Wie werde ich Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker?

Wenn du schon ganz heiß drauf bist, bald an Fahrzeugen herumzuschrauben, solltest du hier noch einmal kurz innehalten und überprüfen, ob du diese Voraussetzungen erfüllst:

Hast du

  • kein Problem damit, unter Lautstärke und teilweise Staubentwicklung zu arbeiten?
  • Spaß am Umgang mit Holz, Metall und Kunststoff?
  • keine Scheu davor, dir die Hände schmutzig zu machen?
  • Spaß an der Arbeit mit Fahrzeugen?

Bist du

  • handwerklich geschickt?
  • körperlich fit?
  • technisch interessiert?
  • ein zuverlässiger, verantwortungsvoller Mensch?

Dann sollte deiner Ausbildung außer der Bewerbung nichts mehr im Wege stehen. Oder hast du noch Zweifel an deiner Berufswahl?

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Realschulabschluss / Mittlere Reife

Ausbildungsdauer

3,5 Jahr(e)

Azubi-Gehalt

Ø 825 EUR

Was macht ein Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker?

Im Stau sind sie nervig, aber wenn man mal direkt vor einem steht, ist man begeistert von der Größe und der Technik, die darin steckt! Die Rede ist von LKWs, Transportfahrzeugen, Kühlwagen, Wohnmobilen und allen anderen Großfahrzeugen, die dich als Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker einfach beeindrucken!

Ein Handwerk, das seinesgleichen sucht

Als Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker bearbeitest du nicht nur Holz, nur Metall, nur Kunststoff, nur Blech oder nur Stahl – du arbeitest mit allen! Schweißen, Bohren, Feilen, Nieten, Lackieren, Sägen und Schrauben sind für dich Tätigkeiten des Alltags. Auch mit der Kfz-Elektronik kennst du dich bestens aus. Wenn du einen Schaltplan und eine Stückliste vor dir hast, kannst du direkt damit loslegen, die Elektrik für die neue Belüftungsanlage zu installieren.

Ausbeulen, neu lackieren und umrüsten

Insbesondere im Bereich der Instandsetzung nimmt die Kommunikation mit Kunden einen recht großen Teil deiner Tätigkeiten ein. Wenn ein Kunde deine Werkstatt betritt, hat er meistens ein Problem mit seinem Fahrzeug. Du erkundigst dich bei ihm, welches abweichende Fahrverhalten er festgestellt hat und liest, wenn nötig, den Fehlerspeicher aus oder wendest eine spezielle Diagnosesoftware an. Defekte Teile werden ausgebaut und Ersatzteile bestellt. Bei Unfallfahrzeugen musst du das Fahrzeug einmal von oben bis unten und von links nach rechts durchchecken. Du musst die Fahrzeugelektronik kontrollieren, Oberflächen neu lackieren, die Bremssysteme, Warn- und Signalanlagen testen, mit einem Richtwerkzeug Verformungen der Karosserie beheben und und und.

Vom Auftrag bis zur Probefahrt

Wenn dir die Skizzen für einen neuen Lieferwagen übermittelt werden, schaust du dir die technische Zeichnung zunächst einmal genau an. Es wurden bereits diverse Basismodelle aus dem Produktionswerk geliefert, die nun von dir und deinen Kollegen weiterverarbeitet werden müssen. So musst du Beispielsweise fertige Verdecke und Schiebedacheinheiten einbauen, eine Abdeckung für die Steuergeräte selbst herstellen, Teile des Fahrgestells zusammenschweißen oder Anschlussleitungen an die Druckluftbremse schrauben. Hat der Kunde irgendwelche Zusatzwünsche? Natürlich hast du ihm zuvor ein Angebot unterbreitet und den Preis mit ihm abgestimmt. Neben der Werkstatt ist also auch der Schreibtisch hin und wieder dein Arbeitsplatz, wenn du zum Beispiel am PC die Zeichnungen und Stücklisten ansiehst und bearbeitest, Kostenvoranschläge für Kunden errechnest und Auftragsdokumentationen anfertigst.

