Gehalt in der Ausbildung


Bei der Wahl, ob du lieber eine Ausbildung oder ein Studium beginnen solltest, spielen viele Faktoren bei deiner Entscheidung eine Rolle. Ein Faktor ist zum Beispiel das Gehalt, das viele Jugendliche reizt und sich somit für eine Ausbildung entscheiden. Mit einer Ausbildung verdient man sein eigenes Geld und kann selbst bestimmen, wofür man es ausgibt. Die Jungs kaufen sich mit ihrer ersten Ausbildungsvergütung vielleicht erst ein neues Handy, neuen Laptop oder investieren es in ihr Auto. Bei den Mädels sieht das ein bisschen anders aus. Das erste Gehalt in der Ausbildung geben Mädchen meistens für neue Klamotten, Beauty-Sachen und Schmuck aus. Doch egal, wofür du das Gehalt später ausgibst, möchtest du vielleicht auch erst einmal wissen, wie viel du an Gehalt in der Ausbildung bekommen wirst.

Die Ausbildungsvergütung ist im Vergleich zum Gehalt einer Fachkraft niedrig. Das hat damit zu tun, dass du noch keine vollwertige Arbeitskraft im gelernten Beruf bist. Während deiner gesamten Ausbildung lernst du ja erst, deine Aufgaben, das Unternehmen und die Inhalte deiner Ausbildung kennen. Für diesen Prozess ist die Ausbildungsdauer geregelt, die in Deutschland je nach Ausbildungsberuf zwischen 1,5 bis 3,5 Jahre dauert. Mit jedem Ausbildungsjahr wird auch deine Ausbildungsvergütung angepasst. Laut dem Berufsbildungsgesetz muss dein Gehalt in der Ausbildung nach der Anzahl deiner Ausbildungsjahre gestaffelt sein. Das heißt konkret, dass du im ersten Jahr zum Beispiel 550 € als Gehalt bekommst, im zweiten Ausbildungsjahr dann bereits schon 650 € und im dritten Jahr 750 € als Ausbildungsvergütung. Mit jedem Jahr lernst du während deiner Ausbildung dazu und eignest dir Wissen sowie Fertigkeiten an. Zudem übernimmst du immer mehr Verantwortung für deinen Arbeitsbereich und dieser wird natürlich angemessen als Ausbildungsgehalt honoriert.

Je nach Ausbildungsberuf kann das Gehalt in deiner Ausbildung unterschiedlich ausfallen. Für die Bestimmung deiner Ausbildungsvergütung spielen weitere Faktoren wie zum Beispiel der Wohnort, die Größe des Betriebs und gegebenenfalls ein Tarifvertrag eine große Rolle. Zudem kann dein Gehalt in der Ausbildung zum Beispiel auch zum Teil aus Sachleistungen wie Unterkunft oder Verpflegung bestehen. Das trifft besonders auf Auszubildende zu, die für die Ausbildung in eine andere Stadt ziehen und der Betrieb die Miete für die Wohnung übernimmt. In jedem Fall hast du aber das Anrecht, dass dein Ausbildungsbetrieb 25 % der festgelegten Ausbildungsvergütung anrechnungsfrei bleiben (§17 Abs. 2 BBiG). Weiterhin kannst du davon ausgehen, dass du dein Ausbildungsgehalt für den laufenden Kalendermonat allerspätestens am letzten Arbeitstag des Monats ausgezahlt werden muss (§ 18 BBiG).

Einige Ausbildungsbetriebe in Deutschland haben einen Tarifvertrag mit der Gewerkschaft vereinbart, der sowohl für die Fachkräfte als auch für dich als Auszubildender gilt. Falls dein Ausbildungsbetrieb einen Tarifvertrag hat, dürfen im Ausbildungsvertrag keine niedrigeren Ausbildungsgehälter als die Tarifsätze vereinbart werden. Doch wie findest du heraus, ob dein möglicher Ausbildungsbetrieb einen Tarifvertrag hat? Am besten ist es, wenn du diese Frage direkt in deinem Vorstellungsgespräch mit deinem Ausbilder klärst. Es besteht auch die Möglichkeit dich beim Betriebsrat, bei der Jugend- und Auszubildendenvertretung oder bei den im Betrieb vorhandenen Gewerkschaftsvertretern zu erkundigen.

Auf den kommenden Seiten findest du allgemeine Infos zur Ausbildungsvergütung, wobei du vor allem den Unterschied zwischen deinem Brutto- und Nettoeinkommen kennenlernst. Was du letztendlich während deiner Ausbildung verdienst, können wir dir nicht sagen, allerdings findest du bei uns Informationen zu den Ausbildungsvergütungen für die verschiedenen Ausbildungsberufe.

Für dich als Azubi ist es auch wichtig zu wissen, dass die Ausbildungsvergütung wie auch bei einem normalen Lohn einer Fachkraft steuer- und sozialabgabenpflichtig ist, wenn du den Freibetrag von 8354 Euro pro Jahr übersteigst.


Übersicht der Ausbildungsvergütung 2016 (PDF)



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