Nach der Ausbildung:
10 Möglichkeiten für deinen nächsten Schritt
Du hast deine Ausbildung abgeschlossen oder stehst kurz vor dem Abschluss? Jetzt fragst du dich, wie es für dich nach der Ausbildung weitergeht? Hier bekommst du einen Überblick, welche Möglichkeiten du nach der Ausbildung hast.
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Was kann man nach der Ausbildung machen?
Nach der Ausbildung eröffnen sich dir viele neue Wege. Du kannst…
- übernommen werden und als Fachkraft in deinem Ausbildungsbetrieb bleiben
- wechseln und in einem anderen Unternehmen als Fachkraft starten
- eine zweite Ausbildung machen
- eine Aufstiegsfortbildung absolvieren
- Ausbilderin bzw. Ausbilder werden
- nach der Ausbildung studieren
- einen höheren Schulabschluss erlangen
- dich weiterbilden und spezialisieren
- eine Auszeit nehmen und ein Zwischenjahr machen
- dich selbstständig machen
Übernahme oder Wechsel nach der Ausbildung
Nach deinem erfolgreichen Ausbildungsabschluss kannst du direkt als Fachkraft in den Beruf starten und Geld verdienen. Laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) lag die Übernahmequote von Auszubildenden 2024 bei 79 Prozent (Quelle: IAB-Betriebspanel 2024). Deine Chancen stehen also sehr gut, von deinem Ausbildungsbetrieb übernommen zu werden!
Natürlich kann es aus verschiedenen Gründen auch sein, dass die Übernahme nicht klappt. Oder du hast selbst den Wunsch, zu einem anderen Unternehmen zu wechseln, um etwas Neues kennenzulernen.
Als Fachkraft arbeiten: 3 Tipps für deinen Direkteinstieg nach der Ausbildung
Zweite Ausbildung machen
Du möchtest dich nach deiner Ausbildung neu orientieren oder eine zusätzliche Qualifikation erlangen? Das geht vielen so. Die Gründe für eine Zweitausbildung sind dabei ganz unterschiedlich. Es kann zum Beispiel sein, dass der Erstberuf nicht mehr zu dir passt. Oder du möchtest auf deinem Erstberuf aufbauen und dich mit einer zweiten Ausbildung weiter qualifizieren.
Nach der Ausbildung eine zweite Ausbildung machen: 3 Tipps
Besonderheit: Stufenausbildung
Bei vielen 2-jährigen Ausbildungen gibt es eine Anschlussausbildung, bei der die erste Ausbildungszeit komplett angerechnet wird. Daher dauert die Zweitausbildung nur 1 Jahr.
Beispiele:
Aufstiegsfortbildung nach der Ausbildung
Eine Aufstiegsfortbildung ist ein wichtiger Karriereschritt: Du erlangst eine höhere berufliche Qualifikation, mit der
du
Tipp: Wenn du eine Weiterbildung wie Meister, Techniker oder Fachwirt machst, hast du gute Chancen, Aufstiegs-BAföG (früher Meister-BAföG) zu erhalten.
Meister und Co.: Nach der Ausbildung eine Aufstiegsfortbildung machen
Ausbilder werden
Du möchtest nach der Ausbildung selbst Ausbilderin bzw. Ausbilder werden und Azubis betreuen und ausbilden? Das ist super, denn Ausbilderinnen und Ausbilder sind in vielen Branchen gefragt und übernehmen eine wichtige Rolle im Unternehmen!
Das brauchst du dafür:
- Berufliche Eignung: Eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine vergleichbare Qualifikation. Ausreichende Berufserfahrung kann je nach Branche ebenfalls wichtig sein.
- Ausbildereignungsprüfung: Die sogenannte Ausbildereignungsprüfung nach der Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO), oft auch „AdA-Schein“ genannt.
- Beschäftigung in einem Ausbildungsbetrieb: Du musst in einem Betrieb arbeiten, der ausbilden darf und die Voraussetzungen für die Ausbildung erfüllt.
