Wie werde ich Tierpfleger?

Du liebst Tiere, hast selbst zu Hause einen halben Zoo, fährst Schlangenlinien, damit du die Regenwürmer auf der Straße nicht zermatscht und könntest stundenlang aus dem Fenster schauen, weil dort ein Eichhörnchen den Vorrat für den Winter zusammensucht? Das ist sicherlich eine gute Voraussetzung, um den Beruf zu erlernen.

Bevor du allerdings übereifrig deine Bewerbung schreibst, solltest du einen kurzen Blick auf weitere Voraussetzungen werfen und überlegen, ob du sie tatsächlich erfüllst:

  • Erfahrung im Umgang mit Tieren
  • Einfühlungsvermögen
  • keine Panik vor Blut und anderen Körperflüssigkeiten der Tiere
  • Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein
  • Geduld
  • Kommunikationstalent
  • Handwerkliches Geschick
  • Körperliche Robustheit
  • Zuverlässigkeit

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss)

Ausbildungsdauer

3 Jahr(e)

Was macht ein Tierpfleger?

Deine Aufgaben als Tierpfleger auf einen Blick

  • Versorgung: Aufzucht und Betreuung der Tiere; Verhaltensanalyse und ggf. Erstversorgung von kranken oder verletzten Tieren
  • Körperliche Arbeit: Errichtung, Instandhaltung und Reinigung von Tiergehegen und Unterkünften; Fütterung der Tiere
  • Kommunikation: Kontakt zu Besuchern, häufig zu jüngeren (Zoo); Beantwortung von Fragen der Besucher; Einfühlungsvermögen und Geduld im Berufsalltag zeigen.

Deine Aufgaben als Tierpfleger im Detail 

Versorgung

An erster Stelle deiner Aufgaben steht natürlich die Versorgung der Tiere. Für jede Tierart werden Ernährungspläne mit wichtigen Vorgaben erstellt, besonders im Hinblick darauf, welche Lebensmittel verfüttert werden dürfen und worauf man besser verzichten sollte. Hier ist deine absolute Fachkompetenz gefragt, denn gerade falsche Lebensmittel können das Tierwohl erheblich gefährden.

Allzu empathisch solltest du auch nicht sein, denn in deinem Beruf siehst du auch kranke und verletzte Tiere, die unbedingt in eine Klinik gebracht werden müssen. Außerdem assistierst du dabei, wenn Tiere eingeschläfert werden müssen und tötest sogar Tiere zu Futter- oder Forschungszwecken, zum Beispiel Mäuse und Ratten.

Körperliche Arbeit

Tierpfleger haben einen sehr schönen Beruf, denn sie sorgen dafür, dass die Tiere, die sie betreuen, gesund sind und sich wohlfühlen. Dafür müssen sie jedoch auch regelmäßige, körperlich anstrengende Arbeit leisten, zum Beispiel bei der Säuberung von Käfigen, Ställen und Gehegen. Da besonders große Tiere über den Tag verteilt eine Menge Unrat hinterlassen, warten regelmäßig mehrere Stunden harte Säuberungsarbeit auf dich als Tierpfleger.

Kommunikation

Als Tierpflegerin solltest du neben der Tiere ebenfalls gut mit Menschen klarkommen. Zum einen arbeitest du in einem großen Team, mit dem du ständig Rücksprache hältst und die Arbeit teilst. Und zum anderen hast du beispielsweise Kontakt zu Besitzern der Tiere oder Besuchern des Zoos. Außerdem müssen natürlich Tierfutter und andere nützliche Dinge bestellt werden, weshalb auch der Papierkram auf deiner Aufgabenliste steht.

Einen Einblick in deinen Berufsalltag als Tierpfleger bekommst du unter der jeweiligen Fachrichtung.

