Wie werde ich Geigenbauer?

Geigenbauer zu sein ist bis heute eine besondere Kunst: Klangkörper zu erschaffen, die dem Instrument später schmeichelhafte Töne entlocken können, will gelernt sein. Du möchtest in die Fußstapfen großer Geigenbaumeister der vergangenen Jahrhunderte treten? Dann solltest du diese Eigenschaften mitbringen:

  • Ein Sinn für Musik und Klang
  • Ein gutes Gehör
  • Geduld
  • Genaues und zuverlässiges Arbeiten
  • Feinmotorisches Geschick

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Hauptschulabschluss

Ausbildungsdauer

3 Jahr(e)

Azubi-Gehalt

Ø 735 EUR

Was macht ein Geigenbauer?

Deine Aufgaben als Geigenbauer auf einen Blick:

  • Kundenbetreuung: Auf Kundenwünsche eingehen; Kunden aufklären und informieren; beratende Tätigkeiten; Instrumente reparieren; Modelle vorstellen.
  • Entwerfen: Zeichnungen und Schablonen erstellen; Maße und Konturen bestimmen; Schablonen entwickeln.
  • Erstellen: Wässern, schleifen, beizen und lackieren von Holz; Materialien mit Maschinen bearbeiten; Sägen, hobeln, bohren und kleben von Materialen; Instrumente spielfertig machen.

Deine Aufgaben als Geigenbauer im Detail:

Bist du bereit in die großen Fußstapfen des Antonio Stradivari zu treten? Der vermutlich bekannteste Geigenbaumeister der Welt fertigte bereits im 17. Jahrhundert Violinen in Italien an – heute erreichen diese Kunstwerke der Musik Verkaufs- und Auktionswerte von mehreren Millionen Dollar. Und auch wenn Geigen und andere Streichinstrumente, wie Celli oder Bratschen heutzutage auch aus maschinell hergestellten Bauteilen bestehen, ist ein großer Anteil der Handgriffe immer noch Handarbeit.

Kundenbetreuung: Schätzen, fragen und beraten

Kunden kommen zu dir, um von deiner Expertise als Geigenbauer zu profitieren. Du schätzt Geigen und andere Instrumente anhand von Schwingungen und Holzbeschaffenheit auf ihren Verkaufswert. Außerdem verschaffst du dir bei gebrauchten Bratschen oder Celli einen Überblick über mögliche Beschädigungen und gibst auf dieser Grundlage deinem Kunden Empfehlungen für Reparaturen, sodass dieser noch lange etwas von seinem Streichinstrument hat. Möchte dein Kunde ein neues Instrument angefertigt haben, erfragst du zunächst seine Wünsche: Wie teuer darf das Instrument sein? Soll es eher eine Einsteigergeige oder ein Profi-Instrument sein? Und welche Größe des Instruments passt zur Körpergröße deines Kunden? – alle diese Fragen lässt du dir ausführlich von den Besuchern deiner Werkstatt beantworten, sodass du schließlich ihre persönlichen Trauminstrumente fertigen kannst.

 

Geigenbauer entwerfen hochwertige Instrumente

Nachdem du erste Zeichnungen und Schablonen als Vorlage für die Geige, Bratsche oder den Kontrabass angefertigt hast, wählst du das geeignete Material aus: Während die Decke einer Bratsche meistens aus Fichtenholz besteht, verwendest du für die anderen Teile, wie etwa für das Griffbrett, Hölzer, wie Ahorn oder Ebenholz. Dein geübtes Auge sieht den Hölzern direkt die entsprechende Qualität an: Besonders wichtig ist hier, dass das Holz trocken ist, damit es sich später nicht mehr verzieht. Hast du die Holzarten und andere Rohmaterialien, wie die Saiten oder auch das Schweifhaar für die Bögen in deiner Werkstatt liegen, beginnst du das Holz vorzubehandeln: Hier kannst du zum Beispiel bestimmte Holzarten erhitzen, um sie widerstandsfähiger zu machen oder sie durch gründliches Schleifen in die richtige Form bringen.