Ausbilder werden
Als Ausbilderin bzw. Ausbilder übernimmst du eine wichtige Rolle im Unternehmen. Hier erfährst du mehr über Voraussetzungen, Ablauf und Inhalte der „Ausbildung der Ausbilder“.
Studium nach der Ausbildung
Du möchtest nach deiner Ausbildung noch ein Studium absolvieren? Auch das ist sehr gut möglich! Je nachdem, welchen Schulabschluss und welche Ausbildung du hast, gibt es mehrere Wege.
- Mit der allgemeinen Hochschulreife kannst du dich an einer Uni einschreiben.
- Mit Fachabitur kannst du dich an Fachhochschulen einschreiben.
- Studieren ohne Abitur: Auch ohne Abi oder Fachabi ist ein Studium möglich, denn mit einer abgeschlossenen Ausbildung und meist 2 bis 3 Jahren Berufserfahrung erhältst du oft die fachgebundene Hochschulreife und darfst ein Fach studieren, das zu deiner Ausbildung passt.
- Auch als Meister (Handwerk oder Industrie), staatlich geprüfter Techniker oder Fachwirt / Betriebswirt (IHK/HWK) hast du einen Hochschulzugang.
- Unter bestimmten Voraussetzungen kannst du dich als Bachelor Professionell sogar für ein Masterstudium einschreiben - ohne vorheriges Bachelorstudium.
Welches Modell für dich passend ist, wenn du nach der Ausbildung studieren möchtest, hängt von deiner persönlichen Situation ab. Du kannst in Vollzeit studieren, ein duales Studium wählen oder berufsbegleitend per Fernstudium oder Abendschule studieren. Viele Studentinnen und Studenten, die diesen Weg wählen, arbeiten während der Zeit ihres Studiums Teilzeit, um weiterhin Geld zu verdienen.
Tipp: Wenn dein Studium in die gleiche Richtung wie deine vorherige Ausbildung geht, kannst du dir in der Regel ein bis drei Module anrechnen lassen. Ein gutes Beispiel hierfür ist ein BWL-Studium nach einer kaufmännischen Ausbildung.
Nach der Ausbildung studieren: Studienplatz finden
Einen höheren Schulabschluss machen
Du würdest nach der Ausbildung gerne noch weitermachen? Für den Weg, den du einschlagen möchtest, fehlt dir jedoch der passende Schulabschluss? Kein Problem: Einen höheren Schulabschluss kannst du in der Regel nachholen, z. B. an einer Berufsoberschule, Fachoberschule, Abendschule/Abendgymnasium oder Kolleg. Man sagt dazu auch „zweiter Bildungsweg“.
Je nach Modell besuchst du die Schule dabei in Vollzeit oder nebenberuflich. An Abendschulen findet der Unterricht beispielsweise abends oder am Wochenende statt, sodass du tagsüber ganz normal arbeiten kannst. An Fernschulen lernst du flexibel von zu Hause aus.
Höheren Schulabschluss machen
Nach einer Ausbildung hast du mehrere Wege, einen höheren Schulabschluss zu erlangen. Gut zu wissen: Deine Ausbildung zählt oft als Zugangsvoraussetzung und/oder deine Berufserfahrung wird angerechnet.
Weiterbildung und Spezialisierung
Nach deiner abgeschlossenen Ausbildung hast du die Möglichkeit, dich durch Spezialisierungen fachlich weiterzuentwickeln. Dabei kannst du deine Kenntnisse in bestimmten Bereichen gezielt vertiefen und dich als Experte in deinem Berufsfeld qualifizieren. Je nach Branche gibt es unterschiedliche Angebote.
