Wie werde ich Maschinen- und Anlagenführer?

  • Du fühlst dich wohl in großen Produktionshallen?
  • Du bist stolz darauf, wenn du Dinge selbst herstellst?
  • Du bringst mathematisch-technisches Verständnis mit?
  • Und bist auch noch teamfähig und bereit, etwas zu lernen?

Dann nichts wie ran an die Bewerbung zum Maschinen- und Anlagenführer!

Schulische Voraussetzung

Die meisten Betriebe stellen Bewerber ein, die einen Hauptschulabschluss haben.

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Hauptschulabschluss

Ausbildungsdauer

2 Jahr(e)

Was macht ein Maschinen- und Anlagenführer?

Eine Maschine kann vieles – nicht aber den Menschen ersetzen

In der Produktion wird immer mehr automatisiert. Die Menge an Produkten, die tagtäglich über die Fließbänder der Fabriken transportiert werden, könnten nie durch Menschenhand gefertigt werden. Maschinen sind nützlich, denn sie erleichtern uns die Arbeit. Es bedarf allerdings qualifizierter Fachkräfte, die diese hochkomplexen Maschinen und Anlagen bedienen und instandhalten.

Als Maschinen- und Anlagenführer nimmst du Aufträge am PC entgegen und bereitest die Arbeitsschritte vor. Das bedeutet, dass du die Maschinen – Druckmaschinen, Werkzeugmaschinen, Textilmaschinen oder Maschinen der Lebensmittelverarbeitung – betriebsbereit machst. Gegebenenfalls musst du sie mit Bauteilen auf- oder umrüsten, die Fertigungsprozesse einstellen oder die Maschine manuell bedienen. Während der Produktion überwachst du die Prozesse und kontrollierst die Zwischenergebnisse. So wird gewährleistet, dass du keine zu große fehlerhafte Stückzahl produzierst. Wenn Fehler in der Produktion auftreten, entdeckst du sie frühzeitig und tauschst defekte Bauteile aus oder reparierst sie.

Beispiel eines Produktionsablaufs in der Lebensmittelproduktion

Dank hochmoderner Lebensmitteltechnologie können in einer Minute bis zu 14.000 Gummibärchen, -schlangen oder sonstige Gummitierchen produziert werden. Dazu werden Wasser, Zucker, Glukosesirup und Geliermittel in Mischanlagen vermengt. Gleichzeitig produziert eine andere Anlage die verschiedenen Farbstoffe aus Obst- und Gemüsekonzentraten. Mit einer Stanzmaschine werden Formen aus Maismehl ausgestanzt, in die dann die Gummimasse gegossen wird. Nun werden alle Tierchen in eine Lagerhalle überführt, wo sie einige Stunden trocknen müssen. Anschließend kommen sie in eine große Trommel, in der sie geölt werden. Das gibt ihnen ihre glänzende Oberfläche. Zu guter Letzt werden die Gummitiere abgewogen, portioniert und du bedienst die Etikettier- und Packanlagen. Fertig ist die Gummibär-Tüte!

Inhalte der Ausbildung

Dank der dualen Ausbildungsform kannst du die theoretischen Inhalte direkt in der Praxis anwenden. Dort siehst du, dass das, was die Berufsschullehrer dir erzählen, nicht nur heiße Luft ist!

Schulische Ausbildungsinhalte

In der Berufsschule lernst du zusammen mit den Schülern, die eine dreijährige Ausbildung zum Verfahrensmechaniker, Industriemechaniker und so weiter machen. Deine Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer dauert jedoch nur zwei Jahre. Du lernst je nach Schwerpunkt, den du vorher gewählt hast, wie Maschinen und Anlagen der Metall- und Kunststofftechnik, Textiltechnik, Lebensmitteltechnik oder Drucktechnik aufgebaut sind und wie man sie bedient. Dazu helfen dir vor allem die Fächer Physik und Werken. Anhand technischer Zeichnungen lernst du, verschiedene Anlagen zu unterscheiden, zu benennen und ihre Funktionen zu verstehen. Im Betrieb siehst du sie dann in ihrer ganzen Pracht und Vielfalt.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Das, was du in der Berufsschule lernst, wird im Ausbildungsbetrieb praktisch umgesetzt. Du lernst zunächst manuelle Fertigungstechniken kennen, also Produktion mit der Hand mithilfe von Werkzeugen. Anschließend lernst du, mit automatisierten Maschinen umzugehen. Dafür ist es hilfreich, zu verstehen, was in einer Maschine vorgeht: Welche Werkzeuge und Techniken werden eingesetzt? Welche Steuer- und Regelungseinrichtungen stecken dahinter? Nachdem du deinem Ausbilder bei der Bedienung, Wartung und bei Reparaturmaßnahmen an Maschinen und Anlagen auf die Finger geschaut hast, bist du selbst an der Reihe. „Wartung“ nennt man übrigens in der Technik Maßnahmen, die den Verschleiß von Maschinenteilen vorbeugen, zum Beispiel durch Reinigung, Austausch von defekten Teilen usw.

Ablauf der Ausbildung

Die Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer dauert zwei Jahre. Es werden verschiedene Schwerpunkte angeboten, von denen du einen wählst: Metall- und Kunststofftechnik, Lebensmitteltechnik, Textiltechnik und Textilveredelung, Druckweiterverarbeitung und Papierverarbeitung.

Wenn du die zweijährige Ausbildung abgeschlossen hast, darfst du dich Maschinen- und Anlagenführer nennen. Wenn du möchtest, kannst du nun noch ein Jahr Ausbildung dranhängen und einen weiterführenden Titel erwerben:

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