Beamter werden: Pros und Cons

Angestaubt? Langweilig? Von wegen! Die Aufgaben von Beamtinnen und Beamten sind vielfältig, interessant und zukunftssicher. Sie arbeiten bei Bund, Ländern und Kommunen sowie bei anderen Arbeitgebern des öffentlichen Rechts. Es gibt eine Bandbreite an Bereichen, wo die Staatsdiener tätig sind, z. B. in Schulen und Hochschulen, im Rathaus und Finanzamt, beim Zoll oder im Justizdienst. Du kannst dir eine Beamtenlaufbahn vorstellen? Wir zeigen dir alle Vor- und Nachteile auf.

Eine Karriere als Beamtin oder Beamter bringt Vor- und Nachteile mit sich.
Eine Karriere als Beamtin oder Beamter bringt Vor- und Nachteile mit sich. © shironosov | Canva

Vorteile als Beamter

  • Du hast einen sicheren Job
  • Du wirst gut bezahlt
  • Du zahlst niedrigere Steuersätze
  • Du bekommst eine Pension
  • Du hast ein Sonderrecht bei der Krankenversicherung

Du hast einen sicheren Job

Schlägst du eine Ausbildung ein, die eine Verbeamtung mit sich bringt, wirst du zunächst Beamtenanwärter, danach Beamter auf Probe. Der Beamtenstatus beim Anwärter besteht auf Widerruf, kann dir also jederzeit entzogen werden. Im Anschluss folgt für dich das Beamtenverhältnis auf Probe, das in der Regel drei Jahre dauert. Zuletzt geht dein Status in „Verbeamtet auf Lebenszeit“ über. Dieser Beamtenstatus ist in der Tat unkündbar, sofern du dich nicht eines Verbrechens schuldig machst oder deine Dienstpflicht in schwerem Maße verletzt. Alternativ gibt es noch das Beamtenverhältnis auf Zeit, bei dem der Beamtenstatus entzogen wird, sobald eine bestimmte Zeit abgelaufen ist. Hierbei handelt es sich zum Beispiel um Personen, die in ein politisches Amt gewählt wurden.

Beginn

01.09.2024

Beginn

01.09.2024

Beginn

01.09.2024

Du wirst gut bezahlt

Das Gehalt von Beamten nennt man Besoldung, monatlich bekommst du Bezüge. Die Besoldung ist sowohl auf Bundes- als auch Landesebene in dafür vorgesehenen Besoldungsgruppen gesetzlich vorgeschrieben. Eventuelle Prämien und Zuschläge sowie deren Höhe sind also gesetzlich festgehalten und können nicht geändert werden. Innerhalb der einzelnen Gruppen gibt es Erfahrungsstufen, in die ein Beamter dann je nach Laufbahn und Amtsbezeichnung eingeordnet wird. Bist du eine gewisse Zeit im Amt, erfolgt in einem Rhythmus von 2, 3 bzw. 4 Jahren ein Aufstieg in die nächste Stufe. Nicht schlecht, oder? Weitere Informationen zur Besoldung findest du beim dbb Beamtenbund und Tarifunion.

Du zahlst niedrigere Steuersätze

Als Beamter unterliegen deine Einnahmen der gesetzlichen Steuerpflicht. Das heißt: Beamte zahlen Steuern genauso wie jeder andere auch. Doch im Gegensatz zum „üblichen“ Arbeitnehmer wird die Arbeitslosen- und Rentenversicherung von deinem Dienstherrn, also Bund, Bundesland oder Kommune, übernommen.

Du bekommst eine Pension

Vor allem im Alter bist du als Beamter ausgezeichnet abgesichert. Du erhältst dann keine Rente, sondern ein Ruhegehalt beziehungsweise eine Pension. Deren Höhe wird durch die Dienstzeitlänge und die Dienstbezüge bestimmt. Bereits nach fünf Jahren Dienstzeit hast du als Beamtin oder Beamter einen gesetzlichen Anspruch auf eine Mindestpension. Ein definitiver Vorteil zur gesetzlichen Rente!

Du hast ein Sonderrecht bei der Krankenversicherung

Staatsdienerinnen und Staatsdiener besitzen ein Sonderrecht in Sachen Krankenversicherung: Du darfst frei wählen, ob du lieber gesetzlich oder privat krankenversichert sein möchtest. Als Nicht-Beamter darfst du dich erst privat krankenversichern, wenn du über ein gesetzlich vorgegebenes Brutto-Jahreseinkommen verfügst, selbständig oder freiberuflich arbeitest oder noch Student bist.

Nachteile als Beamter 

  • Du hast lange Arbeitszeiten
  • Dein Beruf hat ein schlechtes Image
  • Deine Bezüge sind fix
  • Du hast Sonderregelungen bei der Krankenversicherung

Du hast lange Arbeitszeiten

Bei Staatsdienern ist eine gesetzliche Arbeitszeit von 41 Stunden vorgegeben. Diese Regelung trifft auch bei fast allen Laufbahngruppen zu, aber Lehrkräfte gehören zum Beispiel nicht dazu. Hinzukommt die Pause von einer halben Stunde pro Tag. Zack, ist man bei 43,5 Stunden, die du wöchentlich an deinem Arbeitsplatz verbringst. Natürlich ist auch Teilzeitarbeit möglich, aber in der Regel nur bis zur Hälfte der regelmäßigen Arbeitszeit, also mindestens 20,5 Stunden. Auch ein Langzeitkonto zur Ansammlung von Überstunden ist nicht die Regel. Sollte dein Arbeitgeber die Führung eines solchen Kontos gestatten, ist eine Auszahlung der Überstunden nicht möglich.

