Deine Möglichkeiten im Ausland

Auslandserfahrung oder Ausbildung? Das ist die große Frage nach deinem Schulabschluss. Dabei musst du gar nicht das eine oder das andere wählen. Auch im Ausland gibt es einige Berufsausbildungen. Allerdings gleichen diese nicht immer denen im deutschen System. So werden zum Teil andere Bezeichnungen benutzt und andere Inhalte vermittelt. Aber keine Sorge – das bedeutet nicht, dass ein Abschluss aus dem Ausland in Deutschland nichts wert ist. Im Gegenteil! Bereits seit 2012 gibt es das sogenannte Anerkennungsgesetz und seit 2020 das Fachkräfteeinwanderungsgesetz. Beide Gesetze ermöglichen dir, mit einem Abschluss aus dem Ausland deinen erlernten Beruf auch in Deutschland auszuüben. Dafür musst du lediglich deinen Abschluss anerkennen lassen.

Aber welche Voraussetzungen musst du überhaupt erfüllen, um deinen Traumberuf im Ausland zu erlernen? Und welche Möglichkeiten hast du als Azubi? Alles, was du wissen musst, wenn du deine Ausbildung komplett im Ausland absolvieren möchtest, stellen wir dir in den nächsten Abschnitten vor.

Du willst ins Ausland, bist dir aber unsicher, ob du die komplette Ausbildung dort machen willst? Dann entdecke deine Alternativen.

Mehr zu deinen Alternativen erfahren

Voraussetzungen für eine Ausbildung im Ausland

Jedes Land hat seine eigenen Voraussetzungen, die Mädels und Jungs erfüllen müssen, wenn sie eine Berufsausbildung beginnen möchten. Diese sind hinsichtlich Mindestalter und Schulabschluss nicht immer gleich. Welche Voraussetzungen existieren, siehst du unten in der Tabelle.
Allgemeine Voraussetzungen für eine Lehre im Ausland sind darüber hinaus:

  • Sprachkenntnisse in der Amtssprache (Niveau B1)
  • Finanzielle Absicherung
  • Unterkunft
  • Interesse an anderen Kulturen
  • Offenheit für Neues

Für länderspezifische Voraussetzungen klick dich durch unsere Länderkataloge! Dort findest du mehr Infos!

Wie komme ich an eine Ausbildung im Ausland?

So viele Länder, so viel Auswahl! Aber wie gehst du vor, um an einen Ausbildungsplatz im Ausland zu kommen?

Schritt 1: Wenn du noch minderjährig bist, solltest du zuerst einmal mit deinen Eltern sprechen. Ohne deren Zustimmung ist es dir nämlich nicht möglich, einfach so eine Ausbildung im Ausland zu beginnen. Betone dabei, warum sich das für dich lohnen würde. Gute Argumente dafür findest du weiter unten im Abschnitt „Vorteile und Zukunftschancen“.

Schritt 2: Hast du deine Familie überzeugt, solltest du dich genauer über die verschiedenen Länder informieren. In der Übersicht oben haben wir dir Informationen zu zehn Ländern im Ausland zusammengestellt. Wir beantworten dir alle Fragen: Wie läuft die Ausbildung dort ab, was sind die Voraussetzungen, welche Abschlüsse sind möglich, wie hoch ist die Vergütung und was macht das Land zu etwas Besonderem?

Schritt 3: Du hast dich für ein Land entschieden? Dann fehlt nur noch der passende Ausbildungsberuf! In unserem Berufslexikon findest du alle Infos und freie Ausbildungsplätze. Wir unterstützen und beraten dich bei jedem Schritt der Berufsfindung - mit unserem kostenfreien Berufs-Check findest du beispielsweise heraus, welcher am besten zu dir passt.

Schritt 4: Hast du deinen Traumjob gefunden, fehlt nur noch die Bewerbung, die du direkt über AUBI-plus abschicken kannst! Wichtig: Je nach Land kann es bei den benötigten Bewerbungsunterlagen kleine aber feine Unterschiede geben. In der Regel steht im Lehrstelleninserat, welche Dokumente der Ausbildungsbetrieb von dir haben möchte. Deshalb: Aufmerksam lesen und im Zweifelsfall beim Ansprechpartner nachfragen.