Inhalte der Ausbildung

Schulische Ausbildungsinhalte

Die theoretische Ausbildung zum Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker findet in einer Berufsschule statt, die du in der Regel an zwei Tagen der Woche oder in Blockphasen besuchst. Dort lernst du die Grundlagen des Fahrzeugbaus, also zunächst einmal die Komponenten verschiedener Fahrzeuge wie PKWs, LKWs, Löschfahrzeuge etc. kennen. Du wirst dich mit Systemen wie dem ABS, Antriebsschlupfregelung und dem Bremsassistenten auseinandersetzen, um zu verstehen, was im Fahrzeug passiert, wenn sie ausgelöst werden. Du lernst verschiedene Werkstoffe wie Stahl, Kunststoff, Holz, Blech und Kohlenfaserstoffe kennen und erfährst, wie man sie umformt und trennt, beispielsweise durch Sägen, Bohren, Stanzen, Schleifen, Falzen, Biegen und Kanten. Natürlich spielen Mathe und Physik in deiner theoretischen Ausbildung eine tragende Rolle. Kraft, Hebelgesetz, Drehmoment, Festigkeit, Reibung, Längen, Winkel etc. gehören bald zu deinen täglichen Begleitern.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Im Ausbildungsbetrieb kannst du das, was du in der Schule zunächst in der Theorie behandelst, einem Beispiel in der Praxis zuordnen. Du siehst dort die Werkzeuge und Maschinen in natura, siehst Fahrzeuge mit Unfallschäden, erlebst die Herstellung eines Fahrzeuges von Anfang an und wirst die vielen Werkstoffe, Betriebs- und Hilfsstoffe, die in deinem Betrieb verwendet werden, kennenlernen. Während du am Anfang vielleicht noch kleinere Aufgaben bekommst, wie zum Beispiel Schraubverbindungen für Einzelteile herzustellen, unterschiedliche Trennverfahren anzuwenden oder mit Prüf- und Messgeräten wie dem Multimeter oder der Strommesszange umzugehen, lernst du im Laufe der Ausbildungszeit immer mehr dazu und bekommst mehr Verantwortung übertragen. Wenn du entsprechend ausgebildet wurdest, darfst du auch zum Schweißgerät greifen, wirst mit der Installation der Elektrik betraut oder darfst am PC das hydraulische System einer Ladeeinrichtung kontrollieren.

Ablauf der Ausbildung

Du kannst deine duale Ausbildung zum Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker entweder in Industrie und Handel oder im Handwerk absolvieren. Sie dauert 3,5 Jahre und wird in zwei verschiedenen Fachrichtungen angeboten:

Fachrichtungen

Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker der Fachrichtung Karosserie- und Fahrzeugbautechnik stellen Karosserieteile, Fahrgestelle und Aufbauten von PKWs, LKWs, Anhängern, Rettungsfahrzeugen, Löschfahrzeugen und vielen weiteren Fahrzeugen her.

Was macht ein Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker Fachrichtung Karosserie- und Fahrzeugbautechnik?

Schwerpunktmäßig beschäftigt sich diese Fachrichtung mit der Herstellung und Montage von Karosserieteilen, Antriebssystemen und der Installation der Kfz-Elektronik für Autos, LKW, Busse, Anhänger, Spezialfahrzeuge für Geldtransporte, Imbisswagen und vielen mehr.

Mit Schweißmaske, Sicherheitsschuhen und Arbeitskittel

Bei dir in der Werkstatt kann es schonmal laut, staubig und heiß werden. Wenn beim Schweißen die Funken sprühen, beim Bohren die Späne fliegen und dir von hinten die Luft bei der Prüfung der Ventile entgegenweht, fühlst du dich erst so richtig wohl.

