Ausbildung finden - Die betriebliche und schulische Ausbildung auf einen Blick

Eine Ausbildung ist genau das Richtige für alle, die so früh wie möglich Geld verdienen wollen. In Deutschland gibt es 326 anerkannte Ausbildungsberufe, sodass für dich, egal mit welchem Schulabschluss, ein passender Beruf dabei ist.

In der Ausbildung werden dir die beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt, die du zur Ausübung des Berufs als Fachkraft benötigst. Durch den Rahmenlehrplan ist die zeitliche und sachliche Gliederung deiner Ausbildung geregelt, sodass du das Ausbildungsziel in der vorgesehenen Dauer erreichen kannst. Im Gegenzug musst du dich aktiv integrieren, um dir so die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten anzueignen.

Du beendest die Ausbildung mit mehreren Prüfungen (mündlich und schriftlich). In der Regel hast du nach maximal vier Jahren deine Ausbildung beendet, verdienst dein eigenes Geld und bist fit für das Berufsleben.

Betriebliche Ausbildung

Die betriebliche Ausbildung, auch duale Ausbildung genannt, ist die bekannteste Ausbildungsform und findet an zwei Lernorten statt: Im Betrieb und an einer Berufsschule.

Für eine betriebliche Ausbildung können sich sowohl Haupt- und Realschüler als auch Abiturienten und Studienabbrecher bewerben. Vor Beginn deiner Ausbildung schließt du mit deinem zukünftigen Ausbildungsbetrieb einen Ausbildungsvertrag ab. Dieser hält zum Beispiel deine Ausbildungsvergütung, die Urlaubstage, die Arbeitszeit und die Dauer deiner Ausbildung schriftlich fest.

Der Unterricht an der Berufsschule kann entweder regelmäßig ein- bis zweimal in der Woche oder als Block stattfinden. Bei Letzterem besuchst du die Berufsschule mehrere Wochen und legst in dieser Zeit auch Prüfungen ab. In dieser Theoriephase werden dir sowohl fachliche als auch allgemeinbildende Kompetenzen auf der Grundlage eines Rahmenlehrplans vermittelt.

Die Praxisphase findet in deinem Ausbildungsbetrieb statt. Je nach Größe deines Betriebes durchlaufen Auszubildende verschiedene Stationen oder Abteilungen und du bekommst Einblicke in mehrere Aufgabenbereiche. Dadurch erhältst du einen umfassenden Einblick in deinen Ausbildungsbetrieb und kannst bei deinen zukünftigen Aufgaben von den gewonnenen Kenntnissen profitieren.

Dauer und Gehalt in der betrieblichen Ausbildung

Die Dauer deiner betrieblichen Ausbildung hängt insbesondere von deinem Ausbildungsberuf, deiner beruflichen Vorbildung und deinem Schulabschluss ab. Die Ausbildungszeit kann zwischen zwei und vier Jahren betragen, wobei Azubis mit einer Fachhochschulreife oder dem Abitur die Ausbildung um bis zu ein Jahr verkürzen können. Aber auch durch entsprechend gute Leistungen im Betrieb und in der Berufsschule hast du die Möglichkeit, deine Abschlussprüfung früher zu absolvieren.

Auch die Vergütung hängt davon ab, für welchen Ausbildungsberuf du dich entscheidest. Die Spanne des Gehaltes liegt zwischen 290 und 1.050 Euro im ersten Ausbildungsjahr und wird mit jedem Jahr erhöht. Falls du mehr über dein Gehalt während deiner Ausbildung wissen möchtest, kannst du dich in unserer Übersicht über die Ausbildungsvergütung informieren.

Die Prüfung bei der dualen Ausbildung

Die Ausbildung endet mit einer Abschluss- oder Gesellenprüfung, die sich aus einer schriftlichen und praktischen bzw. mündlichen Prüfung zusammensetzt. In der Abschluss- oder Gesellenprüfung hat ein Prüfungsausschuss die Aufgabe, die schriftlichen Prüfungen zu kontrollieren und zu bewerten, das Fachgespräch zu führen und die praktischen Prüfungsteile zu beaufsichtigen.

