Wie werde ich Bergbautechnologe?

Du hast
  • Interesse an Geologie?
  • eine Vorliebe für Naturwissenschaften und Technik?
  • ein hohes Verantwortungsbewusstsein?
  • ein gutes Vorstellungsvermögen?
Du bist
  • flexibel und wechselst gerne den Arbeitsort?
  • handwerklich geschickt?
  • teamfähig?
  • bereit, mit anzupacken und dich schmutzig zu machen?
Du kannst
  • präzise und sorgfältig arbeiten?
  • dich streng an Abmachungen und Sicherheitsvorkehrungen halten?
  • mit entsprechenden Schutzmaßnahmen auch unter Lärm und bei Staubentstehung arbeiten?
Teste doch mal deinen Persönlichkeitstyp in unserem Berufsscout, um herauszufinden, ob du der geborene Bergbautechnologe bist!

Schulische Voraussetzung

Für eine Ausbildung zum Bergbautechnologen oder zur Bergbautechnologin verlangen die meisten Unternehmen einen Realschulabschluss, das Fachabitur oder Abitur.

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Realschulabschluss / Mittlere Reife

Ausbildungsdauer

3 Jahr(e)

Azubi-Gehalt

Ø 905 EUR

Was macht ein Bergbautechnologe?

„Über Tage“, „unter Tage“ – was bedeutet das überhaupt? In der alten Bergmannsprache ist „unter Tage“ eine Abkürzung für „unter dem Bereich des Tageslichts“. Insbesondere in der Fachrichtung Tiefbautechnik arbeitest du also fern vom gewohnten Tagesgeschehen und bei künstlichem Licht. Dessen solltest du dir bewusst sein. Das Arbeiten in der Tiefe hat jedoch auch seine Reize. Wer kann schon behaupten, dass er eine Tätigkeit ausführt, die Menschen schon seit etwa 12.000 Jahren betreiben? Heute sieht der Beruf allerdings ganz anders aus – und genau das macht auch seinen Reiz aus. Als Bergbautechnologe bist du Experte für hochtechnisierte Bohr- und Sprengarbeiten, die Montage und Führung von Vollschnitt-, Teilschnitt, sogenannten Streckenvortriebsmaschinen sowie von Transportmitteln für Rohstoffe wie Salz und Steinkohle, aber auch Erdöl, Erdgas und Grundwasser. Außerdem kennst du dich bestens mit den geologischen Gegebenheiten deiner Arbeitsstelle aus, zum Beispiel der Beschaffenheit des Bodens und des Gesteins.

Tiefbautechnik

Als Bergbautechnologe der Fachrichtung Tiefbautechnik verbringst du einen Großteil deines Arbeitstages unter Tage. Anders als auf dem Fahrrad im Straßenverkehr gilt hier absolute Helmpflicht! Auch mit Atemschutz, Gehörschutz und Thermowesten wirst du gegebenenfalls ausgestattet. Zu allererst muss ein sogenannter Grubenbau, also ein unterirdischer Hohlraum, aufgefahren werden. Dieser wird dein zukünftiger Arbeitsort sein, von dem aus du die Rohstoffe unter der Erde erschließen wirst. Zunächst sprengst du Schächte oder bohrst Löcher, um anschließend waagerechte Gänge und Schächte ins Gestein zu treiben. Von einer sogenannten Startröhre aus – einem  Hohlraum, in dem gerade die von dir montierte Vollschnittmaschine Platz findet – schneidest du mithilfe der Maschine den gesamten Streckenquerschnitt heraus. Von da aus arbeitest du dich mit deinen Kollegen weiter nach vorne bzw. weiter nach unten. So entstehen nach und nach Hohlräume, in denen Rohstoffe abgebaut werden oder die z.B. als Werkstätten für Maschinen und Anlagen dienen.
Auf Technik bist du in jedem Fall angewiesen. Du steuerst Ladetransportfahrzeuge, Kettenförderer und bedienst computergesteuerte Bandanlagen, bis zu 100 Tonnen schwere Vortriebsmaschinen sowie Absauganlagen für Staub und Grundwasserpumpen. Jeder entstandene Hohlraum muss sofort durch Gerüste und Holz- oder Metallträger abgesichert werden. Besonders große Hohlräume werden mit elektronisch gesteuerten hydraulischen Ausbaueinheiten gestützt. Durch Schächte, Rohre und Gebläse gelangt Frischluft in den Grubenbau. Das nennt man Bewetterung. Solche Maßnahmen sind für die Bergbautechnologen lebensnotwendig. Kein Arbeitsschritt wird erledigt, ohne dass er präzise geplant und abgesichert wurde.