Mit Teamwork zum neuen Fahrzeug

Wenn du allein für einen Auftrag zuständig wärst, würdest du wohl kaum zu dem mit dem Kunden vereinbarten Termin fertig werden. Aber zum Glück hast du deine Kollegen, unter denen du die Aufgaben gleichmäßig verteilst. Während du gerade dabei bist, einen Unterfahrschutz für den Transporter zu bauen, der verhindert, dass bei einem Unfall Fahrradfahrer oder Fußgänger unter das Fahrwerk geraten, arbeitet ein Kollege gerade an der Faltwand, ein anderer beschäftigt sich bereits mit der Elektrik. Ausgebildet bist du zum Glück in allen Bereichen, sodass du theoretisch einen kompletten Auftrag allein erledigen könntest – aber dann macht es nur halb so viel Spaß und dauert mindestens doppelt so lange!

Oldies sind Goldies!

Dein Beruf ist nicht nur deshalb so abwechslungsreich, weil du jeden Tag neue Aufgaben übernimmst, sondern auch, weil du es mit ganz unterschiedlichen Fahrzeugen zu tun hast. Heute noch das Fahrgestell eines Rettungswagens fertiggestellt und morgen steht schon ein rostiger Oldtimer vor der Tür deiner Werkstatt und möchte wieder aufgepeppt werden. Ein anderer Kunde will seinen Wagen tiefergelegt haben, wieder ein anderer möchte einen ausgefallenen Spoiler für seinen Sportwagen – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker der Fachrichtung Karosserieinstandhaltungstechnik prüfen Fahrzeuge auf Fahrtüchtigkeit, führen Reparaturen durch und beraten ihre Kunden.

Was macht ein Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker Fachrichtung Karosserieinstandhaltungstechnik?

In der Fachrichtung Karosserieinstandhaltungstechnik kümmerst du dich schwerpunktmäßig um die Wartung und Reparatur von Fahrzeugen.

TÜV-Untersuchungen, Bremskontrollen und Umrüstarbeiten

Der Lack ist ab – was nun? In Nullkommanichts hast du den alten Lack entfernt und den neuen aufgetragen. Schwieriger wird es bei den Mängeln, die erst einmal gar nicht sichtbar sind. Bei einer Inspektion nimmst du das Fahrzeug daher genau unter die Lupe. Du prüfst mit deinem geschulten Auge zunächst das Fahrgestell samt Reifen auf Abnutzungen. Du machst auf dem Rollenprüfstand eine Bremsuntersuchung und tauschst bei Bedarf die Bremsflüssigkeit aus. Auch Öl- und Luftfilter müssen hin und wieder mal gewechselt werden. Ob die Scheinwerfer zu hoch oder niedrig eingestellt sind, überprüfst du mit einem speziellen Scheinwerfereinstellgerät und justierst gegebenenfalls nach.  

Normabweichungen – Fehlanzeige!

Natürlich kennst du dich mit den rechtlichen Bestimmungen wie Zulassungsbescheinigungen und der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung bestens aus. Du erfüllst zwar dem Kunden gerne seine Spezialwünsche, aber überschreitest beim Tuning nicht die zulässige Höchstgeschwindigkeit, bringst keinen Spoiler an, der zu breit oder zu hoch ist und beachtest selbstverständlich die zulässigen Abgaswerte.

Wenn ein Unfallwagen in deiner Werkstatt ankommt, schraubst und lötest und richtest du so lange, bis er wieder alle Kriterien der Fahrtüchtigkeit erfüllt.

Wie gut passt der Beruf Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker zu dir?

Wenn du in deinem Beruf gerne etwas mit deinen Händen erschaffen möchtest, ist der Beruf Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker genau der richtige für dich.
Wenn du nicht körperlich anstrengend arbeiten möchtest, könnten andere Berufe besser zu dir passen.

Hilfreiche Fähigkeiten

  • Technisches Verständnis
  • Teamfähigkeit
  • Logisches Denken
  • Handwerkliches Geschick

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