Wie werde ich Erzieher / Erzieherin?

Dein Wunsch, Erzieherin zu werden, kommt sicherlich nicht von ungefähr. Als angehender Erzieher würde man dir die folgenden Eigenschaften Interessen und Voraussetzungen, die für den Beruf wichtig sind, zuschreiben:  

  • Freude am Umgang mit Kindern/Jugendlichen (ggf. mit Behinderung)
  • Kontaktfreude und Kommunikationsfähigkeit (im Umgang mit Kollegen, Eltern, Ämtern, Schulen) 
  • Einfühlungsvermögen 
  • Verantwortungsbewusstsein 
  • Selbstständigkeit 
  • gestalterische und handwerkliche Fähigkeiten 
  • Fantasie und gute Ideen 
  • Interesse an erziehungswissenschaftlicher Theorie  
  • logisch-kausales Denken (bei Beobachtungen) 

Darüber hinaus ist in der Regel ein mittlerer Bildungsabschluss, also die Mittlere Reife oder ein vergleichbarer Abschluss Voraussetzung für eine Ausbildung zum Erzieher.

Bildungsweg

Schulische Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Realschulabschluss / Mittlere Reife

Ausbildungsdauer

3 Jahr(e)

Azubi-Gehalt

Ø 1400 EUR

Was macht ein Erzieher / Erzieherin?

Deine Aufgaben als Erzieherin auf einen Blick

  • Fördern von Kindern, Jugendlichen und Menschen mit Behinderungen 
  • Planung und Organisation des Alltags in Kindergärten, Jugendzentren und betreuten Einrichtungen
  • Betreuung und Unterhaltung von Kindern durch Spiele, Aktivitäten oder Ausflüge
  • Beobachten und Analysieren des Verhaltens, um eine gute Erziehung zu ermöglichen

Deine Aufgaben als Erzieherin im Detail

Du liebst es, dich mit Kindern, Jugendlichen und Menschen mit Behinderung zu beschäftigen, hast immer ein offenes Ohr und kannst dich selbst fürs Spielen, Musizieren und Basteln begeistern? All das macht dich als Erzieherin aus. Neben den spielerischen Tätigkeiten bist du in dem Berufsbild zuständig für die Organisation und Planung von Aktivitäten, für die Beschaffung von Materialien und es ist auch deine Aufgabe, das Verhalten der Kinder oder Jugendlichen zu beobachten und zu dokumentieren, um eine gute Erziehung zu ermöglichen. Hierzu zählen auch Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Behinderung, denn Inklusion - also das Recht eines jeden Menschen auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben - ist in Deutschland festgeschrieben. Das alles machst du natürlich nicht ganz allein, sondern stehst in ständigem Kontakt mit deinem Team, den Eltern und ggf. auch mit dem Jugendamt oder Schulen. Wie du bereits merkst, ist der Beruf sehr vielseitig.


Arbeitsalltag im Kindergarten

Am Morgen

Es ist 7 Uhr. Du hast heute Frühschicht und erwartest die ersten Kinder deiner Gruppe. Ah – da kommt schon Mia an der Hand ihres Papas. Ihre Müdigkeit ist schnell vergangen, als du ihr erzählst, dass ihr euch heute mit Fingerfarbe so richtig schmutzig machen dürft, denn auch das gehört zu dem Beruf der Erzieherin. An deiner Hand ist der Abschied von Papa nur noch halb so schwer und da kommen ja auch schon die nächsten Kinder. Während sie anfangen zu spielen, triffst du dich mit deinen Kollegen und besprichst den Tag. Hast du alle Materialien dabei, die du für die Fingerfarben-Aktion brauchst? Im Stuhlkreis begrüßt du die Kinder und übst mit ihnen einen kleinen Kanon ein. Das klappt ja schon ganz gut. Aber warum möchte Lukas nicht mitmachen? In einer ruhigen Minute setzt du dich mit ihm zusammen und fragst, ob ihn heute irgendwas bedrückt. Deine Kollegen sind mittlerweile mit ein paar Kindern draußen.

