Arbeitswerkzeuge von einem Maler und Lackierer ©stux | Pixabay Public Domain

Ausbildung
Maler und Lackierer (m/w/d)

Bildungsweg
Duale Ausbildung
Empfohlener Schulabschluss
Hauptschulabschluss
Ausbildungsdauer
3 Jahr(e)

Maler und Lackierer gestalten Fassaden, Innenräume und historische Gebäude mit Farben, Tapeten und Lacken. Sie sanieren und schützen Gebäude, verschönern Räume und rekonstruieren und erhalten Kunstwerke.

Glas, Holz, Papier und Farbe Bauwesen und Immobilien Berufe mit Hauptschulabschluss Handwerkliche Berufe Kreative Berufe Berufe im Freien Berufe mit Farben und Lacken Lehre in Italien (Südtirol)

Deine Tätigkeiten

Du hast vielleicht selbst schon mal einen Maler und Lackierer bei dir im Haus gehabt und gestaunt, mit welchem Geschick er deine Wände in ein Kunstwerk verwandeln kann. Das ist aber noch längst nicht alles, was ein Maler und Lackierer kann und tut. Es gibt drei Fachrichtungen. In der Regel spezialisieren sich die Betriebe des Maler- und Lackiererhandwerks auf eine von ihnen.

Bauten- und Korrosionsschutz

In dieser Fachrichtung geht es weniger um das Verzieren und Verschönern von Gebäuden, sondern vielmehr um Schutzmaßnahmen durch das Auftragen von Beschichtungen. Wenn an Brücken, Häusern und Mauern Beschädigungen aufgetreten sind, ist es deine Aufgabe als Maler und Lackierer der Fachrichtung Bauten- und Korrosionsschutz Risse auszubessern, Rost zu entfernen oder zu verhindern und Bruchstellen in Betonflächen auszuspachteln. Das funktioniert so: Erst einmal stellst du eine Schadensdiagnose und wählst die passenden Sanierungstechniken aus. Du bestimmst die notwendigen Materialien, kalkulierst den Bedarf und hältst Absprache mit deinem Auftraggeber. Jetzt kann es mit der Einrichtung der Baustelle losgehen. Materialien und Werkzeuge müssen auf schnellstem Wege zur Baustelle transportiert werden. Außerdem benötigst du ein Gerüst und eine Arbeitsbühne, um an die beschädigten Stellen zu gelangen. Bevor du die Beschichtungen auftragen kannst, müssen die Untergründe von Schmutz, Rost und eventuellen Altbeschichtungen gereinigt werden. Nun können Korrosionsschutzmittel auf Metalloberflächen aufgetragen werden. Die Betonflächen imprägnierst, beschichtest oder versiegelst du. All diese Techniken dienen der Instandhaltung. Die Gebäude sollen so gut es geht von Korrosion, also der Zerstörung eines Materials durch chemische Reaktionen, zum Beispiel bei der Reaktion von Stoffen mit Feuchtigkeit und Sauerstoff, geschützt werden. Spezielle Beschichtungen haben darüber hinaus eine Brandschutzfunktion. Bei der Verwendung von Lacken, Farben, Korrosionsschutzmitteln usw. ist es wichtig, dass du eine Atemschutzmaske trägst, um dich vor Stoffen, die die Schleimhaut angreifen, zu schützen. Außerdem ist oberste Vorsicht geboten, wenn du auf dem Gerüst und der Arbeitsbühne stehst. Bei Arbeiten an Brücken zum Beispiel solltest du unbedingt schwindelfrei sein.

Gestaltung und Instandhaltung

Wenn du eher der kreative Typ mit Fingerspitzengefühl bist, ist vielleicht die Fachrichtung Gestaltung und Instandhaltung etwas für dich. Hier kannst du Akzente setzen und Farbe bekennen. Du gestaltest, beschichtest und bekleidest Innenwände, Decken, Böden, Gebäudefassaden und Bauwerksteile aus Holz, Metall, Stein und Beton. Dabei verwendest du verschiedene Maltechniken, Tapeten oder Stuckelemente. Zu allererst sprichst du dich mit deinem Kunden ab, um einen Eindruck von seinen Wünschen und Vorstellungen zu bekommen. Du besichtigst die Objekte, um die es geht, und berätst ihn zu Ästhetik und Umsetzbarkeit. Schließlich einigt ihr euch auf ein Ergebnis. Los geht’s! Nachdem der Material- und Zeitaufwand berechnet ist, mischst du die gewünschten Farben und stellst ggf. Schablonen her oder gießt Stuckelemente. Wenn nötig, errichtest du ein Arbeitsgerüst, um auch an hoch gelegene Stellen zu kommen. Im Innenraum müssen Möbel, Heizkörper, Türen usw. abgedeckt oder abgeklebt werden, damit du mit deinen Farben keine unerwünschten Spuren hinterlässt. Nun bereitest du die Untergründe vor. Putzschäden an Wänden und Decken müssen ausgebessert werden, alte Anstriche, Tapeten oder Fußbodenbeläge (z.B. Teppich oder Laminat) abgelöst werden, sodass die neuen Beläge und Beschichtungen aufgetragen werden können. Eventuell baust du auch Dämmstoffe, z.B. eine Wärmedämmung ein, um so die Energieeffizienz im Haus zu steigern. Wenn das alles getan ist, geht es an den kreativen Teil – die Gestaltung.

