Wie werde ich Geigenbauer?

Geigenbauer zu sein ist bis heute noch eine ganz besondere Kunst: Denn Klangkörper zu erschaffen, die dem Instrument später schmeichelnde Töne entlocken können, will gelernt sein. Du möchtest in die Fußstapfen großer Geigenbau-Meister der vergangen Jahrhunderte treten? Dann solltest du diese Eigenschaften mitbringen:

  • Ein Sinn für Musik und Klang
  • Ein gutes Gehör
  • Geduld
  • Genaues und zuverlässiges arbeiten
  • Feinmotorisches Geschick
  • Freundliches Auftreten
  • Einen Hauptschulabschluss

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Hauptschulabschluss

Ausbildungsdauer

3 Jahr(e)

Was macht ein Geigenbauer?

Bist du bereit in die großen Fußstapfen des Antonio Stradivari zu treten? Der vermutlich bekannteste Geigenbaumeister der Welt fertigte bereits im 17. Jahrhundert Violinen in Italien – heute erreichen diese Kunstwerke der Musik Verkaufs- und Auktionswerte von mehreren Millionen Dollar. Und auch wenn Geigen und andere Streichinstrumente, wie Celli oder Bratschen heutzutage auch aus maschinell hergestellten Bauteilen bestehen, ist ein großer Anteil deiner Handgriffe immer noch Handarbeit.

Schätzen, fragen und beraten

Kunden kommen zu dir, um von deiner Expertise als Geigenbauer zu profitieren. Du schätzt Geigen und andere Instrumente anhand von Schwingungen und Holzbeschaffenheit auf ihren Verkaufswert. Außerdem verschaffst du dir bei gebrauchten Bratschen oder Celli einen Überblick über mögliche Beschädigungen und gibst auf dieser Grundlage deinem Kunden Empfehlungen für Reparaturen, sodass dieser noch lange etwas von seinem Streichinstrument hat. Möchte dein Kunde ein neues Instrument angefertigt haben, erfragst du zunächst seine Wünsche: Wie teuer darf das Instrument sein? Soll es eher eine Einsteigergeige sein oder ein Profiinstrument? Und welche Größe des Instrumentes passt zur Körpergröße deines Kunden? – alle diese Fragen lässt du dir ausführlich von den Besuchern deiner Werkstatt beantworten, sodass du schließlich ihre persönlichen Trauminstrumente fertigen kannst.

Qualität finden und erkennen
Nachdem du erste Zeichnungen und Schablonen als Vorlage für die Geige, Bratsche oder den Kontrabass angefertigt hast, wählst du das geeignete Material aus: Während die Decke einer Bratsche meistens aus Fichtenholz besteht, verwendest du für die anderen Teile, wie etwas das Griffbrett, Hölzer, wie Ahorn oder Ebenholz. Dein geübtes Auge sieht den Hölzern direkt die entsprechende Qualität an: Besonders wichtig ist hier, dass das Holz trocken ist, damit es sich später nicht mehr verzieht. Hast du die Holzarten und andere Rohmaterialien, wie die Saiten oder auch das Schweifhaar für die Bögen in deiner Werkstatt liegen, beginnst du das Holz vorzubehandeln: Hier kannst du zum Beispiel bestimmte Holzarten erhitzen, um sie widerstandsfähiger zu machen oder sie durch gründliches Schleifen in die richtige Form bringen.

