Wie werde ich Tiermedizinischer Fachangestellter?

  • Du bist interessiert an Medizin? Und liebst Tiere?
  • Du bekommst keine Panik, wenn du Blut, Urin oder Kot von Tieren siehst?
  • Auch in Stresssituationen schaffst du es, Ruhe zu bewahren?
  • Du kannst gut mit Menschen umgehen, bist ein offener Typ und besitzt ein großes Einfühlungsvermögen?
  • Du bist bereit, auch nachts und an Wochenenden zu arbeiten?
Wenn du dir noch nicht sicher bist, ob der Beruf der Tiermedizinischen Fachangestellten der richtige für dich ist, mach doch mal den Berufs-Check.  

Schulische Voraussetzung

Als Azubi zum Tiermedizinischen Fachangestellten solltest du in der Regel mindestens einen Realschulabschluss haben.

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Realschulabschluss / Mittlere Reife

Ausbildungsdauer

3 Jahr(e)

Azubi-Gehalt

Ø 685 EUR

Was macht ein Tiermedizinischer Fachangestellter?

Die Anmeldung

Frau Plattfuß betritt den Raum mit ihrem Jack Russel Terrier Herr Schröder. Sie ist ganz aufgeregt, denn Herrn Schröder ist heute Morgen beim Spazierengehen ein großer Apfel auf das kleine Füßchen gefallen und nun humpelt er. Du beruhigst die alte Dame und führst sie in den Warteraum, nachdem du eine neue Patientenakte mithilfe der Praxissoftware angelegt hast. Nun ist dein Organisationstalent gefragt. Es sitzen bereits drei vorangemeldete Patienten im Warteraum, ein Notfall ist bereits dazwischen gerutscht und nun ist auch Frau Plattfuß mit ihrem Schützling unangemeldet dazugekommen. Hier geht es nun nicht mehr ausschließlich nach Terminen, sondern auch nach Dringlichkeit. Da muss der kleine Herr Schröder wohl etwas Geduld haben. Während du einen nach dem anderen aufrufst, klingelt immer wieder das Telefon. Als tiermedizinische Fachangestellte koordinierst die Termine, bestellst neue Medikamente und dokumentierst die Behandlungsverläufe der Patienten sorgfältig und gewissenhaft.

Die Diagnose

Bevor der Reihe nach die Patienten von Wartezimmer ins Behandlungszimmer gebeten werden, wird ein kleiner Notfallpatient behandelt. Der Wellensittich Gulliver hat sich das Bein in der Tür geklemmt, als er im Wohnzimmer umherflog und jemand plötzlich die Tür aufriss. Es ist schief und wird wahrscheinlich gebrochen sein. Zwar bist du nicht Tamme Hanken, der „Knochenbrecher“, aber das nötige Know-how, um dem kleinen Kollegen zu helfen, besitzt auch du als Tiermedizinischer Fachangestellter.  Das Röntgenbild bestätigt die erste Diagnose. Du legst dem kleinen Vogel eine Mini-Schiene an und informierst seinen Halter über Maßnahmen zur Rehabilitation: Keine Flug-Ausflüge in den nächsten Wochen!

Als nächster Patient wird ein Kater hereingetragen. Er hat an Hals und Ohren kahle, blutige Stellen, die er immer wieder aufkratzt. Gut, dass du vor der Sprechstunde alles vorbereitet hast. Die Instrumente wurden gesäubert und liegen griffbereit. Du als tiermedizinischer Fachangestellter nimmst erst einmal eine Blutprobe, um festzustellen, ob es sich um eine Autoimmunkrankheit handelt. Wahrscheinlicher ist es jedoch Milbenbefall. Dazu bekommt der Kater zunächst eine Spritze und soll von seinem Halter täglich mit einem Milbenspray behandelt werden.  

Die Assistenz und Betreuung

Ohne dich als tiermedizinische Fachangestellte stände der Tierarzt ziemlich doof dar. Nur mit deiner Hilfe laufen Operationen, Impfungen und Behandlungen reibungslos ab. Du reichst nicht nur medizinische Instrumente und Hilfsmittel an, sondern beruhigst die Tiere, bereitest die Narkose vor, verabreichst Medikamente über Infusionen und betreust die Tiere auf der Krankenstation. Heute steht die Operation der Boxer-Hündin Cassie an. Sie ist von einem sehr seltenen Nierentumor befallen. Da die andere Niere ausreichend funktionstüchtig ist, soll die erkrankte Niere heute operativ entfernt werden. Nachdem du die Narkose verabreicht hast und den Hund auf dem OP-Tisch platziert hast, setzt der Tierarzt das Skalpell an. Als Tiermedizinischer Fachangestellter hast du ein ruhiges Händchen und keine Panik vor Blut und anderen Körperflüssigkeiten der Tiere. Die gesamte Zeit der OP verbringst du am OP-Tisch und assistierst dem Arzt. Mit Messinstrumenten überwachst du die Herztöne der Hündin im Narkose-Zustand. Wenn die Operation geschafft ist, legst du sie vorsichtig in eine Aufwach-Box und behältst sie weiterhin unter Beobachtung. Ihre angespannte Besitzerin informierst du mit Ruhe und Gelassenheit über die erfolgreiche OP und vereinbarst Termine zur Nachuntersuchung.

Inhalte der Ausbildung

Schulische Ausbildungsinhalte

Die Berufsschule stellt nur einen deiner beiden Lernorte der dualen Ausbildung dar. Hier bekommst du alle theoretischen Grundlagen vermittelt, die du für den Beruf des Tiermedizinischen Fachangestellten brauchst. Das ist eine ganze Menge. Die Anatomie der Tiere ist ähnlich wie bei der des Menschen mit dem Lernen vieler lateinischer Vokabeln verbunden. Du musst auch die verschiedenen Krankheiten der verschiedenen Tierarten kennen, um diese später diagnostizieren zu können. Auch Schutzmaßnahmen gegen Infektionskrankheiten und Seuchen solltest du beherrschen. Für die Behandlung der Tiere lernst du verschiedene Arzneimittel und Impfstoffe kennen sowie medizinische Instrumente, Messgeräte und medizinische Hilfsmittel. Die Laborarbeit wird neben der Büroorganisation und der Behandlung der Tiere ebenso zu deinen Tätigkeiten gehören. Deshalb spielt das Fach Chemie eine wichtige Rolle in der Berufsschule. In Deutsch lernst du, wie zum Beispiel Befundberichte geschrieben werden. Dazu lernst du auch die Methodik der medizinischen Kodierung kennen. Das ist eine Kodiersprache, die in der Medizin dazu verwendet wird, um Krankheitsbilder einheitlich zu beschreiben.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Die Inhalte, die du in der Berufsschule lernst, werden in deinem Ausbildungsbetrieb in die Praxis umgesetzt. Dort siehst du zum Beispiel die verschiedenen Impfstoffe und Medikamente live und erfährst, wie sie den Patienten verabreicht werden. Dir wird gezeigt, wie du selbst Laboruntersuchungen unter Beachtung der hygienischen Schutzmaßnahmen durchführst, wie Medikamente richtig gelagert werden und wie du Instrumente für operative Eingriffe vorbereitest. In der Anmeldung lernst du, die Daten von Tierhalter und Tier zu erfassen, Zahlungsvorgänge abzuwickeln und den Praxis- oder Abteilungsbetrieb zu organisieren.

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