Gut zu wissen...
  • Der Blauwal ist mit einer Länge von über 30 Metern das größte Tier der Erde. Ausgewachsen bringt er es auf ein Gesamtgewicht von bis zu 140.000 kg (140 Tonnen) Das ist das Gewicht von ca. 1500 erwachsenen Menschen.
  • Mit einem Alter von mehr als 10.000 Jahren ist ein antarktischer Riesenschwamm das älteste Lebewesen der Welt. Seine Geburt liegt weit vor dem Beginn der menschlichen Geschichtsschreibung.
  • Delfine sind die intelligentesten tierischen Lebewesen der Welt. Sie verspüren positive und negative Empfindungen und Emotionen und sind in der Lage, ihr Verhalten gezielt zu steuern.

Inhalte der Ausbildung

Die Ausbildung zum Tierpfleger ist über eine duale Ausbildung geregelt. Erst ab dem dritten Jahr spezialisierst du dich in der Berufsschule auf deine gewählte Fachrichtung. Die Ausbildungsinhalte in den ersten beiden Jahren sind für alle Tierpfleger relevant. Hier ein kleiner Einblick:

Schulische Ausbildungsinhalte

  • Deutsch, Wirtschafts- und Sozialkunde
  • Taxonomie (Klassifizierungssysteme der Tierarten)
  • Forschung
  • Anatomie
  • Krankheitslehre
  • Pflegen, Halten und Versorgen
  • Einrichten, Reinigen und Desinfizieren

Natürlich kann kein Mensch voraussagen, mit welcher Tierart du dich in deinem Beruf beschäftigen wirst. Und deshalb ist es auch wichtig, dass du dich mit übergreifenden Inhalten auseinandersetzt. Zunächst einmal lernst du als Auszubildende im ersten Ausbildungsjahr die Klassifizierungssysteme der Tierarten kennen. Das nennt man Taxonomie. Schon hier wird sicher der Name Charles Darwin fallen. Der wird dir in deiner Ausbildung noch häufiger „über den Weg laufen“. Du lernst ganz grundsätzliche Dinge über die Forschung, Anatomie, Physiologie und die Krankheitslehre bei Tieren. Herz-Kreislaufsystem, Immunsystem, Atmung – welche Besonderheiten gibt es bei welchen Tiergruppen und welche Krankheiten können auftreten? Du wirst dich an deinem Ausbildungsplatz in den Bereich der Verhaltensbiologie einarbeiten, unter anderem zum Instinktverhalten und Lernverhalten der Tiere, zum Sozialverhalten, zum Beispiel zur Rangordnung unter Tieren und zum Fortpflanzungsverhalten.

Du hast außerdem medizinische Instrumentenkunde, um Tierärzten assistieren zu können. Du lernst Hygienemaßnahmen und Sicherheitsvorschriften kennen sowie Betäubungsmittel, Schmerzmittel und andere Medikamente, die den Tieren mit dem Futter verabreicht werden.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Im Ausbildungsbetrieb angekommen lernst du dort erst einmal deine Kollegen kennen, die dir demnächst als Ansprechpartner und Teampartner an deinem Ausbildungsplatz zur Seite stehen. Du lernst die Struktur und Organisation des Betriebes kennen, seine Aufgaben, sein Leitbild und sein Netzwerk, zum Beispiel mit Verbänden und Organisationen. Viele der Tätigkeiten von Tierpflegern sind sehr praktisch orientiert. Du lernst also spezifische Handgriffe, zum Beispiel die Zubereitung von Futter und die Reinigung von Käfigen und Gehegen erst einmal durch deine Kollegen kennen und darfst sie im nächsten Schritt selbst durchführen. Schwierigere Aufgaben, zum Beispiel die Geburtsvorbereitung für eine trächtige Shetland-Stute, die Begleitung des Schlüpfens von Straußen-Küken und die Injektion eines Krankheitserregers bei einem Labortier kann von dir erstmal genau beobachtet werden und du darfst hier und da schon einen Handgriff übernehmen.  

Ablauf der Ausbildung

Die Ausbildung zur Tierpflegerin dauert drei Jahre und findet dual – also an Berufsschule und Ausbildungsplatz im Betrieb – statt. Du musst dich für eine von drei Fachrichtungen entscheiden.

