Wie werde ich Physiotherapeut?

Für die Physiotherapie Ausbildung solltest du einige Voraussetzungen mitbringen. Du wirst aber auch schnell erkennen, dass sich viele Dinge mit der Zeit entwickeln. Den Umgang mit Menschen kann man schnell erlernen. Ein Grundmaß an Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit sollte jedoch vorhanden sein. Andere hilfreiche Eigenschaften, die du für diese Ausbildung mitbringen solltest, sind:

  • Geduld
  • Einfühlungsvermögen
  • Freundlichkeit
  • Überzeugungskraft
  • Gutes Ausdrucksvermögen
  • Beobachtungsgenauigkeit
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Kraft oder zumindest eine gute körperliche Verfassung
  • Spaß an Bewegung   


Darüber hinaus ist in der Regel ein mittlerer Bildungsabschluss, also die Mittlere Reife oder ein vergleichbarer Abschluss Voraussetzung für eine Ausbildung zur Physiotherapeutin. 
Im Bewerbungsgespräch wirst du schnell merken, dass es vor allem auf andere Kriterien ankommt, wie die oben genannten Eigenschaften. Oft werden auch gute Leistungen in naturwissenschaftlichen Fächern verlangt. Es kann vorkommen, dass du eine Bewegungs- oder Sportprüfung als Aufnahmeprüfung ablegen musst. Wenn du diesen Beruf wirklich ausüben willst, verfasse deine Bewerbung pünktlich und schicke sie gleich ab, um deinen Traumplatz zu ergattern!

 


Bildungsweg

Schulische Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Realschulabschluss / Mittlere Reife

Ausbildungsdauer

3 Jahr(e)

Was macht ein Physiotherapeut?

Deine Aufgaben als Physiotherapeutin auf einen Blick:

  • Patienten unterstützen: Untersuchungen durchführen, Einzel- und Gruppentherapien leiten, spezielle Übungen planen und einsetzen, Heilungsprozesse beobachten, medizinische Geräte vorbereiten, Patienten zuhause betreuen
  • Dokumentieren: Erfolge und Fortschritte schriftlich festhalten, Therapieberichte erstellen


Deine Aufgaben als Physiotherapeutin im Detail


Gruppentherapien leiten

Ein Arbeitstag in der Physiotherapie Ausbildung könnte für dich so aussehen:  Es ist 8 Uhr. Der Tag beginnt. Deine Kollegen sind bereits dabei, die ersten Vorbereitungen in der Praxis zu treffen. Du arbeitest zusammen in einem Team mit anderen Therapeuten, z.B. Ergotherapeuten, Pflegekräften sowie Ärzten und trägst dazu bei, dass Patienten wieder „auf die Beine kommen“ oder sich zumindest ihre aktuelle Situation verbessert, dabei kann es sich um ältere Personen, kranke Personen und Unfallpatienten handeln. Sind die Geräte alle einsatzbereit? Dann kann es losgehen. Heute Morgen leitest du eine Gruppentherapie an. Im Falle schlimmer Verletzungen an Schulter, Oberarm, Unterarm und Handgelenk, planst du ein Zirkeltraining zum Wiederaufbau der Muskulatur. Dazu hast du verschiedene Fitnessgeräte und Übungen ausgewählt. Du berätst jeden Patienten, zugeschnitten auf die Art der Verletzung und unter Berücksichtigung seiner mentalen Verfassung. Handelt es sich lediglich um eine Verbesserung der Beweglichkeit, oder liegen weitere Einschränkungen wie Empfindungsstörungen der Nervenbahnen oder Verspannungen der Muskulatur vor? 

Patienten betreuen und Therapieberichte erstellen

Im Anschluss an das Zirkeltraining zeigst du Übungen auf, die auch ohne Geräte ganz bequem zuhause durchgeführt werden können. Du motivierst sie zur Disziplin und zeigst ihnen auf, was passieren kann, wenn sie „nicht am Ball bleiben“. Während diese auf deine Anleitung hin verschiedene Übungen ausführen, hast du ein Auge auf jeden Einzelnen. Was hat sich seit dem letzten Mal verbessert? Welche nächsten Schritte könntest du nun einleiten? Kann die Übung noch erweitert werden? All diese Dinge dokumentierst du in der Patientenakte. 

Einzeltherapien durchführen

Nachdem die Gruppentherapie abgeschlossen ist, nutzt du das Einzeltherapiezimmer zur Behandlung. Mithilfe einer Elektrotherapie, auch "Reizstromtherapie" genannt, führst du den Patienten durch verbundene Elektroden geringe Stromimpulse zu. Dabei ist es wichtig zu beachten, dass keine Schmerzen empfunden werden, sondern nur ein leichtes Kribbeln. Das Ziel ist es, Muskelzellen, die durch einen geschädigten Nerv vom Abbau bedroht sind, wieder zu aktivieren. 

