Für eine Ausbildung gibt es keine Altersgrenze

Egal, ob du als ErzieherinKaufmann für BüromanagementAltenpfleger oder Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung neu durchstarten möchtest, generell gilt: Der Gesetzgeber hat kein Höchstalter für den Beginn einer Ausbildung festgelegt. Dementsprechend kannst du dich sowohl mit Anfang 20, als auch mit Ende 40 auf einen Ausbildungsplatz bewerben. Und damit bist du nicht allein, denn jährlich beginnen mehr als 1.500 Ü40-jährige eine Ausbildung. Man muss also definitiv nicht jung sein, um eine Lehrstelle zu bekommen.

Allerdings bestätigen Ausnahmen auch hier die Regel: Für eine Ausbildung oder ein duales Studium bei der Polizei liegt die Altersgrenze zwischen 25 und 37 Jahren, je nachdem, in welchem Bundesland du dich bewirbst. Grundsätzlich gibt es für die Übernahme in ein Beamtenverhältnis ein Höchstalter, das je nach Bundesland zwischen 35 und 50 Jahren liegt.

Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz hängen vom Beruf ab

Doch nur, weil es möglich ist, eine Ausbildung mit 30 oder älter zu beginnen, heißt das nicht, dass es eine Garantie auf einen Vertragsabschluss gibt. Wie stehen also die Chancen, eine Lehrstelle zu bekommen? 
Das hängt tatsächlich ganz von der Berufsausbildung ab, für die du dich entschieden hast. Generell herrscht in Deutschland aktuell ein Azubi-Mangel, denn viele junge Menschen entscheiden sich nach der Schule für ein Studium, wodurch viele freie Ausbildungsstellen unbesetzt bleiben. Die Unternehmen freuen sich daher über jede Bewerbung und sind auch bereit, ältere Bewerber einzustellen. Allerdings gilt dies nicht für alle Berufe, denn besonders beliebte Ausbildungsberufe wie die Ausbildung zum Industriekaufmann werden regelrecht von Bewerbungen überschwemmt. Wer also auch mit 30+ noch Chancen auf eine Lehrstelle haben möchte, sollte sich vor allem die Berufe anschauen, die für die Unternehmen schwerer zu besetzen sind und wo es derzeit an Bewerbern mangelt. Welche Berufe das sind, kannst du im Rahmen der Fachkräfteengpassanalyse herausfinden, die genau anzeigt, in welchen Regionen es in welchen Berufsfeldern mangelt.

Übrigens: Wer sich für eine Berufsausbildung entscheidet, in der Bewerber derzeit gesucht werden, findet nicht nur einfacher eine Lehrstelle, sondern kann sich auch über einen zukunftssicheren Job freuen.

Gute Chancen auf eine Berufsausbildung bestehen vor allem in folgenden Branchen und Ausbildungsberufen

  • Gesundheit und Pflege 
  • Soziales
  • Gastronomie
  • Technik
  • Bau
  • Logistik

Insbesondere in den Pflegeberufen stehen die Chancen, einen Ausbildungsplatz auch als älterer Erwachsener zu bekommen gut, denn hier mangelt es in vielen Bereichen. So fehlt es vor allem an Fachkräften aus den klassischen Pflegeberufen Altenpfleger und Gesundheits- und Krankenpfleger. Aber auch Hebammen und Physiotherapeuten sind in Deutschland Mangelware.

Auch in der Technikbranche fehlt es an Fachkräften und viele Lehrstellen bleiben unbesetzt. So fehlt es in vielen Teilen Deutschlands an Fachinformatikern, Mechatronikern oder Anlagenmechanikern für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Dabei gehören viele technische Berufe sogar zu den gut bezahlten Berufsausbildungen. 

Doch auch in sozialen Berufen wie Erzieher, Berufen auf dem Bau wie Tiefbaufacharbeiter oder Logistikberufen wie Berufskraftfahrer stehen die Chancen gut, dass du einen Platz bekommst. 

Finanzielle Unterstützung für ältere Auszubildende

Nach der Berufstätigkeit noch einmal eine neue Ausbildung anzufangen, bedeutet auch, dass du während der Lehrzeit erst einmal wieder weniger verdienen wirst. Wenn dies jedoch deine erste Ausbildung ist, hast du Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe. Auch wenn du dich für eine schulische Ausbildung entschieden hast, bekommst du Unterstützung, denn dann kannst du BAföG beantragen. Die Altersgrenze liegt hier bei 30 Jahren, allerdings ist es unabhängig von Erst- oder Zweitausbildung.

Weiterhin gibt es folgende Möglichkeiten finanziell während der Ausbildung unterstützt zu werden:

  • Wohngeld
  • Bildungskredit
  • Bildungsgutschein

Welche finanzielle Unterstützung für dich möglich ist, kannst du am besten mit einem Berater der Arbeitsagentur besprechen, denn nicht jede Förderung kommt für jeden in Frage.

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