Dein Beruf hat ein schlechtes Image

Beamte, beispielsweise Finanzwirte oder Verwaltungsfachkräfte, haben mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Eine große Sammlung von Beamtenwitzen ist nur die Spitze des Eisbergs. Vergleiche zum Spießer werden gezogen, Faulheit und ständiges Kranksein gehen Hand in Hand und zu guter Letzt ist der Spruch „Die bezahlen wir mit unseren Steuergeldern“ dein ständiger Begleiter. Glücklicherweise handelt es sich bei diesen Vorurteilen nur um veraltete Halbwahrheiten, die heutzutage nicht mehr der Realität entsprechen. Du musst dir dennoch bewusst sein, ein Berufsbild mit angestaubtem Image gewählt zu haben.

Deine Bezüge sind fix

Die Besoldung eines Beamten ist in jeder Besoldungsgruppe festgehalten. Die Höhe ist gesetzlich vorgeschrieben. Dadurch weißt du, wann du welches Einkommen haben wirst. An sich ist das nicht schlecht, jedoch ist deine Besoldung nicht zur Verhandlung offen. Bis auf den Erhalt von Zuschlägen oder Leistungsprämien bei besonderem Verdienst hast du keine Möglichkeit, deine Eingruppierung zu verhandeln. Dadurch entsteht aber auch kein Neid gegenüber den Kollegen, weil diese ihr Gehalt besser ausgehandelt haben als du.

Du hast Sonderregelungen bei der Krankenversicherung

Jede Person in Deutschland ist dazu verpflichtet, eine Krankenversicherung abzuschließen. Als Beamter darfst du zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung frei wählen – ein umfangreiches Thema, in das du dich unbedingt gut einlesen solltest, wenn du eine Beamtenlaufbahn anstrebst. Das Wichtigste im Überblick:

  • Die Beihilfe ist die Krankenfürsorge für Beamte und bezuschusst die Kosten bei Krankenhausaufenthalten, Arztbesuchen, Medikamenten uvm. - je nach Lebenssituation sind das bis zu 70 Prozent der entstandenen Kosten. Um die restlichen Kosten abzudecken, schließt du als Beamtenanwärter bzw. als Beamter eine private Krankenversicherung ab. Tipp: Als Beamter solltest du immer ein bisschen Geld auf der hohen Kante haben, da du bei den Rechnungen erstmal in Vorleistung gehen musst und diese dann bei der Beihilfe und der PKV einreichst.
  • Der Beitrag in der privaten Krankenversicherung (PKV) orientiert sich nicht am Einkommen, sondern an den gewünschten Leistungen und dem Alter des Versicherten. In der PKV kannst du eine günstige, einkommensunabhängige Restkostenversicherung zur Ergänzung der Beihilfe abschließen, damit der komplette Rechnungsbetrag gedeckt ist.
  • Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) bemisst sich am Bruttoeinkommen. Bei Angestellten werden rund 15 Prozent jeweils zur Hälfte vom Arbeitnehmer und dem Arbeitgeber bezahlt. Bei Beamten wird kein Anteil vom Dienstherrn übernommen, sie müssen also den Gesamtbeitrag für die Versicherung selbst zahlen. Die GKV ist eine Krankheitskostenvollversicherung. Deine Krankheitskosten werden also von der Krankenkasse übernommen, weshalb du in der Regel keine weitere Beihilfe bekommst. Doch keine Regel ohne Ausnahme: In den Bundesländern Hamburg, Brandenburg, Thüringen, Bremen und Berlin gibt es für gesetzlich krankenversicherte Beamte eine pauschale Beihilfe von 50 Prozent der Kosten einer Krankenvollversicherung.
  • Wenn du planst, später einmal eine Familie zu gründen, ist die Familienversicherung ein weiteres Thema, in das du dich gut einlesen solltest: Bei einer GKV können Familienmitglieder unter bestimmten Umständen kostenlos mitversichert werden. Eine PKV können Ehe- und Lebenspartner erst abschließen, wenn sie wenig oder gar kein Einkommen haben und nicht in der GKV pflichtversichert sind.

Lesetipp: Falls du dich noch intensiver mit dem Thema Krankenversicherung für Beamtenanwärter auseinandersetzen möchtest, haben wir dir alle Infos auch in unserem Blog erläutert.

Fazit

Du merkst, Vor- und Nachteile sind sorgfältig zu bedenken, wenn man in den Staatsdienst eintreten möchte.  Entscheidest du dich aber für eine Karriere als Beamtin oder Beamter, hast du einige Vorteile bei deiner Altersvorsorge und der Höhe der Abgaben. Außerdem stehen dir viele Möglichkeiten zur Verfügung, mit einem sicheren Job die Karriereleiter aufzusteigen. Wenn dir längere Arbeitszeiten, eine Sonderregelung bei deiner Krankenversicherung und das angestaubte Image nichts ausmachen, schau doch mal in unsere Ausbildungsstellen und Studienplätze. Dort warten einige spannende Stellen auf dich! Spezifische Berufsbilder findest du auch in unserer Themenwelt Berufe im öffentlichen Dienst/Verwaltung.

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