Die Pause

Du hast Frühstückspause – aber nicht alleine. Einen Teil deiner Essenspause verbringst du mit den Kindern. "Piep piep piep, wir haben uns alle lieb und wünschen guten Appetit!". Die meisten Kinder können ihr Butterbrot alleine essen, doch weil du auch einzelne Kinder mit Behinderungen in deiner Gruppe hast, hilfst du ihnen selbstverständlich, wenn sie alleine nicht weiterkommen.

Die Mittagszeit

Gerade als du deine Fingerfarben zusammensuchen und die Kinder zusammentrommeln willst, kommt Juliane weinend auf dich zugelaufen, weil Jonas sie geschubst hat. Kein Problem – das ist schnell gelöst! Ruck Zuck haben die beiden sich wieder vertragen und sitzen sogar nebeneinander, während sie ihre Kreativität mit den Fingerfarben zum Ausdruck bringen. Über den Nachmittag verteilt werden die Kinder abgeholt. Du bist natürlich immer dabei, beantwortest Fragen der Eltern und berichtest ihnen von den neuesten Entwicklungen ihrer Schützlinge. Im Anschluss machst du mit deinen Kollegen in den Gruppenräumen wieder Klarschiff und ihr zieht Bilanz über den heutigen Tag.


Arbeitsalltag im Jugendzentrum

Vorbereitung

Noch ist es ruhig und leer, als du die letzten Vorbereitungen triffst. Getränke werden bereitgestellt, Stühle zurechtgerückt und noch schnell eine Teambesprechung bevor die ersten Kinder und Jugendlichen eintrudeln. Am Vormittag hast du bereits einige Telefonate mit Eltern, Schulen und dem Jugendamt getätigt.

Betreuung

Im Laufe des Nachmittags füllt sich der Raum mit Leben. Während deine Kollegen mit den Jugendlichen schon eine Runde Billard spielen, leitest du die Hausaufgabenbetreuung für die Grundschüler in einem separaten Raum. Danach treffen sich alle im großen Raum. Du und dein Team habt nämlich einen Workshop zum Thema „Selbstverteidigung“ vorbereitet. Die  Jugendlichen bekommen von einem eingeladenen Kampfsportler ein paar wichtige Tipps und Tricks. In der Zwischenzeit entzündest du schon mal das Lagerfeuer für das anschließende Stockbrot-Backen.


Arbeit in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung

Egal, in welcher Art von Einrichtung du als Erzieher arbeitest, ob Kindertagesstätte oder Jugendzentrum, die Arbeit mit Kindern- und Jugendlichen mit Behinderung gehört zu deinem Arbeitsalltag dazu. Du hast jedoch auch die Möglichkeit, dich ganz bewusst auf die Arbeit mit Menschen mit Behinderung sowie dessen Erziehung zu konzentrieren und in einer Teil- oder Vollzeiteinrichtung für Menschen mit Behinderung zu arbeiten.

Dort arbeitest du mit Kindern, Jugendlichen und (jungen) Erwachsenen, die beispielsweise an Autismus, Aufmerksamkeits- oder Hyperaktivitätsstörungen, Bindungsstörungen, Esstörungen, Posttraumatischen Belastungsstörungen, Sprachbeeinträchtigungen oder sonstigen emotionalen, sozialen oder auch körperlichen Störungen leiden. Bei der Arbeit mit behinderten Menschen musst du mehr leisten, als dich nur in deren Sichtweise hineinversetzen. Wichtig ist, dass du Toleranz mitbringst und die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen als vollwertige Menschen ansiehst, die lediglich besondere Bedürfnisse haben. Als Erzieher gehst du auf die individuellen Bedürfnisse eines jeden deiner Schützlinge ein, beobachtest unter anderem ihre psychische und körperliche Entwicklung und überlegst dir, wie du jeden einzelnen von ihnen am besten fördern kannst. Du hast stets das Ziel vor Augen, den Menschen durch deine Betreuung und individuelle Förderung eine Lebensperspektive zu eröffnen und ein Teilhaben am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

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Gut zu wissen...
  • Ein vierjähriges Kind stellt im Durchschnitt mehr als 400 Fragen am Tag.
  • Kinder wachsen schneller als Fingernägel.
  • Etwas weniger als 6 % der pädagogischen Fachkräfte in Kindertagesstätten sind männlich.

