Die Qualitätsprüfung von neuen Lacken gehört zum Aufgabenbereich eines Lacklaboranten. ©Pixabay Public Domain / pixabay.com

Ausbildung
Lacklaborant (m/w/d)

Bildungsweg
Duale Ausbildung
Empfohlener Schulabschluss
Realschulabschluss / Mittlere Reife
Ausbildungsdauer
3,5 Jahr(e)

Lacklaboranten entwickeln Beschichtungsstoffe wie Lacke und Farben im Labor, stellen sie her und prüfen ihre Qualität anhand unterschiedlicher Messverfahren. Wenn es darum geht, das richtige Mischungsverhältnis zu finden, arbeiten sie eng mit ihren Kunden zusammen, um auf deren individuelle Bedürfnisse einzugehen.

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Was macht ein Lacklaborant ?

Täglich begegnen dir die Ergebnisse deiner Arbeit im Alltag: Farben und Lacke auf Autos, Bratpfannen, Elektrogeräten oder Maschinen und Anlagen. Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass das Mischungsverhältnis, über das du dir im Labor den Kopf zerbrochen hast, letztlich die Wünsche des Kunden erfüllen konnte und nach vielen Untersuchungen und Messungen in der gewünschten Menge produziert und verkauft worden ist.

Azurblau auf metallischem Untergrund, wetterbeständig und möglichst kratzfest

Holz, Beton, Metall und Kunststoff werden mit Farben und Lacken versehen, um besonders schick auszusehen, aber insbesondere um gegen Witterung und andere äußere Einflüsse geschützt zu werden. Um für deine Kunden den optimalen Lack herzustellen, bedarf es deines Fachwissens und Einfühlungsvermögens in Beratungsgesprächen, der guten Zusammenarbeit während der Entwicklung des Beschichtungsstoffs im Labor und viel Sorgfalt und Geduld bei den anschließenden Qualitätsprüfungen. Nachdem du mit deinem Kunden die erforderlichen Eigenschaften des neuen Lacksystems besprochen hast, wählst du die Rohstoffe aus. Dir stehen Regalwände von Bindemitteln, Lösungsmitteln, Farbpigmenten und Füllstoffen zur Verfügung. Für die unterschiedlichen denkbaren Mischungen stellst du zunächst Reaktionsgleichungen auf, um das Endprodukt vorherzusehen und mit dem gewünschten Ergebnis abzugleichen. Schließich stellst du die Beschichtungsstoffe her und entnimmst Proben für die anschließende Untersuchung.

Messen, Testen, Prüfen

Mithilfe von Spritzapplikationen, durch Streichen oder Rollen trägst du die Lacke auf Bleche auf, um deren Kratzfestigkeit und Farbverlauf zu überprüfen. Mit den anderen Proben führst du chemische und physikalische Messungen durch. Mit einem Rotationsviskosimeter kannst du zum Beispiel die Auslaufzeit der Lacke messen. Mit dem Pendeldämpfungsgerät stellst du den Härtegrad fest. Außerdem bestimmst du die Dichte, die Leitfähigkeit und den pH-Wert. Die Ergebnisse wertest du mithilfe von elektronischen Datenverarbeitungssystemen aus und dokumentierst sie. Dein Ziel – die qualitative Verbesserung der Beschichtungsstoffe – solltest du immer vor Augen haben. Die Probe, die in den Tests am besten abgeschnitten hat und alle vereinbarten Anforderungen erfüllt, ist diejenige, die am Ende als Produkt dem Kunden überreicht wird. Bis dahin ist es oft ein langer Weg der Entwicklung und Verbesserung. Als Lacklaborant oder Lacklaborantin liegt es in deiner Verantwortung, nicht aufzugeben, sondern gewissenhaft und geduldig weiter zu berechnen, zu mischen und zu testen.

Inhalte der Ausbildung


Damit du sowohl die naturwissenschaftlichen Hintergründe für deine Tätigkeit als Lacklaborant erwirbst als auch die Handgriffe im Labor erlernst, teilt sich deine duale Ausbildung auf die Berufsschule und den Ausbildungsbetrieb auf.

Schulische Ausbildungsinhalte

Woraus bestehen die Farbpigmente, Lösungsmittel und Hilfsstoffe? Wie harmonieren Bindemittel und Füllstoffe miteinander? Um die Rohstoffe zum gewünschten Beschichtungsstoff zu vermischen, musst du Reaktionsgleichungen aufstellen und Stoffmengenkonzentrationen berechnen. Das kennst du zum Teil bereits aus dem Chemieunterricht in der Schule und vertiefst es während deiner Ausbildungszeit in der Berufsschule. Du erfährst dort auch, wie du umweltbewusst mit chemischen Stoffen umgehst und wie Abfallprodukte umweltfreundlich entsorgt werden. Auch Englisch spielt in deiner Ausbildung eine Rolle, da viele Bedienungsanleitungen von Laborgeräten und Fachliteratur in englische Sprache verfasst sind.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Bevor du im Labor loslegen darfst, benötigst du Arbeitskittel, Handschuhe und gegebenenfalls Mundschutz sowie Schutzbrille. Welche weiteren Sicherheitsvorkehrungen im Umgang mit bestimmten Chemikalien zu treffen sind, lernst du von deinem Ausbildungsleiter. Du erfährst, wie du Untergründe beurteilst, lernst Beschichtungsstoffe herzustellen und sie mit unterschiedlichen Messgeräten zu testen. Auch der Umgang mit Kunden spielt in deinem Beruf eine wichtige Rolle. Die fachkompetente Beratung sowie ein gewisses Fingerspitzengefühl entwickelst du nach und nach – keine Sorge.

Besonderheiten


Die Ausbildung zum Lacklaboranten ist eine duale Ausbildung und dauert dreieinhalb Jahre. Der Unterricht an der Berufsschule findet ein- bis zweimal pro Woche oder in Form von Blockunterricht statt.



Wie werde ich Lacklaborant ?


Hast du

  • Spaß an chemischen und physikalischen Messungen?
  • eine Affinität für Laborarbeiten?
  • Geduld?
  • Fingerspitzengefühl?

    Kannst du

  • dich über einen längeren Zeitraum gut konzentrieren?
  • aufmerksam beobachten?
  • sorgfältig und genau arbeiten?

    Dann werde Lacklaborantin oder Lacklaborant! Der Berufsscout verrät dir, ob dieser Beruf tatsächlich das Richtige für dich ist.

Schulische Voraussetzung

Es gibt zwar im Prinzip keine Vorschreibung eines bestimmten Schulabschlusses, doch die meisten Unternehmen stellen Bewerber ein, die mindestens die Mittlere Reife haben. Grundsätzlich zählt aber der Aufbau und Inhalt deiner Bewerbung. Mit einer tollen Bewerbung kannst du viel bewirken!


Quellen:
Bei der Recherche für unsere Berufsbilder verwenden wir die Informationen von der Bundesagentur für Arbeit
sowie dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie .

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