Wie werde ich Mediengestalter Bild und Ton?

Es gibt zwar nicht den einen optimalen Kandidaten für eine Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton, aber bestimmte Eigenschaften und Interessen machen dir das Berufsleben leichter!
  • Logisches Denken (z.B. bei der systematischen Fehlersuche)
  • Räumliches Vorstellungsvermögen (besonders bei der Vorbereitung am Set)
  • Kreativität und Sinn für Ästhetik (bei Planung von Bild- und Tonaufnahmen)
  • Sorgfalt und Präzision (bei Berechnungen wie der Kostenkalkulation)
  • Organisatorische Fähigkeiten
  • Teamfähigkeit
  • Guter mündlicher und schriftlicher Ausdruck (bei Kundenberatung und Ausarbeitung von redaktionellen Konzepten)

Darüber hinaus ist ein mittlerer Bildungsabschluss, also die Mittlere Reife oder ein vergleichbarer Abschluss die Voraussetzung für eine Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton. Viele Betriebe stellen aber überwiegend Ausbildungsanfänger mit Fachhochschulreife, Abitur oder mit einem besonders guten Realschulabschluss ein.

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Realschulabschluss / Mittlere Reife

Ausbildungsdauer

3 Jahr(e)

Was macht ein Mediengestalter Bild und Ton?

Als Mediengestalter Bild und Ton bist du dafür zuständig, dass der Film vernünftig „im Kasten“ ist. Das bedeutet natürlich nicht nur, die Kamera drauf zu halten und zu hoffen, dass die Aufnahme gelingt, sondern es bedarf einer ganzen Reihe von organisierten Schritten und guter Planung, damit die Bild- oder Tonaufnahme den Wünschen des Kunden entspricht.

Ordnung ist das halbe Leben – Die Vorbereitung

Damit du auf die Vorstellungen deiner Kunden eingehen kannst, vereinbarst du zunächst Termine, um sie zu beraten und Kosten abzustimmen. Die Kalkulation von Aufwand und Kosten spielt eine wichtige Rolle. Auch der Zeitplan sollte im Voraus klar gesteckt sein, sodass es später keine Unstimmigkeiten gibt. Je genauer du im Voraus planst, desto einfacher wird die Ausführung und desto zufriedener sind deine Kunden! Wenn alles soweit besprochen ist, begibst du dich an die Recherche von Informationen. Du erarbeitest ggf. Exposés und Konzepte zusammen mit dem Autor der Textvorlagen und sprichst dich mit Redakteuren, Kameraleuten, Ton- und Bildingenieuren ab. Eine Vorbereitung einer Bild- oder Tonaufnahme ist immer Teamwork! Du bist dafür verantwortlich, dass die technischen Geräte und Software korrekt ausgesucht und einsatzbereit gemacht wird. Hast du die richtige Kamera ausgewählt? Sind die Akkus geladen? Hast du die Mikrofone, Stative, Scheinwerfer und das mobile Mischpult dabei? Du bist zwar kein Jurist, doch kennst dich trotzdem bestens aus in Sachen Urheberrechte, Nutzungsrechte, Persönlichkeitsrechte, Medienrecht und Lizenzrecht. Eine Übereinstimmung mit all diesen Rechten ist Grundvoraussetzung für deine Arbeit und muss bei jedem Auftrag überprüft werden. Zum Schluss prüfst du noch die Stromversorgung und Energieverteilung am Set und achtest darauf, dass alle Sicherheitsvorkehrungen getroffen sind. Jetzt kann es losgehen!

Licht aus, Spot an – Die Durchführung

Es wird spannend: Der Schauspieler, der Nachrichtensprecher, der Musiker – wen auch immer du dieses Mal vor die Kamera oder Mikrofone bekommen möchtest – ist eingetroffen und nun legst du los. Nachdem du die Kameras aufgebaut und die Bildausschnitte festgelegt hast, die Szene gut ausgeleuchtet hast, sodass sie auch der gewünschten Drehatmosphäre entspricht, die Mikrofone richtig positioniert sind, beginnst du mit der Aufnahme. Bild- und Tongeräte werden dafür zusammengeschaltet. Den Ton steuerst du aus, das bedeutet, dass du unterschiedlich laute Originalaufnahmen verschiedener Tonquellen einander angleichst. Hintergrundgeräusche sollen zum Beispiel mal lauter, mal leiser sein. Wichtig ist es, ausreichend Ton- oder Bildmaterial zu produzieren, sodass du am Ende nur die guten Ausschnitte herausfiltern kannst. Es kann unter Umständen mal ganz schön lange dauern, bis du alles optimal „im Kasten“ hast.

