Was ist eigentlich der Fachhandel?

Unter „Fachhandel“ versteht man eine besondere Form des Einzelhandels. Das Motto „Klasse statt Masse“ bringt es sehr gut auf den Punkt, was die Kundinnen und Kunden im Fachhandel erwarten dürfen:

  • Ein spezifisches Sortiment
  • Marken- bzw. Qualitätsprodukte
  • Beratung durch geschulte Verkaufskräfte
  • Serviceleistungen wie Wartung und Reparatur

Je nach Ladengröße spricht man übrigens von Fachgeschäft oder Fachmarkt. Anders als im Supermarkt, wo man sich selbst bedient, suchen Kunden, die in den Fachhandel kommen, meist eine Beratung. Dafür brauchen die Verkaufskräfte die entsprechenden Produktkenntnisse - und eine gute Portion Empathie für die Kunden und ihre Bedürfnisse. 

Fachverkäufer werden

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie du Fachverkäuferin bzw. Fachverkäufer werden kannst. Die erste Möglichkeit ist eine Ausbildung in einem speziellen Handelsberuf, zum Beispiel:

Brillen, Autos, Bücher u.v.m. – wählst du einen der o. g. Ausbildungsberufe, lernst du vom ersten Tag deiner Ausbildung an alles über die Produkte, um die es in deinem Ausbildungsbetrieb geht. Nach drei Jahren bist du bereits ein echter Profi auf deinem Gebiet und der optimale Verkaufsberater für deine Kunden. Selbstverständlich gehört es in deinem Beruf dazu, dich permanent auf dem Laufenden zu halten, z. B. über neue Funktionen, Materialien, Herstellungsverfahrungen, Inhaltsstoffe und Rezepturen.

Die zweite Möglichkeit ist eine allgemeine Ausbildung im Handel, zum Beispiel:

In diesen Ausbildungen ist nicht der gewählte Beruf, sondern der Ausbildungsbetrieb entscheidend, auf welche Produkte du dich spezialisierst, welche Kenntnisse du erwirbst und mit welcher Kundschaft du zu tun hast. Wie bei allen Handelsberufen sind Produktschulungen, Warenkunde und Verkaufstrainings wichtiger Bestandteil deiner Ausbildung. Wir stellen dir im Folgenden ein paar beispielhafte Bereiche vor:

  • Juwelier
  • Weinkontor
  • Mode
  • Möbel
  • Zoohandel und Tierbedarf 

Juwelier

Kunden, die zum Juwelier kommen, suchen häufig ein besonderes Schmuckstück für einen ganz besonderen Anlass: Einen exklusiven Chronografen für den Sohn zur Freisprechung, ein Verlobungsring für den Heiratsantrag, Trauringe zur Hochzeit, eine Kette zur Kommunion oder Konfirmation des Patenkindes u.v.m. Mit diesen Anlässen sind häufig große Emotionen verbunden, weshalb du dich als Fachverkäuferin bzw. -verkäufer nicht nur mit Uhren und Schmuck der verschiedenen Label auskennen, sondern auch empathisch und mit einem offenen Ohr auf deine Kunden eingehen können solltest. Dasselbe gilt natürlich auch, wenn Kundinnen und Kunden ein Schmuckstück oder eine Uhr für sich selbst kaufen möchten. Hier bist du als Stilberater gefragt, denn schließlich soll das Produkt typgerecht sein und zum jeweiligen Menschen passen. Dass Jeans und Turnschuhe für Fachverkäuferinnen und -verkäufer beim Juwelier ein No-Go sind, versteht sich von selbst, denn gerade hier gilt die Faustregel: Je höherwertig das Produkt und je exklusiver das Geschäft, desto besser solltest du selbst auch gekleidet sein.

Lesetipp: Der richtige Look für deine Ausbildung 

Weinkontor

Welcher Wein passt zu welchem Essen? Rotwein, Weißwein oder Rosé? Lieblich, trocken oder halbtrocken? Italien, Frankreich oder Spanien? Was ist ein Cuvée? Und wie wird ein Blanc de Noirs gekeltert? Wie lagert man die Flaschen am besten und was ist die ideale Trinktemperatur? Als Fachverkäuferin bzw. -verkäufer in der Weinhandlung stehst du Winzern und Sommeliers in nichts nach, denn auch du verfügst über das entsprechende Weinwissen, um deine Kunden fachgerecht beraten zu können. Du interessierst dich für Wein, hast aber keinen Weinhändler in deiner Nähe? Dann bewirb dich doch einfach bei einem großen Supermarkt um einen Ausbildungsplatz. Dort gibt es in der Regel die Abteilung „Weine & Spirituosen“, die du während deiner Ausbildung durchläufst und auf die du dich später spezialisieren kannst.

