Die beliebte Diskussion: Ausbildung vs. Studium

Die Frage, womit man bessere Zukunftschancen hat, ist nicht nur für Abiturienten relevant, sondern auch für Schüler mit einem mittleren Schulabschluss, die sich entscheiden müssen, eine Ausbildung aufzunehmen oder weiter zur Schule zugehen, um eine Hochschulzugangsberechtigung zu erlangen. Dass sich letztendlich so viele junge Menschen für ein Studium entscheiden und immer weniger für eine Ausbildung, liegt u. a. am Image des Studierens: Es ist bei einem Teil der Bevölkerung nach wie vor angesehener und bringt angeblich einen höheren Verdienst sowie bessere Karrierechancen mit sich. Das muss aber nicht sein! Es kommt auf den Fachbereich an, wie deine Perspektiven im jeweiligen Beruf aussehen.

Wer beispielsweise Informatik studiert, genießt beste Karrierechancen. Absolventen eines Studiums der sozialen Arbeit haben es hingegen oft schwer, überhaupt einen Job zu finden oder werden schlecht bezahlt. Ein weiterer Aspekt: Ein Studium ist von Theorie und großem Lernaufwand geprägt. Manche Studierende stehen sogar unter so einem psychischem Stress, dass sie zu Medikamenten greifen. Das ergab unlängst eine
Studie der Techniker Krankenkasse. Bis du mit dem Studium fertig bist, in den Beruf einsteigst und dein eigenes Geld verdienst, dauert es mehrere Jahre.

Wer sich hingegen für einen Ausbildungsberuf in einer Branche mit Fachkräftemangel entscheidet, dessen Karriereaussichten sind keinesfalls schlechter als jene der IT-Fachkraft von der Uni. In vielen Bereichen werden Azubis händeringend gesucht; Bezahlung, Arbeitsinhalte, Aufstiegschancen & Co. sind gut. Mit einer Ausbildung kannst du später die Sicherheit eines fair bezahlten und sicheren Arbeitsplatzes genießen. Auch ist es möglich, nach der Ausbildung eine Führungsposition anzustreben oder sogar dein eigenes Unternehmen zu gründen. Das Baugewerbe ist dafür ein gutes Beispiel.

Gefragt: Azubis auf dem Bau

Du möchtest gerne praktisch arbeiten, statt weiter die Schulbank zu drücken oder in einem womöglich überfüllten Hörsaal zu sitzen? Das Baugewerbe bietet für eine Vielzahl an Möglichkeiten! Es ist eine jener Branchen, die am meisten vom Mangel an Fachkräften betroffen ist. Rund 75 Prozent der KMUs im Baugewerbe haben bereits jetzt Schwierigkeiten damit, offene Stellen zu besetzen – oder befürchten solche in den kommenden Jahren. Wenn dich das Baugewerbe interessiert, kannst du vergleichsweise leicht einen attraktiven Ausbildungsplatz ergattern, denn aufgrund des Bewerbermangels hast du in Bewerbungsverfahren nur wenig Konkurrenz zu befürchten. Die Branche bietet dir vielfältige Einsatzmöglichkeiten und als qualifizierte Fachkraft kannst du eine tolle Karriere hinlegen. Weitere Aspekte einer Ausbildung auf dem Bau sind:

  • Du sammelst praktische Berufserfahrung 
  • Du hast gute Chancen auf eine Übernahme und damit einen festen Job nach deiner Ausbildung
  • Du kannst dich jederzeit weiterentwickeln und an deiner Karriere arbeiten und auch in jüngerem Alter schon eine Führungsposition übernehmen
  • Du kannst deinen Meister machen und dein eigenes Unternehmen gründen. Der Meistertitel ist sogar gleichwertig mit dem Bachelorabschluss
  • Wenn du magst, kannst du auch nach deiner Ausbildung noch studieren – sogar, wenn du gar keine Hochschulzugangsberechtigung hast


