Altenpfleger gehen sehr einfühlsam mit alten Menschen um. ©Pixabay Public Domain

Ausbildung
Altenpfleger (m/w/d)

Bildungsweg
Duale Ausbildung
Empfohlener Schulabschluss
Hauptschulabschluss nach Klasse 10
Ausbildungsdauer
3 Jahr(e)

Altenpfleger pflegen und betreuen ältere Menschen, die den Alltag nicht mehr allein bewältigen können. Durch Freizeitaktivitäten, Gespräche und einfühlsame Fürsorge unterstützen sie alte Menschen, so gut es geht am täglichen Leben teilzuhaben.

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Deine Tätigkeiten

Altenpfleger haben einen anspruchsvollen und unverzichtbaren Job in der Gesellschaft, denn dank ihnen bewältigen alte und kranke Menschen ihren Alltag. Als Altenpfleger bist du nicht nur für die medizinische Versorgung und Pflege der alten Menschen zuständig, sondern trägst auch einen ganz wichtigen Teil dazu bei, ihnen den Alltag im Altenwohnheim, im Krankenhaus, in der Reha-Klinik oder zu Hause ein wenig zu versüßen.

Mit Liebe und Fürsorge…

Von Alten kann man etwas lernen. Sie haben viele Jahre mehr auf dem Buckel und können dich mit so manchem Schwung aus ihrer Jugend zum Schmunzeln bringen. Das merkst du allerdings nur, wenn du dich mit ihnen beschäftigst. Als Altenpfleger bist du auch dafür verantwortlich, den Tagesablauf der Menschen zu strukturieren und ihnen Abwechslung zu bieten. Je nach individuellen Bedürfnissen und ihrem Können, spielst du mal ein Brettspiel, mal liest du jemandem etwas vor, mal singst du mit einer Gruppe alter Menschen, bietest einen Gymnastikkurs an oder hörst ihnen einfach nur zu und sprichst mit ihnen. Bei der täglichen Körperpflege bist du einfühlsam und vorsichtig. Manche älteren Menschen können nicht mehr allein auf die Toilette gehen oder duschen. Du solltest dich auch auf diese Tätigkeiten einstellen. Das kann nicht jeder, aber einiges kann man auch lernen. Ob beim Essen, Anziehen, Ausziehen, Zähneputzen oder Kämmen – du hilfst den alten Menschen bei Tätigkeiten, die sie selbst nicht mehr schaffen und gibst ihnen das Gefühl, dass sie dir vertrauen können und mithilfe deiner Unterstützung den Alltag wieder meistern.

…und medizinischer Versorgung…

Im Laufe unseres Lebens schleicht sich so manche Krankheit, so mancher Verschleiß unserer Organe und Körperteile ein. Als Altenpfleger trägst du auch zur medizinischen Versorgung alter Menschen bei. Du misst bei Diabetikern regelmäßig den Blutzuckerspiegel und spritzt wenn nötig Insulin. Auch den Blutdruck und Puls misst du bei allen Bewohnern und Patienten und beobachtest die Ergebnisse sorgfältig. Du wechselst Verbände, trägst Salben und Cremes auf und verabreichst Infusionen und Medikamente. Alle medizinischen Maßnahmen führst du exakt nach ärztlicher Verordnung durch und stehst in engem Kontakt mit den behandelnden Ärzten. Auch die psychologische Beratung spielt eine große Rolle im Berufsalltag eines Altenpflegers. Wenn zum Beispiel Partner oder Angehörige verstorben sind, bist du für die Bewohner und Patienten da, hörst ihnen zu und spendest Trost. Du bist aber auch da, wenn die Bewohner und Patienten deiner Einrichtung ihren letzten Lebensweg beschreiten und begleitest sie auf diesem Weg.

…für ein selbstbestimmtes Leben

Dein Anliegen ist es, die Selbstständigkeit älterer und hilfsbedürftiger Menschen so gut es geht zu erhalten. Mit therapeutischen Maßnahmen wie Bewegungstraining und Atemübungen förderst du die Vitalität der Bewohner und Patienten. Du gestaltest ihren Tagesablauf mit und versuchst, dem Leben der alten Menschen wieder einen Sinn zu geben. Viele alte Menschen haben bereits Angehörige oder Freunde verloren und fühlen sich allein und isoliert. Das Ziel der Altenpflege ist es, diesen Menschen wieder neuen Mut zu schenken durch Zuwendung und Unterstützung. Das ist manchmal gar nicht so einfach, denn du betreust als Altenpfleger oft viele Menschen gleichzeitig und kannst dir manchmal nicht so viel Zeit nehmen wie du gern möchtest. Umso wichtiger ist es, dass auch Angehörige der alten Menschen in Pflegemaßnahmen und den richtigen Umgang eingewiesen werden.