Fachrichtungen

Tierpfleger der Fachrichtung Forschung und Klinik versorgen Tiere in Forschungs- und Untersuchungseinrichtungen sowie in Tierkliniken und Tierarztpraxen.

Was macht ein Tierpfleger Fachrichtung Forschung und Klinik?

Im Forschungslabor

Du hast zwar ein Herz für Tiere, weißt aber auch, dass man manchmal Opfer bringen muss, um Anderen später das Leben zu retten. Deshalb injizierst du zum Beispiel Mäusen und Ratten Krankheitserreger oder testest die Nebenwirkungen neuer Medikamente an Kaninchen. Deine Aufgabe als Tierpfleger ist es, das Wohlbefinden der Tiere sicherzustellen und ihnen kein unnötiges Leid zuzufügen. Du sorgst also dafür, dass die Käfige stets sauber sind, dass sie genügend zum Fressen und Trinken haben, dass es warm genug ist und die Lichtverhältnisse für das Tier angenehm sind. Du entnimmst regelmäßig Blut-, Gewebe- und Körperflüssigkeitsproben, um beispielsweise die Auswirkungen eines Antibiotikums auf den Magen-Darm-Trakt zu testen. Die Ergebnisse dokumentierst du sorgfältig und wertest sie aus. Damit leistest du einen wichtigen Beitrag zur Wissenschaft.

In der Tierklinik

Wenn Hunde, Katzen, Pferde, Meerschweinchen und Co. ihren Besitzern Kummer machen, weil sie Schmerzen haben, nimmst du sie in der Tierklinik in Empfang und richtest ihnen eine Box ein. Sie sind nun deine Patienten und werden von dir medizinisch umsorgt. Du assistierst den Tierärzten bei Eingriffen, verabreichst die Medikamente, die sie benötigen, stellst die Futterrationen deiner Patienten zusammen und entnimmst Blut, Gewebeproben, Proben von Körperflüssigkeiten etc. Klar, dass dir die Gesundheit jedes einzelnen Tieres am Herzen liegt, doch manchen Tieren kann nicht mehr geholfen werden und sie müssen eingeschläfert werden, um ihnen unnötiges Leid zu ersparen. Auch, wenn dein Einfühlungsvermögen hoch ist, sind das Dinge, auf die du gefasst sein musst. Dafür gibt es viele andere Fälle, in denen du helfen kannst und dafür sorgst, dass dem Besitzer ein großer Stein vom Herzen fällt.

Inhalte der Ausbildung

Neben den Inhalten, die du in den ersten beiden Ausbildungsjahren fachübergreifend mit den Azubis der anderen Fachrichtungen lernst, kommen für die Fachrichtung Forschung und Klinik noch diese Inhalte hinzu:

Da in Forschungseinrichtungen und Tierkliniken alles steril sein musst, lernst du, wie man Räume, Arbeitsflächen und medizinische Instrumente desinfiziert und sterilisiert. Du erfährst, was es bedeutet, ein Tier unter Quarantäne zu stellen und wendest alle erforderlichen Sicherheits- und Hygienemaßnahmen an. Jeder, der beruflich mit Tieren zu tun hat, muss unter anderem das Tierschutz- und das Artenschutzgesetz kennen. Klar, dass du dich in der Berufsschule damit befassen wirst. Du lernst auch, wie man mit labortechnischen Geräten, wie zum Beispiel dem Mikroskop, umgeht, wie man Proben entnimmt und sie im Labor auswertet. Du lernst verschiedene Betäubungsmittel kennen und Tötungsmethoden für Futter- und Versuchstiere. Auch, wenn dir das im Moment noch hart erscheint, wirst du dich vermutlich in der Ausbildung auch an diese Tätigkeiten gewöhnen. Biologie ist natürlich eines der wichtigsten Fächer. Unter anderem spielt die Verhaltensbiologie und die Genetik hier eine große Rolle.


