Übersicht der Ausbildungsberufe

In den vergangenen vier Jahren ist die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland um fünf Prozent angestiegen. Es gibt derzeit laut statistischem Bundesamt 2,63 Millionen Menschen, die ihren Alltag nicht alleine bestreiten können. Dieser rasante Anstieg ist insbesondere auf die immer älter werdende Gesellschaft zurückzuführen. Daher ist es umso wichtiger, dass sich mehr Jugendliche für eine Ausbildung im Pflegebereich entscheiden.

Viele junge Menschen kommen jedoch mit den körperlich sehr anstrengenden und geistig sehr belastenden Anforderungen nicht zurecht. Deshalb solltest du dir darüber bewusst sein, dass ein Beruf im Pflegebereich oft starke Nerven und eine gute körperliche Fitness verlangt. Wenn dich das nicht abschreckt, hast du gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz!

Helfer- und Assistenzberufe in der Pflege

Häufig wirst du unter den Pflegeberufen sogenannte Helfer- oder Assistenzabwandlungen finden. Diese Berufe ermöglichen dir eine vereinfachte Ausbildung mit weniger Verantwortung und einer kürzeren Lehrzeit. Helfer- und Assistenzberufe in der Pflege werden schulisch ausgebildet. Im Gegensatz zur dualen Ausbildung ist dein Bildungspartner nicht der Ausbildungsbetrieb, sondern die entsprechende Berufsfachschule. Die praktischen Ausbildungsbestandteile absolvierst du in Praktikumsbetrieben.

Als Altenpflegehelfer betreust und versorgst du gebrechliche oder auch gesunde ältere Menschen. Du hilfst ihnen bei der Körperpflege, bei der Bewältigung von normalen Alltagssituationen und organisierst Programme für ihre Freizeitgestaltung. Auch bei Behördengängen und Arztbesuchen unterstützt du sie. Solltest du dich für diesen Beruf entscheiden, dauert deine schulische Ausbildung nur ein Jahr und du arbeitest danach in Altenwohnheimen oder bei ambulanten Pflegediensten.

Auch in der Ausbildung zum Heilerziehungspflegehelfer lernst du lediglich zwischen ein und zwei Jahren und bist danach eine Fachkraft. Im Gegensatz zu den Altenpflegerhelfern hast du es mit der Erziehung und Pflege von Menschen aller Altersklassen zu tun. Deine Patienten leiden an geistigen, körperlichen oder mehrfachen Behinderungen und brauchen deine Unterstützung in alltäglichen Angelegenheiten wie der Körperpflege, der Nahrungsaufnahme und den hauswirtschaftlichen Dingen, die regelmäßig anfallen. Außerdem wirkst du an der Erstellung von Erziehungs- und Förderplänen für die angemessene Freizeitgestaltung mit.

Sofern du dich für eine Ausbildung zur Fachkraft für Pflegeassistenz entscheidest, betreust du hilfebedürftige Menschen aller Art. Im ambulanten Bereich fährst du hierfür zu den Patienten nach Hause und unterstützt sie vor Ort. Du berücksichtigst finanzielle Gesichtspunkte und erledigst die Einkäufe, bereitest Speisen zu und sorgst für Ordnung und Hygiene im Haushalt. Ein wichtiger Aspekt deiner Arbeit ist die Förderung der Eigenständigkeit dieser Personen, indem du sie immer wieder zu Bewegung und Beschäftigung anleitest.

Als Sozialassistent übernimmst du hauswirtschaftliche, sozialpflegerische und vor allem pädagogisch-betreuende Aufgaben. Du kümmerst dich dabei um Menschen aller Altersklassen und Gesundheitszustände. Angefangen bei der Grundpflege kranker Menschen, bis hin zu der Hausaufgabenbetreuung von Kindern: Egal um wen du dich kümmerst, du solltest auf jeden Fall ein guter Gesprächspartner sein, denn auch das Führen von Beratungsgesprächen gehört zu deinen Aufgaben. Während deiner zweijährigen Ausbildung bist du hauptsächlich in der Berufsfachschule, wo du die theoretischen Inhalte vermittelt bekommst. Das praktische Wissen eignest du dir in verschiedenen Praktika an, die du während der Ausbildung absolvieren musst. Nach deiner Lehrzeit bist du in den meisten Fällen in sozialen Einrichtungen beschäftigt.

Reguläre Pflegeberufe

Mit einer regulären Ausbildung in einem Pflegeberuf übernimmst du ein wesentlich größeres Aufgabenfeld und trägst zudem auch wesentlich mehr Verantwortung als in einem Assistenz- oder Helferberuf. Mit ein paar Ausnahmen orientieren sich die regulären Pflegeausbildungen an dem Dualen Ausbildungssystem. In der Regel werden dir alle Ausbildungsinhalte in drei Jahren vermittelt, manche Ausbildungen können jedoch auch in Teilzeit absolviert werden und nehmen dann etwas mehr Zeit in Anspruch. Einige Pflegeberufe werden in Kürze eine grundlegende Änderung erfahren, denn die Berufsbilder Altenpfleger, Gesundheits- und Krankenpfleger und Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger sollen zu einer „generalisitschen Ausbildung“ zusammengefasst werden. Eine Spezialisierung kann dann im Anschluss der Ausbildung erfolgen.

