Kaufmännische Weiterbildungen: Betriebswirt

Mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung hast du schon einen guten ersten Schritt in Richtung Karriere gestartet. Doch wer beruflich aufsteigen möchte, muss sich weiterbilden. Insbesondere Aufstiegsweiterbildungen bieten sich hier an, denn damit erhältst du einen zusätzlichen, höheren Abschluss und kannst verantwortungsvolle Positionen bekleiden. Eine der bekanntesten und beliebtesten Aufstiegsweiterbildungen im kaufmännischen Bereich ist die Weiterbildung zum Betriebswirt.

Die Weiterbildung zum Betriebswirt

Aufgrund der großen Bandbreite an Fachrichtungen und Schwerpunkten kommt der Betriebswirt für so ziemlich jeden in Frage, der zuvor eine kaufmännische Ausbildung abgeschlossen hat. Als Betriebswirt besetzt du verantwortungsvolle Positionen und kannst strategisch, koordinierend sowie operativ arbeiten. Dabei stehen dir sämtliche Abteilungen eines Unternehmens offen - natürlich abhängig von deinem gewählten Schwerpunkt. Der Betriebswirt ist zudem der höchste betriebswirtschaftliche Abschluss, den du als Kaufmann ohne den Weg über ein akademisches Studium erreichen kannst.

Abschlüsse und Fachrichtungen der Betriebswirt-Weiterbildung

Betriebswirt ist nicht gleich Betriebswirt! Es gibt zum einen drei verschiedene Abschlüsse, die du machen kannst und zum anderen noch viele mögliche Schwerpunkte bzw. Fachrichtungen innerhalb der Qualifizierungen. Grundlegend gibt es drei unterschiedliche betriebswirtschaftliche Abschlüsse:

  • Staatlich geprüfter Betriebswirt
  • Betriebswirt IHK
  • Technischer Betriebswirt IHK

Du kannst den Abschluss somit über eine staatliche Prüfung als auch über eine IHK-Prüfung erreichen. Welcher der Abschlüsse für dich am passendsten ist, musst du selbst wissen. Alle drei Weiterbildungsabschlüsse sind in Deutschland angesehen und mit einem Hochschulabschluss vergleichbar.

Egal, was für eine Ausbildung als Kaufmann du abgeschlossen hast, ob Industriekaufmann oder Kaufmann für Büromanagement, du kannst dir sicher sein, dass es eine passende Fachrichtung in der Betriebswirt-Weiterbildung geben wird. Die bekanntesten Fachrichtungen sind folgende:

  • Marketing
  • Absatzwirtschaft
  • Logistik
  • Finanzwirtschaft
  • Personalwirtschaft
  • Touristik

Dauer und Varianten der betriebswirtschaftlichen Weiterbildung

Wie lange genau die Weiterbildung zum Betriebswirt dauert, hängt von der Variante und der Fachrichtung ab, für die du dich entscheidest. So ist es möglich, den Abschluss berufsbegleitend in Teilzeit über Präsenz- oder Fernlehrgänge sowie in Vollzeit zu absolvieren. Die berufsbegleitenden Weiterbildungen zum Betriebswirt dauern zwischen einem und drei Jahren, während die Weiterbildung in Vollzeit zwischen drei Monaten und zwei Jahren in Anspruch nimmt. Wie lange du für den Abschluss genau brauchst, hängt auch von der Art der Weiterbildung ab. So dauert der staatlich geprüfte Betriebswirt zwischen zwei und drei Jahren, während der Betriebswirt IHK sowie der technische Betriebswirt IHK zwischen 3 Monaten und zwei Jahren dauert.

Inzwischen gibt es zudem auch viele Abiturientenprogramme, die es im Rahmen eines dualen Studiums ermöglichen, einen Berufs- und Weiterbildungsabschluss in einem zu machen.

Voraussetzungen für den geprüften Betriebswirt

Um für die Weiterbildung in Frage zu kommen, musst du einige Voraussetzungen mitbringen. Diese sehen wie folgt aus:

  • mittlerer Schulabschluss
  • eine erfolgreich abgeschlossene kaufmännische Ausbildung und mindestens 1 Jahr Berufserfahrung
  • oder mindestens 7 Jahre Berufserfahrung
  • oder eine erfolgreich abgeschlossene IHK-Weiterbildung als Fachwirt oder Fachkaufmann bzw. ein vergleichbarer kaufmännischer Fortbildungsabschluss

Es ist somit auch möglich, ohne abgeschlossene kaufmännische Ausbildung Betriebswirt zu werden, wenn ausreichend Berufserfahrung vorhanden ist.