Tierpfleger der Fachrichtung Zoo versorgen Tiere aller Gattungen und Größen, die in zoologischen Gärten, Tierparks und Wildgehegen leben.

Was macht ein Tierpfleger Fachrichtung Zoo?

Wenn man als Besucher durch den Zoo schlendert, sieht man sie häufig durch die Gehege huschen. Sie bieten öffentliche Fütterungen an und stehen jederzeit für Fragen zur Verfügung. Nanu, was ist denn in dem Gehege dort drüben – da wird gekehrt, geschrubbt und aufgeräumt. Die Rede ist natürlich von Tierpflegern der Fachrichtung Zoo.

Den Tieren zuliebe

Als Tierpfleger hast du einen sehr schönen und sehr anstrengenden Job zugleich. Wenn dir das Wohlergehen der Tiere am Herzen liegt, nimmst du die körperliche Arbeit gern in Kauf. Früh am Morgen, bevor die Besucher kommen, machst du schon einen ersten Rundgang zu den Gehegen, die du betreust. Die Gelbbrust-Kapuziner sind schon eifrig dabei, ihre Fellpflege durchzuführen. Als sie dich bemerken, werden sie ganz aufgeregt, denn sie wissen: Gleich gibt es Futter! In der Küche des Affenhauses bereitest du die Leckereien vor. Neben Obst und Insekten freuen sie sich auch hin und wieder mal über ein paar Mäuse. Du hast sogar schon beobachtet, wie sie von ihrem Gehege aus in Teamwork ein kleines Kaninchen gefangen haben. Diese und viele andere Beobachtungen machst du tagtäglich, denn du verbringst die meiste Zeit bei den Tieren. Nicht etwa, indem du sie einfach nur beobachtest wie etwa die Zoobesucher, sondern während du ihre Gehege säuberst, wenn du Futter im Gehege versteckst oder wenn du dem Tierarzt bei Untersuchungen unter die Arme greifst.

Beschäftigung durch Futter

In ihrer freien Wildbahn legen einige der Zootiere oft viele Kilometer am Tag zurück, um an Futter oder Wasser zu kommen. Eine Herde afrikanischer Elefanten läuft etwa 12 Kilometer jeden Tag. Ein Gepard erreicht bei der Jagd Geschwindigkeiten bis zu 100 Kilometer pro Stunde. Dass das im Zoo nicht möglich ist, kannst du dir denken. Ein wichtiger Bestandteil deiner Arbeit als Tierpfleger ist es daher, die Tiere zu beschäftigen. Das nennt man in der Fachsprache Behavioral Enrichment. Am besten funktioniert das, indem du dir überlegst, wie du den Tieren das Futter präsentierst, sodass sie dafür arbeiten müssen – ähnlich wie in freier Wildbahn. Bei den Seelöwen zum Beispiel wird die Fütterung mit einem Training verbunden, bei dem die Besucher zusehen können. Die Menschenaffen, zum Beispiel Gorillas und Orang-Utans, haben in ihrem Gehege Kästen, für die sie sich ein Werkzeug suchen müssen, zum Beispiel einen Stock, um an das Futter heranzukommen. Die Braunbären bekommen einen mit Futter gefüllten Ball, mit dem sie erstmal eine Weile beschäftigt sind. Wäschbären freuen sich über Eisblöcke oder Eiswürfen als Spielzeug, sie spielen mit ihnen herum und wundern sich, warum die Eis in ihren Händen verschwindet, wenn sie es in ihr Wasserbecken tauchen, um es versuchen zu waschen.