| Berufsgruppe | Spezialisierungen / Zertifikate | Deine Vorteile |
|---|---|---|
| IT / Informatik | IT-Zertifikate, Software-Zertifikate | Vertiefung technischer Kenntnisse, bessere Chancen auf spezialisierte IT-Jobs und höhere Gehälter |
| Kaufmännisch / Büro | Kurse in Buchhaltung, Personalwesen, Controlling | Erweiterung betriebswirtschaftlicher Kenntnisse, Aufstiegsmöglichkeiten in Verwaltung und Management |
| Gesundheit / Pflege | Intensivpflege, Praxisanleitung, Wundmanagement | Spezialisierung im Pflegebereich, mehr Verantwortung und bessere Verdienstmöglichkeiten |
| Logistik | Gefahrgutbeauftragte/r | Qualifikation für den sicheren Umgang und Transport gefährlicher Güter, bessere Einsatz- und Karrierechancen |
Diese Weiterbildungen sind meist berufsbegleitend möglich. Dadurch bleibst du im Job aktiv und kannst gleichzeitig deine Chancen auf anspruchsvollere Aufgaben, mehr Verantwortung und ein höheres Gehalt verbessern.
Auszeit oder Auslandsjahr
Nach dem Schulabschluss bist du direkt in die Ausbildung gestartet, während andere ein Zwischenjahr gemacht haben. Das möchtest du auch? Nach deinem Ausbildungsabschluss ist jetzt ein guter Zeitpunkt, dir diesen Wunsch zu erfüllen. Wenn du bei deinem Schulabschluss noch unter 18 Jahre alt warst, hast du jetzt sogar mehr Auswahl, denn einige Programme setzen voraus, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer volljährig sind.
Nach der Ausbildung eine Auszeit nehmen: 3 Ideen für dein Zwischenjahr
Dich selbstständig machen
Nach der Ausbildung kannst du dich grundsätzlich selbstständig machen, wenn du über genug Fachwissen, praktische Erfahrung und eine gute Geschäftsidee verfügst. In vielen Berufen ist das direkt möglich, in einigen Berufsgruppen brauchst du eine bestimmte Qualifikation, wie beispielsweise den Meistertitel bei Bäckern, Friseuren, Dachdeckern, Schornsteinfegern, Malern und Lackierern und weiteren Handwerksberufen. Ob dein Beruf zu den zulassungspflichtigen Handwerken zählt, kannst du in der Anlage A der Handwerksordnung nachlesen.
Der Schritt in die Selbstständigkeit bedeutet, dass du dein eigener Chef bist und selbst für Kunden, Aufträge, Organisation und Finanzen verantwortlich bist. Dafür hast du mehr Freiheiten. Wichtig sind eine gute Vorbereitung, ein klarer Businessplan und ein Überblick über Kosten, Risiken und mögliche Förderungen.
Nach der Ausbildung selbstständig machen
Mit einer guten Geschäftsidee kannst du dich nach deiner Ausbildung selbstständig machen. Hier erfährst du mehr, worauf es bei deiner Existenzgründung ankommt.
Fazit: Deine Karriere nach der Ausbildung
Eine Ausbildung ist der perfekte Grundstein für deine weitere berufliche Zukunft. Nutze die Möglichkeiten, die dir nach der Ausbildung offenstehen, und gestalte deine Zukunft. Eine erfolgreich abgeschlossene Ausbildung ist der Startpunkt für viele spannende Karrierewege!
Du kannst als Fachkraft in deinem Ausbildungsbetrieb durchstarten, den Arbeitgeber wechseln, dich spezialisieren oder mit einer Aufstiegsfortbildung den nächsten Karriereschritt gehen. Auch ein Studium, eine zweite Ausbildung oder der Weg in die Selbstständigkeit können spannende Optionen für deine Karriere nach der Ausbildung sein.
Welche Richtung für dich die richtige ist, hängt vor allem davon ab, welche Ziele du verfolgst und welche Stärken du weiterentwickeln möchtest. Mit Engagement, Praxiserfahrung und der Bereitschaft, Neues zu lernen, kannst du deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern und deine beruflichen Perspektiven erweitern.
Wichtig ist, dass du deine Möglichkeiten kennst und deinen eigenen Weg aktiv gestaltest. Denn Karriere nach der Ausbildung bedeutet nicht nur Aufstieg im klassischen Sinn – sondern vor allem, deine berufliche Zukunft so zu planen, wie sie zu dir passt.