Wie werde ich Beamter im mittleren Justizdienst?

Um ein Beamter des mittleren Justizdienst werden zu können, solltest du die folgenden Eigenschaften und Interessen mitbringen:
  • genaues und sorgfältiges Arbeiten 
  • die Bereitschaft, viel im Sitzen zu arbeiten
  • Rechtsschreibsicherheit, guter mündlicher und schriftlicher Ausdruck
  • Organisationstalent
  • gutes Namens- und Zahlengedächtnis
  • sicheres Textverständnis, schnelle Auffassungsgabe
  • die Fähigkeit, sich schnell in neue Themengebiete einzuarbeiten
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Schulische Voraussetzung

Häufig werden Bewerber mit mittlerem Schulabschluss für eine Ausbildung zum Beamten des mittleren Justizdienstes eingestellt. Auch, wenn du einen Hauptschulabschluss und bereits eine abgeschlossene Ausbildung in derselben Branche hast (zum Beispiel als Rechtsanwaltsfachangestellter), hast du gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz. 

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Realschulabschluss / Mittlere Reife

Ausbildungsdauer

2 Jahr(e)

Was macht ein Beamter im mittleren Justizdienst?

Der Tagesablauf eines Beamten des mittleren Justizdienstes – auch Justizfachwirt genannt – könnte so aussehen:


Um 8 Uhr beginnt dein Arbeitstag im Amtsgericht. Auf deinem Schreibtisch sind von gestern noch einige Abschriften von Dokumenten liegen geblieben, die durch dich beglaubigt werden müssen. Darunter sind mehrere Testamente, aber auch gerichtliche Entscheidungen aus eigenem Hause. Du erinnerst dich an den gestrigen Tag – bei einer Gerichtsverhandlung warst du selbst als Protokollant anwesend. Heute bist du ausschließlich im Büro und in der Justizbücherei unterwegs. Einige Gerichtsbescheide müssen noch rausgeschickt werden. Für kommende Prozesse verschickst du Vorladungen für die einzelnen Parteien. Das bedeutet viel Schreibarbeit. Du kannst jedoch immer wieder auf vorformulierte Phrasen oder vollständige Dokumente zurückgreifen und musst nicht jede Vorladung neu aufsetzen. 


Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit sind solche, die nicht durch ein Urteil im Anschluss an eine Gerichtsverhandlung entschieden werden, sondern durch einen Beschluss nach Aktenlage. Du bist also dafür verantwortlich, die Akte mit allen vorliegenden Erklärungen, Beweismitteln usw. durchzusehen und zum Beispiel in Vormundschaftssachen, Betreuungssachen oder Grundbuchsachen selbst eine Entscheidung zu treffen. Zurzeit bist du im Grundbuchamt tätig und entscheidest über die Erteilung von Grundbuchauszügen und die Unterzeichnung von Grundbucheintragungen und Hypothekenbriefen. Du entscheidest also zum Beispiel darüber, ob jemand rechtmäßig ein Grundstück erworben hat und folglich als dessen Eigentümer eingetragen wird.   


Am Nachmittag hast du einen Termin mit einer Zeugin und einem Sachverständigen, denen du eine Entschädigung für ihre Teilnahme am Gerichtsverfahren aus der Gerichtskasse auszahlst. Alle Zahlungsein- und ausgänge werden von dir sorgfältig dokumentiert und überwacht.  


Was steht für morgen im Kalender? Unter anderem nimmst du die Erklärung einer Prozessbeteiligten auf, die dem Richter für die Urteilsfindung vorgelegt wird.

Inhalte der Ausbildung

Der Vorbereitungsdienst zum Beamten des mittleren Justizdienstes teilt sich in Praxisphasen in Form von Berufspraktika und in Lehrgangsphasen, die an einer Ausbildungsstätte für den mittleren Justizdienst stattfinden, auf.


Schulische Ausbildungsinhalte

In den Lehrgangsphasen an deiner Ausbildungsstätte wirst du mit allen Rechtsgrundlagen ausgestattet, die du für deinen Beruf benötigst. Dazu gehören das Zivilrecht und das Strafrecht, das Grundbuchwesen, das Registerwesen, Insolvenzsachen, Vollstreckungssachen, Familiensachen und einige mehr. Natürlich musst du nicht jeden Paragraphen auswendig kennen, aber du solltest dich mit den grundlegenden Inhalten auskennen und vor allem wissen, wie du in welchem Buch schnell die passende Stelle finden kannst. Die Arbeit mit Gesetzestexten ist Teil deines Berufsalltags. Da du dich im Gericht oder in der Kanzlei auch um die Gerichtskasse kümmerst, wirst du in den Bereichen Kostenwesen, Rechnungswesen sowie Entschädigungs- und Justizvergütungsrecht ausgebildet und übst die gerichtsspezifische Kostenermittlung im Mathematik-Unterricht. Auch das Verwaltungswesen ist ein wichtiger Bestandteil deiner schulischen Ausbildung. Hier lernst du zum Beispiel den Aufbau von Akten und das Aufsetzen von Beschlüssen und Vorladungen. 

Betriebliche Ausbildungsinhalte

In den Praxisphasen am Amtsgericht oder der Staatsanwaltskanzlei wirst du in die täglichen Arbeitsabläufe eingebunden. Du lernst die Struktur des Gerichts mit all seinen Abteilungen und Tätigkeiten kennen. Du schnupperst in den Berufsalltag eines Sachbearbeiters, eines Protokollführers, eines Urkundenbeamten, Kostenbeamten, in die Geschäftsstellenverwaltung und in das Grundbuchamt hinein und übernimmst nach und nach eigenständige Aufgaben. Wie der Schriftverkehr mit Gerichtsparteien geführt wird, wie Vorladungen verfasst und Beschlüsse aufgesetzt werden, lernst du durch Anweisung erfahrener Kollegen und durch Übung. Auch die Protokollführung im Gerichtssaal wird dir zunächst schwierig erscheinen, doch nach und nach wirst du zum Profi. Eine Akte im Gericht ist am Anfang nur ein großer Haufen Buchstaben, Paragraphen und Zahlen? Auch das wird sich schnell ändern und du wirst zum Beispiel in Grundbuchsachen oder Registersachen Entscheidungen nach Aktenlage treffen können. 

Ablauf der Ausbildung

Die Ausbildung zum Beamten des mittleren Justizdienstes nennt man Vorbereitungsdienst, denn er bereitet auf eine Beamtenlaufbahn vor. Er ist in der Regel zwei- bis zweieinhalbjährig und ist in Praxisphasen und Lehrgangsphasen aufgeteilt, weshalb man ihn in die duale Ausbildung einordnet.

Wie gut passt der Beruf Beamter im mittleren Justizdienst zu dir?

Wenn du dich in deinem Beruf gerne schick anziehen möchtest, ist der Beruf Beamter im mittleren Justizdienst genau der richtige für dich.

Wenn du nicht überwiegend im Büro sitzen möchtest, könnten andere Berufe besser zu dir passen.

Hilfreiche Fähigkeiten

  • Kommunikationsfähigkeit
  • Analytisches Denken

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