Einsatzbereiche und Karrierechancen auf dem Bau

Grundsätzlich gibt es im Bauwesen drei Gebiete: Hochbau, Tiefbau und Ausbau. Dementsprechend vielfältig sind auch die Berufsbilder im Baugewerbe: Du kannst beispielsweise Maurer oder Zimmerer werden, aber auch Baugeräteführer, Anlagenmechaniker oder Fliesenleger werden händeringend gesucht. Gewiss ist auch für deine Interessen ein passender Ausbildungsberuf dabei! Was in jedem Beruf wichtig ist, ist eine regelmäßige Weiterqualifizierung, um auf dem neuesten Stand der Technik zu bleiben. Dachdecker müssen sich zum Beispiel nicht nur mit klassischen Dachpfannen aus Keramik auskennen, sondern auch mit modernen Sandwichpaneelen und Metalldachpfannen. Wie eine Dacheindeckung mit diesen Materialien funktioniert, zeigt das Unternehmen O-Metall in einem 3D-annimierten Video. Je nach Beruf hast du verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten: Du kannst deinen Meister machen, wie etwa den Dachdeckermeister oder Zimmerermeister, deinen staatlich geprüften Techniker in der Fachrichtung Bautechnik, oder das dreistufige Weiterbildungsmodell Vorarbeiter - Werkpolier - geprüfter Polierer.

Genau diese Aspekte spiegelt auch eine aktuelle Studie der SOKA-Bau und des FAZ-Instituts wider. Laut dieser Studie sind 92 Prozent der Jugendlichen mit ihrer Bauausbildung "zufrieden" oder sogar "sehr zufrieden". Als Top 5 Kriterien für die Berufswahl wurden genannt: 

  • Spaß an der Arbeit in einem Bauberuf
  • gute Berufsperspektiven im Anschluss an die Ausbildung
  • Praxisnutzen des Erlernten im privaten Bereich
  • Höhe der Ausbildungsvergütung
  • Wohnortnähe des Ausbildungsbetriebes


Schattenseiten der Arbeit im Baugewerbe 

Doch wie immer im Leben hat auch diese Medaille zwei Seiten und somit gibt es einige Argumente, welche gegen die Arbeit im Baugewerbe sprechen. Dazu gehört, dass du körperlich arbeiten musst. Hast du also beispielsweise gesundheitliche Probleme oder bist nicht allzu leistungsfähig, könnte diese Arbeit für dich nicht optimal geeignet sein. Weiterhin sind die Arbeitszeiten meist wenig flexibel; Modelle wie Gleitzeit sind selten. Beim Bau bist du auf das Wetter angewiesen und hast dementsprechend saisonale Schwankungen: Im Sommer hast du oft viel Arbeit, im Winter dafür wenig bis überhaupt keine.


Zusammenfassung

Ausbildung oder Studium? Nach der Schule entscheiden sich viele junge Leute lieber für das Studium. Jedoch gibt es zahlreiche Ausbildungsberufe, bei welchen die Karriereperspektiven mindestens ebenso gut sind – wenn nicht sogar besser. Dazu gehört auch das Bauwesen. Ob das Baugewerbe für dich geeignet ist und um welchen Ausbildungsberuf es sich dabei handeln soll, findest du am besten heraus, indem du ein Praktikum absolvierst und in den Berufsalltag hineinschnupperst. Dieses kann zudem deine Eintrittskarte in den Betrieb sein, um dort anschließend eine Ausbildung und Festanstellung zu ergattern. Es spricht also nichts dagegen, diesen Weg einzuschlagen. Anschließend kannst du immer noch ein Aufbaustudium machen oder den Meistertitel erwerben. Dieser ermöglicht dir wiederum, ein eigenes Unternehmen zu gründen, wodurch deine Karriere- und Verdienstmöglichkeiten beinahe endlos sind. Weder das Studieren noch eine Ausbildung ist also per se besser oder schlechter.

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