Was ändert sich 2022 für Azubis? 

Mindestvergütung steigt 

Die gesetzlich festgelegte Mindestvergütung für Azubis wird zum 1. Januar 2022 von 550 Euro auf 585 Euro brutto im Monat erhöht (Aussicht: Im Jahr 2023 wird sie auf 620 Euro angehoben). Grund dafür ist, dass eine einheitliche und ausgewogene Mindestvergütung einen Maßstab bieten und die Attraktivität der Berufsausbildung gesteigert werden soll.

Die Ausbildungsvergütung hängt allerdings davon ab, in welchem Kalenderjahr die Ausbildung beginnt. Konkret bedeutet das, dass nur Azubis mit Ausbildungsstart 2022 Anspruch auf die Mindestvergütung haben.    

Außerdem ist im Berufsbildungsgesetz festgelegt, dass sich dein Gehalt mit jedem weiteren Ausbildungsjahr erhöht. Im zweiten Jahr sollte deine Vergütung 18 Prozent mehr (mindestens 690,30 Euro), im dritten 35 Prozent mehr (mindestens 789,75 Euro) und im vierten Jahr 40 Prozent mehr (mindestens 819 Euro) als im ersten Jahr betragen.

Achtung: Die Mindestvergütung gilt nur für Auszubildende, die in einem nach dem Berufsbildungsgesetz oder der Handwerksordnung (HwO) geregelten Beruf ausgebildet werden. Damit sind einige Berufe im Gesundheitswesen davon ausgenommen. Zudem findet die Mindestvergütung bei landesrechtlich geregelten Berufen keine Anwendung (z. B. Erzieherin bzw. Erzieher).

Weiterhin gilt: Wenn der Arbeitgeber tarifgebunden ist, gilt die tarifvertraglich festgesetzte Höhe der Ausbildungsvergütung (§ 17 Abs. 3 BBiG). Tarifverträge haben Vorrang vor der Mindestausbildungsvergütung! Ist dein Ausbildungsbetrieb nicht tarifgebunden, darf er den branchenüblichen Tarif um höchstens 20 Prozent unterschreiten – aber nicht bis unter die Mindestausbildungsvergütung.  

Digitale Krankmeldung für Ausbildungsbetrieb 

Bereits seit dem 1. Oktober 2021 übermitteln Arztpraxen deine Krankmeldung (Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung) digital an deine Krankenkasse. Spätestens ab dem 1. Juli 2022 wird sie auch digital an deinen Ausbildungsbetrieb übermittelt! Für dich bedeutet das, dass du die Bescheinigung („den gelben Schein“) nicht mehr selbst in Papierform abgeben musst, du erhältst lediglich eine Version für deine eigenen Unterlagen. 

Corona-Bonus 

Bis zum 31. März 2022 kannst du in bestimmten Branchen und Berufen einen steuerfreien Corona-Bonus von deinem Ausbildungsbetrieb erhalten. Bei Auszubildenden beträgt der Bonus bis zu 650 Euro, der dir zusätzlich zum Gehalt ausbezahlt werden und nicht mit diesem verrechnet werden darf.

Minijob 

Wenn du neben der Ausbildung noch einen Nebenjob bzw. Minijob hast, kommen auch hier Veränderungen auf dich zu. Ab dem 1. Januar 2022 musst du dem Arbeitgeber deines Minijobs mitteilen, bei welcher Krankenkasse du versichert bist. Außerdem erhält die Minijob-Zentrale dann nicht nur deine Krankenversicherungs- und Steuernummer, sondern auch deine Steuer-Identifikationsnummer.

Solltest du in deinem Nebenjob bisher nach dem Mindestlohn von 9,50 Euro pro Stunde bezahlt worden sein, erhältst du ab dem 1. Januar 9,82 Euro und ab dem 1. Juli 10,45 Euro pro Stunde. In Zukunft soll der Mindestlohn bei 12 Euro die Stunde liegen - wann diese Erhöhung in Kraft tritt, ist aber noch unklar.  

Wahlalter bei Betriebsratswahlen 

Ab 2022 darfst du bereits mit 16 anstatt mit 18 Jahren deine Stimme bei der Betriebsratswahl abgeben. Möchtest du allerdings selbst Teil des Betriebsrats werden, ist leider noch etwas Geduld gefragt: Hier beträgt das Mindestalter weiterhin 18 Jahre.

Folgendes könnte dich auch interessieren


Dein Hobby zum Beruf machen – mit einer Ausbildung im Handel

Dein Hobby zum Beruf machen – mit einer Ausbildung im Handel

Du suchst einen Beruf mit Tieren? Oder mit Mode und Fashion? Oder mit Autos und Technik? Dann ist eine Ausbildung im Handel eine gute Möglichkeit, deine persönlichen Interessen einzubringen und mit deinen Produktkenntnissen im Kundengespräch zu überzeugen. Welchen Schulabschluss du mitbringst, spielt dabei übrigens keine Rolle, denn mit den Ausbildungen für Verkäuferinnen und Verkäufer, Kaufleute im Einzelhandel und Handelsfachwirte ist für jedes Niveau etwas dabei. Wir stellen dir verschiedene Läden und Geschäfte vor, die optimal zu deinem Hobby passen, und zeigen dir, wie du dieses überzeugend im Anschreiben nutzen kannst.

Ausbildung im Nachbarland – darauf musst du achten

Ausbildung im Nachbarland – darauf musst du achten

In den deutschsprachigen Ländern Österreich, Schweiz, Südtirol und selbstverständlich Deutschland ist das duale Ausbildungssystem die übliche Ausbildungsweise und wegen der Kombination aus Theorie und Praxis sehr beliebt. Doch auch hier gilt: Andere Länder, andere Sitten. Wir zeigen dir, wo die Gemeinsamkeiten und Unterschiede liegen und worauf du bei einer Ausbildung im sog. DACHS-Raum achten musst.

Steuererklärung als Azubi

Steuererklärung als Azubi

Eine Steuererklärung lohnt sich nicht? Weit gefehlt! Auch für Azubis kann sich das Ausfüllen der Formulare lohnen. Du bist in der Regel nicht dazu verpflichtet, deine Steuererklärung abzugeben – sie erfolgt freiwillig. Wir haben dir Gründe zusammengestellt, warum sich eine Steuererklärung aber auf jeden Fall lohnt!