Die Weiterbildung zum Gestalter

Staatlich geprüfte Gestalterinnen und Gestalter sind kreative Fachkräfte für Gestaltung und Design sowie für Planung und Herstellung des Designs von Prototypen, Gebrauchsmustern und Modellen. Sie arbeiten sowohl digital als auch analog. Sie bearbeiten Ihre Aufgaben unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Gesichtspunkte selbständig produkt- und marktbezogen. Die Fähigkeiten der künstlerischen, modischen, kreativen Gestaltung und der handwerklich, technischen Realisierung bedingen einander und sind in vielfältiger Weise miteinander verbunden. Die gestalterische Berufsbildung deckt also ein großes Aufgabenspektrum ab.

Berufliche Abschlüsse und Fachrichtungen der Gestalter-Weiterbildung

Die Aufgaben eines Gestalters werden grob in drei unterschiedliche Tätigkeitsbereiche aufgeteilt. Dazu zählen:

  • Materialgestaltung
  • Raumgestaltung
  • Werbegestaltung

Je nach Tätigkeitsbereich steht das Entwerfen, Gestalten oder die werktechnische Realisierung im Vordergrund. Im Bereich Raumgestaltung entwerfen, planen und gestalten staatlich geprüfte Gestalter das Design von Inneneinrichtungen für Wohnungen, Läden oder Büros. In der Werbegestaltung und im Grafikdesign befassen sich Gestalter mit dem Erscheinungsbild und der Funktion unterschiedlichster Werbemittel, auch Digital. Sie planen und gestalten das Design von Dekorationen für Messe- und Ausstellungsstände, Schaufenster und Verkaufsräume sowie grafische Werbemittel wie Plakate oder Schrifttafeln. Der Bereich Materialgestaltung legt das Augenmerk besonders auf die Gestaltung von Möbeln oder Dekorationsgegenständen mit besonderem Design.

Prüfung und Ablauf

Die staatlich anerkannte Abschlussprüfung besteht aus einem schriftlichen sowie aus einem mündlichen Teil. Außerdem steht in vielen Fachrichtungen eine praktische Prüfung auf der Prüfungsordnung.

Schriftliche Prüfung

Die schriftliche Prüfung umfasst jeweils, unabhängig von Fachrichtung und jeweiligem Schwerpunkt, vier fachgerechte Prüfungsfächer.

Mündliche Prüfung

Die mündliche Prüfung bezieht sich meist auf alle Unterrichtsfächer.

Praktische Prüfung

Sie richtet sich nach den Anforderungen der jeweiligen Fachrichtung, also handelt es sich bei der Prüfung um eine Bearbeitung aus der Material-, Raum- oder Werbegestaltung.

Beliebte Berufsbilder mit einer Weiterbildung zum Gestalter

Eine Vielzahl an Berufen ermöglichen dir die Chance, eine Weiterbildung zum Gestalter zu absolvieren. Wahrscheinlich sind sogar welche dabei, von denen du bisher nicht wusstest, dass man sich mit einer entsprechenden Fortbildung auf ein gewisses Fachgebiet spezialisieren kann. Besonders beliebte Berufe sind zum Beispiel:

Voraussetzungen für die Weiterbildung zum staatlich geprüften Gestalter

Zulassungsvoraussetzung für die Fortbildung zum Gestalter ist zum einen eine erfolgreich bestandene Abschlussprüfung einer fachnahen Ausbildung/Lehre. Außerdem solltest du über die Erfahrung einer mindestens zweijährigen, fachbezogenen Tätigkeit verfügen.

Dauer der Fortbildung

Viele Schulen und Weiterbildungsinstitute bieten eine Fortbildung zum staatlich geprüften Gestalter sowohl als Vollzeit, als auch als Teilzeitmaßnahme an. Eine Weiterbildung kann zwischen zwei und vier Jahren, also vier bis acht Semester in Anspruch nehmen. In Vollzeit benötigst du zwei bis drei Jahre, und bist wie es der Name schon andeutet, ganztägig in der Weiterbildung eingespannt. Im Rahmen dieser Variante ist es nicht möglich, deinem Beruf wie gewohnt nachzugehen, weshalb vor allem im Hinblick auf die finanzielle Sicherheit viele Fragen aufkommen. Nähere Informationen und Tipps findest du unter dem Punkt Fördermittel.

