Wie werde ich Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme?

Bist du

  • aufgeschlossen und freundlich?
  • geduldig?
  • gut in Mathe?
  • interessiert an Technik?
  • ein Organisations- und Planungstalent?

Kannst du

  • gut beraten und erklären?
  • Skizzen präzise anfertigen?
  • genau und sorgfältig arbeiten und hast ein ruhiges Händchen?
  • auch schwierige Probleme lösen, ohne zu schnell aufzugeben?
  • handwerklich arbeiten und hast nicht etwa zwei linke Hände?

Dann solltest du dich für eine Ausbildung zum Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme bewerben! Teste doch mal deinen Persönlichkeitstyp in unserem Berufsscout und finde heraus, welche Berufe noch zu dir passen.

Schulische Voraussetzung

Viele Betriebe stellen hauptsächlich Bewerber mit einem guten mittleren Schulabschluss ein. Rechtlich ist jedoch kein Schulabschluss vorgegeben. Trau dich also und überzeuge mit deiner Bewerbung!

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Realschulabschluss / Mittlere Reife

Ausbildungsdauer

3,5 Jahr(e)

Was macht ein Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme?

Wenn man Facility Management hört, denkt man oft an die klassischen Hausmeistertätigkeiten und wundert sich, warum man dafür so einen tollen, neuen Namen erfinden musste. Doch das hat seinen Grund: Facility Management bezeichnet eine Vielzahl an Tätigkeiten, die mit der Installation und Instandhaltung von technischen Anlagen in und an Gebäuden zusammenhängen. Sie übersteigen die klassischen Hausmeister-Aufgaben, die man noch vor 20 oder 30 Jahren aufgezählt hätte. Als Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme hast du es mit Alarmanlagen, Kühlanlagen, Lüftungssystemen, Solaranlagen, Notstromaggregaten, aber auch mit Energieversorgungsstationen für E-Fahrzeuge, Ampelanlagen und Straßenbeleuchtung zu tun.

Das Gebäude in- und auswendig kennen

Sowohl im Innen- als auch im Außenbereich eines Gebäudes liegen eine Vielzahl an elektrischen Geräten und Anlagen, die miteinander vernetzt werden müssen. Es fängt an bei der Außen- und Innenbeleuchtung eines Wohnhauses, die du durch das Verlegen von Stromleitungen und den Aufbau von Stromkreisen installierst. Die Lampen sollen von drei verschiedenen Schaltern ein- und ausgeschaltet werden. Deshalb entscheidest du dich für eine Kreuzschaltung, installierst die Steckdosen und montierst die Lampen. In einem Firmengebäude sollen eine Alarmanlage und ein Zutrittskontrollsystem installiert werden. Mit einem Schlüsselanhänger ist es den Mitarbeitern möglich, per Funk ein Signal an das Verschlusssystem zu senden und Zutritt zum Gelände zu bekommen. Auch Smartphones eignen sich als Schlüssel, indem das System über Bluetooth die MAC-Adresse des Geräts ausliest und den Zutritt erlaubt. Um ein solches System zu installieren, benötigst du nicht nur das elektrotechnische Know-how, sondern auch IT-Kenntnisse.

Auch für große, mit sehr viel Technik ausgestattete Einrichtungen, wie zum Beispiel Biogasanlagen, Krankenhäuser oder Polizeiwachen, planst und installierst du die elektrotechnische Ausrüstung. Wenn du zum Beispiel eine Anlage in bestehende Systeme integriert werden soll, bekommst du zunächst einen Übersichtsplan, auf dem die ganze elektrische Infrastruktur aufgezeichnet ist. Für die Installation einer Lüftungsanlage in einer Praxis für Strahlentherapie, die an ein Klinikum angegliedert wurde, musst du zunächst den Gebäudeplan studieren und Skizzen für die geplanten Leitungen anfertigen. Die neue Anlage soll in das bestehende Netz integriert werden und außerdem mit dem Generator des Notstromaggregats gekoppelt werden, sodass sie auch bei Stromausfällen weiterläuft. Durch die Installation von Regelungseinrichtungen stellst du sicher, dass die Lüftungsanlage auf bestimmte äußere Bedingungen reagiert, zum Beispiel auf die Anreicherung von Kohlenstoffdioxid in der Luft. Sobald du eine Anlage in Betrieb genommen und dessen Funktionstüchtigkeit überprüft hast, weist du die Nutzer ein und erklärst ihnen, wie die Anlage funktioniert.