Als Altenpfleger übernimmst du vergleichbare pflegerische und rehabilitierende Aufgaben wie der Altenpflegehelfer. Darüber hinaus nimmst du auch therapeutische und medizinisch-pflegerische Aufgaben war. Diese beiden Kompetenzbereiche benötigen eine spezielle Qualifizierung, die du nur mit einer dreijährigen Ausbildung erhältst. Anschließend bist du befugt, den Patienten ihre ärztlich verordneten Medikamente zu verabreichen, ihre Verbände zu wechseln oder Spülungen von Wunden durchzuführen. Da du in der ambulanten Pflege oft mit Angehörigen zusammen arbeitest, musst du diese auch in den entsprechenden Pflegetechniken schulen können.

Entscheidest du dich für eine Ausbildung zum Heilerziehungspfleger, übernimmst du sowohl grundlegende Aufgaben wie die des Heilerziehungspflegehelfers, als auch zusätzliche Verantwortungsbereiche, wie zum Beispiel das Verabreichen von ärztlich verordneten Medikationen. Zudem ist dein Ziel der Betreuung, die Selbständigkeit der behinderten Menschen soweit zu fördern und zu stärken, dass sie auf lange Sicht in der Lage sind, eine Schule zu besuchen oder einen Beruf auszuüben. Da diese Ausbildung in ihren Einsatzgebieten sehr vielschichtig ist, ist die Schule dein Bildungsträger und du absolvierst eine Reihe von Praktika in unterschiedlichen Pflegeheimen, ambulanten Pflegediensten oder Rehabilitationskliniken.

In dem Beruf als Gesundheits- und Krankenpfleger betreust und pflegst du beispielsweise Patienten in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen. Du beobachtest ihren Gesundheitszustand, um Veränderungen schnellstmöglich festzustellen und assistierst bei ärztlichen Untersuchungen oder operativen Eingriffen. Organisatorische und verwaltende Tätigkeiten wie die Dokumentation des Krankheitsverlaufs und der Pflegemaßnahmen gehören ebenfalls zu deinen Pflichten und sind zudem auch besonders wichtige Aufgabenbereiche.

Pflegeberufe mit Kindern

Als Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger umfasst dein Tätigkeitsfeld grundlegend dieselben Aufgaben wie die des allgemeinen Gesundheits- und Krankenpflegers. Der Unterschied ist die Spezialisierung während der Ausbildung, denn die Betreuung und Pflege ist speziell auf Kinder ausgerichtet. Die Kleinsten brauchen meist besonders viel Aufmerksamkeit und Geduld, welche du ihnen entgegen bringen musst. Von daher solltest du diese Charaktereigenschaften unbedingt mitbringen und besonders kinderlieb sein. Deine Einsatzorte werden vorrangig Kinderstationen, Kinderkliniken und Facharztpraxen für Kinder und Jugendliche sein. Allerdings darf dich auch hier der Papierkram nicht abschrecken, denn die Dokumentation der Daten ist auch hier eine sehr wichtige Aufgabe.

In Zusammenarbeit mit pädagogischen oder pflegerischen Fachkräften kümmerst du dich als Sozialpädagogischer Assistent bzw. Kinderpfleger vorrangig um Säuglinge und Kleinkinder. Du kümmerst dich um altersgerechtes und interessantes Spielmaterial und hilfst den Eltern bei der Körperpflege und der alltäglichen Versorgung des Kindes. Deine Arbeitsorte nach der Ausbildung sind hauptsächlich Kinderkrippen und -heime, Erholungs- und Ferienheime oder private Haushalte mit Kleinkindern. Deine Ausbildungsdauer ist abhängig von der entsprechenden Berufsfachschule, die zudem auch dein Bildungspartner ist und dauert zwischen zwei und drei Jahren.

Pflegeberufe mit Studium

Wenn du in der Pflege arbeiten willst, kannst du das mit jedem Schulabschluss tun. Auch mit Abitur hast du die Möglichkeit, einen Pflegeberuf zu erlernen, ohne dich unter Wert verkaufen zu müssen. Mit dem Studiengang Pflegemanagement oder Pflegewissenschaft erwirbst du nach drei Jahren Regelstudienzeit den Abschluss Bachelor of Arts / Science. Nach dem Studium kannst du ins Gesundheitsmanagement oder ins Personalwesen gehen oder auch eine Lehrtätigkeit an einer berufsbildenden Schule aufnehmen. Für eine Führungsposition solltest du jedoch im Anschluss an das Bachelorstudium einen Masterabschluss machen.

Mit dem Studiengang der Pflegepädagogik übernimmst du im Anschluss daran direkt eine Lehrkörperfunktion und unterrichtest selbst angehende Pflegekräfte in den Fachgebieten „Pflege“ und „Gesundheit“. Deine Einsatzmöglichkeiten sind daher bestimmte Bildungseinrichtungen wie zum Beispiel die entsprechenden Berufsfachschulen für diesen Bereich. Um Führungsverantwortung übernehmen zu können, musst du allerding auch hier einen Masterabschluss oder sogar eine Promotion vorweisen können.

Fachmann Gesundheit EFZ

Fachleute Gesundheit sind für die Pflege und die Unterstützung von Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen zuständig. Sie können in verschiedenen Bereichen wie der Betreuung und Pflege, der Alltagsgestaltung, der Medizinaltechnik und der Administration tätig sein.

Duale Ausbildung

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