Tiefbohrtechnik

In der Fachrichtung Tiefbohrtechnik bist du über Tage auf einem Bohrgelände oder einer Bohrinsel im Einsatz. Bevor es losgehen kannst, nimmst du Probebohrungen, um zum Beispiel mit dem Manometer den Druck und die Stabilität des Gesteins zu messen. Dann geht es los mit dem Abteufen. Das bedeutet, dass du einen senkrechten Grubenbau herstellst, der das spätere Bohrloch wird. Durch Zementierung sicherst du den Grubenbau ab. Überflüssiges Gestein wird entfernt und Bohrlochabschlüsse angefertigt. Nun können die schweren Rohre mit dem Bohrkran einzeln versenkt und verschraubt werden. Mit den Bohrköpfen aus Stahl kannst du durch die Rohre so an kilometertiefe Rohstoffe, wie zum Beispiel Thermalwasser, Erdöl oder Erdgas gelangen. Am Computer überwachst du den Bohrungsverlauf. Die Arbeit auf Bohrgeländen verlangt ein hohes Verantwortungsbewusstsein und 100%ige Präzision, denn ein Bohrunfall kann fatale Konsequenzen für die Umwelt und für dich und deine Kollegen haben.

Inhalte der Ausbildung

Schulische Ausbildungsinhalte

Damit du für die Praxis im Betrieb optimal vorbereitet bist, bekommst du in der Berufsschule das nötige theoretische Wissen vermittelt. Neben wichtigen Grundlagen in Mathematik und Physik hast du viele weitere berufsbezogene Fächer, die du aus der Schule noch nicht kennst. Dazu gehört zum Beispiel Geologie. Dort lernst du etwas über den Aufbau und die Bewegungen von Gesteinsschichten. Auch Bergbaulogistik und Montagetechnik, also das Montieren und Demontieren von Maschinen wird dir zunächst in der Theorie erklärt: Welche Maschinen gibt es? Wie sind die aufgebaut und für welche Zwecke werden sie eingesetzt? Tiefbautechnik sowie Tiefbohrtechnik sind Eingriffe in die Umwelt und gehen daher mit hohen Auflagen des Umweltschutzes einher. Auch hierzu wirst du in der Berufsschule unterrichtet.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Während du mit dem theoretischen Wissen in der Berufsschule ausgestattet wirst, erwirbst du parallel dazu die nötigen Praxiserfahrungen. Da die Arbeit der Bergbautechnologen ein hohes Maß an Fachkenntnissen, Präzision und Verantwortung erfordert, darfst du zu Beginn deiner Ausbildung noch längst nicht alle Handgriffe selbst erledigen. Doch du wirst sehen: Mit etwas Geduld, genügend Fleiß und Lernbereitschaft wird man dir mehr und mehr Verantwortung übertragen. Wichtige Inhalte deiner Ausbildung im Betrieb sind im Bereich der Tiefbautechnik: Klimatechnik, Lagerstättenerschließung, Rohstoffgewinnung und Materialtransport. Im Bereich der Tiefbohrtechnik sind es: Bohrlochkonstruktion, Messverfahren, Bohrlochkontrolle und Spülungstechnik.

Ablauf der Ausbildung

Bevor du die duale Ausbildung zum Bergbautechnologen beginnst, musst du dich für eine der beiden Fachrichtungen entscheiden: Tiefbautechnik oder Tiefbohrtechnik.

Als Bergbautechnologe kann es sein, dass du im Schichtdienst arbeitest, da ein Bohrgelände beispielsweise nicht unbeaufsichtigt bleiben darf. Du solltest daher zeitlich und auch örtlich flexibel sein. Es kann vorkommen, dass du für ein paar Wochen an einem Ort eingesetzt wirst und anschließend wieder ein paar Wochen zu Hause bist. Dies hängt jedoch von dem Unternehmen ab, bei dem du arbeitest.

Wie gut passt der Beruf Bergbautechnologe zu dir?

Wenn du in deinem Beruf gerne aus der Reihe tanzen möchtest, ist der Beruf Bergbautechnologe genau der richtige für dich.
Wenn du nicht körperlich anstrengend arbeiten möchtest, könnten andere Berufe besser zu dir passen.

Hilfreiche Fähigkeiten

  • Technisches Verständnis
  • Teamfähigkeit
  • Arbeitsgenauigkeit

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