Praktikum


Wie die Bezeichnung schon sagt, hat ein Praktikum etwas mit Praxis zu tun: Während eines Praktikums sammelst du praktische Erfahrungen in einem Beruf und lernst den Arbeitsalltag kennen. Egal an welchem Punkt du dich in deiner schulischen oder beruflichen Laufbahn befindest: Es gibt viele Gelegenheiten, ein Praktikum zu absolvieren.

Schülerpraktikum

An vielen Schulen steht irgendwann ein Betriebspraktikum oder Sozialpraktikum auf dem Stundenplan. Im Unterricht lernst du, wie du ein Anschreiben verfasst und wie ein Lebenslauf aufgebaut ist. Mit diesen Bewerbungsunterlagen bewirbst du dich dann in der Regel um einen Praktikumsplatz. Bei einem Betriebspraktikum kannst du das Unternehmen frei wählen, für ein Sozialpraktikum musst du dich bei einem Kindergarten, einer Sonderschule, einem Krankenhaus, Altenheim oder einer anderen sozialen Einrichtung bewerben. Auch Berufsorientierungstage wie der Girls‘ Day oder Boys‘ Day bieten dir eine erste Gelegenheit, in einen Beruf hineinzuschnuppern. Außerdem kannst du jederzeit in den Ferien ein Schülerpraktikum absolvieren, um den Arbeitsalltag deines Wunschberufes kennenzulernen. Praktika sind wertvolle Erfahrungen, mit denen du später in deiner Bewerbung um einen Ausbildungsplatz punkten kannst.

Berufsorientierungspraktikum

Du hast noch keine Antwort auf die Frage, welchen Beruf du erlernen sollst? Oder hast du deine Ausbildung abgebrochen und möchtest etwas anderes machen? Dann ist ein Berufsorientierungspraktikum eine sehr gute Möglichkeit festzustellen, ob dein Wunschberuf tatsächlich der Richtige ist. Du lernst das Unternehmen und seine Abläufe kennen, kannst den Mitarbeitern und Azubis alle möglichen Fragen zu ihrer Arbeit stellen und bekommst einen Eindruck vom Betriebsklima. Wenn du mit Spaß und Engagement bei der Sache bist, wird das auch der Chef merken und dir ggf. einen Ausbildungsvertrag anbieten. In jedem Fall solltest du zum Ende deines Praktikums um ein Praktikumszeugnis bitten, welches du deinen Bewerbungsunterlagen hinzufügen kannst.

Vorpraktikum

Wenn du später doch noch studieren möchtest, brauchst du zunächst die Fachhochschulreife oder allgemeine Hochschulreife. Für viele Studienfächer, insbesondere an Fachhochschulen, musst du bei der Einschreibung außerdem ein fachspezifisches Vorpraktikum nachweisen. Fachspezifisch bedeutet, dass du während deines Vorpraktikums bereits das Beschäftigungsfeld kennenlernst, in dem du nach deinem Studienabschluss arbeitest. So kannst du dir sicher sein, dass du den richtigen Studiengang gewählt hast. Wenn du vor deinem Studium bereits eine Ausbildung abgeschlossen oder einen Freiwilligendienst geleistet hast, kannst du dies als Vorpraktikum anrechnen lassen. Voraussetzung für die Anerkennung ist auch hier das Fachgebiet: Mit einem freiwilligen sozialen Jahr im Krankenhaus erfüllst du zum Beispiel die Voraussetzungen für ein Studium im Gesundheitswesen. Eine abgeschlossene Ausbildung zum Industriemechaniker zählt als Vorpraktikum für ein Maschinenbau-Studium.

Pflichtpraktikum

Pflichtpraktika können zum einen in der Studienordnung vorgesehen sein. Im Gegensatz zum Vorpraktikum absolvierst du das Pflichtpraktikum nicht vor, sondern während des Studiums. Wenn deine Studienordnung kein Pflichtpraktikum vorsieht, du aber trotzdem deinen zukünftigen Beruf kennenlernen möchtest, kannst du während der Semesterferien oder eines Urlaubssemesters ein freiwilliges Praktikum absolvieren.

Pflichtpraktika können aber auch ein Bestandteil der schulischen Ausbildung sein. Je nach Ausbildungsberuf und Berufsfachschule gibt es unterschiedliche Modelle, damit du neben dem schulischen Unterricht auch praktische Kenntnisse vermittelt bekommst. Ein Modell sieht beispielsweise 4 Tage Unterricht und 1 Tag Praktikum pro Woche vor. In einem anderen Modell finden während der Ausbildung mehrere Blockpraktika statt, die beispielsweise 6 oder 8 Wochen lang sind. In sozialen Berufen, wie dem Erzieher, absolvierst du im dritten Ausbildungsjahr ein sogenanntes Anerkennungsjahr, um die nötige Berufspraxis zu erwerben. Auch Kombinationen der vorgestellten Modelle sind möglich.

Fazit

Viele Praktika sind Inhalt einer Ausbildungsordnung und gehören zur Schul-, Berufs- oder Hochschulausbildung dazu. Darüber hinaus helfen dir Praktika bei der Berufswahl und machen sich außerdem gut in deinem Lebenslauf. Hast du deine Ausbildung oder dein Studium abgeschlossen, solltest du ein richtiges Arbeitsverhältnis anstreben. Wenn das nicht sofort klappt, kannst du die Zeit mit einem Praktikum überbrücken und so Lücken in deinem Lebenslauf vermeiden. Gleiches gilt für deine Zeit nach der Schule: Falls du bis zum Ausbildungsbeginn eine gewisse Zeit überbrücken musst, ist das Praktikum eine gute Gelegenheit. Eventuell kannst du dieses auch bei deinem zukünftigen Ausbildungsbetrieb absolvieren und so bereits das Unternehmen und die Kollegen kennenlernen.

Übrigens: Seit dem 01. Januar 2015 gilt in Deutschland ein Mindestlohn von 8,50 EUR pro Stunde. Auch als Praktikant steht dir dieser Mindestlohn unter bestimmten Voraussetzungen zu: Du musst volljährig sein, dein Praktikum freiwillig absolvieren und das Praktikum muss 3 Monate oder länger dauern. Auch wenn diese Voraussetzungen nicht erfüllt sind, zahlen manche Praktikumsbetriebe eine Aufwandentschädigung oder bieten andere Vorteile, wie einen Zuschuss zu den Fahrtkosten, vergünstigtes Essen in der Kantine oder Essensmarken für benachbarte Restaurants. Nachfragen lohnt sich!

Hier kannst du das Praktikumszertifikat von AUBI-plus herunterladen. Neben der Beschreibung deines Praktikums, kann das Unternehmen deine Leistungen und Kenntnisse bewerten. Um das Ausfüllen zu vereinfachen, solltest du das Zertifikat per E-Mail an deinen Praktikumsleiter bzw. an deine Praktikumsleiterin versenden. Zum Praktikums-Zertifikat

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