du zudem unregelmäßig an Seminaren teilnehmen. Aufgrund der Arbeit in Eigenregie, kann deine eingeplante Zeit bis zu deinem Abschluss sehr stark variieren. Da Fernhochschulen häufig von privaten Anbietern geleitet werden, entstehen private Kosten, welche je nach Fernschule variieren. Weitere Infos über mögliche finanzielle Unterstützungen kannst du gerne bei der jeweiligen Fernschule einfordern.

Externes Abitur (Nichtschülerprüfung): Das externe Abitur, auch Nichtschülerprüfung genannt, ist eine spezielle Möglichkeit für dich, das Abitur nachzuholen. Es gestaltet sich so, dass du die Prüfungen auf dem Weg zum Abitur an einem regulären Gymnasium ablegst, ohne jedoch den Unterricht besuchen zu müssen. Du bereitest dich per Selbststudium, Fernschule oder Volkshochschule vor und musst wie normale Schüler einen Nachweis der ordnungsgemäßen Vorbereitung ablegen. Dies geschieht per Vorprüfungen, welche dich bei erfolgreichem Abschneiden letztendlich zu den alles entscheidenden Abiturprüfungen zulassen. Auf diesem Weg bietet sich für dich ebenso die Möglichkeit, lediglich die Fachhochschulreife nach einem Jahr zu erlangen. In finanzieller Hinsicht fallen für dich in bestimmten Bundesländern Prüfungs- und Anmeldegebühren an, welche jedoch stark variieren oder sogar ganz aufgehoben sind, wie zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen.

Das Abitur in der Tasche – deine Möglichkeiten mit dem Abi

Du hast dein Abitur geschafft! Mit dem Erwerb des höchsten Schulabschlusses in Deutschland stehen dir diverse neue Möglichkeiten zur Verfügung. Da viele Berufsausbildungen mittlerweile sogar das Abitur verlangen, bist du jetzt auch in diesem Bereich besonders gut vorbereitet und kannst in deiner Traumausbildung so richtig durchstarten. Das Nachholen des Abiturs stellt deine Motivation, den Willen und die Lernbereitschaft für neue Dinge heraus. Diese Eigenschaften kommen bei Unternehmen besonders gut an, denn welcher Chef möchte schon einen unmotivierten Auszubildenden einstellen, der nicht gewillt ist, zielstrebig am zukünftigen Unternehmenserfolg mitzuarbeiten?

Zusätzlich berechtigt dich das Abitur, ein Studium an einer beliebigen deutschen Hochschule aufzunehmen. Eine weitere, sehr beliebte Option ist beispielsweise ein Auslandsjahr in Form eines Work and Travel oder Au-Pairs.