Inhalte der Ausbildung

Schulische Ausbildungsinhalte

Wichtige schulische Inhalte für den Beruf des Erziehers:

  • Erziehungstheorien
  • Erziehungsmaßnahmen
  • Pädagogik und Sonderpädagogik
  • Sprachförderung

In der Berufsschule oder einer Fachschule bekommst du das ganze notwendige Handwerkszeug vermittelt, das du in deiner Praxis als Erzieher benötigen wirst. Dabei gibt es einen allgemeinbildenden Teil, in dem zum Beispiel die Fächer Deutsch, Politik, Religion/Ethik und eine Fremdsprache unterrichtet werden. Außerdem gehören zur Ausbildung zur Erzieherin folgende berufsbezogene Inhalte: grundlegende Erziehungstheorien und -maßnahmen, das Planen und Durchführen von erzieherischen Angeboten, Kindes- und Jugendentwicklung und Entwicklungsstörungen, Inklusion von Kindern- und Jugendlichen mit Behinderung, Einsatz von Medien in der Pädagogik sowie Sozialpädagogik, Sprachförderung, Bewegung und Musik mit Kindern. 

Praktische Ausbildungsinhalte

In den Praxisphasen (vor allem im letzten Jahr deiner Ausbildung) geht es darum, die gelernten theoretischen Inhalte des Berufsbild Erzieher in der Praxis anzuwenden. Nun bist du als angehende Erzieherin gefragt! Endlich kannst du deine Freude im Umgang mit Kindern ausleben. Du wirst sofort ins Team integriert und kannst in der Regel schon nach kurzer Zeit die gleichen Tätigkeiten ausführen wie deine Kollegen. „Learning by doing“ ist hier die Devise, die dich zum Experten auf deinem Gebiet der Sozialpädagogik macht.

Ablauf der Ausbildung

Die Ausbildung zur Erzieherin ist eine schulische Ausbildung und erfolgt daher an einer Berufsschule, Berufskolleg oder Fachschule. Du wirst aber nicht nur theoretischen Unterricht haben, sondern einen Teil der Zeit als Praktikum in sozialpädagogischen Einrichtungen verbringen, um später beruflich durchstarten zu können. Erst wenn du eine staatliche Abschlussprüfung abgelegt hast, darfst du dich „staatlich anerkannter Erzieher“ nennen. Hierfür ist auch ein einjähriges Berufspraktikum notwendig, was je nach Bundesland und Berufsschule in der Ausbildungszeit enthalten ist oder aber hinzukommt. Es wird auch als "Anerkennungsjahr" bezeichnet. 

Du kannst die Ausbildung zur Erzieherin in Vollzeit oder berufsbegleitend absolvieren. Beachte, dass sich deine Ausbildungszeit dann verlängern kann.

Ebenfalls bieten dir einige Berufsschulen, Fachschulen und Berufskollege an, Zusatzkenntnisse zu erwerben, die dir die Möglichkeit geben den Abschluss als Erzieher mit der

zu erwerben.

Fachrichtungen

Jugend- und Heimerzieher unterstützen Familien bei der Erziehung und betreuen und fördern Kinder in Betreuungseinrichtungen.

Was macht ein Jugend- und Heimerzieher?

Ob in Wohnheimen, Beratungsstellen oder Internaten: Es gibt viele Orte, wo die Jugend zeitweise oder längerfristig ohne ihre Eltern aufwächst. Als Jugend- und Heimerzieher bist du zwar kein „Elternersatz“, übernimmst oder ergänzt aber einige ihrer Aufgaben in der Erziehung und der Förderung.

