Wie werde ich Notfallsanitäter / Notfallsanitäterin?

Es geschieht meist ganz plötzlich: Einmal nicht aufgepasst im Straßenverkehr und schon ist ein Unfall geschehen, einmal die Medikamente bei Diabetes oder Bluthochdruck vergessen oder die Symptome nicht ernst genommen und schon wird es lebensbedrohlich.
Ein schneller Notruf und wenig später sind Notfallsanitäterinnen und -sanitäter am Einsatzort und übernehmen die medizinische Versorgung von Verletzten. Sind die Personen für den Transport stabil, werden sie rasch ins nächste Krankenhaus gefahren, damit sie dort weiter versorgt werden können.
Du möchtest Leben retten? Du bewahrst auch in stressigen Situationen einen kühlen Kopf und stellst dich zügig auf neue Situationen ein? Du arbeitest stets sorgfältig und genau? Dann eignest du dich für die schulische Ausbildung zum sogenannten NotSan. Neben deinem Verantwortungsbewusstsein benötigst du vor allem folgende Eigenschaften:

  • Teamfähigkeit
  • Keine Berührungsängste
  • Interesse an Medizin
  • Emotionale und körperliche Belastbarkeit
  • Verschwiegenheit
Du weißt nicht, ob du dich für die Ausbildung als Notfallsanitäter eignest und würdest gern wissen, was deine Familie und Freunde davon halten? Finde es mit unserem Stärken-Check heraus.

Wichtig: Wie in nahezu jedem Beruf, in dem du mit Menschen zu tun hast, gilt auch hier: Die Arbeit als Notfallsanitäter kann dich mitunter an deine emotionalen Grenzen bringen, vor allem, wenn der Notfall ein schlimmer Verkehrsunfall mit vielen Verletzten oder eine ähnlich traumatische Situation ist. Das sollte dir bewusst sein, bevor du die Ausbildung beginnst.

Du möchtest Menschen in Not helfen, aber erst einmal keine dreijährige Ausbildung absolvieren? Die Ausbildung zum Rettungssanitäter dauert insgesamt drei bis vier Monate und qualifiziert dich, Krankentransporte zu übernehmen und Patienten im Notfall zu versorgen. Die Brandbekämpfung und die Bergung in Notfällen sind eher dein Ding? Dann schau dir die Ausbildung zum Feuerwehrmann an!

Weitere soziale Berufe findest du in unserer gleichnamigen Themenwelt!

Schulische Voraussetzungen

Für die Notfallsanitäter-Ausbildung benötigst du in der Regel einen Realschulabschluss. Auch Bewerberinnen und Bewerber mit einem Hauptschulabschluss sind gern gesehen, sofern sie eine mindestens zweijährige Berufsausbildung nachweisen können. Darüber hinaus wird ein ärztliches Attest zur gesundheitlichen Eignung und unter Umständen ein Führungszeugnis verlangt.

Bildungsweg

Schulische Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Realschulabschluss / Mittlere Reife

Ausbildungsdauer

3 Jahr(e)

Azubi-Gehalt

Ø 1200 EUR

Was macht ein Notfallsanitäter / Notfallsanitäterin?

Deine Aufgaben als Notfallsanitäter bzw. -sanitäterin auf einen Blick

  • Immer einsatzbereit: Eine gute Vor- und Nachbereitung von jedem Einsatz ist das A und O.
  • Leben retten: Am Unfallort geht es oft drunter und drüber. Notfallsanitäter übernehmen die medizinische Versorgung von Patienten.
  • Patienten transportieren: Notfallsanitäter kümmern sich um den sicheren Transport vom Unfallort zum Krankenhaus.

Deine Aufgaben im Detail

Immer einsatzbereit

Wenn ein Notruf eingeht, muss es schnell gehen. Dafür bedarf es gut aufeinander abgestimmte Abläufe. Die Fachkräfte in der Rettungsleitstelle nehmen den Notruf entgegen, senden das Fahrzeug zum Einsatzort und geben erste Informationen zum Notfall durch. Die Notfallsanitäter im RTW (Rettungswagen) begeben sich mit Blaulicht und Martinshorn zum Einsatzort, damit sie schnell eingreifen können. Wenn der Patient sicher im Krankenhaus abgeliefert wurde, hilft die Nachbereitung, dass es auch beim nächsten Einsatz so schnell geht: Der Wagen wird von dir gereinigt und desinfiziert, getankt und die medizinischen Geräte kontrolliert und bei Bedarf ersetzt.

Leben retten

Am Unfallort beurteilst du als Notfallexperte die Situation. Wer braucht Hilfe? Welche medizinischen Maßnahmen musst du zuerst vornehmen? Benötigt jemand lebensrettende Maßnahmen? Dann machst du dich ans Werk: Patienten beatmen, Wunden versorgen, den Kreislauf stabilisieren. Bei deinen Tätigkeiten sind schnelle Reaktionen, Sorgfalt und Genauigkeit gefragt. Möglicherweise müssen Körperteile auch erst stabilisiert werden, bevor du die Verletzten auf eine Trage legen und so für den Transport bereit machen kannst.

