Täglich profitiert ganz Deutschland von der Arbeit des Betoninstandsetzers, obwohl viele diesen Beruf gar nicht kennen. Er sorgt dafür, dass unsere Verkehrsbrücken belastbar bleiben, unsere Altstädte weiterhin schön aussehen und unsere Parkhäuser auch in Zukunft die Last zig-tausender Fahrzeuge tragen können. Und das ist nur ein Bruchteil seines Schaffens. Denn während in anderen Ländern häufig abgerissen und neu gebaut wird, werden in Deutschland vorhandene Gebäude wieder instand gesetzt. Da diese meist aus Beton bestehen, ist der Betoninstandsetzer gefragter denn je.

Die Auftragslage floriert, doch die Branche wird von einem Fachkräftemangel geplagt. Das bietet nicht nur ausgelernten Handwerkern, die sich fachlich und finanziell weiterentwickeln wollen, hervorragende Chancen, sondern auch dir als angehender Azubi. Gut zu wissen: Der Beruf des Betoninstandsetzers ist kein herkömmlicher Ausbildungsberuf. Vielmehr können die benötigten Qualifikationen während aber auch nach einer Ausbildung zum Beton- und Stahlbetonbauer, Maurer, Maler und Lackierer, Bauwerksabdichter oder Holz- und Bautenschützer erlangt werden.

Dein Einsatzgebiet als Betoninstandsetzer

Als Betoninstandsetzer kommst du immer dann zum Einsatz, wenn es darum geht, Schäden an Betonbauwerken zu beheben und diese vor weiteren Beeinträchtigungen zu schützen. Hierzulande werden auch ältere Bauten geschätzt und wieder instand gesetzt. Du arbeitest entweder im Freien oder auch innerhalb von Gebäuden. Dein Einsatzgebiet reicht von Kühltürmen, über Parkhäuser, Häuserfassaden, Wohnungs- und Bürohäusern bis hin zu Tunneln, Brücken und sogar Skateparks und Kletterfelsen. Beton wird als Baustoff weltweit am häufigsten eingesetzt und ist daher fast überall zu finden.

Um die beschädigten Bauwerke wieder instand zu setzen, muss zunächst Altbeton abgetragen und die Bewehrung, die dem Beton im Inneren die nötige Festigkeit gibt, entweder ausgetauscht oder mit Schutzschichten versehen werden. Anschließend wird der neue Beton aufgetragen. Gegebenenfalls reicht es auch, im Beton entstandene Risse zu verpressen und kleinere Schadstellen auszubessern. Der entsprechende Nachbesserungsbedarf wird in der Regel mit speziellen Prüfgeräten erfasst und von geschultem Personal fachgerecht bewertet.

Harte Arbeit, guter Lohn

Die Arbeit als Betoninstandsetzer zahlt sich aus: Bereits in der Ausbildung beträgt das Brutto-Monatsgehalt je nach Ausbildung, Betrieb und Standort im ersten Lehrjahr bis zu 700 Euro, im zweiten bis zu 1.100 Euro und im dritten Lehrjahr bis zu 1.350 Euro. Als Einstiegsgehalt winken dir dann monatliche Brutto-Beträge zwischen 2.000 und 2.900 Euro. Mit diversen Maßnahmen kannst du nach Abschluss deiner Ausbildung aufsteigen und dein Gehalt weiter aufbessern.

Eine Möglichkeit besteht darin, einen SIVV-Schein (SIVV = Schützen, Instandsetzen, Verbinden und Verstärken von Betonbauteilen) zu machen, der nach drei Jahren Berufserfahrung in einem 10- bis 14-tägigen Fortbildungskurs erlangt werden kann. Für die Kosten kommt in der Regel der Betrieb auf. Als Betoninstandsetzer mit SIVV-Schein kannst du auf der Baustelle als Vorarbeiter beziehungsweise Kolonnenführer Verantwortung übernehmen und ein Team führen.

Natürlich ist es ebenso möglich, nach der erfolgreichen Ausbildung deinen Meister oder sogar einen Ingenieursabschluss zu machen. Diese Qualifikationen ermöglichen es dir, noch mehr Verantwortung zu übernehmen, selbst auszubilden und bieten sogar die Möglichkeit der Gründung eines eigenen Betriebs.

Insgesamt ist der Beruf des Betoninstandsetzers für die deutsche Bauwirtschaft unabdingbar und so wichtig wie nie. Die Arbeit ist zukunftssicher, gut bezahlt und bietet jede Menge Aufstiegschancen. Klingt spannend? Noch mehr Berufe auf dem Bau findest du in unserer Themenwelt. 

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