Wie werde ich Estrichleger?

Du willst Estrichleger oder Estrichlegerin werden, aber weißt noch nicht, ob der Beruf das Richtige für dich ist? Prüfe doch mal deine Eignung im Berufsscout oder erstelle ein Persönlichkeitsprofil

Hier schon mal eine Übersicht, auf welche Eigenschaften und Interessen es in diesem Beruf ankommt:
  • körperliche Fitness
  • deine Bereitschaft, dir die Hände schmutzig zu machen
  • sorgfältiges und genaues Arbeiten
  • handwerkliches Geschick und Spaß an handwerklicher Arbeit

Schulische Voraussetzung

Du solltest für eine Ausbildung zum Estrichleger mindestens einen Hauptschulabschluss haben. Ausschlaggebend für die Einstellung sind jedoch die Bewerbung und das Vorstellungsgespräch.

Bildungsweg

Duale Ausbildung

Empfohlener Schulabschluss

Hauptschulabschluss

Ausbildungsdauer

3 Jahr(e)

Ausbildung mit goldener Zukunft - Der Beruf Estrichleger
Estrichleger/ in - Das Berufsportrait

Was macht ein Estrichleger?

Wenn ein Haus gebaut wird, sind viele Handwerker auf der Baustelle im Einsatz. Welche fallen dir zuerst ein – vielleicht Maurer, Zimmerer und Dachdecker? Doch hast du auch gewusst, dass ein Estrichleger frisch ans Werk geht, sobald die Rohdecke errichtet und ausgehärtet ist? Was genau macht ein Estrichleger und was ist überhaupt Estrich? 


Den Estrichmörtel anmischen

Wenn ein Auftrag eingegangen, angenommen und die Arbeitsschritte ausgearbeitet sind, kannst du mit der Herstellung des Estrichmörtels beginnen. Estrich – was ist das überhaupt? Es handelt sich um eine Mischung aus Sand mit Bindemitteln, zum Beispiel Zement. Estrich wird genutzt, um Unebenheiten im Boden auszugleichen und ist der Untergrund für Bodenbeläge wie Teppich, Fliesen oder Laminat. Für Werkhallen und Sporthallen wird Estrich auch als Fußbodenbelag genutzt. Das Mischungsverhältnis von Sand und Zement beträgt 3:1. Es gibt ganz unterschiedliche Estriche, unter anderem den Fließestrich und den Trockenestrich, der aus Fertigplatten besteht. 

Mit Fördermaschine oder Druckschlauch den Estrich auftragen

Je nach Estrich, also je nachdem ob er eher fest oder flüssig ist, benutzt du die Fördermaschine oder den Druckschlauch, um das Estrichgemisch an der richtigen Stelle aufzutragen. Während sich der Flüssigestrich automatisch gleichmäßig verteilt und verdichtet, muss der Zementestrich mit einem Reibebrett aus Holz und mit einer Glättkelle glattgezogen werden und mit einer Rüttelmaschine verdichtet werden, sodass keine Luft mehr dazwischen ist.

Schicht über Schicht

Der Aufbau des Bodenbelags ist je nach Estrichsorte, nach Kundenwunsch und nach Bedingung des Unterbodens ganz unterschiedlich. Sogenannter „schwimmender Estrich“ ist von unten und oben mit Dämmstoffen umgeben und wird vor allem in Wohngebäuden verwendet. Hier wird zunächst ein Wärmedämmstoff, zum Beispiel aus Styropor oder Schaumglas, auf dem Rohbeton verlegt, darüber gegebenenfalls die Fußbodenheizung und erst dann kommt der Estrichmörtel. Mit dem Estrich entsteht eine glatte, ebene Oberfläche. Auch zwischen den Bodenschichten und der Wand werden Dämmstreifen eingebaut, die zum Beispiel die Geräusche, die entstehen, wenn man über den Boden läuft, eindämmen. Besonders die Bewohner in der Wohnung darunter werden sich über deine gute Arbeit freuen!

