AUBI-plus GmbH Donnerstag, 1. Februar 2018 3 Minuten Lesezeit

Wie wird man eigentlich Bodypainter?

Du willst dich kreativ verwirklichen, Kunst nicht nur auf Leinwänden machen, sondern anders und außergewöhnlich gestalten? Bodypainting – ein Beruf rund um die Bemalung von menschlichen Körpern, bietet dir hier eine ganz besondere Art zu arbeiten. Doch: Wie wird man eigentlich Bodypainter? Expertin Corinna gibt euch in diesem Interview die Antworten.

Eine Bodypainterin bemalt ein Model
Eine Bodypainterin bemalt ein Model© YS-Park | Pixabay Public Domain

In dir pocht ein künstlerisches Herz und du hast dich schon mit vielen kreativen Berufen auseinandergesetzt? Doch irgendwie ist der Beruf des Maskenbildners, Modedesigners, Fotografs oder Texters noch nicht das, wonach du gesucht hast? – Kein Problem: Wir wären nicht das Ausbildungsportal deines Vertrauens, wenn wir dir nicht auch einen Blick über den beruflichen Tellerrand ermöglichen würden. Deswegen haben wir mit Bodypainterin Corinna Lenzen gesprochen und alle Antworten rund um ihre Liebe zum Beruf, die Herausforderungen eines Bodypainters und die Möglichkeiten, in diesem Beruf anzufangen, für dich zusammengefasst.

AUBI-plus: Corinna, du arbeitest selber als Bodypainterin. Was gehört alles zu dem Beruf des Bodypainters dazu?

Corinna: Es gibt Künstler, die sich nur auf die reine Körperbemalung spezialisieren und dies zum Beispiel auf Messen anbieten. Mit einem gewissen Bekanntheitsgrad kann man eigene Projekte verfolgen, Fotos von seinen Arbeiten machen und diese als Bilder verkaufen. Als Bodypainter deckt man aber auch Nebenbereiche ab: Ich mache zum Beispiel Airbrush Tattoos, die aufgesprüht werden und einige Tage auf der Haut bleiben und biete Bellypaintings an. Dabei bemale ich die Babybäuche von Schwangeren für ein anschließendes Foto-Shooting. Viele Bodypainter arbeiten im Masken- und Kostümbau oder der Cosplay-Branche. Beim Bodypainting kann jeder Künstler seine eigene Nische finden.

AUBI-plus: Was hat dich an dem Beruf gereizt?

Corinna: Am meisten haben mich die Menschen fasziniert. Bodypainting ist ein vielfältiger Beruf mit unterschiedlichen Facetten. Man muss sich auf unterschiedliche Kunden einstellen, arbeitet selbstständig, ist im vielfältigen Austausch mit den Kollegen und kann sich künstlerisch austoben. Das Leben ist bunt und Bodypainting macht mein Leben noch ein bisschen bunter. 

AUBI-plus: Wie kann man Bodypainter werden?

Corinna: Bodypainting ist kein geschützter Begriff. Deswegen ist es manchmal schade, dass sich jeder so nennen darf. Ich persönlich habe über das Modeln die Bodypainting-Branche kennengelernt. Dabei habe ich auf einer Messe zufällig eine Bodypainterin getroffen, die erkannt hat, dass ich sehr viel Wissen über Kunst und Handwerk aus meiner Arbeit als Steinmetzmeisterin mitbringe. Sie hat mir empfohlen, selber als Bodypainterin anzufangen.

Jedem, der genauer in die Bodypainting-Branche einsteigen möchte, kann ich das World Bodypainting Festival (WBF) empfehlen. Bei diesem Festival kann man gut herausfinden, ob der Beruf etwas für einen ist. Dort gibt es viele Vorträge und Workshops. Man kann sich gut orientieren und viel lernen, da man den Profis, Neueinsteigern und Fotografen bei der Arbeit zuschauen kann.

AUBI-plus: Was sollte man für den Beruf mitbringen?

Corinna: Ein Körper ist keine Leinwand und räumliches Vorstellungsvermögen ist deswegen sehr wichtig. Jeder, der Lust auf den Job des Bodypainters hat, sollte außerdem Kreativität mitbringen, ein Gefühl für Farben haben sowie über die Fähigkeit verfügen, sich auf verschiedene Menschen einlassen zu können. Und zeichnen zu können, kann natürlich auch nicht schaden. 

AUBI-plus: Was sind Herausforderungen, auf die man sich in diesem Beruf einstellen muss?

Corinna: Die richtigen Kunden zu finden, ist manchmal eine Herausforderung. Dass jemand bereit ist, Geld für Bodypainting zu bezahlen, ist leider immer noch schwierig. Da aber immer mehr Models und Stars diese Art von Kunst für sich entdecken, ist das Privatkundengeschäft, denke ich, ein Bereich, der in Zukunft mehr wachsen wird. Eine weitere Herausforderung der Bodypainting-Branche ist natürlich auch der schmale Grad zwischen Erotik und Kunst. Es gibt leider immer noch Menschen, die Bodypainting fehlinterpretieren, statt es als die Kunst zu sehen, die es ist.

AUBI-plus: Was rätst du anderen Menschen, die gerne den Beruf des Bodypainters ergreifen wollen?

Corinna: Bodypainting ist eine bunte kleine Szene, in der man viel voneinander lernen kann. Es ist kein Beruf fürs stille Kämmerlein und man sollte deswegen nicht nur kreativ, sondern auch offen für den Austausch mit verschiedensten Menschen sein. Probier es doch einfach mal aus!