Wie werde ich Produktionsfachkraft Chemie?

Wenn du
  • mit größter Sorgfalt und Präzision an die Arbeit gehst,
  • Sicherheitsvorkehrungen streng einhalten kannst,
  • Interesse an Technik, Mathe, Physik und Chemie mitbringst,
  • über ein gewisses handwerkliches Geschick verfügst,
  • Spaß daran hast, an hochtechnisierten Maschinen und Anlagen zu arbeiten
  • und nach einem abwechslungsreichen Arbeitsalltag suchst
… dann ist der Beruf der Produktionsfachkraft Chemie vielleicht genau das Richtige für dich. Mach doch mal den Test!

Schulische Voraussetzung

Es werden in der Regel Bewerber mit einem Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss eingestellt.

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Hauptschulabschluss

Ausbildungsdauer

2 Jahr(e)

Was macht ein Produktionsfachkraft Chemie?

Ob Farben, Lacke, Kunststoffe, Arzneimittel, Waschmittel oder Kosmetika – viele Gegenstände unseres täglichen Lebens sind Produkte der chemischen Industrie. Hergestellt werden sie in verfahrenstechnischen Anlagen. In Kesseln, Pumpen und Rohren finden automatisch gesteuerte chemische Reaktionen statt, werden chemische Ausgangsstoffe umgewandelt oder gemischt. Als Produktionsfachkraft Chemie bedienst du die modernen Produktionsanlagen, sorgst für den reibungslosen Ablauf aller Arbeitsschritte und stellst im Anschluss die Qualität der Erzeugnisse sicher.

Die Vorbereitung

Wenn bestellte Rohstoffe und Chemikalien in deinem Betrieb angeliefert werden, nimmst du sie entgegen und lagerst sie fachgerecht. Brennbare, giftige oder explosive Stoffgemische, sogenannte Gefahrstoffe, gehören zu deinem Arbeitsalltag. Sie müssen unter Beachtung der Sicherheitsvorkehrungen gelagert werden und dürfen nur mit Schutzkleidung, z.B. Handschuhen, Schutzbrille, Gummischürze oder Partikelfilter, behandelt werden. Bevor die Produktion beginnen kann, wählst du die benötigten Ausgangsstoffe aus dem Lager aus. Du wiegst Stoffportionen ab und setzt Mischungen nach Rezepturen an. Dafür musst du genau wissen, welche anorganischen, organischen oder polymeren Stoffe und Verbindungen es gibt sowie welche Eigenschaften und Reaktionsweisen Laugen, Basen und Säuren haben. Auch wie man Lösungen herstellt, Feststoffe zerkleinert und Gemische trennt, gehört zu deinem Grundwissen.

Die Produktion

Zunächst richtest du die Maschinen ein. Um zum Beispiel einen Reaktor funktionstüchtig zu machen, montierst du zunächst ein Ventil, installierst eine Rohrleitung und dichtest sie ab. Die Anlagen müssen anschließend auf die richtige Temperatur erhitzt werden, um bestimmte chemische Reaktionen auszulösen. Während des kompletten Produktionsvorgangs überwachst du die Vorgänge und prüfst Zwischenergebnisse anhand von Proben und Messungen. Ist die Temperatur richtig eingestellt? Ist der Druck zu hoch oder der Füllstand zu niedrig? Die geringsten Abweichungen können die Qualität beeinträchtigen oder Gefahren darstellen. Sorgfalt ist also gefragt, wenn du mit elektronischen Messgeräten die Produktionsparameter überprüfst. Im Labor führst du zusätzlich chemische und physikalische Untersuchungen durch, welche du in Protokollen festhältst. Die fertigen Produkte wiegst du ab und füllst sie in Container und Fässer. Anfallende Rückstände entsorgst du fach- und umweltgerecht, zum Beispiel in der Rückstandsverbrennungsanlage.  
Bei der Bedienung der Maschinen und Anlagen hast du es mit modernster Steuer- und Regelungstechnik zu tun. Da viele chemische Produktionsanlagen rund um die Uhr im Einsatz sind, arbeitest du als Produktionsfachkraft Chemie auch im Schichtbetrieb.

Kontrollieren und Reparieren

Bei so viel moderner Technik kann es hin und wieder zu Störungen an den Anlagen kommen. Wenn eine Störungsmeldung auftritt, suchst du zunächst nach der Ursache. Klemmt eine Pumpe? Wurde ein Wert falsch eingestellt? Müssen Bindemittel oder Füllstoffe nachgefüllt werden? Mit deiner Fachkenntnis und deiner Erfahrung ist der Fehler zum Glück schnell behoben. Damit solche Störungen am besten gar nicht erst auftreten – denn Stillstand bedeutet schließlich ein Minus für die Produktion – reinigst, pflegst und wartest du die chemietechnischen Anlagen regelmäßig. Du tauschst Dichtungen aus, überprüfst und reinigst Rohrleitungen und Armaturen und dokumentierst diese Maßnahmen.

Inhalte der Ausbildung

Schulische Ausbildungsinhalte

Die Berufsschule ist einer von zwei Ausbildungsstandorten deiner dualen Ausbildung. Hier lernst du zum Beispiel den richtigen Umgang mit Säuren, Basen, Salzen und Lösungen. Einiges kennst du vielleicht bereits aus dem Chemieunterricht aus der Schule. Du erfährst, wie du die Konzentration von Säuren bestimmst oder die Dichte und Masse von Feststoffen. Einfache chemische Lösungen stellst du hier bereits im Labor her und entnimmst Proben, die du im Anschluss analysierst und deren Daten du dokumentierst. Destillieren, Filtrieren, Sedimentieren, Umkristallisieren und Zentrifugieren werden schon bald keine Fremdwörter mehr für dich sein. Das alles bereitet dich auf deine Berufspraxis im Betrieb vor.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Zunächst ist es wichtig, in einem großen Betrieb der chemischen oder pharmazeutischen Industrie die Infrastruktur des Unternehmens kennenzulernen. Du durchläufst die verschiedenen Abteilungen und lernst zum Beispiel, wie du die Wareneingangskontrolle durchführst, wie du in der Produktion Anlagen einrichtest, wartest und bedienst, wie du im Labor Proben entnimmst und analysierst und in der Werkstatt Rohrleitungen abdichtest oder verbindest. Auch der Umgang mit Gefahrstoffen sowie Bestimmungen des Umweltschutzes sind wichtige Inhalte deiner Ausbildung.

Ablauf der Ausbildung

Die Ausbildung zur Produktionsfachkraft Chemie ist eine zweijährige duale Ausbildung. Sie kann erweitert werden um zweieinhalb Jahre zum Berufsabschluss des Chemikanten (m/w). Mit etwas Berufserfahrung lässt sich auch direkt eine Weiterbildung zum Techniker oder Meister anschließen.

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