Pflichten in der Ausbildung

„Unsere Pflichten, das sind die Rechte anderer auf uns.“

Als Auszubildender hast du nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten deinem Arbeitgeber gegenüber. Diese Pflichten sind gesetzlich geregelt, beispielsweise im § 13 des Berufsbildungsgesetz (kurz BBiG), § 5 des Entgeltfortzahlungsgesetz (kurz EntgFZG) oder § 32 des Jugendarbeitsschutzgesetz (kurz JArbSchG). Auf den ersten Blick hören sich Gesetzestexte erst einmal ganz schön kompliziert an. Wir erklären dir, wie die Texte zu verstehen sind.


Lernpflicht

Als Azubi musst du dich bemühen, die Fertigkeiten und Kenntnisse zu erwerben, die für das Ausbildungsziel erforderlich sind.


Sorgfaltspflicht

Erledige die dir übertragenen Aufgaben ordentlich und sorgfältig.


Teilnahmepflicht am Berufsschulunterricht

Es besteht für dich die Pflicht, an Ausbildungsmaßnahmen, wie z. B. Berufsschulunterricht, teilzunehmen, denn hier wird dir der theoretische Teil deiner Ausbildung vermittelt.


Weisungen befolgen

Den Anweisungen deiner Ausbilder oder anderer weisungsbefugter Personen musst du Folge leisten, solange sie im Zusammenhang mit deiner Ausbildung stehen. Wenn du also den ganzen Tag putzen, aufräumen oder „Angelegenheiten“ vom Chef (wie das Abholen seiner Kleidung aus der Reinigung) erledigen musst, ist das zu erreichende Ausbildungsziel weit verfehlt.


Einhaltung der Ordnung an deinem Arbeitsplatz

An jedem Arbeitsplatz gelten bestimmte Ordnungsvorschriften, z. B. Kleiderordnung, Sicherheits- oder Unfallverhütungsvorschriften, Bestimmungen zur Schutzbekleidung, Rauchverbot, etc. Auch wenn deiner Meinung nach manche davon überflüssig sind: Halte dich daran!


Pfleglicher Umgang

Werkzeuge, Maschinen und sonstige Einrichtungen wie beispielsweise dein Computer musst du pfleglich behandeln und darfst sie nur für die dir übertragenen Tätigkeiten verwenden.


Schweigepflicht

Du bist verpflichtet, über Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse Stillschweigen zu wahren.


Anzeige- und Nachweispflicht

Bei Fernbleiben von der betrieblichen Ausbildung, dem Berufsschulunterricht oder sonstigen Ausbildungsveranstaltungen musst du deinen Ausbilder unter Angabe von Gründen unverzüglich informieren und spätestens am vierten Krankheitstag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen. Achtung: Dein Arbeitgeber kann von dieser Regelung abweichen und das Attest sofort am ersten Tag verlangen.


Führung eines Ausbildungsnachweises

In dein Berichtsheft schreibst du, welche Tätigkeiten du während deiner Ausbildung ausgeführt hast. Das vollständig ausgefüllte und unterschriebene Berichtsheft musst du bei der zuständigen Handwerks-, Industrie- oder Handelskammer zur Abschlussprüfung und in einigen Berufen auch zur Zwischenprüfung vorlegen, um zur Prüfung zugelassen zu werden. Führe dein Berichtsheft also regelmäßig und gewissenhaft und bereite dich gut auf die Prüfungen vor, z.B. mit unseren Tipps zur Prüfungsvorbereitung.


Ärztliche Untersuchungspflicht

Wenn du das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hast, musst du dich vor deiner Ausbildung ärztlich untersuchen lassen und deinem Arbeitgeber eine Bescheinigung darüber vorlegen. Am Ende des ersten Lehrjahres wirst du dann erneut untersucht, um zu kontrollieren, ob deine Ausbildung oder bestimmte Arbeiten deiner Gesundheit geschadet haben. Auch über diese Untersuchung brauchst du dann eine ärztliche Bescheinigung. Die zweite Untersuchung sollte nach frühestens neun und spätestens zwölf Monaten erfolgen.


Weiterführende Informationen


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