Industriekaufmann bei der Arbeit ©pressmaster - Fotolia.com

Ausbildung
Industriekaufmann (m/w)

Bildungsweg
Duale Ausbildung
Empfohlener Schulabschluss
Realschulabschluss / Mittlere Reife
Ausbildungsdauer
3 Jahr(e)
Ausbildung: Kaufmännische Berufe
TenneT: Ausbildung Industriekaufmann/-frau
BIA - Ausbildung zum Industriekaufmann (m/w)
Kaufmännische Ausbildung bei Polipol

Industriekaufleute unterstützen Unternehmensprozesse von der Auftragsanbahnung bis zum Kundenservice. Die Einsatzgebiete sind vielfältig und können im Marketing, Vertrieb, in der Logistik, dem Personalmanagement oder Rechnungswesen liegen.

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Deine Tätigkeiten

In der Einkaufsabteilung laufen die Telefone heiß: Wo bitte bleiben die bestellten Elektromotoren? Der Kollege aus dem Lager ruft an und meldet einen Transportschaden gerade an der Pumpe, die dringend in der Produktion benötigt wird. Ob - wie in diesen Fällen - in der Materialwirtschaft, im Absatz oder der Produktion: "In dem Bereich kenne ich mich nicht aus" gibt's bei dir nicht, denn als Industriekaufmann bist du zugleich Allrounder und Spezialist für die Industrie: Rechnungswesen, Vertrieb, Produktion, Material- und Personalwirtschaft sind die Funktionsbereiche, in denen du eingesetzt werden kannst, also überall da, wo Industriebetriebe kaufmännische Qualifikationen benötigen.

Vertrieb

Gute Kommunikationsfähigkeit und Verkaufstalent sollten für dich keine Fremdwörter sein, denn im Vertrieb führst du Verkaufsgespräche, berätst und betreust deine Kunden und gewinnst Neukunden. Das läuft nicht nur im persönlichen Gespräch, sondern insbesondere telefonisch oder über E-Mail-Kontakt ab. Das ist jedoch nicht der einzige Bereich im Vertrieb. Zusätzlich bist du auch für die Berechnung neuer Preise sowie den Warenversand zuständig und kümmerst dich um Werbemaßnahmen und Marktanalysen, sodass dein Betrieb der Konkurrenz immer ein bisschen voraus ist.

Produktion und Materialwirtschaft

Um dem Kunden das bestmögliche Produkt zu bieten, sorgst du dafür, dass Produktionsprozesse perfekt organisiert und geplant sind. Die Waren müssen zudem regelmäßig kontrolliert und der Bestand ermittelt und aufgefüllt werden, sodass die Produkte immer vorrätig sind und es keine langen Wartezeiten gibt. Dazu gehört auch die Optimierung der Abläufe, sodass Arbeiter, Material und Maschinen perfekt eingeteilt sind. Auch die Lagerung gehört zu deinen Aufgaben als Industriekaufmann. Bevor du die Produkte jedoch lagern kannst, musst du Preise ermitteln und aushandeln sowie die Lieferung kontrollieren, damit du sicher gehen kannst, dass du das richtige Produkt mit der passenden Qualität bestellt hast.

Rechnungswesen und Finanzwirtschaft

Wenn es in einem Unternehmen um Einkauf und Verkauf geht, kommt man um Rechnungen natürlich nicht herum. Im Rechnungswesen bist du dafür zuständig diese zu erstellen und zu kontrollieren, Zahlungen zu erlassen sowie Geschäftsvorgänge zu buchen, genaue Kosten auszurechnen und aufzuschlüsseln. Die Ermittlung des Finanzbedarfs, die Führung von Finanz- und Geschäftsbüchern sowie die Durchführung von Jahresabschlüssen sind dir als Industriekaufmann ebenfalls nicht fremd. Durch regelmäßige Kontrolle und Überarbeitung von Prozessen versuchst du, die Kosten möglichst gering zu halten und zu optimieren.

Personalwirtschaft

In der Personalwirtschaft bist du als Industriekaufmann dafür zuständig, den Personalbedarf zu ermitteln und durch Einsatzpläne einen reibungslosen Arbeitsablauf zu ermöglichen. Zudem führst du Einstellungsgespräche und versuchst, durch gezielte Fragen den perfekten Mitarbeiter zu finden. Zur Einstellung dieses Mitarbeiters gehören außerdem, Arbeitsverträge zu erstellen, im weiteren Verlauf Aus- und Weiterbildungen zu organisieren sowie Personalakten und Personalstatistiken zu führen.

