Ausbildung
Informationselektroniker (m/w)

Bildungsweg
Duale Ausbildung
Empfohlener Schulabschluss
Guter Hauptschulabschluss
Ausbildungsdauer
3.5 Jahr(e)

Informationselektroniker installieren, konfigurieren und reparieren Geräte und Systeme der Unterhaltungselektronik, wie Fernseher und Satellitenanlagen, sowie Geräte der Bürosystemtechnik, zum Beispiel PCs, Telefonanlagen, Drucker und Beamer.

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Deine Tätigkeiten

Wir sind von Unterhaltungselektronik, Datentechnik und Bürosystemtechnik umgeben – und doch kennen wir uns so wenig damit aus. Weil diese Geräte immer komplexer werden und wir sie als Otto-Normal-Verbraucher längst nicht mehr selbst aufbauen, einrichten und konfigurieren können, brauchen wir die Fachkenntnisse von Informationselektronikern und Informationselektronikerinnen.


Von der Satellitenanlage bis zum Smart-Home-System

Um eine Satellitenanlage samt Antennendose, Antennenkabel, Receiver, Satellitenschüssel und LNB-Converter zu installieren, bedarf es einiger Arbeitsschritte und der sorgfältigen Verkabelung der einzelnen Komponenten. LNB bedeutet Low Noise Block und bezeichnet einen rauscharmen Signalumsetzer, der die Satellitenfrequenz umwandelt und so den Empfang mit einem Receiver ermöglicht. Es können bis zu acht Receiver an einen LNB angeschlossen werden. Wenn du die Satellitenschüssel montiert hast, richtest du sie aus und schließt sie an Receiver oder Fernseher an. Mit dem Satellitenmessgerät kann die Satelliten-Antenne sehr exakt ausgerichtet werden. Du rüstest auch Häuser mit Kabelanschluss auf Satellitenempfang um, indem du die Sat-Programme per Einkabelsystem in das vorhandene Kabelnetz einspeist.

Klingt alles ganz schön kompliziert? Dank deiner Fachkenntnisse und deiner jahrelangen Berufserfahrung hast du und dein Team den Auftrag schnell erledigt. Auch für Sicherheitssysteme wie Alarm- und Überwachungsanlagen oder immer mehr auch für Smart-Home-Systeme wirst du kontaktiert und darfst diese einrichten, installieren und in Betrieb nehmen. 

Ein hochmodernisiertes Großraumbüro

Heute hast du dir einen großen Auftrag an Land gezogen! Eine Firma ist im Laufe der letzten Jahre schnell expandiert und möchte nun ein neues Bürogebäude errichten. Die Bürotechnik soll auf dem neuesten Stand sein, alle Mitarbeiter kommunikationstechnisch miteinander vernetzt werden, um die Abläufe und Absprachen im Betrieb zu erleichtern. Nachdem ein erstes Gespräch, in dem der Kunde dir seine Wünsche und Vorstellungen mitgeteilt hat, bereits stattgefunden hat, hast du dich hingesetzt und mit deinem Team erste Hardware- sowie Softwarelösungen entwickelt. Heute triffst du dich noch einmal mit dem Geschäftsführer des Unternehmens, um mit ihm die Planung für ein Zeiterfassungssystem per Transpondertechnik zu besprechen. Der Transponder setzt sich aus den beiden englischen Begriffen Transmitter und Responder zusammen und er funktioniert so: Jeder Mitarbeiter hat einen eigenen Transponder – entweder in Form einer laminierten Chipkarte oder als Schlüsselanhänger. Er nimmt Signale per Funk auf, also per elektromagnetischer Wellen, und beantwortet sie automatisch. Bei Betreten des Bürogebäudes hält man den Transponder vor einen Leser, dieser identifiziert ihn und sendet Informationen auf den Chip des Transponders. 

Nachdem du die Hardware montiert und die Elektronik eingerichtet hast, installierst du auch die Treibersoftware und prüfst das Transpondersystem. Wenn du das System erfolgreich in Betrieb genommen hast, ist es an der Zeit, die Mitarbeiter in die Benutzung einzuführen. Auch in Zukunft wird man dich in der Firma immer wieder sehen, denn du hast dort auch einen Wartungsvertrag abgeschlossen. Das bedeutet, dass du regelmäßig die Systeme und Netzwerke, die du eingerichtet und installiert hast, auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüfst und bei Fehlermeldungen sofort zur Stelle bist, um die Störung zu lokalisieren und zu beheben.