Schritt 5: Ergänzend zum Bewerbungen schreiben kannst du dich in unsere Bewerberdatenbank eintragen. Immer mehr Ausbildungsbetriebe nutzen nämlich die Möglichkeit, in solchen Datenbanken nach geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten zu suchen. Erstelle dafür einfach dein Bewerberprofil. Um die Sicherheit deiner Daten musst du dich nicht sorgen, denn dein Profil ist erst einmal anonymisiert - über die Freigabe entscheidest du selbst.

Für weitere Informationen, wie du an eine Ausbildung im Ausland kommst, lohnt sich sonst auch noch ein Blick auf die länderspezifischen Seiten für Berufsbildung. Außerdem hat jedes Land ein eigenes Arbeitsamt, bei dem du alles über deine beruflichen Optionen erfährst.

Fördermöglichkeiten / Finanzierung

Bei einer Auslandsausbildung gibt es ebenso Fördermöglichkeiten für dich wie mit einer Lehrstelle im Inland. Dazu gehören zum Beispiel folgende:

Berufsausbildungsbeihilfe

Die Berufsausbildungsbeihilfe, kurz BAB, ist eine Förderung, die du bei der Bundesagentur für Arbeit beantragst. Dies geht zum Beispiel, wenn dein Ausbildungsbetrieb zu weit von deinen Eltern entfernt ist. Unter bestimmten Voraussetzungen wird dir diese finanzielle Unterstützung auch im Ausland gewährt. Weitere Infos erhältst du bei deiner Arbeitsagentur.

BAföG

BAföG ist die Abkürzung für Berufsausbildungsförderungsgesetz. Die Förderungen von dieser Seite werden ebenfalls als BAföG bezeichnet. Bist du BAföG-berechtigt, hast du auch im Ausland einen Anspruch auf diese Förderung. Innerhalb der EU sowie in der Schweiz wird eine Ausbildung somit komplett gefördert. Den Antrag für die Unterstützung stellst du bei dem zuständigen Auslandsamt. Diesen solltest du mindestens ein halbes Jahr vor Beginn deines Umzugs stellen, damit du möglichst schnell eine Rückmeldung erhältst und weiter planen kannst. Weitere Informationen findest du auf den Seiten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Vorteile und Zukunftschancen

Selbstständigkeit

Die Ausbildung im Ausland zu machen, bringt viele Vorteile mit sich. Klar, du bist zwar etwas weiter von deiner Familie entfernt und siehst sie vermutlich länger nicht, dafür bist du komplett selbstständig und kannst eigene Entscheidungen treffen. Allerdings kommt damit auch viel Verantwortung auf dich zu, schließlich musst du für dich selbst sorgen. Einkaufen, Wäsche waschen und Putzen sind Aufgaben, die ab sofort von dir erledigt werden müssen.

Sprachkenntnisse

Du kannst dich bis zu einem gewissen Grad in der Landessprache verständigen? Das ist schon einmal gut! Sobald du die Ausbildung beginnst und die Sprache aktiv nutzt, lernst du sie wie von selbst. Du wirst sehen: Bereits nach wenigen Monaten bist du ein echter Profi!

Interkulturelle Kompetenz

Andere Länder, andere Sitten, sagt man. Begibst du dich für eine längere Zeit ins Ausland, lernst du eine andere Kultur erst richtig kennen. Du wirst dich hier mit deinen Vorurteilen und Stereotypen auseinandersetzen müssen und feststellen, ob du eventuell falsch lagst. Die Unterschiede zwischen deinem Heimatland und dem anderen können alle Bereiche des Lebens betreffen, beispielsweise die Einstellung zum Leben, religiöse Ansichten, Arbeitsweisen, Tagesabläufe und vieles mehr. Lässt du dich auf andere Gegebenheiten ein, entwickelst du nicht nur deine interkulturelle Kompetenz, sondern gleichzeitig deine Toleranz und dein Verständnis gegenüber anderen.

Arbeitsmarkt

Sprachkenntnisse, interkulturelle Kompetenz und die Selbstständigkeit, die du erworben hast, sind mittlerweile fast genauso wichtig wie deine beruflichen Fertigkeiten. Mit einer abgeschlossenen Ausbildung bist du auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt. Kommt noch eine Ausbildung im Ausland hinzu, wirst du überall mit Kusshand genommen.