Patienten transportieren

Wenn ein Patient transportfähig ist, schiebst du ihn mit deinen Kollegen in den Rettungswagen. In dem Fahrzeug hört die medizinische Versorgung aber längst nicht auf. Du überwachst die Vitalfunktionen auch während der Fahrt. In besonders schweren Fällen muss auch der Notarzt mit ins Fahrzeug. Dann wird es eng auf den wenigen Quadratmetern. Außerdem leistest du psychische Betreuung bei den Verletzten, wenn diese traumatisiert sind. Am Krankenhaus angekommen übergibst du dem Krankenhauspersonal in der Notaufnahme den Patienten.

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Gut zu wissen...
  • Am Wochenende steigen die ambulanten Notfälle um rund 40 Prozent an.
  • Jede Person, die einen Führerschein macht, muss eine Ausbildung in Erste-Hilfe-Maßnahmen nachweisen.
  • Die Berufsbezeichnung Notfallsanitäter existiert in Deutschland erst seit 2014.

Inhalte der Ausbildung

Die Ausbildung als Notfallsanitäter bzw. -sanitäterin absolvierst du zum Teil in einer Berufsfachschule und zum Teil bei einer Rettungswache sowie im Krankenhaus. Du erhältst also fundierte Kenntnisse in Theorie und Praxis.

Theoretische Ausbildungsinhalte

Die theoretischen Kenntnisse erhältst du in der Berufsfachschule. Hier werden folgende Themenbereiche behandelt:
  • Notallsituationen und Gefahrensituationen erkennen, erfassen und bewerten
  • Rettungsdienstliche sowie Maßnahmen der Gefahrenabwehr auswählen, durchführen und auswerten
  • Mit hilfesuchenden und hilfebedürftigen Menschen kommunizieren und sie beraten
  • Abläufe im Rettungsdienst strukturieren und Maßnahmen integrieren und anwenden
  • Das Arbeiten im Rettungsdienst intern organisieren
  • Das Handeln an Qualitätskriterien und deren Rahmenbedingungen ausrichten
  • Bei der medizinischen Diagnostik und Therapie mitwirken

Praktische Ausbildungsinhalte

Erste Berufserfahrung sammelst du natürlich nur, wenn du die Einsätze hautnah miterlebst. Deswegen umfasst deine praktische Ausbildung den Dienst an einer Rettungswache. Dies muss eine genehmigte Lehrrettungswache sein. Du fährst mit auf Einsätze und setzt das Gelernte in die Tat um. Einen weiteren Teil deiner praktischen Ausbildung absolvierst du in geeigneten Krankenhäusern, genauer gesagt in folgenden Abteilungen:
  • Pflege
  • Interdisziplinäre Notfallaufnahme
  • Anästhesie und OP
  • Intensivmedizin
  • Geburtshilfe, Pädiatrie und Kinderchirurgie
  • Psychiatrie, Gerontopsychiatrie und Gerontologie
In den einzelnen Fachabteilungen lernst du unter anderem die Pflege von Patientinnen und Patienten unter Anleitung durchzuführen, Zugänge zu legen und klinische Erstuntersuchungen durchzuführen. Dir werden sämtliche Handgriffe gezeigt, damit du zum Beispiel einen freien Atemweg bei narkotisierten Personen schaffst oder Drainagen und Verbände kontrollierst und bei Bedarf wechselst.

Ablauf der Ausbildung

Bei der dreijährigen Notfallsanitäter-Ausbildung handelt es sich um eine bundesweit einheitlich geregelte schulische Ausbildung. Du wirst in jedem der oben genannten Themenbereiche eine gewisse Stundenanzahl unterrichtet. Die Theorie umfasst insgesamt 1920 Stunden. Die praktische Ausbildung an der Rettungswache zählt insgesamt 1960 Stunden. Weitere 720 Stunden dauert deine Praxisphase im Krankenhaus. Die Lehrzeit kann ebenso in Teilzeit absolviert werden. Diese dauert dann bis zu fünf Jahre.
Wichtig: Wenn du bereits einen Beruf im Gesundheitswesen, beispielsweise als Pflegefachkraft, erlernt hast, kannst du die Notfallsanitäter-Ausbildung möglicherweise verkürzen.

Hilfreiche Fähigkeiten
  • Teamfähigkeit
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Logisches Denken
  • Arbeitsgenauigkeit

Wie gut passt der Beruf Notfallsanitäter / Notfallsanitäterin zu dir?

Wenn du in deinem Beruf gerne Menschen helfen möchtest, ist der Beruf Notfallsanitäter / Notfallsanitäterin genau der richtige für dich.
Wenn du kein Blut sehen kannst, könnten andere Berufe besser zu dir passen.
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