 

Die Erstellung von Geigen erfordert mehrere Arbeitsschritte

Bevor man einem fertigen Kontrabass oder einer Geige imposant klingende Töne entlocken kann, müssen der Bogen und das Instrument zunächst gebaut werden: Zu Beginn bringst du mit Hilfe der bereits ausgearbeiteten Schablone das Holz in die richtige Form, damit der Korpus später die optimalen Maße hat, um zu klingen. Nachdem du die Platten gespalten hast, nutzt du Hilfsmittel wie Messer und Hobel, um dem Korpus die passende Wölbung zu verschaffen. Das ist nicht nur Feinarbeit, sondern auch besonders wichtig für den späteren Klang. Anschließend bringst du die typischen F-Löcher an der Geige oder der Bratsche an, die den Musikinstrumenten ihr typisches Aussehen verleihen. In den Korpus angeleimt werden außerdem Holzstäbchen, die sich Bassbalken nennen. Hiermit stellst du sicher, dass der spätere Klang perfekt im Resonanzkörper weitergeleitet wird.

Neben dem Klangkörper muss auch noch der Hals, das Griffbrett, die Schnecke und der Wirbel der Geige gebaut werden: Hier kommen deine Schnitzkünste ins Spiel. Die feinen Linien der Schnecke schnitzt du künstlerisch zurecht und bringst sie auf dem Geigenhals an. Ist das Instrument zusammengebaut und auch der Steg auf dem Korpus angebracht, kannst du endlich die Saiten aufziehen, sie stimmen und die Geige oder den Kontrabass an einen glücklichen Kunden übergeben.

Gut zu wissen...
  • Im Jahr 2015 wurde erstmals eine Geige mithilfe eines 3D-Druckers hergestellt.
  • Die größte Geige der Welt ist 4,27 m lang.
  • Die teuerste Geige der Welt kostet 11,6 Millionen Euro.

Inhalte der Ausbildung

Theoretische Ausbildung

Die Ausbildung zum Geigenbauer dauert drei Jahre, in denen du alles über den Beruf lernen wirst. Als angehender Geigenbauer wirst du in der Schule sowohl theoretisch als auch praktisch ausgebildet. In der Theorie lernst du zunächst den Aufbau und die Funktion einer Geige oder eines Kontrabasses kennen: Wie ist der Aufbau gestaltet und wie wird die Schwingung mit den Saiten erzeugt? – Diese Frage bekommst du beantwortet, außerdem vermitteln dir die Lehrer Hintergrundwissen über die Geschichte des Geigenbaus und erklären, warum die Geigen von Stradivari heute so viel wert sind. Welche Saiten es neben der G-Saite und der E-Saite zusätzlich für Streichinstrumente gibt, bekommst du ebenfalls gezeigt. Im Werksunterricht kannst du schließlich selbst Hand anlegen und bekommst gezeigt, wie man einen Korpus anfertigt, Holz schleift oder einen Bogen ordnungsgemäß bespannt. Du baust die Stege ein, gestaltest den Wirbel, bringst den Kinnhalter an und bespannst von der tiefsten Saite bis zur höchsten Saite die Geige oder den Kontrabass. Auch lernst du die Qualität einer Geige oder einer Bratsche besser einzuschätzen und damit auch den Verkaufswert zu bestimmen.

Praktische Ausbildung

Eine Ausbildung zum Geigenbauer bedeutet gleichzeitig Praxiserfahrung sammeln! Während deiner Ausbildungszeit sammelst du erste Erfahrungen im Betrieb, etwa in einem Musikfachgeschäft. Du verbringst Zeit in einer Werkstatt für das Geigenbau-Handwerk und schaust ausgebildeten Gesellen und Meistern über die Schulter. Zum ersten Mal hast du richtigen Kundenkontakt und stellst Geigen, Celli und Kontrabasse her, die in der Werkstatt oder im freien Handel verkauft werden.

Während einer schulischen Ausbildung zum Geigenbauer kannst du in Berufspraktika dein erlerntes Wissen in der Praxis anwenden. Dafür bist du auch mehrere Wochen in einer Werkstatt und lernst von bereits ausgebildeten Geigenbauern.

Wie gut passt der Beruf Geigenbauer zu dir?

Wenn du in deinem Beruf gerne etwas mit deinen Händen erschaffen möchtest, ist der Beruf Geigenbauer genau der richtige für dich.
Wenn du nicht überwiegend im Büro sitzen möchtest, könnten andere Berufe besser zu dir passen.

Hilfreiche Fähigkeiten

  • Arbeitsgenauigkeit
  • Handwerkliches Geschick
Geigenbauer-Quiz
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