Wahrscheinlich wandern dir kurz vor Beginn der Ausbildung unzählige Gedanken durch den Kopf. Vielleicht hast du große Sorgen, Unsicherheiten, aber auch Wünsche. Damit bist du jedoch nicht allein! Wir haben uns mit unseren Auszubildenden Evelin, Lukas und Julian unterhalten, um dir einen Einblick in die Gefühlswelten anderer junger Menschen vor und während der Ausbildung zu ermöglichen.


Welche Sorgen und Unsicherheiten sind aufgetreten?

Der Start deiner Ausbildung steht vor der Tür. Irgendwie hast du ein mulmiges Gefühl im Bauch und deine Gedanken werden ausschließlich von der Ausbildung dominiert. Desto näher der Tag kommt, an dem dich dein Ausbilder als neuen Azubi vorstellt, desto häufiger rücken Sorgen und Unsicherheiten in den Vordergrund.

Auch bei bei Julian, Lukas und Evelin drängten sich derartige Gedanken auf.

Julian: „Meine zentrale Sorge war, dass der Beruf vielleicht doch nicht der richtige für mich sein wird. Außerdem war ich unsicher, ob mich genau die Ausbildungsinhalte, welche in der Stellenbeschreibung angegeben wurden, auch erwarten“.

Gerade der erste Punkt, den Julian aufführt, stellt sich kommenden Auszubildenden oder denen in der Probezeit immer häufiger. Viele wissen nicht, ob der Ausbildungsberuf der passende für sie ist. So brach laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung aus dem Jahr 2016 mehr als jeder vierte Auszubildende seine Ausbildung vor der Abschlussprüfung ab.

Eine weitere, bei anderen Auszubildenden und vielleicht auch bei dir auftretende Sorge, ist im Unternehmen nicht ausreichend von Ausbildern und Kollegen ins Team integriert zu werden und keinen Anschluss zu finden.

Evelin: „Unsicherheiten traten grundsätzlich auf, aber meine größte Sorge war, dass mir zu Anfang keine feste Ansprechperson zur Seite gestellt werden würde. In Verbindung damit bekam ich ein wenig Angst, dass mich die Aufgaben ohne Hilfe möglicherweise überfordern könnten“.

Da die duale Ausbildung über eine Kooperation von Unternehmen und Berufsschulen vollzogen wird, entwickelte sich bei Lukas im Vornherein eine gewisse Sorge, ob die Zusammenarbeit genau abgestimmt ist.

Lukas: „Da ich schon von mehreren Auszubildenden zu hören bekam, ihre Berufsschule würde einen Unterricht anbieten, welcher zu großen Teilen nicht mit den Themenfeldern der betrieblichen Ausbildung übereinstimmt, war ich etwas skeptisch“.

Diese Wünsche haben die Auszubildenden

Da deine Ausbildung in Kürze beginnt oder bereits begonnen hat, beschäftigst du dich wahrscheinlich schon mit deinen bevorstehenden Aufgaben und bist motiviert, ins Arbeitsleben einzusteigen. Gerade weil es deine erste Ausbildung ist, hast du, wie unsere Auszubildenden, bestimmt schon Wünsche und Vorstellungen für die kommenden Monate entwickelt.

Dein erster Wunsch wird wahrscheinlich ein gutes Arbeitsklima sein, in dem du dich zurechtfinden und während deiner Arbeitszeit einfach wohlfühlen möchtest. Ein gutes Arbeitsklima verschafft dir einen tollen Start und gibt dir ein gutes Gefühl.

Lukas: „Meine Wunschvorstellung einer Einarbeitung in ein Unternehmen ist, dass die Kollegen mich zu Anfang führen und mir einen Einblick in die Aufgaben meiner Abteilung ermöglichen. So wird mir von Beginn an eine gewisse Zugehörigkeit vermittelt“.

Neben dem Arbeitsklima ist vor allem eines entscheidend: Vertrauen und Hilfe seitens der Ausbilder und Ansprechpartner. Diesen Punkt halten nahezu alle Auszubildende für eine erfolgreiche Ausbildung als sehr wünschenswert, so auch Julian. 

Julian: „Für mich ist es besonders wichtig, dass ein Ausbilder zur Verfügung stehen kann, der mir bei auftretenden Fragen mit Rat und Tat zur Seite steht. Gerade die persönliche Hilfe ist ein entscheidender Vertrauensbeweis. Welcher Auszubildende fühlt sich schon durch Antworten wie „Google doch einfach“ gestärkt?“.

 Für Evelin und die anderen beiden geht Vertrauen auch mit gewissen Freiheiten einher.

Evelin: „Uns ist es wichtig, dass wir Aufgaben zugeteilt bekommen, die unserem Ausbildungsplan entsprechen. Darüber hinaus würden wir uns wünschen, dass unsere Ausbilder eine freie Bearbeitung der anfallenden Aufgaben gewährleisten. So wird uns ein klassisches „Learning by doing“ ermöglicht und wir können aus unseren Fehlern lernen. Gerade da wir uns noch am Anfang unseres Arbeitslebens befinden, sollten Fehler nicht allzu streng bewertet werden“.

Appell unserer Azubis an dich

Wie du siehst, geht es vielen kommenden Azubis ähnlich wie dir. Die Zeit vor und während des Starts der Ausbildung ist von Sorgen, Unsicherheiten und Wünschen geprägt. So war es auch bei unseren drei Azubis. Stellvertretend für die anderen, möchte dir Lukas etwas mit auf den Weg geben. 

Lukas: „Bei jedem einzelnen von uns war der Kopf zu Anfang mit Gedanken überfüllt, was alles schiefgehen könnte oder was wir uns unter unseren Ausbildungsinhalten vorstellen. Die Nervosität steigerte sich von Tag zu Tag und irgendwie entwickelte sich eine gewisse Angst. Jedoch zeigte sich, dass die eher negativen Gedanken im Verlauf der ersten Zeit in Vorfreude auf die kommenden Monate umgewandelt wurden. Wir konnten nahezu perfekt in unsere Abteilungen integriert werden, die anfänglichen Sorgen lösten sich auf und unsere Wünsche wurden erfüllt.

Daher raten wir dir: Zerbrich dir nicht den Kopf, sondern sei mutig und neugierig. Du packst das!“.

Quellen:

  1. Süddeutsche Zeitung GmbH Jeder Vierte bricht Lehre ab (abgerufen am 29.8.2018)

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