Inhalte der Ausbildung


Die Ausbildungsform zum Altenpfleger ist ein Unikat, denn sie ist weder eine rein schulische Ausbildung noch eine klassische duale Ausbildung. Du verbringst deine Ausbildungszeit sowohl an einer Altenpflegeschule als auch zu einem großen Teil an einer oder mehreren Einrichtungen für Altenpflege.

Theoretischer und praktischer Unterricht an der Altenpflegeschule

In der Berufsschule lernst du zunächst die institutionellen und rechtlichen Rahmenbedingungen der Altenpflege kennen. In Sozialkunde lernst du etwas über demographischen Wandel und wie du mit Statistiken umgehst. Du wirst dich mit verschiedenen Pflegemodellen wie dem ambulanten Dienst und betreutem Wohnen auseinandersetzen und deren Vor- und Nachteilen auf den Grund gehen. Im Bereich der Medizin erfährst du, welche Therapiemöglichkeiten es gibt, zum Beispiel bei Alzheimer, und welche Medikamente du unter welchen Voraussetzungen verabreichen darfst. Auch Deutsch und Mathe sind wichtige Fächer. Du musst schließlich Pflegeprotokolle anfertigen und in Gesprächen und Beratungen von Angehörigen die richtigen Worte finden. Pflegeleistungen abzurechnen gehört auch zu deinen Tätigkeiten als Altenpfleger.

Praktische Ausbildung in Einrichtungen für Altenpflege

Grundsätzlich absolvierst du deinen praktischen Teil der Ausbildung an einer Einrichtung für Altenpflege. Es kann aber vorkommen, dass du zwischenzeitlich in Form von ambulanten Einsätzen in andere Bereiche wechselst. Das können ambulante Pflegedienst sein, das Krankenhaus oder eine Einrichtung der sozialen Betreuung, die Seelsorge sowie Freizeit- und Wellnessangebote für alte Menschen anbietet. Der praktische Ausbildungsteil dient dazu, dich im Umgang mit alten Menschen und deren Pflege zu üben. Was du dir am Anfang vielleicht noch nicht zugetraut hast, wird im Laufe deiner Ausbildung zur Routine. Nur durch den ständigen Kontakt zu den Menschen bauen sie Vertrauen zu dir auf und ihr werdet ein eingespieltes Team.

Besonderheiten


2003 ist das Pflegegesetz des Bundes in Kraft getreten, durch das die Altenpflege-Ausbildung einheitlich geregelt wird. Die Gesamtverantwortung für die Ausbildung trägt zwar die Altenpflegeschule, jedoch ist die Ausbildung zum Altenpfleger keine rein schulische Ausbildung.

Die Ausbildung zum Altenpfleger besteht aus theoretischem und praktischem Unterricht an der Altenpflegeschule und aus einem großen praktischen Ausbildungsteil, der an einer Einrichtung für Altenpflege absolviert wird. Die Einrichtung zahlt auch die Ausbildungsvergütung.



Voraussetzungen


Der Beruf des Altenpflegers ist kein Beruf wie jeder andere. Er erfordert einiges an persönlichen Eigenschaften und Fähigkeiten.

Wenn du

  • ein liebevoller Mensch bist
  • Einfühlungsvermögen besitzt
  • belastbar bist (sowohl körperlich als auch psychisch)
  • körperlichen Kontakt mit Menschen nicht scheust
  • engagiert und pflichtbewusst bist
  • Verantwortung übernehmen kannst
  • geduldig bist
  • vor alten Menschen Achtung hast
  • gerne Zeit mit alten Menschen verbringst
  • medizinisches Interesse mitbringst

    … dann solltest du unbedingt über eine Ausbildung zum Altenpfleger nachdenken!

    Teste doch mal deinen Persönlichkeitstyp in unserem Berufsscout.

    Schulische Voraussetzung

    Eine gesetzlich vorgeschriebene schulische Voraussetzung gibt es nicht. Es werden in der Regel Bewerber mit Realschulabschluss oder Hauptschulabschluss zur Ausbildung zum Altenpfleger zugelassen. Am wichtigsten ist aber deine persönliche Eignung für diesen Beruf.

    Quellen:
    Bei der Recherche für unsere Berufsbilder verwenden wir die Informationen von der Bundesagentur für Arbeit
    sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie .

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