Übersetzt bedeutet Philosophie soviel wie „Liebe zum Wissen“. Es handelt sich um eine der ältesten Wissenschaften der Menschheitsgeschichte und behandelt die grundlegenden Fragen des Lebens, versucht, die Welt zu verstehen, sowie die menschliche Existenz zu deuten. Ein Teilgebiet der Philosophie ist die Ethik. Studieren kannst du sowohl Bachelor- als auch Masterstudiengänge mit verschiedenen Schwerpunkten.

In der Regel dauert ein Bachelorstudium sechs und ein Masterstudium vier Semester. Bei Philosophie handelt es sich um ein theoretisch ausgelegtes Studium. Gerade deshalb ist es wichtig, während des Studiums Praktika zu absolvieren, um praktische Erfahrungen zu sammeln. Ob das auch im Ausland möglich ist, legt die Hochschule fest.

Voraussetzungen für das Studium der Philosophie

Im Rahmen ihres Lehramtsstudiums hat Jana die beiden Studiengänge Anglistik/Amerikanistik und Philosophie studiert. An ihrem Studienort Münster hatte sie beide Fächer gleichberechtigt – also sozusagen zwei Hauptfächer. „Als ich mich im Voraus über das Philosophiestudium informiert habe, wurde mir direkt mit auf den Weg gegeben: ,Du solltest auf jeden Fall gerne und viel lesen.' Dieser Ratschlag war auf jeden Fall sehr passend. Wenn man eines definitiv in jedem Philosophiestudium lernt, dann ist das, wie man in möglichst kurzer Zeit philosophische Texte liest und auch versteht“, erklärt Jana.

Wer sich für ein Studium der Philosophie interessiert, sollte außerdem gute Englischkenntnisse mitbringen, da die Literatur meist in englischer Sprache verfasst ist. Darüber hinaus verlangen viele Hochschulen Kenntnisse in einer „alten“ Sprache, wie beispielsweise Latein. Diese Kenntnisse können an vielen Hochschulen in Zusatzkursen während des Studiums nachgeholt werden. 

Inhalte des Philosophie-Studiums

„Im Bachelorstudium habe ich die verschiedenen Disziplinen der Philosophie kennengelernt: Ethik und Angewandte Ethik, Erkenntnistheorie, Logik, Sprachphilosophie, Metaphysik, Philosophie der Kunst/Ästhetik, Politische Philosophie/Rechtsphilosophie, Anthropologie sowie Wissenschaftstheorie. Die unterschiedlichen Module bestanden meist aus einer Vorlesung und mindestens einem Seminar“, fährt Jana fort.

Als Student lernst du während des Studiums, Fragen zu stellen und diese durch logisches Denken sowie Argumentieren zu beantworten. Aus abstrakten Themen machst du ein Forschungsgebiet. Zu Beginn hast du verschiedene Methodenkurse, in denen du das wissenschaftliche Arbeiten erlernst, wie das Recherchieren nach Literatur oder das Schreiben einer wissenschaftlichen Arbeit. Weiterhin lernst du, eigene Argumente kreativ zu entwickeln, komplexe Sachverhalte zu präsentieren und dich nicht mit gegebenen Lösungen zufriedenzugeben, sondern weiter nachzufragen.

„Es gibt viele Seminare, in denen man die Teile der Texte, die man noch nicht verstanden hat, gemeinsam erarbeiten kann“, berichtet Jana weiter über ihre Erfahrungen. „Seminare waren meiner Meinung nach die sinnvollste Art und Weise, zu philosophieren. Zum Glück waren die meisten Seminare bei uns recht klein, also höchstens 15 bis 20 Teilnehmer. Je kleiner das Seminar, desto ergiebiger war meistens die Diskussion, weil sich alle mit einbringen konnten.“

„Besonders sinnvoll fand ich es, wenn ich in einem Seminar am Ende des Semesters eine Hausarbeit schreiben musste. Das macht zwar viel Arbeit, aber gibt einem die Chance, an das Seminarthema anzuknüpfen und sich mit einem Thema seiner Wahl näher auseinanderzusetzen. Es geht in der Philosophie ja gerade darum, weiterzudenken und selbst zu denken! Das klappt am besten in der Auseinandersetzung mit Texten, und diese schreibt man wiederum auf. Eine Hausarbeit ist sozusagen immer ein Dialog mit anderen Philosophen oder Philosophinnen“, so Jana.

Besondere Herausforderungen?

„Schwierigkeiten?“ überlegt Jana. „Ich kann mich an keine ernsthaften erinnern. Am Anfang ist natürlich immer alles erst einmal neu und spannend. Man findet die ersten Texte und Theorien, auf die man stößt, unglaublich spannend und gleichzeitig wahnsinnig kompliziert. Aber mit der Zeit wird man besser und versteht Zusammenhänge schneller. Je mehr Zusammenhänge man schon kennt, desto einfacher wird es wieder, neue Texte zu erschließen. Tatsächlich kann ich sagen, dass das Philosophiestudium mit jedem Semester noch mehr Spaß gemacht hat.“

Perspektiven nach dem Studium

Nach deinem Studium bist du fit darin, neue Themenfelder selbstständig zu erarbeiten und Argumente kritisch zu analysieren. Mit diesen Fähigkeiten kannst du in verschiedenen Bereichen eine Anstellung finden:

  • Als Berater in der Wirtschaft
  • Politik
  • Bibliothekswesen
  • Als Lehrer oder Dozent
  • Journalismus
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Kultur- und Bildungseinrichtungen

Janas Empfehlung für Studieninteressierte

„Ein Philosophiestudium passt zu dir, wenn du gerne mit anderen Menschen über das Leben diskutierst und dich mit kniffeligen Aufgaben auseinandersetzt“, empfiehlt sie. Sei darauf vorbereitet, dass du an deine Grenzen kommst – nicht nur, was den Konsum von Buchstaben angeht, sondern auch an und vor allem über die Grenzen deines Denkhorizonts hinaus. Du wirst unheimlich viel über dich selbst erfahren, denn die Philosophinnen und Philosophen, die du kennenlernst, geben dir immer wieder Inspirationen und Denkanstöße. Durch das gemeinsame Philosophieren mit anderen Studierenden ist es ganz leicht, neue Leute kennenzulernen. Nimm unbedingt auch die vielen Angebote neben der Uni wahr – zum Beispiel zusätzliche Diskussionskreise zu bestimmten Themen, Philo-Filmabende oder was deine Uni sonst noch so zu bieten hat!“

Studiengänge mit Philosophie

Du möchtest mehr über die verschiedenen Studiengänge der Philosophie erfahren? Dann informier dich in unserer Suchmaschine über die vielen Möglichkeiten, die dir offenstehen!

Quellen:

  1. Universität Innsbruck (abgerufen am 09.11.2017)
  2. UNIcheck (abgerufen am 09.11.2017)

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