Nach der erfolgreichen Prüfung erhältst du insgesamt drei Prüfungszeugnisse:

  • Das Kammerzeugnis beinhaltet die Noten aus deiner Abschluss- oder Gesellenprüfung.
  • Das zweite Zeugnis wird von deiner Berufsschule ausgestellt.
  • Das dritte Zeugnis (= betriebliches Zeugnis) erhältst du von deinem Ausbildungsbetrieb. Das betriebliche Zeugnis enthält Angaben über Art, Dauer und Ziel der Berufsausbildung sowie über die erworbenen beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten. Darüber hinaus haben Auszubildende einen Anspruch auf ein qualifiziertes Zeugnis, in dem dein Ausbildungsbetrieb zusätzlich Angaben über dein Verhalten und deine Leistungen aufführt.

Andere Länder, andere Ausbildungen

Wie sieht es mit der Ausbildung im Ausland aus? Im Studium ist ein Auslandsaufenthalt oft problemlos an einer anderen Universität möglich, sodass die Studierenden neben dem Studium das Land, die Stadt und die Kultur erkunden können.

Einen Teil der Ausbildung im Ausland zu absolvieren kann durch den Europass erleichtert werden. Verschiedene Dokumente sollen es dir vereinfachen, deine Kompetenzen und erreichten Qualifikationen für andere Länder vergleichbar darzustellen.

Folgende Rahmenlinien solltest du für einen Auslandsaufenthalt während der Ausbildung beachten:

  • Du kannst max. ein Viertel deiner Ausbildungszeit im Ausland verbringen.
  • Der Punkt „Auslandsaufenthalt“ muss als Ausbildungsmaßnahme im Ausbildungsvertrag verankert werden.
  • Du bekommst auch während deines Auslandsaufenthalts deine Vergütung gezahlt.
  • Für die Reisekosten - zum Beispiel die Reise ins Ausland und die Unterkunft während deines Aufenthalts - musst du selber aufkommen. Allerdings kannst du Hilfe bei der Finanzierung beantragen, z. B. bei dem Förderprogramm Erasmus+.
  • Während deines Auslandsaufenthalts kannst du dich von der Berufsschule befreien lassen. Den verpassten Stoff musst du jedoch eigenständig nachholen.
  • Auch die Führung des Berichtsheftes gehört weiterhin zu deinen Aufgaben. Interesse? Dann findest du im Bereich Auslandspraktikum weitere Infos.

Ausbildung in Teilzeit

Individuelle Lebensumstände machen es dir momentan schwer, eine Vollzeitausbildung zu absolvieren? Dann besteht die Möglichkeit, eine Ausbildung in Teilzeit zu absolvieren. Somit ergeben sich ganz neue Wege, einen Ausbildungsabschluss zu erlangen. Hiervon profitieren Menschen, die ihre Ausbildung aufgrund besonderer Lebensumstände unterbrechen mussten oder nach der Schulzeit keine Ausbildung beginnen konnten, zum Beispiel durch eine Elternschaft oder die Pflege von Familienangehörigen.

Sofern diese Kriterien auf dich zutreffen, kannst du dich mit deinem (zukünftigen) Ausbildungsbetrieb zusammensetzen und über eine Reduzierung deiner Wochenarbeitszeit sprechen. Hierfür müsst ihr gemeinsam einen Antrag zur Verringerung der Arbeitszeit an die zuständige Kammer stellen. Folgende Varianten der Teilzeitausbildung lassen sich unterscheiden:

  • Bei einer Arbeitszeit von min. 25 – 30 Wochenstunden, wobei der Berufsschulunterricht bereits berücksichtigt ist, findet die Teilzeitausbildung ohne Verlängerung der Ausbildungszeit statt. Du absolvierst deine Ausbildung also in der regulären Zeit.
  • Bei einer Arbeitszeit von 20 oder weniger Wochenstunden inklusive deines Berufsschulunterrichts verlängert sich deine Ausbildungszeit um bis zu ein Jahr.
  • Achte darauf, dass die Vereinbarung der Teilzeitausbildung in deinem Ausbildungsvertrag festgehalten wird. Im Hinblick auf deine Ausbildungsvergütung ist es den Betrieben freigestellt, ob sie dir das volle Gehalt oder einen Betrag entsprechend der reduzierten Arbeitszeit auszahlen.