Jetzt geht’s ans Eingemachte – Die Nachbereitung

Endlich, die wichtigsten Schritte sind geschafft! Nein, nicht ganz. Denn jetzt geht es an die Bearbeitung. Das Bildmaterial wird an elektronischen Schnittplätzen zugeschnitten, um den Film auf die gewünschte Sendelänge zu bringen. Das ist besonders in Werbespots sehr wichtig, denn jede Sekunde kostet Geld. Eventuell arbeitest du Grafiken, Bild- oder Tonmaterial aus Archiven mit in die Aufnahmen ein. Du fügst Musik ein und vertonst das ganze. Bild und Ton sollen schließlich synchron sein. Mit einer speziellen Software prüfst du die fertigen Bild- und Tondokumente, überspielst und formatierst sie. Der Kunde ist zufrieden, du bist erleichtert. Weiter geht es mit dem nächsten Auftrag!

Inhalte der Ausbildung

Schulische Ausbildungsinhalte

Die Berufsschule stellt nur einen der Lernorte deiner Ausbildung dar. Hier lernst du in der Regel an ein oder zwei Tagen der Woche oder als Block die theoretischen Inhalte, die dich auf die Praxis als Mediengestalter Bild und Ton vorbereiten. Physik ist eines deiner Unterrichtsfächer. Du bekommst hier wichtige Informationen zu Licht- und Objektmessungen, Bild- und Tonsignalmessungen und lernst die Grundlagen der medientechnischen Geräte deines Berufs, zum Beispiel ihre Funktionen und wie man sie bedient. In Mathematik wirst du dich mit der wirtschaftlichen Planung auseinandersetzen. Besonders Kalkulationen von Kosten und Aufwand spielen hier eine Rolle. Das Unterrichtsfach Deutsch hilft dir dabei, journalistische oder dokumentarische Beiträge zu gestalten und zu formulieren. Mit Englisch verständigst du dich bei internationalen Produktionen und es hilft dir, englischsprachige Betriebsanleitungen zu verstehen.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

In deinem Ausbildungsunternehmen lernst du erst einmal alle wichtigen Abläufe kennen. Wie sieht so ein Alltag eines Mediengestalters Bild und Ton überhaupt aus? Das kannst du schon nach wenigen Tagen beantworten. Dir wird gezeigt, wie man medientechnische Geräte richtig einrichtet, wie man Übertragungseinrichtungen aufbaut, bedient, wieder abbaut und instandhält. Außerdem lernst du die Anwendungssoftware kennen, die dein Betrieb verwendet. Du erfährst, wie man Kamerabilder und Tonproduktionen optimal auswählt, sodass sie den Anforderungen des Kunden und den technischen Bedingungen entsprechen. Auch die Nachbereitung von Bild- und Tonmaterial, das Einsetzen von Grafikelementen und Tonmischungen sind einige deiner Ausbildungsinhalte im Betrieb.

Ablauf der Ausbildung

Der Beruf des Mediengestalters ist vielseitig und unterteilt sich in zwei Ausbildungsberufe: Der Mediengestalter Bild und Ton und der Mediengestalter Digital und Print, welcher sich noch einmal in drei Fachrichtungen untergliedert:
Den Titel „Mediengestalter Bild und Ton“ kannst du sowohl in einer betrieblichen Ausbildung als auch durch eine schulische Ausbildung erwerben. Während du in der schulischen Ausbildung zum Mediengestalter Bild und Ton zunächst einen tieferen Einblick in das theoretische Wissen rund um diesen Beruf bekommst, wirst du in der dualen Ausbildung direkt alle theoretischen Grundlagen aus der Berufsschule in die Praxis umsetzen.
In deiner Ausbildung hast du die Möglichkeit, dich auf mindestens ein Fachgebiet zu spezialisieren. Ein paar der Themen, aus denen du wählen kannst, sind: Außenübertragung, Studioproduktion, Elektronische Berichterstattung, Bildmontage und AV-Grafik, Radioproduktion und Fernsehproduktion. AV steht übrigens für audiovisuell; das sind Medien, die aus Bild und Ton bestehen.

Wie gut passt der Beruf Mediengestalter Bild und Ton zu dir?

Wenn du in deinem Beruf gerne tüfteln möchtest, ist der Beruf Mediengestalter Bild und Ton genau der richtige für dich.

Wenn du nicht viel unterwegs sein möchtest, könnten andere Berufe besser zu dir passen.

Hilfreiche Fähigkeiten

  • Technisches Verständnis
  • Teamfähigkeit
  • Arbeitsgenauigkeit
  • Kreativität

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