Nebenjob während der Ausbildung: Rechtliche Aspekte

Informationspflicht:

Sofern dein Ausbildungsvertrag nichts anderes besagt, ist Ausbildung mit Nebenjob in der Regel kein Problem. Allerdings hast du als Azubi eine Informationspflicht und musst deinem Arbeitgeber deine Nebentätigkeit mitteilen. Die Ziele deiner Ausbildung sollten auf jeden Fall nicht gefährdet werden. Bist du bei deinem Nebenjob zum Beispiel einem hohen Verletzungsrisiko ausgesetzt und kannst du als Folge eines Unfalls deine Ausbildung nicht mehr wie vorgesehen ausüben, ist die Nebentätigkeit möglicherweise unzulässig. In diesem Fall hätte dein Arbeitgeber ein berechtigtes Interesse daran, deinen Nebenjob abzulehnen. Zudem kann er ausschließen, dass du einer beruflichen Nebentätigkeit in einem konkurrierenden Unternehmen nachgehst.

Erholungszweck:

Ob du im Urlaub deinem Nebenjob neben der Ausbildung nachgehen kannst, ist eine kniffelige Frage, denn grundsätzlich soll Urlaub natürlich deiner Erholung dienen. Es ist also immer von deiner individuellen Situation abhängig, ob deine Erwerbstätigkeit dem Urlaubszweck widerspricht. Sofern deine Erholung nicht gefährdet ist, solltest du deinem Nebenjob in der Regel auch während deines Urlaubs nachgehen können.

Arbeitszeiten:

Arbeitszeiten und Ruhezeiten sind gesetzlich festgelegt. Minderjährige Auszubildende dürfen am Tag maximal acht Stunden arbeiten, das sind 40 Stunden in der Woche bei fünf Wochentagen. Volljährige dürfen bis zu 48 Wochenstunden arbeiten, an sechs Arbeitstagen pro Woche. Die vorgeschriebene Ruhepflicht beträgt elf Stunden. Diese maximalen Arbeitszeiten dürfen auch mit einem Nebenjob nicht überschritten werden. Wenn du als Minderjähriger nach deinem Arbeitstag noch Zeit hast, kannst du oftmals einen Nebenjob während deiner Ausbildung aufnehmen. Das ist beispielsweise möglich, wenn du einen fünfstündigen Arbeitstag hast und anschließend noch drei Stunden in deinem 450-Euro-Job arbeitest. Als Erwachsener kannst du theoretisch auch am Wochenende arbeiten. Falls du dir nicht sicher bist, ob das zeitlich alles hinhaut, kannst du einen Nebenjob in deiner Ausbildung auch erst einmal austesten, ehe du dich final entscheidest.

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Nebenjob während der Ausbildung: Finanzielle Aspekte

Einen Minijob auf 450-Euro-Basis zu finden ist für dich sicherlich kein Problem. Jedoch gelten einige Regeln, die du als Azubi beachten solltest. Wir stellen dir deine finanziellen Möglichkeiten als Azubi im Folgenden vor.

Versicherungspflicht:

Verdienst du in deinem Nebenjob gelegentlich oder unvorhersehbar – beispielsweise wegen Urlaubsvertretung oder anderen betrieblichen Notfällen – in bis zu drei Monaten jeweils mehr als 450 Euro, bleibt die Tätigkeit ein Minijob. Am Ende darfst du jedoch pro Jahr nicht mehr als 5.400 Euro durch den Nebenjob verdienen. Überschreitest du diese Entgeltgrenze, wird deine Beschäftigung sozialversicherungspflichtig. Das bedeutet, dass Beiträge für die Arbeitslosen-, Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung von deinem Gehalt abgezogen werden. Wichtig: Einkommensteuer bezahlst du erst, wenn du den Grundfreibetrag von aktuell 10.347 Euro überschreitest.

BAföG:

BAföG ist die Abkürzung für das Bundesausbildungsförderungsgesetz. Anspruch auf diese Art von Fördermittel haben nicht nur Studenten während eines Studiums, sondern auch Auszubildende. Allerdings gibt es bestimmte Regelungen, wenn du einem Nebenjob in deiner Ausbildung nachgehst, beispielsweise darfst du in deinem Nebenjob nicht mehr als 450 Euro verdienen. Wenn deinen Nebeneinkünfte während der Ausbildung unter 450 Euro liegen, erhältst du denselben BAföG-Betrag wie ohne Minijob.

BAB:

In der Ausbildung nebenbei zu arbeiten kann sich auf die Höhe der Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) auswirken. Wenn du BAB beziehst, wird nämlich ein Freibetrag von 255 Euro netto auf deinen Minijob angerechnet. Arbeitest du also nur ein paar Stunden nebenbei, lohnt es sich vermutlich gar nicht, eine Nebentätigkeit aufzunehmen.

Kindergeld:

Auszubildende, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und sich in einer Erstausbildung befinden, steht Kindergeld zu. Das sind derzeit 219 Euro pro Monat – ab dem dritten Kind steigt es auf 225 Euro, für das vierte auf 250 Euro. Wohnst du nicht mehr zu Hause bei deinen Eltern, kannst du bei der Familienkasse beantragen, dass das Kindergeld direkt an dich geht.

Den richtigen Nebenjob auswählen

Spaßfaktor:

Such dir einen Minijob neben der Ausbildung, der dir Spaß macht. Natürlich möchtest du in erster Linie Geld verdienen. Überarbeite dich aber nicht in einem Job, in dem dir die Arbeit keinen Spaß macht, du dich nur quälst und ständig auf die Uhr schaust, um zu wissen, wann du Feierabend hast. Es kann sich nämlich schnell negativ auf deine Ausbildung auswirken, wenn du stets gestresst bist.

Vereinbarkeit:

In der Regel nimmt deine Ausbildung viel Zeit in Anspruch. Im Betrieb und in der Berufsschule hast du feste Zeiten, an denen du anwesend sein musst. Vor allem die Berufsschule erfordert während der Ausbildung einiges an Vor- und Nachbereitung. Bedenke also bei der Auswahl eines Nebenjobs, ob du körperlich und organisatorisch jeden Monat beides unter einen Hut bekommst - schließlich erwartet dein Arbeitgeber in deiner Ausbildung 100 Prozent Leistungsbereitschaft von dir. Falls du also schon in deiner Ausbildung einer körperlich schweren Arbeit nachgehst, würden wir dir nicht raten, zusätzlich einen ähnlichen Job auszuüben.

Persönliche Stärken:

Wenn möglich, versuche deine Hobbys mit einem Nebenjob zu verknüpfen. Wenn du gerne auf Menschen zugehst, könntest du Flyer in der Fußgängerzone verteilen oder als Promoter für Veranstaltungen oder Geschäfte arbeiten. Falls das Telefonieren genau dein Ding ist, versuche es doch als Telefonist bzw. Call-Center-Agent an den Wochenenden. Du kannst auch deine Eltern und Freunde um Rat fragen. Sie kennen dich und können dir sicherlich einen passenden Job empfehlen und unterschiedliche Ideen liefern. Wie du siehst, hast du viele Möglichkeiten und kannst individuell auswählen.
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