In der Erziehung unterstützen

Ein Junge hat sich beim Spielen verletzt und muss zum Arzt gebracht werden. Ein anderes Kind hat seinen ersten Liebeskummer und leiht sich dein offenes Ohr: Als Jugend- und Heimerzieher bist du während deiner Arbeitszeit in vielen Themen für die Jugendlichen da. Du förderst sie in Bereichen, die über die normale Schulbildung hinaus gehen, indem du ihnen zeigst wie man kocht, sein Zimmer ordentlich hält oder handwerklich arbeitet. Manchmal arbeitest du mit mehreren Kindern in der Gruppe zusammen, spielst Spiele, bereitest Essen und Trinken zu oder betreust die Jugend bei den Hausaufgaben. In anderen Situationen wiederrum bist du für einzelne Kindern und Jugendlichen da: Du führst einzelne Gespräche mit ihnen, fährst mit ihnen zum Arzt oder begleitest sie zu Behörden, wenn ein neuer Ausweis oder ein Dokument beantragt werden muss. Und auch ein Planungstalent hast du: Deine eigens erstellten Wochenpläne können sich sehen lassen und warten mit gut geplanten Veranstaltungen und Aktionen auf die Jugendlichen. Darüber hinaus bietest du deinen Schützlingen auch an jedem einzelnen Wochentag eine verlässliche Struktur: Du schaust, dass deine Schützlinge ausreichend schlafen und kümmerst dich um die regelmäßigen Essenszeiten.

Arbeit in Heimen

Nicht alle Kinder in Deutschland haben das Glück wohlbehütet in einer Familie groß zu werden. Durch die unterschiedlichsten Ursachen können sie auch in Heimen oder Wohngruppen landen. An diesem Arbeitsplatz arbeitest du natürlich nicht nur unterstützend in der Heimerziehung, sondern gibst dein Bestes die Erziehung und Förderung, die sonst von den Eltern übernommen werden, zu ersetzen. Als wichtige Bezugsperson bist du an diesem Arbeitsplatz also immer für deine Schützlinge da, wenn sie Probleme oder Redebedarf haben. Den Alltag im Heim organisierst du ebenfalls: Ein Kind hat Geburtstag? – Kein Problem: Kurzerhand studierst du mit den anderen Jugendlichen und ein paar Instrumenten eine eigene Choreografie ein. Einer deiner jugendlichen Schützlinge braucht eine neue Winterjacke? – Auch darum kümmerst du dich mit ihm gemeinsam. Du begleitest deine Schützlinge lange. So erlebst du ihre Grundschulzeit, die Pubertät und ihren Einstieg in das Berufsleben. Dabei stehst du ihnen immer helfend zur Seite: Egal, ob du bei den Hausaufgaben hilfst oder sie beim Schreiben ihrer Bewerbung unterstützt. 

Inhalte der Ausbildung

Theoretische Ausbildung

Als angehender Jungend- und Heimerzieher lernst du die Kunst der Pädagogik in der Schule. Hier lernst du nicht nur die theoretischen Grundlagen der Entwicklungspsychologie, der Sozialpädagogik und Erziehung kennen, sondern bekommst auch beigebracht, mit welchen Methoden man Gruppenveranstaltungen organisieren kann. Deine Lehrer legen außerdem ein Augenmerk auf die verschiedenen Fördermöglichkeiten deiner Schützlinge: So lernst du bereits in der Fachschule die verschiedenen Möglichkeiten der kreativen Förderung kennen. Neben dem berufsspezifischen Bereich solltest du dich außerdem auf Fächer wie Deutsch oder Wirtschafts- und Sozialkunde einstellen.

Praktische Ausbildung

Du machst zwar eine schulische Ausbildung, die Praxis kommt aber selbstverständlich nicht zu kurz! Neben der Berufsschule nimmst du auch an Berufspraktika teil und lernst die Einrichtungen, in den du später als Erzieher tätig sein kannst, bereits während deiner Berufsausbildung rund um die Heimerziehung kennen. Insgesamt absolvierst du ein ganzes Jahr Praktikum und lernst mit Kindern zu arbeiten und den Aufbau und die Funktion der Einrichtungen. Du nimmst an Gesprächen mit Eltern teil, organisierst vielleicht schon deine erste eigene Gruppenstunde und lernst die Arbeit im Team kennen.
Hilfreiche Fähigkeiten
  • Teamfähigkeit
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Empathie
  • Kreativität

Wie gut passt der Beruf Erzieher / Erzieherin zu dir?

Wenn du in deinem Beruf gerne Menschen helfen möchtest, ist der Beruf Erzieher / Erzieherin genau der richtige für dich.
Wenn du nicht vor einer Gruppe von Menschen sprechen möchtest, könnten andere Berufe besser zu dir passen.
Erzieher / Erzieherin-Quiz
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