AUBI-plus GmbH Dienstag, 14. August 2018 4 Minuten Lesezeit

Nebenjob in der Ausbildung – das solltest du beachten

Viele Azubis wollen sich neben der Ausbildung etwas dazuverdienen. Grund dafür kann ein niedriger Lohn sein, der durch das zusätzlich verdiente Geld erhöht werden soll. Bei der Aufnahme eines Nebenjobs solltest du vorher einige Sachen planen und dich über rechtliche Dinge in dem Bereich informieren. Wenn du die Gesetze einhältst und zeitlich alles gut durchplanst, kannst du durch einen Nebenjob dein Azubigehalt aufpeppen.

Ein möglicher Nebenjob: Kellnerin
Ein möglicher Nebenjob: Kellnerin© Luckylife | Pixabay Public Domain

Nebenjob und Ausbildung – schaffst du das?

Deine Ausbildung nimmt bereits viel Zeit in Anspruch. Deine Arbeit im Betrieb und die Berufsschule haben bereits feste Zeiten, an denen du anwesend bist. Natürlich beansprucht vor allem die Berufsschule auch viel Vor- und Nachbereitung. Bedenke bei der Auswahl eines Nebenjobs, ob du körperlich und organisatorisch gesehen beides unter einen Hut bekommst. Vielleicht gehst du schon in deiner Ausbildung einer körperlich schweren Arbeit nach? Dann würden wir dir nicht raten, zusätzlich eine ähnliche Nebentätigkeit zu beginnen.


Nebenjob und Rechtliches – was ist zu beachten?

Rechtliches: Zu den wichtigsten Sachen gehört, dass das Thema Nebenjob für deinen Arbeitgeber in Ordnung sein sollte.  Prüfe, ob in deinem Arbeitsvertrag etwas von einem Verbot einer weiteren Beschäftigung steht. Falls das der Fall ist, darfst du keinen weiteren Job annehmen. Wenn in deinem Vertrag nichts davon zu finden ist, spreche dein Vorhaben trotzdem mit deinem Arbeitgeber ab. Du solltest diesen immer informieren. Vielleicht ist er trotz des Vertrags nicht von deiner Idee begeistert, da du dich im Nebenjob verletzen könntest und somit deine Ausbildung vernachlässigst. Keine Konzentration im Hauptjob ist ebenfalls ein Grund, den dir dein Arbeitgeber nennen kann. Zudem solltest du unbedingt darauf achten, nicht bei der Konkurrenz zu arbeiten!

Wenn du Urlaub während deiner Ausbildung machst, darfst du auch nicht im Nebenjob tätig sein. Das ist strengstens verboten. Der §8 des Bundesurlaubsgesetzes besagt, dass Arbeitnehmer im Urlaub „keine dem Urlaubszweck widersprechende Erwerbstätigkeit leisten“ dürfen.

Auch die gesetzlichen Arbeitszeiten musst du bei deinem Minijob einhalten. Minderjährige dürfen am Tag maximal 8 Stunden arbeiten, das sind 40 Stunden in der Woche bei fünf Wochentagen. Erwachsene dürfen bis zu 48 Wochenstunden arbeiten und das für sechs Arbeitstage pro Woche. Maximale Arbeitszeiten dürfen also auch mit einem zusätzlichen Nebenjob auf keinen Fall überschritten werden. Wenn du als Minderjähriger nach deinem Arbeitstag noch Zeit hast, kannst du einer Nebentätigkeit nachgehen. Das wäre beispielweise möglich, wenn du einen 5-stündigen Arbeitstag hast und anschließend noch 3 Stunden deinem Minijob nachgehst. Als Erwachsener könntest du theoretisch auch an einem Samstag arbeiten. Falls du dir in der zeitlichen Planung noch nicht sicher bist, kannst du einen Nebenjob während deiner Ausbildung auch erst einmal einen Monat lang testen, ehe du dich dafür entscheidest, eine längere Zeit in zwei Jobs tätig zu sein.

Finanzielles: Du brauchst mehr Geld, da dein Ausbildungsgehalt nicht ausreicht? Einen 450 €- oder Minijob zu finden stellt sicherlich kein Problem dar. Jedoch gelten einige Regeln, die du beachten solltest. Wird die Verdienstgrenze von 450 € monatlich überschritten, zahlst du zusätzliche Steuern.

Anspruch auf BAföG haben nicht nur Studenten, sondern auch Auszubildende. Es gibt bestimmte Regelungen, wie der Lohn deines Nebenjobs das BAföG beeinflussen könnte. Bestimmt möchtest du wissen, ob dir etwas von deinem BAföG abgezogen wird. Wenn dein Gehalt in deinem Nebenjob unter 450 € liegt, erhältst du denselben BAföG-Betrag wie auch vor der Aufnahme deiner Nebentätigkeit.

Der Zusatzverdienst kann sich aber auf die Höhe der Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) auswirken. Wenn du BAB beziehst, wird nämlich ein Freibetrag von 255 € netto auf deinen Minijob angerechnet. Falls dieser Fall auf dich zutrifft, solltest du ausrechnen, ob sich ein Nebenjob lohnt.

Wenn du noch zuhause bei deinen Eltern wohnst, wird dir das Kindergeld auch mit einem Nebenjob während der Ausbildung komplett angerechnet. Da du immer noch zuhause wohnst, wirst du als Kind eingestuft. Deinen Eltern wird das Kindergeld also nicht gestrichen.


Eine große Auswahl an Nebenjobs

Suche dir einen Nebenjob, der dir Spaß macht. Natürlich möchtest du in erster Linie mehr Geld verdienen. Überarbeite dich aber nicht bei einer Stelle, wo dir die Arbeit keinen Spaß macht, du dich nur quälst und ständig auf die Uhr schaust, um zu wissen wann du Feierabend hast. Versuche deine Hobbys mit deinem neuen Nebenjob zu verknüpfen. Wenn du gerne auf Menschen zugehst, könntest du Flyer in der Fußgängerzone verteilen. Falls das Telefonieren genau dein Ding ist, versuche es doch als Telefonist am Wochenende. Du kannst auch deine Eltern und Freunde um Rat fragen. Sie kennen dich und können dir sicherlich einen für dich passenden Nebenjob empfehlen. Du hast also viele Möglichkeiten und kannst individuell auswählen.