Inhalte der Ausbildung


Schulische Ausbildungsinhalte

In der Ausbildung zum Industriekaufmann bist du sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule. Dort erlernst du vor allem die theoretischen Grundlagen, mit denen du in der Praxis Aufgaben bearbeiten kannst. Wichtige Fächer in der Schule sind zum Bespiel Mathematik und Wirtschaft. Diese bilden das Fundament deiner Karriere, denn Mathe benötigst du zur Berechnung von Kosten oder zur Ermittlung des Finanzbedarfs. In Wirtschaft hingegen erlernst du, wie Verhandlungen am besten geführt werden oder wie man Angebote vergleicht. Auch Geschäftsvorgänge werden dir näher gebracht. Des Weiteren sind Englisch und Deutsch unerlässlich, um eine gute Kommunikation im In- und Ausland, schriftlich oder mündlich zu gewährleisten.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Im Betrieb wird dir gezeigt, wie bestimmte Prozesse ablaufen, alles auf Grundlage der schulischen Theorie. So lernst du als Industriekaufmann im Betrieb zum Beispiel, wie du Kosten und den Bedarf an Produkten oder Dienstleistungen planst und ermittelst, welche Personalbeschaffungsinstrumente wichtig sind, wie du Kunden richtig berätst, Aufträge einholst und bearbeitest und wie der Zahlungsverkehr abgehandelt wird.

Besonderheiten


Die Ausbildung zum Industriekaufmann ist eine duale Ausbildung, die sowohl in der Berufsschule als auch im Ausbildungsbetrieb absolviert wird. Anders als bei anderen Ausbildungen, kannst du dir als angehender Industriekaufmann keine konkrete Fachrichtung oder Schwerpunkt aussuchen. Jedoch wird die Ausbildung in einem bestimmten Bereich vertieft. Mögliche Bereiche sind Vertrieb, Lagerlogistik, Personalmarketing, Produktentwicklung, Projektabrechnung oder Auslandseinsatz. Das vertiefte Einsatzgebiet hängt natürlich von der Branche ab, in der dein Unternehmen tätig ist.

Durch die Möglichkeit des Auslandeinsatzes kannst du außerdem einen Teil der Ausbildung zum Industriekaufmann im Ausland absolvieren. Auch dies hängt von deinem Ausbildungsbetrieb ab. Wenn dieser in mehreren Ländern Standorte hat, stehen deine Chancen jedoch gut, dort einen Teil deiner Ausbildung verbringen zu dürfen. Durch den Auslandsaufenthalt kannst du nicht nur deine Sprachkenntnisse verbessern, sondern lernst auch Arbeitsabläufe an anderen Standorten kennen.



Voraussetzungen


Um erfolgreich in eine Ausbildung als Industriekaufmann starten zu können, solltest du natürlich auch einige Voraussetzungen mitbringen, damit dir die Lehre Spaß macht und dir die Aufgaben liegen. Dazu gehören:

  • Neigung zu Mathematik, Deutsch und Englisch
  • wirtschaftliches Denken
  • sorgfältiges Arbeiten
  • hohe Konzentrationsfähigkeit
  • Kontaktfreude
  • Kommunikationsfreude
  • gutes Ausdrucksvermögen in Wort und Schrift
  • Verhandlungsgeschick
  • Kunden- und Serviceorientierung
  • Durchsetzungsvermögen
  • geistige Flexibilität
  • gutes Gedächtnis
  • Organisationstalent
  • kaufmännisches Talent und Denken

Zwar ist kein Schulabschluss gesetzlich vorgeschrieben, die meisten Betriebe erwarten aber zumindest einen mittleren Bildungsabschluss, also die mittlere Reife oder einen vergleichbaren Abschluss. Am häufigsten werden Bewerber mit Hochschulreife eingestellt.

Du willst wissen, ob dies der richtige Beruf für dich ist? Dann teste dich in unserem Berufstest!

Quellen:
Bei der Recherche für unsere Berufsbilder verwenden wir die Informationen von der Bundesagentur für Arbeit
sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie .

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