Gehalt in der Ausbildung

Bei der Wahl, ob du lieber eine Ausbildung oder ein Studium beginnen solltest, spielen viele Faktoren eine Rolle. Ein Kriterium ist zum Beispiel das Gehalt, das viele Jugendliche reizt und aufgrund dessen sie sich für eine Ausbildung entscheiden. Mit einer Ausbildung verdient man sein eigenes Geld und kann selbst bestimmen, wofür man es ausgibt. Die Jungs kaufen sich von ihrem ersten Gehalt vielleicht erst ein neues Handy, einen neuen Laptop oder investieren es in ihr Auto. Bei den Mädels sieht das ein bisschen anders aus. Das erste Gehalt in der Ausbildung geben Mädchen meistens für neue Klamotten, Beauty-Sachen und Schmuck aus. Doch egal, wofür du das Gehalt später ausgibst, möchtest du vielleicht auch erst einmal wissen, wie die Vergütung deines Traumberufes aussieht.

Wie viel Gehalt bekomme ich in der Ausbildung?

Die Frage, was genau du als Azubi verdienst, lässt sich nicht so einfach beantworten. Für die Bestimmung deiner Ausbildungsvergütung spielen nämlich viele verschiedene Faktoren ein Rolle, wie zum Beispiel der Wohnort, die Branche, die Größe des Betriebs und gegebenenfalls ein Tarifvertrag.

Nach einer Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BiBB) lag das durchschnittliche Azubi-Gehalt im Jahr 2017 bei 876 € im Monat. Je nachdem, in welchem Ausbildungsjahr du dich befindest und in welchem Bundesland du lebst, gibt es aber Unterschiede:

West Ost
1. Ausbildungsjahr 799 € 748 €
2. Ausbildungsjahr 875 € 822 €
3. Ausbildungsjahr 966 € 902 €
4. Ausbildungsjahr 998 € 971 €
Durchschnitt 881 € 827 €

Weiterhin kann deine Vergütung je nach Ausbildungsberuf unterschiedlich hoch ausfallen. Zu den oben genannten Faktoren kommt bei einigen Berufen noch ein weiterer, nämlich die Frage, ob du deine Ausbildung in einem Handwerks- oder in einem Industriebetrieb machst. Ergänzend zu den o. g. Durchschnittswerten haben wir die Azubi-Gehälter daher auch noch einmal nach Berufen aufgeführt:

Übersicht der Ausbildungsvergütung 2018 (PDF)

Zudem kann dein Gehalt in der Ausbildung auch zum Teil aus Sachleistungen wie Unterkunft oder Verpflegung bestehen. Das trifft besonders auf Auszubildende zu, die für die Ausbildung in eine andere Stadt ziehen und für die der Betrieb die Miete für die Wohnung übernimmt. Diese Sachleistungen dürfen bis zu 75 % deiner Bruttovergütung ausmachen (§17 Abs. 2 BBiG). Weiterhin kannst du davon ausgehen, dass dir dein Ausbildungsgehalt für den laufenden Kalendermonat allerspätestens am letzten Arbeitstag des Monats ausgezahlt wird ( § 18 BBiG).

Auf den kommenden Seiten findest du weitere Infos zur Ausbildungsvergütung, wobei du vor allem den Unterschied zwischen deinem Brutto- und Nettoeinkommen kennenlernst.

Für dich als Azubi ist es auch wichtig zu wissen, dass die Ausbildungsvergütung wie auch bei einem normalen Lohn einer Fachkraft steuer- und sozialabgabenpflichtig ist, wenn du den Freibetrag von 9.168 € pro Jahr übersteigst.

Steigt mein Ausbildungsgehalt?

Auszubildende haben ein niedrigeres Gehalt als Fachkräfte. Das hat damit zu tun, dass du als Azubi ja noch keine vollwertige Arbeitskraft bist, sondern deinen Beruf erst noch erlernen musst. Je nach Beruf beträgt die Ausbildungsdauer zwischen 1,5 und 3,5 Jahren. In dieser Zeit werden dir die Ausbildungsinhalte vermittelt und du lernst alles, was du für deinen späteren Beruf brauchst. Mit jedem Ausbildungsjahr wird auch deine Ausbildungsvergütung angepasst und du bekommst mehr Geld.

Laut dem Berufsbildungsgesetz muss dein Gehalt in der Ausbildung nach der Anzahl deiner Ausbildungsjahre gestaffelt sein. Das heißt konkret, dass du im ersten Ausbildungsjahr zum Beispiel ein Gehalt in Höhe von 550 € bekommst, im zweiten dann bereits schon 650 € verdienst und dein Lohn im dritten Ausbildungsjahr bei 750 € liegt. Mit jedem Jahr lernst du während deiner Ausbildung dazu und eignest dir Wissen sowie Fertigkeiten an. Zudem übernimmst du immer mehr Verantwortung für deinen Arbeitsbereich, was entsprechend honoriert wird.

Nach der abgeschlossenen Ausbildung und der anschließenden Tätigkeit als Fachkraft liegt dein Gehalt natürlich deutlich höher. Auch hier bestimmen Faktoren wie zum Beispiel Branche und Bundesland die Vergütung deines Jobs.

Was ist ein Tarifvertrag in der Ausbildung?

Einige Ausbildungsbetriebe in Deutschland haben einen Tarifvertrag mit der Gewerkschaft vereinbart, der sowohl für die Fachkräfte als auch für Auszubildende gilt. Falls dein Ausbildungsbetrieb einen Tarifvertrag hat, dürfen im Ausbildungsvertrag keine niedrigeren Ausbildungsgehälter als die Tarifsätze vereinbart werden. Doch wie findest du heraus, ob dein möglicher Ausbildungsbetrieb einen Tarifvertrag hat? Am besten ist es, wenn du diese Frage direkt in deinem Vorstellungsgespräch mit deinem Ausbilder klärst. Es besteht auch die Möglichkeit, dich beim Betriebsrat, bei der Jugend- und Auszubildendenvertretung oder bei den im Betrieb vorhandenen Gewerkschaftsvertretern zu erkundigen. Im Internet kannst du dich über solche Tarife informieren und herausfinden, wie viel du verdienen wirst.