Lesetipp: So wirst du Sommelière

Mode

Von Modeketten wie Takko, die du in jeder größeren Stadt findest, über Herrenausstatter und Designer-Boutiquen bis hin zu Wäschegeschäften für Dessous und Bademoden – die Bandbreite an Klamottenläden ist riesig. Auf dem Weg zum Modeberater absolvierst du zunächst eine Handelsausbildung, z. B. für Verkäuferinnen und Verkäufer oder Kaufleute im Einzelhandel, und eignest dir dann immer weitere Kenntnisse an, beispielsweise in der Farb-, Typ- und Stilberatung - schließlich sollen die Kleidungsstücke ja auch gut zu deinen Kundinnen und Kunden passen. Bei einer Ausbildung in einem größeren Modehaus lernst du in der Regel verschiedene Abteilungen kennen, z. B. Damen, Herren, Kinder, Jacken und Mäntel, Abendgarderobe, Wäsche oder Sport. Mit ein wenig Glück wirst du nach deiner Lehre dann in deiner Lieblingsabteilung übernommen.

Lesetipp: weitere Berufe mit Mode entdecken 

Möbel

IKEA, XXXLutz, Porta Möbel, SB Möbel Boss und wie sie alle heißen – die Liste an Möbelhäusern und Einrichtungsmärkten ist lang. Ähnlich wie im Mode-Bereich kommen zu den bekannten Ketten noch kleinere Möbelgeschäfte mit ausgefallenen Stücken vom Designer hinzu. Das Spannende ist auch hier die unterschiedliche Kundschaft: Studierende, die sich für wenig Geld ihr WG-Zimmer ausstatten wollen, junge Paare, die in ihre erste gemeinsame Wohnung ziehen, werdende Eltern, die ein schönes Babyzimmer für den Neuankömmling einrichten wollen, bis hin zu Senioren, die einen bequemen Relax-Sessel für ihre Leseecke suchen. Als Verkaufsprofi im Möbelhandel gehst du auf die verschiedenen Menschen ein und entwickelst im Verkaufsgespräch ein Gefühl dafür, welche Möbelstücke zum jeweiligen Geldbeutel und Einrichtungsstil passen. 

Zoohandel und Tierbedarf

Was brauchen Tiere, damit es ihnen gut geht? Wie müssen sie gepflegt werden? Was ist beim Futter zu beachten? Welche Nahrungsergänzungsmittel und Kuren helfen in welchen Situationen? Bei diesen Fragen denkst du an Tierärzte oder Tierpfleger? Weit gefehlt, denn auch Fachverkäuferinnen und -verkäufer in Geschäften für Tierbedarf und Tiernahrung kennen sich mit diesen Fragestellungen aus. Du hast keine Fachhandlung für Tierbedarf in deiner Nähe? Dann haben wir einen Tipp für dich: In den meisten Baumärkten gibt es die Abteilung „Heimtier, Zoo und Aquaristik“. Wenn du eine Ausbildung mit Tieren suchst, sind die Bau- und Heimwerkermärkte in deiner Nähe also ebenfalls eine gute Adresse.

Lesetipp: weitere Berufe mit Tieren entdecken 

Fazit

Du siehst: Es gibt verschiedene Wege, wie du Fachverkäuferin bzw. -verkäufer werden kannst. Egal ob du in einem Fachgeschäft, Fachmarkt oder in der Fachabteilung eines großen Supermarkts, Baumarkts oder Kaufhauses arbeitest: Hervorragende Produktkenntnisse und eine gute Kundenkommunikation sind überall das A und O. Besonders bei den Produktkenntnissen ist es wichtig, sich durch Produktschulungen stets auf dem Laufenden zu halten. Wenn du dich auch privat für die Produkte interessierst und dich ständig über neue Trends informierst, wird dir dies umso leichter fallen. So gibt dir eine Ausbildung im Fachhandel eine gute Möglichkeit, dein Hobby bzw. dein privates Interesse ein Stück weit zum Beruf zu machen. Mehr dazu erfährst du in unserem Beitrag Dein Hobby zum Beruf machen – mit einer Ausbildung im Handel.

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