Vier Wochen später

Etwa vier Wochen dauert es bis der Estrich getrocknet ist. Dabei sollte er unbedingt vor Zugluft und Wasser geschützt werden. Mit einem Messgerät überprüfst du die Feuchtigkeit im Estrich. Wenn die Werte stimmen, also der Estrich trocken genug ist, kann er mit Kunstharz oder einer Kunststoffbeschichtung imprägniert und versiegelt werden. Nun trägst du Spachtelmasse und Kleber auf, um den Boden seinen Belag zu verpassen. Das könnte zum Beispiel Teppichboden, Fliesen, PVC-Boden oder Laminat sein. Fertig – nun fehlt nur noch die Dokumentation deiner Arbeit im „Fußbodenpass“. Das hört sich witzig an, ist aber tatsächlich ein sehr wichtiger Bestandteil deiner Arbeit, denn bei zukünftigen Renovierungsarbeiten weiß der zuständige Estrichleger, was zuvor verlegt worden ist, wie hoch einzelne Schichten sind und welche Rohstoffe verwendet wurden. 

Inhalte der Ausbildung

Um die optimale Mischung aus theoretischen Grundlagen und Praxiserfahrung zu gewährleisten, setzt sich deine duale Ausbildung aus dem Berufsschulunterricht und der Zeit im Ausbildungsbetrieb zusammen. 


Schulische Ausbildungsinhalte

In der Berufsschule lernst du nicht nur die vielen verschiedenen Estriche, wie Trockenestrich, Flüssigestrich, Hartstoffestrich und Nutzestrich kennen, du erfährst auch, welche Geräte und Maschinen im Estrichlegerhandwerk eingesetzt werden und aus welchen Rohstoffen du die unterschiedlichen Gemische herstellst. Außerdem lernst du, mit Messgeräten umzugehen, die Bedingungen des Unterbodens zu analysieren und daraus Maßnahmen deiner Arbeit zu folgern. Dafür benötigst du nicht nur Kenntnisse in Physik, sondern auch im technischen Zeichnen und in Mathematik.

Betriebliche Ausbildungsinhalte

Im Ausbildungsbetrieb geht es gleich richtig zur Sache, denn hier werden nicht mehr „Ernstfälle“ simuliert, sondern du wirst direkt in die Auftragsabwicklung eingebunden. Natürlich darfst du zu Beginn deinem Ausbilder noch über die Schulter schauen bzw. wirst in die Aufgaben nach und nach eingewiesen. Es fängt damit an, dass du erfährst, wie man einen Auftrag annimmt und den Zeitaufwand und Materialbedarf berechnet. Anschließend werden Skizzen der einzelnen Arbeitsschritte angefertigt, die Baustelle im Rohbau eingerichtet und der Untergrund inspiziert und gesäubert. Wenn es zur Herstellung des Estrichmörtels kommt, lernst du, auf welches Mischungsverhältnis es ankommt und wie der Estrich mithilfe von Pumpe und Druckschlauch aufgetragen wird. Das Nivellieren, also das Glattstreichen des Estrichs, wird entweder mit einer Glättkelle und einem Reibebrett von Hand oder mit einer Glättmaschine gemacht. Auch hier lernst du beide Varianten kennen. 

Ablauf der Ausbildung

Die duale Ausbildung zum Estrichleger dauert drei Jahre. Neben deiner Berufsausbildung kannst du die Zusatzqualifikation „Europaassistent im Handwerk“ erwerben. Hier vertiefst du deine Fremdsprachenkenntnisse, lernst Grundlagen des europäischen Waren- und Wirtschaftsrechts und machst ein mehrwöchiges Auslandspraktikum.

Wie gut passt der Beruf Estrichleger zu dir?

Wenn du in deinem Beruf gerne etwas mit deinen Händen erschaffen möchtest, ist der Beruf Estrichleger genau der richtige für dich.
Wenn du nicht körperlich anstrengend arbeiten möchtest, könnten andere Berufe besser zu dir passen.

Hilfreiche Fähigkeiten

  • Handwerkliches Geschick

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