Patienten zuhause behandeln

Nach der Einzeltherapie machst du dich auf zu einem Hausbesuch. Eine alte Dame ist vor 4 Wochen im Garten ausgerutscht und gestürzt. Sie hat sich den Oberarm gebrochen und benötigt nun eine postoperative Therapie, um ihre Beweglichkeit wiederherzustellen. Du besuchst sie zweimal wöchentlich, führst mit ihr gemeinsame Übungen durch und zeigst ein paar Tricks, wie sie den Alltag besser bewältigen kann. 

Verschiedene Übungen einsetzen

Am späten Nachmittag behandelst du einen weiteren Patienten, der aufgrund eines Bandscheibenvorfalls Schmerzen verspürt und in seiner Bewegung eingeschränkt ist. Mit verschiedenen Übungen für den Rücken (Rückenschule) soll sich seine Muskulatur Stück für Stück stärken. Zum Abschluss massierst du gezielt Punkte seiner Wirbelsäule. 

Der Arbeitstag ist vorbei und du bist ganz schön kaputt – aber glücklich! Du konntest viele auf ihrem Weg zum Gesundwerden unterstützen.

Gut zu wissen...
  • Immer mehr Männer werden Physiotherapeuten.
  • Zu einer Muskelzerrung kann es an fast jeder Körperstelle von den Schultern abwärts bis zu den Waden kommen.
  • Mindestens jeder fünfte Bundesbürger nimmt im Laufe eines Jahres Physiotherapie in Anspruch.

Inhalte der Ausbildung

Schulische Ausbildungsinhalte

Deine schulische Physiotherapie Ausbildung findet hauptsächlich in einer Berufsfachschule, speziell für therapeutische Berufe, statt. Meist sind diese Schulen an Krankenhäuser angegliedert, wo du den praktischen Teil deiner Ausbildung absolvieren wirst. In der Berufsschule lernst du die wichtigsten Grundlagen über den menschlichen Körper und den physiotherapeutischen Umgang mit Menschen. Die Bereiche reichen von Anatomie und Physiologie über Krankheitslehre, Hygiene und Erste Hilfe bis zur angewandten Physik und Biomechanik. Du lernst sogar etwas über Psychologie, Pädagogik, Soziologie und Bewegungslehre. Wie du siehst, ist das Wissen, was dir vermittelt wird, sehr breit gefächert. Es ist wichtig, dass du dich sowohl mit dem Bewegungsapparat des Menschen gut auskennst als auch die Behandlungstechniken, die du in deinem Beruf anwenden wirst, beherrschst. Das sind zum Beispiel Massage, Elektro-, Licht- und Strahlentherapie, sowie Thermotherapie (Wärme und Kälte). In dem Berufsschulfach Sport lernst du verschiedene Sportarten und ihre Auswirkungen auf den menschlichen Körper kennen. Wozu Biologie wichtig ist, kannst du dir sicher denken. In Deutsch beschäftigst du dich mit den Grundlagen des physiotherapeutischen Schriftverkehrs, und lernst zum Beispiel wie man Behandlungsberichte verfasst.    


Praktische Ausbildungsinhalte

Den praktischen Teil deiner Ausbildung verbringst du in der Regel im Krankenhaus. In deinem Praktikum durchläufst du die fachmedizinischen Abteilungen. Dazu gehören: Chirurgie, innere Medizin, Orthopädie, Neurologie, Pädiatrie, Psychiatrie und Gynäkologie.


Ablauf der Ausbildung

Die Ausbildung zur Physiotherapeutin ist eine schulische Ausbildung. Das bedeutet, dass du die meiste Zeit an einer Schule für Physiotherapie oder einer vergleichbaren Einrichtung verbringen wirst. Die praktischen Inhalte der Ausbildung durchläufst du in den verschiedenen Abteilungen eines Krankenhauses. Auch ist es möglich, ein duales Studium oder ein Vollstudium zu absolvieren. Der Vorteil eines dualen Studium Physiotherapie oder einem Vollzeitstudium ist, dass du erweiterte theoretische Kenntnisse erlernst, mit denen du später zum Beispiel Leitungspositionen anstreben kannst. Der Nachteil ist, dass es in diesem Fall 4,5 Jahre anstatt 3 Jahren dauert. Für das duale Studium verfasst du, ähnlich wie für die schulische Ausbildung auch, eine Bewerbung.

Du hast bereits einen Abschluss als Masseur und Medizinischen Bademeister? Dann kannst du die Physiotherapie Ausbildung deutlich verkürzen.  


Wie gut passt der Beruf Physiotherapeut zu dir?

Wenn du in deinem Beruf gerne Menschen helfen möchtest, ist der Beruf Physiotherapeut genau der richtige für dich.
Wenn du nicht körperlich anstrengend arbeiten möchtest, könnten andere Berufe besser zu dir passen.

Hilfreiche Fähigkeiten

  • Überzeugungskraft
  • Kommunikationsfähigkeit
  • Empathie
Physiotherapeut-Quiz
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