Mit Werkzeugkoffer auf dem Weg zum Kunden

Wenn in deinem Betrieb eine Störmeldung eingeht, zögerst du nicht lange. Du nimmst den Anruf entgegen und stellst eine erste Ferndiagnose. Meistens machst du dich jedoch direkt auf den Weg, um das Problem „am Schopfe zu packen“. Per Ausschlusssystem begibst du dich auf Fehlersuche. Dazu prüfst du zum Beispiel die elektronischen Bauelemente im Schaltschrank oder misst die elektrische Spannung an Bauteilen und vergleichst die Ist-Werte mit den Soll-Werten. Wenn du die Störung lokalisiert, also die Ursache gefunden ist, veranlasst du die nächsten Schritte: ein Wärmesensor für eine Solaranlage muss bestellt und ausgetauscht werden, ein Filter in einer Klimaanlage sollte dringend gereinigt oder ein Algorithmus für eine Ampelanlage soll umprogrammiert werden. Sobald du die Maßnahmen geplant und die notwendigen Teile bestellt hast, kalkulierst du den Arbeitsaufwand und die Kosten und stellst sie dem Kunden in Rechnung.

Inhalte der Ausbildung

Damit du sowohl das theoretische als auch das praktische Know-how für deinen Beruf als Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme bekommst, ist deine Ausbildung zweigeteilt: Sie besteht aus dem Unterricht an der Berufsschule, den du ein oder zwei Mal in der Woche oder in Form von Blockunterricht besuchst, und der Zeit im Ausbildungsbetrieb.

Schulische Ausbildungsinhalte

In der Berufsschule wirst du mit den Sicherheitsvorschriften und Schutzmaßnahmen für die Arbeit mit Elektrik und Elektronik vertraut gemacht. Bevor du selbst anpacken darfst, musst du dich unbedingt mit der Elektrizitätslehre in Physik auskennen. Du lernst dort zum Beispiel die Unterschiede von Hochspannung und Niederspannung, Wechselspannung und Gleichspannung kennen. Du lernst die wichtigen physikalischen Größen kennen, zum Beispiel Stromspannung, Stromstärke und Frequenz und du wirst nach und nach mit elektrischen Bauelementen vertraut gemacht. Im Bereich der Elektrotechnik lernst du die elektrische Messtechnik und Automatisierungstechnik kennen. Du erfährst, was ein Generator ist und wie damit Bewegungsenergie in elektrische Energie mithilfe von elektromagnetischer Induktion umgewandelt wird. Ein anderer Bereich ist die technische Informatik, die du ebenfalls benötigst, wenn es zum Beispiel um Steuerungs- und Regelungstechnik geht. Mathematik und Physikkenntnisse spielen in den meisten Bereichen der Elektrotechnik eine große Rolle. Du solltest daher unbedingt Spaß an diesen Fächern haben! Wer hätte es gedacht, aber auch Englisch gehört zu deinen Berufsschulfächern. Da du häufig mit englischsprachigen Unterlagen arbeiten wirst, solltest du das Fachvokabular beherrschen.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Im Ausbildungsbetrieb wirst du zunächst in der Werkstatt mit der Grundausstattung eines Elektronikers bekannt gemacht: Schraubendreher, Zange, Bohrmaschine, Messgeräte, Schaltpläne, Kabel, Relais, Steckdosen und so weiter. Anhand von Simulationen übst du, die Verkabelung eines Hauses durchzuführen, Bauteile zu montieren und in Betrieb zu nehmen. In der Planungsabteilung lernst du außerdem, wie du Aufträge annimmst und die einzelnen Schritte sorgfältig planst. Du erfährst außerdem, wie du den Arbeits- und Kostenaufwand berechnest, den Kunden zu technischen Anlagen berätst und ihn in die Nutzung einweist. Hierbei kommt es auf Freundlichkeit und viel Geduld an – das wirst du spätestens in der Ausbildung feststellen.

Ablauf der Ausbildung

Die duale Ausbildung zum Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme dauert dreieinhalb Jahre und findet in der Industrie statt. Du entscheidest dich mit der Wahl deines Ausbildungsbetriebs für eines von fünf Einsatzgebieten in diesem Beruf:

  • Betriebsgebäude (z.B. Fabrikhallen und Werkstätten)
  • Funktionsgebäude- und anlagen (z.B. Krankenhäuser und Polizeiwachen)
  • Industrieanlagen (z.B. Biogasanlagen und Erdölraffinerien)
  • Infrastrukturanlagen (z.B. Beleuchtungs- und Signalanlagen für Straßen und Eisenbahnetze)
  • Wohn- und Geschäftsgebäude


In deiner Ausbildung kannst du bis zu drei Zusatzqualifikationen wählen:

  • Programmierung
  • IT-Sicherheit
  • Digitale Vernetzung

Wie gut passt der Beruf Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme zu dir?

Wenn du in deinem Beruf gerne tüfteln möchtest, ist der Beruf Elektroniker für Gebäude- und Infrastruktursysteme genau der richtige für dich.

Wenn du nicht in der Höhe arbeiten möchtest, könnten andere Berufe besser zu dir passen.

Hilfreiche Fähigkeiten

  • Technisches Verständnis
  • Logisches Denken
  • Arbeitsgenauigkeit
  • Handwerkliches Geschick

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