Schnitzen, schleifen und polieren

Bevor man einem fertigen Kontrabass oder einer Geige imposant klingende Töne entlocken kann, müssen der Bogen und das Instrument zunächst gebaut werden: Zunächst bringst du mit Hilfe der bereits ausgearbeiteten Schablone das Holz in die richtige Form, damit der Korpus später die optimalen Maße hat um zu klingen. Nachdem du die Platten gespalten hast, nutzt du Hilfsmittel, wie Messer und Hobel um dem Korpus die passende Wölbung zu bieten. Das ist nicht nur Feinarbeit, sondern auch besonders wichtig für den späteren Klang. Auch bringst du die typischen F-Löcher an der Geige oder der Bratsche an, die den Musikinstrumenten ihr typisches Aussehen verleihen. In den Korpus eingeleimt werden außerdem Holzstäbchen, die sich Bassbalken nennen. Indem du sie anbringst, stellst du sicher, dass der Klang später perfekt im Resonanzkörper weitergeleitet wird.
Neben dem Klangkörper, muss auch noch der Hals, das Griffbrett, die Schnecke und der Wirbel der Geige gebaut werden: Hier kommen deine Schnitzkünste ins Spiel. Die feinen Linien der Schnecke schnitzt du künstlerisch zurecht und bringst sie auf dem Geigenhals an.
Ist das Instrument zusammengebaut und auch der Steg auf dem Korpus angebracht, kannst du endlich die Saiten aufziehen, sie stimmen und die Geige oder den Kontrabass an einen glücklichen Kunden übergeben.

Inhalte der Ausbildung

Theoretische Ausbildung

Als angehender Geigenbauer wirst du in der Schule sowohl theoretisch als auch praktisch ausgebildet. In der Theorie lernst du natürlich zunächst den Aufbau und die Funktion einer Geige oder eines Kontrabasses kennen: Wie ist der Aufbau gestaltet und wie wird die Schwingung mit den Saiten erzeugt? – Diese Frage bekommst du genauso beantwortet, wie dir Lehrer Hintergrundwissen über die Geschichte des Geigenbaus vermitteln und erklären, warum die Geigen von Stradivari heute so viel wert sind. Welche Saiten es neben der G-Saite und der E-Saite zusätzlich für Streichinstrumente gibt, bekommst du ebenfalls gezeigt. Im Werksunterricht kannst du schließlich selbst Hand anlegen und bekommst gezeigt, wie man einen Korpus anfertigt, Holz schleift oder einen Bogen ordnungsgemäß bespannt. Du baust die Stege ein, gestaltest den Wirbel, bringst den Kinnhalter an und bespannst von der tiefsten Saite bis zur höchsten Saite die Geige oder den Kontrabass. Auch lernst du die Qualität einer Geige oder einer Bratsche besser einzuschätzen und damit auch den Verkaufswert zu bestimmen.

Praktische Ausbildung

Während deiner Ausbildungszeit im Betrieb bekommst du die Praxis direkt an der Basis mit: Kunden kommen mit einem beschädigten Griffbrett an der Geige in die Werkstatt, fragen dich und deine Kollegen um Rat, wenn sie einen Kontrabass auf seinen Wert schätzen lassen wollen und lassen natürlich nagelneue Instrumente bei euch anfertigen. Von Anfang an bist du mitten im Geschehen und übernimmst im Laufe deiner Ausbildung immer kompliziertere Aufgaben: Während du am Anfang lernst eine Bratsche zu stimmen oder einen Bogen zu bespannen, kannst du am Ende deiner Ausbildungszeit ein ganzes Instrument zusammenbauen und das Holz vom Schleifen bis zur Versieglung bearbeiten. Dabei bist du in deiner Ausbildung nie allein, sondern kannst deinen Ausbildern und den Geigenbaumeistern immer Fragen zum Geigenbau stellen und dir einiges bei ihnen abgucken.

Ablauf der Ausbildung

Dieses Berufsbild beschreibt dir die duale Ausbildung zum Geigenbauer. Auch die schulische Ausbildung haben wir für dich zusammengefasst.

Wie gut passt der Beruf Geigenbauer zu dir?

Wenn du in deinem Beruf gerne etwas mit deinen Händen erschaffen möchtest, ist der Beruf Geigenbauer genau der richtige für dich.
Wenn du nicht überwiegend im Büro sitzen möchtest, könnten andere Berufe besser zu dir passen.

Hilfreiche Fähigkeiten

  • Arbeitsgenauigkeit
  • Handwerkliches Geschick

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