Inhalte der Betriebswirtweiterbildung

Zu den Inhalten der betriebswirtschaftlichen Weiterbildung gehören übergreifende wirtschaftliche und kaufmännische Themen wie:

  • BWL
  • VWL
  • Datenverarbeitung
  • Wirtschaftsmathematik
  • Rechnungswesen
  • Recht
  • Wirtschaftsenglisch

Zusätzlich kommen Inhalte aus dem jeweiligen Schwerpunkt hinzu, beispielsweise Personalwirtschaft, Finanzwirtschaft, Absatzwirtschaft und Marketing oder Außenwirtschaft.

Häufig wird zudem im Rahmen der Weiterbildung auch die Ausbildung der Ausbilder inkl. Ausbildereignungsprüfung absolviert. Mit dem Ausbildereignungsschein wirst du dazu befähigt, junge Menschen in einem Unternehmen auszubilden.

Möglichkeiten nach der Weiterbildung

Hast du den Abschluss als Betriebswirt in der Tasche, kannst du beruflich richtig durchstarten. Als geprüfter Betriebswirt hast du die Möglichkeit, Führungspositionen sowie im Allgemeinen mehr Verantwortung im Unternehmen zu übernehmen. Folgende Aufgaben übernehmen Betriebswirte:

  • organisatorische Rahmenbedingungen im Betrieb gestalten
  • Strategien entwickeln und umsetzen
  • Instrumente der Personalwirtschaft auswählen und einsetzen
  • betriebliche Leistungsprozesse leiten sowie koordinieren

Wenn du die Ausbildereignungsprüfung erfolgreich bestanden hast, kannst du zudem die Ausbildung im Betrieb gestalten und begleiten.

Institutionen für die Weiterbildung zum Betriebswirt

Es gibt eine Reihe von Bildungsanbietern, bei denen du deine Weiterbildung zur Betriebswirtin / zum Betriebswirt absolvieren kannst. Je nachdem, ob du diese in Vollzeit, Teilzeit oder per Fernstudium absolvieren möchtest, stehen dir eine Reihe von möglichen Institutionen offen. So bieten sich Berufsfachschulen wie die Technikerschulen des BVT oder Fernschulen wie beispielsweise die Euro Akademie oder das IST-Studieninstitut an. Schau doch einfach mal in deiner Nähe nach, welche Angebote es für Betriebswirte gibt!

Folgendes könnte dich auch interessieren


„Aus jedem Einzelnen das Beste rausholen“

„Aus jedem Einzelnen das Beste rausholen“

Sina Mußmann ist Ausbildungsleiterin bei KADECO. Sie begleitet die Auszubildenden von der Bewerbung bis zum erfolgreichen Abschluss und treibt die Weiterentwicklung der Ausbildungsqualität aktiv voran. Im Interview mit Heidi Becker spricht sie über die erneute BEST PLACE TO LEARN®-Zertifizierung, die Bedeutung von Feedback und darüber, warum individuelle Unterstützung für sie der Schlüssel zu erfolgreicher Ausbildung ist.

„Ausbildung ist ein beidseitiger Prozess“

„Ausbildung ist ein beidseitiger Prozess“

Die erneute Auszeichnung als BEST PLACE TO LEARN® bestätigt den Weg von DÖRKEN: Ausbildung wird bei DÖRKEN kontinuierlich weiterentwickelt – gemeinsam mit den Auszubildenden. Im Interview mit Heidi Becker aus der AUBI-news-Redaktion sprechen Amelie Ullosat (Ausbildungsleitung & Personalleitung DÖRKEN Services) und Lys Vormann (Personalreferentin Recruiting & Ausbildung) darüber, warum Feedback so wichtig ist, welche Verbesserungen daraus entstanden sind und welche Themen die Ausbildung in den kommenden Jahren prägen werden.

"Nachwuchsförderung ist eine gemeinsame Aufgabe"

"Nachwuchsförderung ist eine gemeinsame Aufgabe"

Nach der erfolgreichen Zertifizierung der Volksbank Bielefeld-Gütersloh in der Vergangenheit wurde jetzt auch die Volksbank in Ostwestfalen mit dem Ausbildungs-Gütesiegel BEST PLACE TO LEARN ausgezeichnet. Im Interview mit Heidi Becker berichtet Florian Richter aus dem HR Talentmanagement, was die Ausbildung bei der Volksbank in Ostwestfalen besonders macht, wie sein Team junge Menschen für die Bankenwelt begeistert und warum erfolgreiche Nachwuchsförderung nur gemeinsam gelingen kann.