Alternativen zur kompletten Ausbildung im Ausland

Grenzüberschreitende Ausbildung

Zwischen Deutschland und weiteren Ländern der EU gibt es die Möglichkeit der grenzüberschreitenden Ausbildung, bei der du die Berufsschule in einem Land besuchst und deinen Ausbildungsbetrieb im anderen Land hast. Die Kooperationen zwischen Deutschland, Frankreich und Luxemburg erfolgen unter anderem mit den Bundesländern Rheinland-Pfalz und dem Saarland. In der Grenzregion zu Polen arbeitet der Landkreis Märkisch-Oderland mit der polnischen Region Lubuskie zusammen. Im Norden Deutschlands existiert eine enge Kooperation zwischen Schleswig und Sønderjylland. Ähnliche Abkommen wurden auch mit den Niederlanden, Belgien, Tschechien sowie der Schweiz, Österreich und Liechtenstein geschlossen.

Auslandspraktikum während der Ausbildung

Du möchtest nicht die ganze Lehre im Ausland verbringen, sondern nur ein berufsbezogenes Langzeitpraktikum absolvieren? Bis zu 25 Prozent deiner Ausbildungszeit (max. 9 Monate) darfst du im Ausland verbringen. Währenddessen machst du ein Praktikum, die Berufsschule fällt somit aus. Den Stoff musst du deshalb unbedingt in deiner Freizeit nachholen, um den Anschluss nicht zu verlieren! Infos zu dieser Art von Auslandsaufenthalt während der Ausbildung findest du in unserem Portal!

Freiwilligendienst im Ausland

Sicherlich sind dir Begriffe wie „Freiwilliges soziales Jahr“ und „Freiwilliges ökologisches Jahr“ nicht fremd. Auch im Ausland gibt es das! Der internationale Jugendfreiwilligendienst, kurz IJFD, bringt dich in ein Land deiner Wahl. Dort unterstützt du ein Projekt vor Ort, beispielsweise im Bereich Bildung oder dem Bereich Kinder- und Jugendhilfe. Der IJFD dauert zwischen sechs Monaten und anderthalb Jahren. So sammelst du einerseits Auslandserfahrung und engagierst dich gleichzeitig in einem sozialen, kulturellen oder ökologischen Bereich.

Work and Travel

Das Ausland ruft, du möchtest aber gern ein ganzes Land oder gleich den ganzen Kontinent entdecken? Work and Travel ist das optimale Auslandsprogramm für Weltenbummler. Du beantragst ein Visum für die Länder, die du besuchen möchtest, packst einen Rucksack mit den wichtigsten Sachen und los geht’s. Warum Rucksack? Weil du ständig unterwegs bist. Da ist ein Koffer nur im Weg. Bei dem Programm steht nämlich deine „Überlebenskunst“ im Vordergrund. Das bedeutet, du reist von Ort zu Ort und besorgst dir Arbeit im Tausch gegen einen Schlafplatz und eine Mahlzeit für dich. Zeitgleich lernst du die Sprache und Kultur kennen und schaust dir in deiner Freizeit die beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten an.

Au-Pair

Du möchtest ins Ausland? Du magst Kinder und hast schon erste Erfahrungen als Babysitter? Dann mach ein Jahr als Au-Pair! So kannst du das Land entdecken, hast einen festen Aufenthaltsort und wirst auch noch für deine Arbeit vergütet. Es gibt zahlreiche Au-Pair-Agenturen im Internet, die dir einen Auslandsaufenthalt ermöglichen. Diese verlangen in der Regel auch einen Preis für die Teilnahme am Au-Pair-Programm, allerdings bist du dann gegen alle Eventualitäten abgesichert. Wenn du beispielsweise mit deiner Gastfamilie nicht zurechtkommst, kannst du dich an deinen Ansprechpartner von der Agentur wenden und dir wird eine neue Gastfamilie gesucht. Natürlich kannst du deine Reise auch selbst organisieren. Dann bist du jedoch größtenteils auf dich allein gestellt.

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