Wie werde ich Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker?

Wenn du schon ganz heiß drauf bist, bald an Fahrzeugen herumzuschrauben, solltest du hier noch einmal kurz innehalten und überprüfen, ob du diese Voraussetzungen erfüllst:

Hast du

  • kein Problem damit, unter Lautstärke und teilweise Staubentwicklung zu arbeiten?
  • Spaß am Umgang mit Holz, Metall und Kunststoff?
  • keine Scheu davor, dir die Hände schmutzig zu machen?
  • Spaß an der Arbeit mit Fahrzeugen?

Bist du

  • handwerklich geschickt?
  • körperlich fit?
  • technisch interessiert?
  • ein zuverlässiger, verantwortungsvoller Mensch?

Dann sollte deiner Ausbildung außer der Bewerbung nichts mehr im Wege stehen. Oder hast du noch Zweifel an deiner Berufswahl?

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Realschulabschluss / Mittlere Reife

Ausbildungsdauer

3,5 Jahr(e)

Was macht ein Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker?

Im Stau sind sie nervig, aber wenn man mal direkt vor einem steht, ist man begeistert von der Größe und der Technik, die darin steckt! Die Rede ist von LKWs, Transportfahrzeugen, Kühlwagen, Wohnmobilen und allen anderen Großfahrzeugen, die dich als Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker einfach beeindrucken!

Ein Handwerk, das seinesgleichen sucht

Als Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker bearbeitest du nicht nur Holz, nur Metall, nur Kunststoff, nur Blech oder nur Stahl – du arbeitest mit allen! Schweißen, Bohren, Feilen, Nieten, Lackieren, Sägen und Schrauben sind für dich Tätigkeiten des Alltags. Auch mit der Kfz-Elektronik kennst du dich bestens aus. Wenn du einen Schaltplan und eine Stückliste vor dir hast, kannst du direkt damit loslegen, die Elektrik für die neue Belüftungsanlage zu installieren.

Ausbeulen, neu lackieren und umrüsten

Insbesondere im Bereich der Instandsetzung nimmt die Kommunikation mit Kunden einen recht großen Teil deiner Tätigkeiten ein. Wenn ein Kunde deine Werkstatt betritt, hat er meistens ein Problem mit seinem Fahrzeug. Du erkundigst dich bei ihm, welches abweichende Fahrverhalten er festgestellt hat und liest, wenn nötig, den Fehlerspeicher aus oder wendest eine spezielle Diagnosesoftware an. Defekte Teile werden ausgebaut und Ersatzteile bestellt. Bei Unfallfahrzeugen musst du das Fahrzeug einmal von oben bis unten und von links nach rechts durchchecken. Du musst die Fahrzeugelektronik kontrollieren, Oberflächen neu lackieren, die Bremssysteme, Warn- und Signalanlagen testen, mit einem Richtwerkzeug Verformungen der Karosserie beheben und und und.

Vom Auftrag bis zur Probefahrt

Wenn dir die Skizzen für einen neuen Lieferwagen übermittelt werden, schaust du dir die technische Zeichnung zunächst einmal genau an. Es wurden bereits diverse Basismodelle aus dem Produktionswerk geliefert, die nun von dir und deinen Kollegen weiterverarbeitet werden müssen. So musst du Beispielsweise fertige Verdecke und Schiebedacheinheiten einbauen, eine Abdeckung für die Steuergeräte selbst herstellen, Teile des Fahrgestells zusammenschweißen oder Anschlussleitungen an die Druckluftbremse schrauben. Hat der Kunde irgendwelche Zusatzwünsche? Natürlich hast du ihm zuvor ein Angebot unterbreitet und den Preis mit ihm abgestimmt. Neben der Werkstatt ist also auch der Schreibtisch hin und wieder dein Arbeitsplatz, wenn du zum Beispiel am PC die Zeichnungen und Stücklisten ansiehst und bearbeitest, Kostenvoranschläge für Kunden errechnest und Auftragsdokumentationen anfertigst.

Inhalte der Ausbildung

Schulische Ausbildungsinhalte

Die theoretische Ausbildung zum Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker findet in einer Berufsschule statt, die du in der Regel an zwei Tagen der Woche oder in Blockphasen besuchst. Dort lernst du die Grundlagen des Fahrzeugbaus, also zunächst einmal die Komponenten verschiedener Fahrzeuge wie PKWs, LKWs, Löschfahrzeuge etc. kennen. Du wirst dich mit Systemen wie dem ABS, Antriebsschlupfregelung und dem Bremsassistenten auseinandersetzen, um zu verstehen, was im Fahrzeug passiert, wenn sie ausgelöst werden. Du lernst verschiedene Werkstoffe wie Stahl, Kunststoff, Holz, Blech und Kohlenfaserstoffe kennen und erfährst, wie man sie umformt und trennt, beispielsweise durch Sägen, Bohren, Stanzen, Schleifen, Falzen, Biegen und Kanten. Natürlich spielen Mathe und Physik in deiner theoretischen Ausbildung eine tragende Rolle. Kraft, Hebelgesetz, Drehmoment, Festigkeit, Reibung, Längen, Winkel etc. gehören bald zu deinen täglichen Begleitern.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Im Ausbildungsbetrieb kannst du das, was du in der Schule zunächst in der Theorie behandelst, einem Beispiel in der Praxis zuordnen. Du siehst dort die Werkzeuge und Maschinen in natura, siehst Fahrzeuge mit Unfallschäden, erlebst die Herstellung eines Fahrzeuges von Anfang an und wirst die vielen Werkstoffe, Betriebs- und Hilfsstoffe, die in deinem Betrieb verwendet werden, kennenlernen. Während du am Anfang vielleicht noch kleinere Aufgaben bekommst, wie zum Beispiel Schraubverbindungen für Einzelteile herzustellen, unterschiedliche Trennverfahren anzuwenden oder mit Prüf- und Messgeräten wie dem Multimeter oder der Strommesszange umzugehen, lernst du im Laufe der Ausbildungszeit immer mehr dazu und bekommst mehr Verantwortung übertragen. Wenn du entsprechend ausgebildet wurdest, darfst du auch zum Schweißgerät greifen, wirst mit der Installation der Elektrik betraut oder darfst am PC das hydraulische System einer Ladeeinrichtung kontrollieren.

Ablauf der Ausbildung

Du kannst deine duale Ausbildung zum Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker entweder in Industrie und Handel oder im Handwerk absolvieren. Sie dauert 3,5 Jahre und wird in zwei verschiedenen Fachrichtungen angeboten:

Wie gut passt der Beruf Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker zu dir?

Wenn du in deinem Beruf gerne etwas mit deinen Händen erschaffen möchtest, ist der Beruf Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker genau der richtige für dich.

Wenn du nicht körperlich anstrengend arbeiten möchtest, könnten andere Berufe besser zu dir passen.

Hilfreiche Fähigkeiten

  • Technisches Verständnis
  • Teamfähigkeit
  • Logisches Denken
  • Handwerkliches Geschick

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