Erzieherin bei der Arbeit ©DC_2/Shotshop.com

Ausbildung
Erzieher (schul.) (m/w/d)

Bildungsweg
Schulische Ausbildung
Empfohlener Schulabschluss
Realschulabschluss / Mittlere Reife
Ausbildungsdauer
3 Jahr(e)

Erzieher und Erzieherinnen betreuen Kinder, Jugendliche und Menschen mit Behinderung, bereiten Spiele und Freizeitaktivitäten vor und fördern ihre sprachliche, motorische, soziale und persönliche Entwicklung.

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Deine Tätigkeiten

Du liebst es, dich mit Kindern, Jugendlichen und Menschen mit Behinderung zu beschäftigen, hast immer ein offenes Ohr und kannst dich selbst für's Spielen, Musizieren und Basteln begeistern? All das macht dich als Erzieherin aus. Neben den spielerischen Tätigkeiten bist du zuständig für die Organisation und Planung von Aktivitäten, für die Beschaffung von Materialien und es ist auch deine Aufgabe, das Verhalten der Kinder oder Jugendlichen zu beobachten und zu dokumentieren. Hierzu zählen auch Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Behinderung, denn Inklusion - also das Recht eines jeden Menschen auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben - ist in Deutschland festgeschrieben. Das alles machst du natürlich nicht ganz allein, sondern stehst in ständigem Kontakt mit deinem Team, den Eltern und ggf. auch mit dem Jugendamt oder Schulen.

Arbeitsalltag im Kindergarten

Es ist 7 Uhr. Du hast heute Frühschicht und erwartest die ersten Kinder deiner Gruppe. Ah – da kommt schon Mia an der Hand ihres Papas. Ihre Müdigkeit ist schnell vergangen, als du ihr erzählst, dass ihr euch heute mit Fingerfarbe so richtig schmutzig machen dürft. An deiner Hand ist der Abschied von Papa nur noch halb so schwer und da kommen ja auch schon die nächsten Kinder. Während sie anfangen zu spielen, triffst du dich mit deinen Kollegen und besprichst den Tag. Hast du alle Materialien dabei, die du für die Fingerfarben-Aktion brauchst? Im Stuhlkreis begrüßt du die Kinder und übst mit ihnen einen kleinen Kanon ein. Das klappt ja schon ganz gut. Aber warum möchte Lukas nicht mitmachen? In einer ruhigen Minute setzt du dich mit ihm zusammen und fragst, ob ihn heute irgendwas bedrückt. Deine Kollegen sind mittlerweile mit ein paar Kindern draußen. Du hast Frühstückspause – aber nicht alleine. Einen Teil deiner Essenspause verbringst du mit den Kindern. "Piep piep piep, wir haben uns alle lieb und wünschen guten Appetit!". Die meisten Kinder können ihr Butterbrot alleine essen, doch weil du auch Kinder mit Behinderungen in deiner Gruppe hast, hilfst du ihnen selbstverständlich, wenn sie alleine nicht weiterkommen. Gerade als du deine Fingerfarben zusammensuchen und die Kinder zusammentrommeln willst, kommt Juliane weinend auf dich zugelaufen, weil Jonas sie geschubst hat. Kein Problem – das ist schnell gelöst! Ruckzuck haben die beiden sich wieder vertragen und sitzen sogar nebeneinander, während sie ihre Kreativität mit den Fingerfarben zum Ausdruck bringen. Über den Nachmittag verteilt werden die Kinder abgeholt. Du bist natürlich immer dabei, beantwortest Fragen der Eltern und berichtest ihnen von den neuesten Entwicklungen ihrer Schützlinge. Im Anschluss machst du mit deinen Kollegen in den Gruppenräumen wieder Klarschiff und ihr zieht Bilanz über den heutigen Tag.

Arbeitsalltag im Jugendzentrum

Noch ist es ruhig und leer, als du die letzten Vorbereitungen triffst. Getränke werden bereitgestellt, Stühle zurechtgerückt und noch schnell eine Teambesprechung bevor die ersten Kinder und Jugendlichen eintrudeln. Am Vormittag hast du bereits einige Telefonate mit Eltern, Schulen und dem Jugendamt getätigt. Im Laufe des Nachmittags füllt sich der Raum mit Leben. Während deine Kollegen mit den Jugendlichen schon eine Runde Billard spielen, leitest du die Hausaufgabenbetreuung für die Grundschüler in einem separaten Raum. Danach treffen sich alle im großen Raum. Du und dein Team habt nämlich einen Workshop zum Thema „Selbstverteidigung“ vorbereitet. Die  Jugendlichen bekommen von einem eingeladenen Kampfsportler ein paar wichtige Tipps und Tricks. In der Zwischenzeit entzündest du schon mal das Lagerfeuer für das anschließende Stockbrot-Backen.