Schulische Ausbildung

Neben der betrieblichen Berufsausbildung hast du auch die Möglichkeit eine vollschulische Ausbildung zu absolvieren. Diese kannst du an schulischen Einrichtungen wie Berufsfachschulen, Berufskollegs Fachakademien oder anderen weiterführenden Schulen erlernen. Hier erfolgt die Berufsausbildung im Rahmen von Vollzeitunterricht in Verbindung mit mehreren Praktika. Diese können entweder an bestimmten Tagen pro Woche oder als Block über einen längeren Zeitraum stattfinden. Hier setzt du dein theoretisches Wissen in die Praxis um. Während der Ausbildung zum Erzieher besuchst du zum Beispiel einen Kindergarten oder eine Kindertagesstätte und in einer Ausbildung zum Lebensmitteltechnischen Assistenten verbringst du viel Zeit in Laboren.

Die Auswahl an schulischen Berufsausbildungen ist groß: Eine Ausbildung kannst du zum Beispiel im Gesundheitswesen als Physiotherapeut, im Bereich Technik zum Informationstechnischen Assistenten, im sozialen Bereich als Sozialassistent oder Erzieher, in der Gestaltung zum Gestaltungstechnischen Assistenten oder Medienassistenten und im Bereich Fremdsprachen als Fremdsprachenkorrespondent oder Übersetzer absolvieren.

Außerdem hast du je nach Bundesland die Möglichkeit, während der Ausbildung Zusatzkurse zu belegen und höheren Bildungsabschluss zu erlangen.

Voraussetzungen

Je nach Schule, Bundesland und vor allem dem Beruf, für den du dich entscheidest, gibt es unterschiedliche Voraussetzungen. Oft wird der Realschulabschluss bzw. die mittlere Reife vorausgesetzt, allerdings gibt es auch zahlreiche Möglichkeiten, die du mit einem Hauptschulabschluss machen kannst.

An vielen Berufsfachschulen gibt es ein Mindestalter zwischen 16 und 18 Jahren.

Dauer und Gehalt in der schulischen Ausbildung

Die Dauer deiner schulischen Ausbildung hängt insbesondere von deinem Ausbildungsberuf, deiner beruflichen Vorbildung und deinem Schulabschluss ab. Die Ausbildungszeit beträgt in der Regel zwischen einem und vier Jahren.

Im Gegensatz zu anderen Ausbildungsformen erhältst du während der schulischen Ausbildung bis auf wenige Ausnahmen keine Ausbildungsvergütung. Wenn du dich für die Ausbildung an einer privaten Schule entscheidest, kann es sogar sein, dass du Schulgeld bezahlen musst. Doch keine Panik, es gibt Möglichkeiten, finanzielle Unterstützung zu erhalten.

Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) hilft dir bei Engpässen und unterstützt dich mit finanziellen Mitteln während deiner Ausbildung. Prüfe deshalb im Vorfeld, ob du einen BAföG-Anspruch hast und wie hoch der Förderungsbetrag ist. Der Förderungsbetrag wird monatlich an dich ausgezahlt und wird individuell auf deine Bedürfnisse angepasst. Neben dem BAföG gibt es aber auch noch andere Unterstützung. Diese haben wir in unserem Portal unter Hilfe in der Ausbildung zusammengefasst.

Du musst deinen Traumberuf also nicht gleich an den Nagel hängen!

Die Prüfung bei der schulischen Ausbildung

Die Ausbildung schließt mit einer Abschlussprüfung ab, die sich aus einer schriftlichen und praktischen bzw. mündlichen Prüfung zusammensetzt. Beachte bei deiner Recherche, dass der Berufsabschluss der Schule in Deutschland anerkannt sein sollte.

Das könnte dich auch interessieren: Im Bereich Prüfungsvorbereitung findest du viele Tipps für deine Vorbereitung auf die schriftliche und mündliche Prüfung.

Du hast deinen Ausbildungsplatz bekommen? Herzlichen Glückwunsch! Jetzt musst du zeigen, was du kannst und deinen Betrieb von dir überzeugen. Wenn du das schaffst, stehen die Chancen gut, dass du nach deiner Ausbildung übernommen wirst und das Unternehmen als Fachkraft unterstützen kannst.

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Fertig mit der Ausbildung und bereit für deinen Karrierestart? Du hast verschiedene Möglichkeiten, wie es nach der Ausbildung weitergeht. Zum Beispiel kannst du in deinem gelernten Beruf als Fachkraft tätig werden, dich weiterbilden oder dich sogar selbstständig machen.

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