Artenschutz und Entertainment

Ein Zoo hat verschiedene Aufgaben: Bildung der Zoobesucher sowie deren Erholung und Freizeitgestaltung, Artenschutz und Forschung. Als Tierpfleger liegen dir natürlich besonders die Tiere am Herzen, doch mit den Besuchern musst du trotzdem klarkommen und das ist manchmal gar nicht so einfach. Da nicht alle so gut über das Verhalten und die Bedürfnisse der Tiere Bescheid wissen, kommt es häufig vor, dass Besucher respektlos an die Scheibe klopfen, dass Kinder herumschreien und herumrennen und Absperrungen nicht eingehalten werden. Hier heißt es Ruhe bewahren, aber auch konsequent bleiben und den Übeltätern erklären, warum es wichtig ist, den Lebensraum der Tiere im Zoo zu respektieren. Weil du die Tiere am besten kennst, wirst du in wichtige Entscheidungen, zum Beispiel der Paarbildung bei Zuchtmaßnahmen oder der Umgestaltung eines Geheges einbezogen.

Inhalte der Ausbildung

Neben den Inhalten, die du in den ersten beiden Ausbildungsjahren fachübergreifend mit den Azubis der anderen Fachrichtungen lernst, kommen für die Fachrichtung Zoo noch diese Inhalte hinzu:

Um das Verhalten der Tiere, die du im Zoo betreust, richtig einordnen zu können, musst du eine Menge lernen: Du wirst dich zum Beispiel mit verschiedenen Ökosystemen auseinandersetzen, du lernst, welches Instinktverhalten die Zootiere zeigen, wie ihr Sozialverhalten und ihr Territorialverhalten sind, wie sie sich gegenüber Menschen verhalten, welche Rangordnung innerhalb eines Rudels oder einer Herde herrscht und so weiter. Weil Tiere wie Menschen auch Individuen sind, gibt es nichts, was es nichts gibt: Egal, was du schon alles in der Theorie über Erdmännchen gelesen hast – jede Wette, dass sie dich doch wieder überraschen!

Weil du als Tierpfleger viele unterschiedliche Arbeitsbereiche abdeckst lernst du auch etwas über die Bepflanzung in Zoos, über Erhaltungszuchtprogramme, über Baumaßnahmen im Zoo und zur Öffentlichkeitsarbeit, zum Beispiel wie man eine Aktionswoche plant und dafür Werbung macht.

Du bist außerdem für die Materialbeschaffung von Futtermitteln und Gegenständen zur Beschäftigung der Tiere verantwortlich und lernst unter anderem, wie man Bestellungen tätigt und Ware annimmt und lagert.

Tierpfleger der Fachrichtung Tierheim und Tierpension versorgen und vermitteln Haustiere in Tierheimen und betreuen und trainieren sie in Tierpensionen.

Was macht ein Tierpfleger Fachrichtung Tierheim und Tierpension?

Retter in der Not

Das Telefon klingelt. Der Besitzer eines Supermarktes meldet, dass ein freilaufender Hund ängstlich vor der Ladentür umherläuft. Sofort machst du dich mit einem Kollegen auf den Weg. Zurück im Tierheim kannst du anhand des Mikrochips die Identifikationsnummer der Hündin auslesen. Aufgrund des zusätzlichen Adressanhängers ist der Besitzer schnell ausgemacht und angerufen. Die Familie freut sich riesig. Ihr Hund hat sich beim Kontakt mit einem elektrischen Weidezaun so erschrocken, dass er davongelaufen ist und nirgends auffindbar war. Was für ein Wiedersehen! Aber nun zurück zu den anderen Tieren. Nicht jede Geschichte ist so schön und so harmlos wie diese. Oft sind die Tiere, die zu dir ins Tierheim kommen Opfer von Misshandlungen, wurden ausgesetzt oder nach einem Unfall auf der Straße aufgelesen. Es braucht viel Geduld und Zuneigung, um das Vertrauen der Tiere zu Menschen wiederherzustellen – und häufig noch mehr Geduld, um ihnen wieder ein geeignetes Zuhause zu vermitteln. Das ist jeden Tag aufs Neue deine Herzensangelegenheit.