Arbeit in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung

Egal, in welcher Art von Einrichtung du als Erzieher arbeitest, ob Kindertagesstätte oder Jugendzentrum, die Arbeit mit Kindern- und Jugendlichen mit Behinderung gehört zu deinem Arbeitsalltag dazu. Du hast jedoch auch die Möglichkeit, dich ganz bewusst auf die Arbeit mit Menschen mit Behinderung zu konzentrieren und in einer Teil- oder Vollzeiteinrichtung für Menschen mit Behinderung zu arbeiten. Dort arbeitest du mit Kindern, Jugendlichen und (jungen) Erwachsenen, die beispielsweise an Autismus, Aufmerksamkeits- oder Hyperaktivitätsstörungen, Bindungsstörungen, Esstörungen, Posttraumatischen Belastungsstörungen, Sprachbeeinträchtigungen oder sonstigen emotionalen, sozialen oder auch körperlichen Störungen leiden. Bei der Arbeit mit behinderten Menschen musst du mehr, als dich nur in deren Sichtweise hineinversetzen. Wichtig ist, dass du Toleranz mitbringst und die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen als vollwertige Menschen ansiehst, die lediglich besondere Bedürfnisse haben. Du gehst auf die individuellen Bedürfnisse eines jeden deiner Schützlinge ein und überlegst dir, wie du jeden einzelnen von ihnen am besten fördern kannst. Du hast stets das Ziel vor Augen, den Menschen durch deine Betreuung und individuelle Förderung eine Lebensperspektive zu eröffnen und ein Teilhaben am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Inhalte der Ausbildung


Schulische Ausbildungsinhalte

In der Berufsschule bekommst du das ganze notwendige Handwerkszeug vermittelt, das du in deiner Praxis als Erzieher benötigen wirst. Dabei gibt es einen allgemeinbildenden Teil, in dem zum Beispiel die Fächer Deutsch, Politik, Religion/Ethik und eine Fremdsprache unterrichtet werden. Außerdem gehören zur Ausbildung zur Erzieherin folgende berufsbezogene Inhalte: grundlegende Erziehungstheorien und -maßnahmen, das Planen und Durchführen von erzieherischen Angeboten, Kindes- und Jugendentwicklung und Entwicklungsstörungen, Inklusion von Kindern- und Jugendlichen mit Behinderung, Einsatz von Medien in der Pädagogik, Sprachförderung, Bewegung und Musik mit Kindern.

Praktische Ausbildungsinhalte

In den Praxisphasen (vor allem im letzten Jahr deiner Ausbildung) geht es darum, die gelernten theoretischen Inhalte in der Praxis anzuwenden. Nun bist du gefragt! Endlich kannst du deine Freude im Umgang mit Kindern ausleben. Du wirst sofort ins Team integriert und kannst in der Regel schon nach kurzer Zeit die gleichen Tätigkeiten ausführen wie deine Kollegen. „Learning by doing“ ist hier die Devise, die dich zum Experten auf deinem Gebiet macht.

Besonderheiten


Die Ausbildung zum Erzieher ist eine schulische Ausbildung und erfolgt daher an einer Berufsschule. Du wirst aber nicht nur theoretischen Unterricht haben, sondern einen Teil der Zeit als Praktikum in sozialpädagogischen Einrichtungen verbringen. Erst wenn du eine staatliche Abschlussprüfung abgelegt hast, darfst du dich „staatlich anerkannter Erzieher“ nennen. Hierfür ist auch ein einjähriges Berufspraktikum notwendig, was je nach Bundesland und Berufsschule in der Ausbildungszeit enthalten ist oder aber hinzukommt. Es wird auch als "Anerkennungsjahr" bezeichnet.

Du kannst die Ausbildung zur Erzieherin in Vollzeit oder berufsbegleitend absolvieren. Beachte, dass sich deine Ausbildungszeit dann verlängern kann.

Ebenfalls bieten dir einige Berufsschulen an, Zusatzkenntnisse zu erwerben, die dir die Möglichkeit geben den Abschluss als Erzieher mit der

zu erwerben.



Voraussetzungen


Dein Wunsch, Erzieherin zu werden, kommt sicherlich nicht von ungefähr. Als angehender Erzieher würde man dir die folgenden Eigenschaften und Interessen zuschreiben:  
  • Freude am Umgang mit Kindern/Jugendlichen (ggf. mit Behinderung)
  • Kontaktfreude und Kommunikationsfähigkeit (im Umgang mit Kollegen, Eltern, Ämtern, Schulen) 
  • Einfühlungsvermögen 
  • Verantwortungsbewusstsein 
  • Selbstständigkeit 
  • gestalterische und handwerkliche Fähigkeiten 
  • Fantasie und gute Ideen 
  • Interesse an erziehungswissenschaftlicher Theorie  
  • logisch-kausales Denken (bei Beobachtungen) 
Darüber hinaus ist in der Regel ein mittlerer Bildungsabschluss, also die Mittlere Reife oder ein vergleichbarer Abschluss Voraussetzung für eine Ausbildung zum Erzieher.
Quellen:
Bei der Recherche für unsere Berufsbilder verwenden wir die Informationen von der Bundesagentur für Arbeit
sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie .

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