Inhalte der Ausbildung


Schulische Ausbildungsinhalte

Je nach Schwerpunkt wirst du dich in der Berufsschule auf die Bereiche Unterhaltungselektronik und Datentechnik oder Bürosystemtechnik, zum Beispiel Konferenzraumtechnik, konzentrieren. Elektrotechnik wird eines deiner wichtigsten Fächer sein, denn hier lernst du die Grundlagen, um den Aufbau und die Funktionen elektronischer Geräte zu verstehen. Du wirst zum Beispiel üben, wie man eine Speicherkarte in einem Rechner austauscht, wie man einen PC konfiguriert, also neue Software oder Hardware an das vorhandene System anpasst, wie man Netzwerke einrichtet, Wartungen durchführt und die Kontrollfunktionen sowie Schutzmaßnahmen am Hauptserver überprüft. Bei der Fehlersuche überprüfst du die Bauteile auf der Platine – das ist eine Isolierplatte, auf der die Leiterbahnen für elektrische Schaltungen platziert sein – um das defekte Teil zu finden und es zu ersetzen und an der Lötstation zu befestigen. Für deine Arbeit benötigst du außerdem Kenntnisse in der physikalischen Elektrizitätslehre und in der Informatik, zum Beispiel beim Programmieren oder Konfigurieren von Software. Da du häufig technische Anleitungen der Hersteller zu Rate ziehst, wirst du das nötige Fachenglisch-Vokabular ebenfalls in der Berufsschule erwerben.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Im Ausbildungsbetrieb wirst du nach und nach in die Betriebsabläufe integriert. Du darfst hier deinen erfahreneren Kollegen über die Schulter schauen und lernst, wie man einen Arbeitsauftrag annimmt und die Arbeitsschritte plant. Du darfst bereits kleinere Aufgaben innerhalb des Auftrags unter Anweisung übernehmen, wie zum Beispiel Widerstände an die Leiterbahnen löten und Treibersoftware installieren. Du begleitest deine Ausbilder zu Kunden und begibst dich dort auf Fehlersuche oder wartest die Geräte vor Ort. Dabei lernst du zum Beispiel auch, wie man die Sicherheit elektrischer Anlagen per VDE-Prüfung kontrolliert.

Wenn du im Einzelhandel arbeitest, hat der Kundenkontakt eine noch größere Bedeutung für dich. Du lernst, wie du Kunden zu Programmen, Geräten und Zubehör berätst und wie du Verkaufsgespräche erfolgreich führst. Hierzu wirst du in Sachen Verkaufspsychologie geschult. 

Besonderheiten


Die Ausbildung zum Informationselektroniker dauert dreieinhalb Jahre. Sie ist dual und findet im Handwerk statt. 
Für sehr engagierte Azubis bietet sich die Zusatzqualifikation „Europaassistent im Handwerk“ mit integriertem Auslandspraktikum an. 
Je nach Ausbildungsbetrieb entscheidest du dich für einen der beiden möglichen Schwerpunkte:
  • Bürosystemtechnik
  • Geräte- und Systemtechnik

Voraussetzungen


Damit dir die Ausbildung und vor allem der Beruf als solcher Spaß macht, solltest du ein paar Eigenschaften und Interessen bereits mitbringen:
  • gute Noten, aber vor allem Spaß in Mathe und Physik
  • Teamfähigkeit
  • Höflichkeit im Umgang mit Kunden
  • guter mündlicher Ausdruck
  • räumliches Vorstellungsvermögen
  • Farbsehvermögen
  • Begeisterung für Technik
  • Fingerfertigkeit
  • schnelles Auffassungsvermögen

Zweifelst du noch, ob du für diesen Beruf geeignet bist? Welche Berufe zu dir passen, verrät dir unser Berufsscout! 

Schulische Voraussetzung

Die meisten Betriebe stellen Bewerber mit einem guten Hauptschulabschluss oder der mittleren Reife ein.

Quellen:
Bei der Recherche für unsere Berufsbilder verwenden wir die Informationen von der Bundesagentur für Arbeit
sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie .

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