Wenn sich der Berufsstart nähert – Alles Hilfreiche im Überblick

Egal, ob Schüler eine Ausbildung beginnen, Studenten einen Nebenjob aufnehmen oder Absolventen ihren ersten richtigen Job anfangen: Der Start im Betrieb ist immer mit Herausforderungen verbunden. Du musst dich selbst gut organisieren und auf weniger Freizeit einstellen, während der Probezeit einen guten Eindruck machen und vieles mehr. Wir geben dir einen Überblick über die wichtigsten Dinge für einen erfolgreichen Jobstart.

Die erste Zeit im Job ist spannend und herausfordernd zugleich
Die erste Zeit im Job ist spannend und herausfordernd zugleich© rawpixel | Unsplash

Sich auf weniger Freizeit einstellen

Wenn du den ersten Job beginnst, verzweifelst du anfangs vielleicht gar nicht an den neuen Herausforderungen. Oftmals ist es der ungewohnte Mangel an Freizeit, der einem plötzlich klar werden lässt, wie entspannt das Leben ohne Arbeit war. Damit dennoch ein wenig Zeit für eigene Interessen bleibt, ist es wichtig, dass du dich gut organisierst.

  • Den Arbeitsrückweg nutzen: Liegst du erstmal gemütlich auf der Couch, fällt es natürlich schwer, dich nochmal aufzuraffen, um einkaufen oder zum Sport zu gehen. Tipp: Nimm deine Einkaufsliste und deine Sporttasche gleich morgens mit, wenn du aus dem Haus gehst. Dann kannst du auf dem Heimweg direkt zum Supermarkt oder Fitnessstudio fahren.
  • Feste Zeitfenster einplanen: Jeder kennt die Situation, dass man sich etwas vorgenommen hat, aber dass immer andere Dinge dazwischen kommen. Wer beispielsweise abends gerne noch einige Kapitel in einem Buch lesen möchte, sollte sich dafür ganz bewusst Zeit nehmen.
  • Das Wochenende organisieren: Große Unternehmungen können meist nur am Wochenende stattfinden. Gleichzeitig brauchst du das Wochenende auch, um dich vom Job zu erholen. Pack dir dein Wochenende also nicht zu voll mit Aktivitäten, sondern plane auch eine gewisse Zeit zum Ausruhen und Entspannen ein.


Die ersten Wochen meistern

Die Probezeit ist dafür gedacht, dass sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber gegenseitig kennenlernen. Je nachdem, ob es sich um ein Ausbildungsverhältnis, ein befristetes oder ein unbefristetes Arbeitsverhältnis handelt, gelten andere gesetzliche Bestimmungen. Bei Azubis beispielsweise liegt die Probezeit zwischen einem und vier Monaten. Während dieser Zeit kann die Ausbildung jederzeit ohne Einhalten einer Kündigungsfrist beendet werden.

Die Probezeit ist für beide Seiten sinnvoll: Du kannst dich mit dem Betrieb auseinandersetzten und für dich herausfinden, ob du dich bei der Arbeit wohlfühlst und mit deinen neuen Kollegen in einem angenehmen Verhältnis stehst. Gleichzeitig achtet dein Arbeitgeber in dieser Zeit darauf, wie du dich als Neuling verhältst. Punkten kannst du, wenn du Disziplin, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit an den Tag legst, fleißig arbeitest und Lernbereitschaft zeigst. Achte von Anfang an auf ein angemessenes Auftreten:

  • Äußeres Erscheinungsbild: In manchen Branchen ist es unerlässlich, einen bestimmten Dresscode zu wahren, wie beispielsweise Anzug und Lederschuhe in der Bank oder Anwaltskanzlei. Wenn du dir unsicher bist, kleidest du dich anfangs am besten eher etwas zu schick und orientierst dich für die zukünftigen Arbeitstage an gleichgestellten Kollegen. Auch die Körperpflege spielt eine wichtige Rolle. Fettige, schuppige Haare und schmutzige Fingernägel haben im Job nichts zu suchen!
  • Höfliches Verhalten: Begegne deinen Vorgesetzten und Kollegen mit Respekt. Mit lockeren Sprüchen und ähnlichem solltest du dich solange zurückhalten, bis du dir sicher bist, wie die Verhältnisse im Betrieb sind.
  • Regeln einhalten: In vielen Unternehmen gibt es eine Betriebsordnung, an die du dich unbedingt halten solltest. Im Krankheitsfall ist es beispielsweise wichtig, dass du deinen Arbeitgeber so schnell wie möglich informierst. Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, bist du verpflichtet, eine ärztliche Bescheinigung spätestens am darauffolgenden Arbeitstag vorzulegen. Achtung: Manche Arbeitgeber weichen von dieser gesetzlichen Regelung ab und möchten den „gelben Schein“ gleich am ersten Krankheitstag haben. Frag im Zweifelsfall bei deinen Kollegen nach.


Richtig absichern und vorsorgen

Prinzipiell sollen die gesetzlichen Abgaben wie die Beiträge zur Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung zur eigenen Absicherung bis ins hohe Alter dienen. Dennoch ist die Altersarmut ein brandaktuelles Thema. Um sich gegen sie zu wappnen, ist es sinnvoll, dass du schon als Berufsanfänger vorsorgst: Schaffst du es, monatlich einen bestimmten Betrag zurückzulegen und das Geld bis ins Alter nicht anzufassen, machst du damit schon einmal nichts falsch. Im Unterschied zu vielen anderen Sparmodellen kannst du bei Bedarf spontan das Geld zugreifen. Natürlich kann genau dieser Punkt auch als Nachteil angesehen werden.

Neben dem Zurücklegen gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, wie du dich absichern und fürs Alter vorsorgen kannst. So kannst du beispielsweise eine private Rentenversicherung, Lebensversicherung und/oder Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Die Riester-Rente und die Rürup-Rente sind staatlich geförderte Modelle mit Zuschüssen und Steuervorteilen. Und dann gibt es noch die betriebliche Altersvorsorge, die Arbeitgeber ihren Mitarbeitern anbieten. Hier solltest du dich im Vorfeld ausführlich über einige wichtige Punkte informieren, wie u. a. die Frage, was bei einem Arbeitgeberwechsel passiert.

 

Auf Gehaltsverhandlungen vorbereiten

Als Berufseinsteiger solltest du natürlich nicht sofort an eine Gehaltserhöhung denken. Wichtig ist aber auch, nicht jahrelang damit zu warten. Hast du das Gefühl, der Chef hat dich vielleicht „übersehen“, kannst du deinen Wunsch nach einem höheren Gehalt ruhig äußern. Diverse Durchschnitts- und Richtwerte für das Einkommen in unterschiedlichen Berufen können dir dabei als erste Orientierungshilfe dienen.