Deine Chancen ohne Schulabschluss

Vielleicht hattest du keine Lust auf die Schule, eventuell haben dich auch persönliche Probleme aus dem Schulalltag gerissen und dir dein letztes Schuljahr nicht gerade vereinfacht. Am Ende hast du den Abschluss leider nicht geschafft und fragst dich jetzt, ob eine Ausbildung ohne Schulabschluss möglich ist. In den meisten Fällen sind Ausbildungsplätze an bestimmte Voraussetzungen, also schulische Abschlüsse gebunden. Ein Betrieb möchte eben den bestmöglichen Azubi für den ausgeschriebenen Ausbildungsberuf finden. 

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Wenn du keinen Abschluss in der Schule erreicht hast, ist das Thema Ausbildung aber nicht gleich vom Tisch. Wir haben für alle, die den ersten allgemeinbildenden Schulabschluss in Deutschland, den Hauptschulabschluss, nicht geschafft haben eine gute Nachricht. Im Ausbildungsjahr 2017/2018 gab es erstmals mehr freie Ausbildungsplätze als potenzielle Bewerber. Hochgerechnet kamen auf 100 Stellen nur 95 Bewerber. Das heißt nicht, dass es einfach ist eine Ausbildung ohne Abschluss zu bekommen, die Chancen sind lediglich gestiegen. Du darfst dich also nicht auf dem Weg zu deiner Ausbildung entmutigen lassen.


Bereite dich auf die Ausbildung vor 

Die besten Chancen auf eine Ausbildung ohne Abschluss findest du im gewerblichen Bereich. Die Nachfrage nach neuen Azubis im Handwerk ist hoch, das Anforderungsprofil meist niedriger. Das heißt, dass ein Ausbildungsplatz, für den ein Hauptschulabschluss verlangt wird, für dich realistischer ist als eine Ausbildung, für die ein mittlerer Schulabschluss oder das Abitur verlangt wird.

Wenn du deinen Schulabschluss nicht nachholen möchtest, kannst du folgende Maßnahmen treffen, um eine Ausbildung trotz fehlenden Schulabschlusses zu bekommen:

  • Initiativbewerbung: Vielleicht hast du durch ein Praktikum in der Schule bereits einen Einblick in ein Unternehmen bekommen und dort gute Erfahrungen gemacht und konntest mit deinem Wissen glänzen. Nutze die gemachten Eindrücke und schicke dem Unternehmen deine Initiativbewerbung mit dem Verweis, dass du den Betrieb bereits kennst. Im besten Fall erinnert sich der Ausbildungsbetrieb an deine Arbeit und ermöglicht dir den Eintritt in eine Ausbildung.
  • Einstiegsqualifizierung: Die betriebliche Einstiegsqualifizierung ist eine Art Praktikum, das im Zeitraum von 6 bis 12 Monaten absolviert werden kann. Ziel des EQ ist es, dich auf eine Ausbildung vorzubereiten. Der Praktikant bekommt eine Vergütung vom Unternehmen, die von der Agentur für Arbeit bezuschusst werden kann. Im Idealfall kannst du die Zeit des EQs auf die Ausbildungszeit anrechnen lassen.
  • Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB): Wenn du nicht mehr schulpflichtig bist, kannst du dieses Angebot der Agentur für Arbeit nutzen. Während des BvB bekommst du ein Bewerbungstraining, Unterricht und kannst Berufspraktika dazu nutzen, in Betriebe reinzuschnuppern. In der Regel dauert die Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme 10 Monate. Unter bestimmten Voraussetzungen kannst du sogar deinen Hauptschulabschluss während des BvB nachholen oder im besten Fall im Anschluss eine Ausbildung absolvieren.
  • Berufsvorbereitungsjahr (BVJ): Wenn du noch schulpflichtig bist und weder den Schulabschluss noch einen Ausbildungsplatz gefunden hast, kannst du an einer Berufsschule ein BVJ machen. Über Praktika und praktische Phasen lernst du unterschiedliche Berufsfelder kennen und bekommst ein berufliches Grundwissen vermittelt. So kannst du dich beruflich orientieren und auf deine Ausbildung vorbereiten. Das BVJ variiert von Bundesland zu Bundesland, deshalb solltest du dich vorher gründlich informieren.
  • Berufsgrundbildungsjahr (BGJ): Schulpflicht ohne Abschluss beendet? Während eines Berufsgrundbildungsjahres bekommst du an einer berufsbildenden Schule Grundkenntnisse zu einer Auswahl bestimmter Berufsfelder. Du solltest dir deshalb im Klaren sein, welcher Beruf für eine duale Ausbildung für dich in Frage kommen könnte. In manchen Bundesländern reicht sogar ein bestimmter Notendurchschnitt und hast den Hauptschulabschluss nachgeholt.

Keinen Abschluss zu haben bedeutet also nicht gleich, keine Chance auf dem Ausbildungsmarkt. Es gibt jedoch keinen speziellen Ausbildungsberuf, für den kein Schulabschluss vorausgesetzt wird. Nutze deshalb die Chancen, die dir bleiben und versuche so dir den Weg in deine Ausbildung zu ermöglichen. Wir wünschen viel Erfolg!

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