In Teilzeit hingegen beträgt die Dauer der Weiterbildung ganze vier Jahre. Teilzeit bedeutet, dass die Unterrichtseinheiten unabhängig und parallel zur Berufstätigkeit stattfinden, meist in den Abendstunden an zwei bis drei Wochentagen. Bei dieser Variante hast du finanzielle Sicherheit durch dein normales, geregeltes Einkommen. Abwägen solltest du jedoch, ob du der erhöhten Belastung durch zusätzliche Unterrichtseinheiten nebenberuflich gewachsen bist.

Zukunftsaussichten nach der Weiterbildung

Studium

Nach der erfolgreich bestandenen Abschlussprüfung zum Gestalter hast du sogar die Chance, zusätzlich ein Studium zu absolvieren. Hier eine Auswahl besonders beliebter Studiengänge aus dem Bereich Design/Gestaltung:

Ausbilder werden

Deine Ausbildung und die damit verbundenen Aufgaben haben dir gut gefallen, du hast aber trotzdem zu einzelnen Punkten konkrete Verbesserungsvorschläge für die Zukunft? Dann bietet es sich an, selbst die Initiative zu ergreifen und in deinem Unternehmen eine Ausbildertätigkeit zu übernehmen. Im Zuge der Weiterbildung zum Gestalter kannst du eine Ausbildereignungsprüfung absolvieren, die dich nach erfolgreichem Bestehen zum Ausbilder qualifiziert. Eine Fortbildung zum Ausbilder nimmt je nach Variante zwei Wochen bis drei Monate Vorbereitungszeit in Anspruch. Besonders positiv ist, dass du dir diese finanziell fördern lassen kannst. Falls eine Förderung nicht das richtige für dich ist, kannst du in vielen Fällen eine Bildungsprämie erhalten. Zusätzlich werden von Bund und Ländern verschiedene Bildungs-Fördermittel angeboten.

Ab in die Selbstständigkeit

Die Fortbildung ermöglicht dir neben der Möglichkeit eines Studiums und einer Ausbildertätigkeit den Schritt in die Selbstständigkeit, dir bietet sich also die Chance, dein eigenes Unternehmen zu gründen. Das hört sich im ersten Moment natürlich sehr spannend und verlockend an, du solltest jedoch bedenken, das mit einem eigenen Unternehmen sehr viel Verantwortung und zusätzliche Aufgaben anfallen. Nähere Informationen und wichtige Tipps findest du in unseren Start-up-Tipps!

Kosten

Die für den jeweiligen Lehrgang anfallenden Kosten wie Lehrgangsgebühren, Aufwendungen für Lernmittel oder Prüfungsgebühren variieren stark nach Branche und Art der Institution, an der du die Fortbildung im Bereich Gestaltung absolvieren möchtest.

Fördermittel

Falls du dir Sorgen machst, ob du die Kosten der Weiterbildung sowie die Prüfungsgebühren überhaupt allein stemmen kannst, können wir dich hiermit beruhigen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung bietet im Zuge des neuen Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetzes (AFBG) mittlerweile das sogenannte Aufstiegs-BAföG. Unabhängig von Einkommen und Vermögen werden die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren sowie Materialkosten von Projekten, egal ob als Teilzeit- oder Vollzeitfortbildung, dementsprechend gefördert.

Institutionen für die Weiterbildung zum Gestalter

Eine Vielzahl an Institutionen und Schulen bietet in Deutschland eine Weiterbildung in den verschiedenen Tätigkeitsbereichen des Gestalters an, sowohl als Vollzeit- als auch als Teilzeitweiterbildung. Die Bundesländer verfügen über eine große Anzahl entsprechender Schulen, nahezu alle stehen unter der Schirmherrschaft des BVT (Bundesverband höherer Berufe der Technik, Wirtschaft und Gestaltung e.V.).

Falls du also schon weißt, in welche Richtung deine Weiterbildung gehen soll, kannst du dir auf der Internetseite des BVT weitere Informationen einholen. Auch für Unentschlossene werden hilfreiche Tipps und Rahmenbedingungen angeboten, sodass du dir hinsichtlich deiner Zukunft keine Sorgen machen brauchst.

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