Das Kunstwerk eines Konditors ©Pixabay Public Domain

Ausbildung
Konditor (m/w/d)

Bildungsweg
Duale Ausbildung
Empfohlener Schulabschluss
Hauptschulabschluss
Ausbildungsdauer
3 Jahr(e)

Konditoren rühren, kneten, backen, modellieren und dekorieren. Sie stellen Pralinen, Feingebäck, Kuchen und Torten auf Anfrage oder für das Sortiment ihres Konditoreibetriebs her.

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Deine Tätigkeiten

Ein Arbeitstag in der Konditorei

6 Uhr: Dein Tag beginnt. Heute steht einiges an. Gestern war die letzte Besprechung vor dem großen Auftrag, den du heute mit deinem Team erledigen wirst. Ein Freizeitpark feiert sein 25-jähriges Jubiläum und hat in deiner Konditorei eine Riesentorte in Auftrag gegeben. Nachdem alle Details mit dem PR-Manager des Parks abgesprochen sind, kann es heute losgehen, denn morgen Mittag soll die 2,50m lange und 1,30m breite Torte im Kühlwagen verfrachtet und pünktlich zur Jubiläumsfeier im Freizeitpark geliefert werden.

Als du die Konditorei betrittst, sind die Konditormeister schon im Stress. Ein so großer Auftrag ist nicht nur wirtschaftlich von großer Bedeutung für deinen Betrieb, sondern auch organisatorisch sehr anspruchsvoll und aufwändig. Mit den anderen Konditorgesellen stellst du die Rohmasse für die Teigschichten her. Dazu gibst du riesige Mengen Mehl, Zucker und Butter in die große Rührmaschine, schlägst palettenweise Eier auf und fügst etwas Salz hinzu. Nachdem du den Teig auf den riesigen Blechen glattgestrichen hast, stellst du Temperatur und Zeit am Ofen ein.

In der Zwischenzeit assistierst du deinen Kollegen, die sich schon an die Creme begeben haben. Eine süße Blaubeer-Buttercreme sorgt für den guten Geschmack und verbindet die drei Teigschichten miteinander. Kiloweise rührst du Butter und Vanillepudding mit der Rührmaschine und fügst nach und nach weitere Zutaten hinzu. Erst ganz am Ende werden die frischen Blaubeeren darunter gegeben. Bei der Größe der Schichten braucht es mehrere Hände, um die fertig gebackenen Teigflächen übereinander zu stapeln. Das „Grundgerüst“ der gigantischen Torte steht. Du bist erleichtert.

Doch nun geht es mit der künstlerischen Gestaltung weiter und die erfordert nicht nur handwerkliches Geschick, sondern auch ein gutes Auge und ein kreatives Köpfchen. Der Freizeitpark soll mit seinen 10 Hauptattraktionen mit Marzipan, Baisermassen und Schokolade abgebildet werden. Nachdem deine Kollegen das hügelige Terrain des Parks mithilfe von Teigresten nachgebildet haben, färbst du mit Lebensmittelfarbe Cremes, um Wiesen, Wege und Teichanlagen nachzubilden. Nun kommt der schwierigste Teil: Achterbahnen, Wildwasserbahn, Riesenrad und Geisterbahn aus Marzipan! Mit Rührmaschine, Messer, Pinsel, Spritzbeutel und jeder Menge Geduld und Neven geht es an die Arbeit. Nach einigen Stunden stehen die Kunstwerke auf dem Tisch und es werden die letzten Verzierungen angebracht.

Morgen wirst du alles auf der obersten Tortenschicht mithilfe von Kuvertüren, Tortengüssen und Zuckermasse so fest wie möglich anbringen und die Torte für den Transport sicher verstauen. Was für ein Tag! Nun heißt es: Daumen drücken, dass auch der Kunde zufrieden ist. Du und dein Team seid es allemal.

Inhalte der Ausbildung


Schulische Ausbildungsinhalte

Was wärst du bloß ohne die Berufsschule? Du lernst hier alle Zutaten, die du als Konditor brauchen wirst, kennen. Wusstest du, dass es ganz verschiedene Mehltypen gibt, die mithilfe der DIN-Norm ihrem Mineralstoffanteil nach klassifiziert werden? Und kennst du eigentlich den Unterschied zwischen einem Gelee, einer Marmelade und einer Konfitüre oder zwischen Hefe-, Rühr-, Mürbe-, Blätter- und Biscuitteig? Keine Angst, das wirst du alles in der Schule lernen! In Chemie zum Beispiel erforschst du die Entwicklung von Hefekulturen. In Mathe lernst du, wie du Rezepte schnell im Kopf umrechnen kannst mithilfe von Dezimalrechnung, Bruchrechnung und Dreisatz. Auch die rechtlichen Grundlagen der Lebensmittelindustrie und des Konditorhandwerks im Speziellen werden dir in der Berufsschule vermittelt.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Was du in der Theorie schon kannst, wirst du auch in der Praxis lernen. Im Ausbildungsbetrieb steht dir in der Regel ein ausgelernter Konditor-Geselle zur Seite und führt dich in die Geheimnisse des Konditor-Handwerks ein. Zum Beispiel lernst du, die verschiedenen Küchengeräte- und maschinen zu bedienen. Weißt du, wie die Marmelade in die Berliner kommt? Dafür gibt es eine besondere Spritzmaschine und du kannst in einer Minute bis zu 100 Berliner – oder auch Krapfen oder Pfannkuchen genannt – befüllen.  Dir wird gezeigt, wie du mit Marzipan modelliest und dekorierst, wie du verschiedene Teige herstellst und wir die ganzen Geräte und Maschinen gereinigt, gewartet und in Betrieb genommen werden. Nach und nach kannst du die vielen Rezepte auswendig. Das erleichtert dir die Arbeit, denn du musst nicht jedes Mal alles nachschauen. Wenn du dir nicht sicher bist, sieh jedoch lieber einmal mehr nach, bevor du den Teig zu süß, zu flüssig oder zu fest anrührst.

Besonderheiten


Die Abschlussprüfung am Ende deiner dualen Ausbildung zum Konditor nennt sich „Gesellenprüfung“. Nach dem Bestehen darfst du dich dann stolz als „Konditor-Geselle“ bezeichnen.

Voraussetzungen


Du bist
  • gut im Kopfrechnen?
  • sorgfältig und ordentlich?
  • kreativ?
  • teamfähig?
  • bereit, früh aufzustehen und auch mal am Wochenende zu arbeiten?
Dann bist du genau der Richtige für eine Ausbildung zum Konditor oder zur Konditorin!

Um zu sehen, ob der Beruf wirklich zu dir passt, teste doch mal deinen Persönlichkeitstyp in unserem Berufsscout!

Schulische Voraussetzung

Es ist kein Schulabschluss gesetzlich festgeschrieben. Demnach werden Bewerber sowohl mit Hauptschulabschluss als auch mit Realschulabschluss, Fachabi und Abi eingestellt.

Quellen:
Bei der Recherche für unsere Berufsbilder verwenden wir die Informationen von der Bundesagentur für Arbeit
sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie .

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