Zwischen Vogelvolieren, Hundeboxen und Katzenzimmer

Im Tierheim ist ordentlich was los. Gerade rechnest du die Spendensummen aus dem letzten Jahr zusammen und hältst eine Bestätigung der Stadt über eine weitere Förderungsmaßnahme in der Hand. Zum Glück – der Ausbau des Katzenzimmers und Ausbau des Außenauslaufs für Hunde ist gesichert. Da kommt gerade eine der vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter durch die Tür spaziert. Immer Mittwoch nachmittags führt sie ein paar Hunde spazieren, um dich und deine Kollegen zu entlasten. In der Zeit kannst du dich um einen Wurf Cocker Spaniel-Welpen kümmern. Als vor vier Wochen ein Besitzer seine Hündin im Tierheim abgegeben hat, war kaum zu übersehen, dass sie trächtig war. Mittlerweile halten dich sechs quirlige Welpen ganz schön auf Trab. Aber so gerne du auch weiter mit ihnen spielen würdest – es sind viele andere Tiere, die darauf warten, dass ihre Boxen gereinigt werden, sie benötigte Medikamente bekommen, das Trinkwasser ausgetauscht und die Näpfe aufgefüllt werden.

Urlaub ohne Frauchen und Herrchen

In der Tierpension verbringen Haustiere ihren Urlaub – naja, wohl eher machen Frauchen und Herrchen Urlaub und die Vierbeiner warten manchmal mehr oder weniger geduldig, bis sie wieder abgeholt werden. Um ihnen die Zeit so angenehm wie möglich zu machen, hast du dir was überlegt. Die Hundebesitzer können bei dir ein Trainingsprogramm dazu buchen. Einmal am Tag geht es auf den Agility-Platz, wo du sie je nach „Vorkenntnissen“ angemessen forderst. Der Golden Retriever Ninyo ist schon ein geübter Sportler und wartet auf die nächsten Tricks, die er Herrchen und Frauchen präsentieren kann. Boxer Kimmi zieht viel zu sehr an der Leine und sein Herrchen kann ihn kaum halten. Du übst mit ihm den Leinengang und zeigst dem Besitzer bei Abholung, auf was er beim nächsten Spaziergang achten muss. Mischling Lana ist sehr zurückhaltend, wenn sie andere Hunde sieht. Was für eine tolle Gelegenheit, sie hier in der Tierpension ein bisschen auftauen zu lassen. Die beiden Oldies Teddy und Filou sind hingegen froh, wenn sie einfach mal ein bisschen rauskommen und höchstens ein paar Mal den Ball holen dürfen. Das Katzenpärchen Murat und Hildegard braucht den Auslauf nicht – mit ein paar Spielzeugen lassen sie sich hingegen bestechen und merken kaum, dass Herrchen und Frauchen nicht da sind.

Inhalte der Ausbildung

Neben den Inhalten, die du in den ersten beiden Ausbildungsjahren fachübergreifend mit den Azubis der anderen Fachrichtungen lernst, kommen für die Fachrichtung Tierheim und Tierpension noch diese Inhalte hinzu:

Da du dich insbesondere in Hundepensionen auch mit der Erziehung und dem Training von Hunden befasst, lernst du in der Berufsschule etwas über die Prägephasen der Tiere kennen. Du erfährst wie man Hunde und andere Haustiere konditionieren kann und welche Erziehungsmethoden es gibt. Dabei spielen auch rassenspezifische Merkmale eine große Rolle. Für den Berufsalltag in Tierheim und Tierpension ist es wichtig, dass du dich mit der Zubereitung von Futter, mit Fütterungszeiten und Futterrationen auskennt. Du lernst zum Beispiel, Futterwerttabellen richtig zu lesen und anzuwenden. Da du es nicht nur mit Tieren, sondern auch Menschen zu tun hast, bekommst du gute Tipps zum Umgang mit Besitzern. Außerdem wirst du geschult in Sachen Warenbestellung und -annahme, Vertragsabschluss, Kostenrechnung und Öffentlichkeitsarbeit.


Wie gut passt der Beruf Tierpfleger zu dir?

Wenn du in deinem Beruf gerne aus der Reihe tanzen möchtest, ist der Beruf Tierpfleger genau der richtige für dich.
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