Kirchenmalerei und Denkmalpflege

Auch in der Fachrichtung Kirchenmalerei und Denkmalpflege ist ein kreatives Köpfchen von Vorteil. Zwar geht es vornehmlich um das Sanieren und die Rekonstruktion von historischen Gebäuden, doch an Ästhetik sollten Denkmäler, Kirchen, Kunstwerke usw. natürlich nicht verlieren. Ganz im Gegenteil: Du sorgst dafür, dass die alten Objekte wieder in neuem Glanz erscheinen. Dazu beschichtest, bemalst und bekleidest du Wände, Decken, Fassaden und Wandmalerei. Du gestaltest Ornamente und Profile und bemalst, vergoldest oder verzierst Skulpturen. Zu allererst werden die Beschädigungen untersucht und durch Fotos dokumentiert. In deinem Büro arbeitest du dann in Absprache mit Restauratoren und Denkmalpflegern die Sanierung oder Rekonstruktion der Objekte aus. Du wählst die richtigen Arbeitstechniken aus und berechnest Material- und Zeitaufwand. All diese Dinge müssen unbedingt auch mit deinem Auftraggeber abgesprochen werden. Dann kann es losgehen. Nachdem Gerüst und Arbeitsbühnen aufgebaut sind, Einrichtungsgegenstände abgedeckt sind, legst du die Farbschichten frei. Mit Pinseln, Bürsten, Spachteln, Kellen und Farbmischgeräten gehst du ans Werk und lässt ein altes Schätzchen neu aufblühen.

Inhalte der Ausbildung


Die Inhalte deiner Ausbildung variieren je nach Fachrichtung. Bestimmte Grundlagen werden aber in allen drei Bereichen vermittelt.

Schulische Ausbildungsinhalte

Die Berufsschule bereitet dich auf die Praxis im Betrieb vor. Hier lernst du die verschiedenen Schutz- und Spezialbeschichtungen kennen. Du erfährst, wie man Dämm-, Putz- und Montagearbeiten durchführt und welche Maßnahmen zum Korrosionsschutz und Bautenschutz ergriffen werden. Wichtige Schulfächer sind Mathe, Chemie und Technik. In Mathe lernst du, wie Mischungsverhältnisse und Maße richtig berechnet werden. Chemie vermittelt dir ein Grundwissen über chemische Reaktionen zwischen Untergründen und Beschichtungen und in Technik oder Werken lernst du Pinseltechniken kennen, das Arbeiten mit Bürsten und anderen Hilfsmitteln und wie technische Zeichnungen, Skizzen und Pläne angefertigt werden.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Da die Ausbildung zum Maler und Lackierer eine duale Ausbildung ist, verbringst du einen Großteil der Ausbildung in deinem Ausbildungsbetrieb. Hier sammelst du die nötige Erfahrung, die dir dann in deinem Beruf zugutekommen wird. Die Ausbildung dient nämlich dazu, sich Dinge erst einmal zeigen zu lassen. Es ist selbstverständlich, dass du nicht alle Handgriffe und Techniken von Anfang an beherrschst. Gerade in einem Handwerk wie dem Maler- und Lackiererhandwerk gilt: Übung macht den Meister. Neben der Bedienung von Geräten, Werkzeugen und Maschinen lernst du wichtige organisatorische Dinge, wie zum Beispiel die Auftragsübernahme und die Planung und Vorbereitung eines Projekts. Auch die Einrichtung des Arbeitsplatzes erfordert ein fundiertes Know-how.

Besonderheiten


Die Ausbildung zum Maler und Lackierer kannst du als duale Ausbildung oder als schulische Ausbildung absolvieren. Während du in der schulischen Ausbildung zum Maler und Lackierer die theoretischen Inhalte vermittelt bekommst und erst im Anschluss in die Praxisphase übergehst, sind Theorie und Praxis in der dualen Ausbildung von Anfang an miteinander verzahnt. Du wirst einen Teil deiner Ausbildung in der Berufsschule und einen anderen Teil im Ausbildungsbetrieb verbringen.

Es gibt drei Fachrichtungen in diesem Handwerk. Für eine von ihnen musst du dich schon vor deiner Ausbildung entscheiden, da sich die Betriebe meist auf einen Bereich spezialisiert haben.

  • Bauten- und Korrosionsschutz
  • Gestaltung und Instandhaltung
  • Kirchenmalerei und Denkmalpflege

Italien (Südtirol)

In Italien dauert die Ausbildung vier Jahre, statt drei, wie in Deutschland.



Voraussetzungen


Der Beruf des Malers und Lackierers ist genau der richtige für dich, wenn du

  • ein „gutes Auge“ für Farben und Formen hast
  • kreativ und künstlerisch begabt bist
  • handwerklich begabt bist
  • gerne an wechselnden Orten arbeiten möchtest
  • gerne draußen arbeitest
  • sorgfältig arbeitest
  • freundlich und sympathisch im Umgang mit Kunden bist

… und wenn du mindestens einen Hauptschulabschluss gemacht hast.

Teste doch mal deinen Persönlichkeitstyp in unserem Berufsscout.

Quellen:
Bei der Recherche für unsere Berufsbilder verwenden wir die Informationen von der Bundesagentur für Arbeit
sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie .

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