Vielleicht kennst du das Szenario: Du hältst dein Abschlusszeugnis in der Hand und bereust schon im selben Moment, dass du dich in der Schule nicht mehr angestrengt hast. Doch kein Grund zur Sorge, auch wenn du nicht die besten Noten hast, kannst du trotzdem erfolgreich eine Ausbildung absolvieren, denn insgesamt haben gute Noten in der Bewerbung nicht mehr so einen hohen Stellenwert wie vor einigen Jahren. Viele Unternehmen benötigen dein Zeugnis sogar nur, um sicherzugehen, dass du den gewünschten Schulabschluss überhaupt hast. Übrigens: Rein formal ist für die meisten Ausbildungsberufe gar kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Die Hauptsache ist in der Regel, dass du deine Vollzeitschulpflicht erfüllt hast. Zeig dem Personaler also einfach, dass du motiviert bist und Lust hast, den gewählten Ausbildungsberuf zu erlernen!


Kann man mit schlechten Noten überhaupt Erfolg im Beruf haben?

Die Antwort ist glasklar: Ja! Es gibt viele Berufe, in denen handwerkliches Geschick, Kreativität, Kommunikationsfähigkeit, Empathie und andere Fähigkeiten weit mehr zählen als Zeugnisnoten. Nicht selten kommt es sogar vor, dass eher mittelprächtige Schülerinnen und Schüler im Job so richtig durchstarten, weil sie einfach viel mehr Lust haben, praktisch zu arbeiten, als die Schulbank zu drücken und zu büffeln. Und ist die Ausbildung erst geschafft, kann es auch noch weitergehen: Durch eine Weiterbildung, die nach nahezu jeder Ausbildung möglich ist, kannst du dein Wissen erweitern und hast so die Aussicht auf eine höhere Position in deinem Unternehmen. Gerade bei handwerklichen Berufen gibt es viele Bereiche, in denen du sogar als Meister den Schritt in die Selbstständigkeit wagen kannst.
Auch an deinem Gehalt soll es nicht fehlen: Der unten genannte Gleisbauer gehört beispielsweise zu den bestbezahlten Ausbildungsberufen überhaupt!


Ausbildungsberufe für Schüler mit schlechtem Abschlusszeugnis

In diesen Berufen zählen besonders deine handwerkliche Begabung, deine kreative Ader oder deine Kommunikationsfähigkeit – auf deine Noten und Mathe und Deutsch kommt es weniger an:

Natürlich kannst du auch in anderen Branchen oder Berufen deine Karriere starten. Hast du zum Beispiel ein Defizit in Mathematik, solltest du darauf achten, dass du in deinem Arbeitsalltag nicht jeden Tag mit komplizierten Rechnungen und vielen Zahlen zutun hast.
Übrigens: In unserer Themenwelt findest du viele spannende Infos zur Ausbildung in unterschiedlichen Branchen.


Bewerbung mit schlechten Noten

Wenn du einen passenden Ausbildungsberuf für dich gefunden hast, folgt das Schreiben der Bewerbung. Es gibt viele Aspekte, die du wirklich gut in dein Anschreiben einbringen kannst, die ganz unabhängig von deinen Schulnoten sind. Folgendes solltest du beachten, um deine Eignung für den Beruf darzustellen:

  1. Geh in deinem Anschreiben nicht auf deine schlechten Noten ein. Dadurch verlegst du das Augenmerk des Personalers vermutlich nur noch mehr darauf. Versuche deswegen in deiner Bewerbung anstelle deiner Schulnoten lieber deine persönlichen Stärken und Interessen in den Vordergrund zu rücken.
  2. Einzelhandelskaufleute, die zwar gute Noten haben, aber nicht mit ihren Kunden kommunizieren können, sind für ihren Beruf nicht geeignet. Die sogenannten „Soft Skills“ sind die Fähigkeiten, die du später in deinem Arbeitsalltag brauchst. Außerdem sind sie für die Personalerinnen und Personaler ein wichtiges Kriterium bei der Suche nach Azubis.
  3. Bei deinem zukünftigen Vorgesetzten wird es sicher gut ankommen, wenn du bereits praktische Erfahrungen in Form eines Praktikums sammeln konntest - bestenfalls sogar in dem Beruf, in dem du deine Ausbildung machen möchtest. Dadurch sieht der Personaler, dass du dich wirklich für den Beruf interessierst.
  4. Bist du vielleicht ehrenamtlich bei der Feuerwehr oder arbeitest in deinem Sportverein als Trainer? Super, denn Engagement könnte auch ein ausschlaggebendes Argument sein, weshalb sich der Personaler für dich entscheidet. Es zeigt, dass du dich aktiv einsetzt, Verantwortung übernimmst und gerne deine Zeit dafür investierst, anderen Menschen zu helfen.
  5. Im Bewerbungsgespräch kann es gut vorkommen, dass du auf deine Noten angesprochen wirst. Hier heißt es: Locker bleiben! Wichtig ist, dass du ehrlich bist und zu deinen Noten stehst.

Gut zu wissen: Fragen nach schlechten Noten werden übrigens gerne als sog. Stressfragen eingesetzt. Der Personaler will damit testen, wie du unter Stress reagierst. Versuche nicht, dich zu rechtfertigen und rauszureden, stattdessen solltest du Ruhe bewahren und versuchen, sachlich zu antworten.


Schlechte Noten: Das kannst du sonst noch machen

Du überlegst, ob du nach deinem Schulabschluss sofort eine Ausbildung beginnen sollst oder erst einmal etwas anderes machen möchtest? Dazu hast du verschiedene Möglichkeiten. Du könntest zum Beispiel…

  • …durch ein Praktikum Erfahrungen sammeln.
  • …durch einen Auslandsaufenthalt lernen, selbstständig zu werden.
  • …einen Freiwilligendienst mit sozialem, ökologischem oder kulturellem Schwerpunkt absolvieren.
  • …deinen Schulabschluss gegebenenfalls durch einen weiteren Bildungsweg verbessern.

So kannst du die Zeit bis zum Ausbildungsbeginn sinnvoll zu nutzen. Die o. g. Möglichkeiten können sich sogar positiv auf deine Bewerbung auswirken. Wichtig zu beachten ist, dass einige der Vorschläge nur nach Erfüllung der Vollzeitschulpflicht realisiert werden können.


Schulabschluss nachholen

Natürlich gibt es auch für diejenigen, die keinen Schulabschluss haben, die Möglichkeit, diesen nachträglich zu erwerben. Andere können ihren bereits erworbenen Abschluss durch einen weiteren Bildungsweg noch verbessern. Folgende Abschlüsse kannst du machen:

  • Hauptschulabschluss
  • Realschulabschluss (mittlere Reife)
  • Fachabitur (Fachhochschulreife)
  • Abitur (allgemeine Hochschulreife)

Tipp: Weitere Infos zum Thema „Schulabschluss nachholen“ findest du in unserem Portal.


Fazit: Ausbildung trotz schlechter Noten? Kein Problem!

Wie du siehst, hast du nach deinem Abschluss – auch ohne Einser-Zeugnis – viele Möglichkeiten, sei es durch Praktika nach der Schulzeit oder einen direkten Start in die Ausbildung. Hab also keine Scheu, dich zu bewerben!

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